Das Durchrutschen der Fahrradkette ist ein ärgerliches Problem, das verschiedene Ursachen haben kann. Oftmals ist es ein Zeichen von Verschleiß oder einer falschen Einstellung des Antriebsstrangs.
Mögliche Ursachen für das Durchrutschen der Kette
- Verschlissene Kette: Eine gelängte Kette passt nicht mehr optimal auf die Ritzel und Kettenblätter, was zum Überspringen führen kann.
- Verschlissene Ritzel und Kettenblätter: Die Zähne können durch den Verschleiß so verformt sein, dass die Kette keinen Halt mehr findet.
- Falsche Kettenlänge: Eine zu lange oder zu kurze Kette kann Schaltprobleme und Durchrutschen verursachen.
- Falsche Schaltzugspannung: Eine nicht korrekt eingestellte Schaltzugspannung kann dazu führen, dass die Kette nicht sauber auf die Ritzel wechselt und überspringt.
- Schwergängige Kettenglieder: Einzelne schwergängige Glieder können den Lauf der Kette beeinträchtigen und zum Durchrutschen führen.
Detaillierte Betrachtung der Ursachen
Verschleiß der Kette
Eine gelängte Kette ist eine häufige Ursache für das Durchrutschen. War die alte Shimanokette etwa vier Glieder länger? Bei 4 Gliedern Längung und vermutlich ca. 100 Gliedern Gesamtlänge wären das gigantische 4% Längung. Mit einer Kettenverschleißlehre lässt sich der Zustand der Kette einfach überprüfen. Wenn die Lehre anzeigt, dass die Kette verschlissen ist, sollte sie ausgetauscht werden. Es empfiehlt sich, die Kette regelmäßig (ca. alle 3000 km) zu wechseln, um den Verschleiß der Ritzel und Kettenblätter zu minimieren.
Verschleiß von Ritzeln und Kettenblättern
Wenn die Ritzel und Kettenblätter stark abgenutzt sind, passen sie nicht mehr optimal zur Kette. Dies führt dazu, dass die Kette unter Last durchrutscht. Ein Wechsel der Ritzel und Kettenblätter ist in diesem Fall oft unumgänglich.
Es kann ausreichend sein, nur das meistbenutzte mittlere Kettenblatt zu wechseln. Allerdings sollte man das Kettenblatt nicht prophylaktisch wechseln, sondern erst dann, wenn es tatsächlich abgefahren ist.
Falsche Kettenlänge
Die korrekte Kettenlänge ist entscheidend für eine einwandfreie Funktion der Schaltung. Die alte Shimanokette war etwa vier Glieder länger. Entschuldigung, falsch ausgedrückt: ich hab natürlich eine einfach um vier Glieder niedrigere Gliederzahl in der neuen Kette. Und die alte hatte ich damals leicht gekürzt (Shimano). Eine zu lange Kette kann am Schaltwerk schleifen, während eine zu kurze Kette die Schaltbewegung einschränken kann. Die richtige Länge kann man ermitteln, indem man die Kette auf das größte Ritzel und das größte Kettenblatt legt und dann zwei Glieder hinzufügt.
Einstellung der Schaltzugspannung
Eine falsch eingestellte Schaltzugspannung ist oftmals schuld an der springenden Kette. In den meisten Fällen springt die Kette am hinteren Schaltwerk. Springt die Kette über das erste oder letzte Ritzel muss zunächst der Schaltbereich am Schaltwerk eingestellt werden. Springt die Kette weiterhin muss wahrscheinlich die Zugspannung eingestellt werden. Die Einstellschrauben für diesen Vorgang befinden sich für gewöhnlich am Lenker, direkt am Schalthebel. Durch das Drehen an der Schraube wird die Spannung erhöht bzw. gelöst. Um die richtige und saubere Einstellung zu finden, sollten Sie die Schraube jeweils um ¼ Drehung bewegen und anschließend alle Gänge durchtesten.
Empfehlungen zur Vorgehensweise
- Überprüfung der Kette: Verwenden Sie eine Kettenverschleißlehre, um den Zustand der Kette zu überprüfen.
- Inspektion der Ritzel und Kettenblätter: Achten Sie auf verschlissene oder verbogene Zähne.
- Einstellung der Schaltung: Überprüfen und justieren Sie die Schaltzugspannung und die Endanschläge am Schaltwerk.
- Reinigung und Schmierung: Reinigen Sie die Kette regelmäßig und schmieren Sie sie mit einem geeigneten Kettenöl.
Alternativen zur Kettenschaltung
Wer häufig Probleme mit der Kettenschaltung hat, kann über die Anschaffung einer Getriebenabe nachdenken. Vielleicht hol ich mir doch irgendwann eine Getriebenabe. Auf die Dauer kommt man da vielleicht günstiger weg? Bei Schönwetterstraßenfahrern lohnt es sich wohl nie, wer fast jeden Tag fährt und das oft auch auf Wald- Feldwegen und im Urlaub auf Pisten, bei dem schon. Ich fahre seit 2003 und für mich hat sich das gelohnt, viel weniger Heckmeck.
Tipps zur Verlängerung der Lebensdauer des Antriebsstrangs
- Regelmäßige Reinigung und Schmierung: Eine saubere und gut geschmierte Kette verschleißt weniger schnell.
- Frühzeitiger Kettenwechsel: Wechseln Sie die Kette, bevor sie zu stark gelängt ist, um den Verschleiß der Ritzel und Kettenblätter zu reduzieren.
- Schonende Fahrweise: Vermeiden Sie abrupte Schaltvorgänge unter Last.
Zusammenfassung
Das Durchrutschen der Fahrradkette kann verschiedene Ursachen haben. Durch eine regelmäßige Wartung und den rechtzeitigen Austausch von Verschleißteilen lässt sich das Problem jedoch in den meisten Fällen beheben.
Verwandte Beiträge:
- Fahrradkette Nieten: Anleitung & Tipps für die Reparatur
- Rostige Fahrradkette: So retten Sie Ihre Kette vor Rost und Korrosion
- Fahrradkette ohne Öl: Funktioniert das? Tipps & Tricks
- Mopedführerschein mit 16: Alle wichtigen Voraussetzungen & Tipps für deinen Führerschein
- Shimano Nexave Schaltung einstellen: Ultimative Schritt-für-Schritt Anleitung für perfekte Gangwechsel
Kommentar schreiben