Mit einer neuen Fahrradkette am Bike fährt dein Rad gleich viel angenehmer und effizienter auf jeder Fahrradtour. Doch welche Kette ist die richtige für dein Fahrrad? Und welche Länge muss die neue Fahrradkette haben? Dieser Artikel bietet eine detaillierte Erklärung zur 8-fach Fahrradkette, einschließlich Unterschiede zu anderen Ketten, Auswahl, Montage und Wartung.
Was ist eine 8-fach Kette?
Bei Ketten für Räder mit Schaltwerk ist der Standard 3/32 Zoll (also 2.38 mm). Bis einschließlich 8fach sollten das 7,1 oder 7,2 mm sein. Unterschiede gibt es nur bei den Abmessungen außen.
Unterschiede zu anderen Ketten
Die Wahl der richtigen Kette hängt von der Anzahl der Ritzel am Hinterrad ab, unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Je mehr Ritzel vorhanden sind, desto enger müssen sie zusammenrücken, da der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen begrenzt ist. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen.
Hier sind die typischen Außenbreiten verschiedener Kettenarten:
- Bis einschließlich 8-fach: 7,1 oder 7,2 mm
- 9-fach: 6,8 mm
- 10-fach: 6,2 mm
Eine 9-fach Kette kann breiter und stabiler gebaut werden als eine 12-fach Kette. An Fahrrädern mit Nabenschaltung und an so genannten Singlespeed-Bikes (ganz ohne Gangschaltung) muss die Kette hingegen nur sehr selten getauscht werden.
Auswahl der richtigen Kette
Wenn dein Bike eine Schaltung von Shimano oder Sram besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten.
Montage der Kette
Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.
Vorbereitung zur Montage
Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.
Kettenlänge bestimmen
Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.
Verschließen der Kette
Mit Kettenschloss: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.
Mit Nietstift (Shimano): Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.
Häufige Probleme nach dem Kettenwechsel und deren Behebung
Einige Radfahrer haben nach dem Wechsel der Kette Probleme mit dem Antrieb. Hier sind einige mögliche Ursachen und Lösungen:
- Kette wird vom Kettenblatt hochgezogen: Das Kettenblatt könnte verschlissen sein. Tausche es aus.
- Schaltung schaltet nicht exakt: Überprüfe die Schaltzughüllen und -seile. Ein verbogenes Ausfallende kann ebenfalls die Ursache sein.
- Leises Klingeln beim Fahren: Dies deutet oft auf eine schlechte Einstellung hin.
Wartung und Pflege
Ein regelmäßiger Tausch der Kette ist vor allem bei Kettenschaltungen wichtig, weil diese die Kette sehr stark strapazieren. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.
Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.
Notfall-Tipp
Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.
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