Worauf Sie beim Kauf einer Fahrradkette achten sollten

Mit einer neuen Fahrradkette am Bike fährt Ihr Rad gleich viel angenehmer und effizienter auf jeder Fahrradtour. Doch welche Kette ist die richtige für Ihr Fahrrad? Und welche Länge muss die neue Fahrradkette haben? Hier sind einige wichtige Aspekte, die Sie beim Kauf einer neuen Fahrradkette beachten sollten.

Die Art der Schaltung

Bevor Sie sich für eine bestimmte Fahrradkette entscheiden, sollten Sie sichergehen, dass diese zu Ihrem Bike passt. Das entscheidende Kriterium ist die Art der Schaltung. Nabenschaltungen erfordern andere Ketten als Kettenschaltungen. Bei Kettenschaltungen kommt hinzu, dass die Anzahl der Ritzel und Kettenblätter die Breite der Kette beeinflusst. So benötigt eine 10-fach Schaltung eine etwas breitere Kette als eine 9-fach Schaltung. Im Zweifel sollten Sie bei Nabenschaltungen übrigens immer eine etwas breitere Kette wählen, da diese auf jeden Fall passt.

  • Nabenschaltungen: Verwenden in der Regel Hülsenketten.
  • Kettenschaltungen: Verwenden Lagerkragenketten, wobei die Breite von der Anzahl der Ritzel abhängt.
  • Spezielle Ketten: Für Fixies, Singlespeed Bikes und E-Bikes, die nicht mit anderen Fahrrad- und Schaltungstypen kompatibel sind.

Weitere wichtige Kriterien

Neben der Art der Schaltung lassen sich weitere Kriterien identifizieren, die Sie beim Kauf von neuen Fahrrad Ketten im Hinterkopf haben sollten. So spielt etwa die Haltbarkeit eine wichtige Rolle. High-Performance-Ketten für Rennräder halten in der Regel weniger lang als Ketten für Mountainbikes und Trekkingräder, da sie speziell auf Performance und niedriges Gewicht ausgerichtet sind. Ein weiteres zentrales Merkmal der Kette ist deren Länge.

Die richtige Kettenlänge

Die Fahrradkette am Bike (z.B. Rennrad, Citybike, Trekkingrad oder Mountainbike) sollte unbedingt die optimale Länge aufweisen. Im Handel sind die Ketten immer länger erhältlich, als man Sie eigentlich am Fahrrad benötigt. Deswegen muss sie immer ein wenig gekürzt werden. Die Kette sollte am Fahrrad zwingend die optimale Länge aufweisen, andernfalls drohen Schäden am Antrieb oder der Kette selbst. Ist die Fahrradkette zu lang hat sie zu wenig Spannung, welche der Kettenspanner nicht mehr ausgleichen kann. Dadurch kann sie im unteren Bereich hin und her schlagen. Schlechtes und lautes Schalten der Gänge sind dadurch vorprogrammiert, zumal die Abnutzung und der damit verbundene Verschleiß, durch den schlechten und unruhigen Lauf der Kette, sehr hoch ist. Ist die Fahrradkette zu kurz kann das Schaltwerk beschädigt werden, weil es zu sehr unter Spannung steht. Außerdem können Sie bei einer zu kurzen Kette nicht mehr vorne und hinten auf das jeweils größte Kettenblatt bzw.

Sie sollten beim Kauf unbedingt darauf achten, dass die Kettenlänge der neuen Kette mit der Kettenlänge der alten Kette übereinstimmt. Die passende Länge können Sie auf zweierlei Arten ermitteln: Durch Abzählen der Kettenglieder der alten Kette oder indem Sie die neue Kette über das größte Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten legen. Nachdem Sie die Kette straff gezogen haben, sollte sich die neue Kette um zwei Kettenglieder überlappen.

Um die richtige Länge der Fahrradkette am Zweirad zu bestimmen, können Sie die Kettenlänge ganz einfach selbst ausrechnen. Mit der Kette wird nun zweimal die Länge der Kettenstrebe abgemessen. Halten Sie hierfür den ersten Bolzen der Kette mittig an den hinteren Schnellspanner und messen Sie mit der Kette bis zur Mitte des Tretlagers. Zu dieser Länge zählen Sie das erste Ergebnis (Zähne Kettenblatt, Ritzel) hinzu. Liegt beim Öffnen ein Innenglied vor, können Sie die Kette hier mit einem Kettennietenwerkzeug vernieten, liegt ein Außenglied vor, so zählen Sie noch 1 Gelenk weiter. Nur so passen die Kettenglieder zum Verschließen der Fahrradkette wieder zusammen.

Anstatt mit der vorherigen Messmethode, können Sie die richtige Länge der Fahrradkette auch ganz einfach mit einer Formel ausrechnen:

Berechnung mit der Formel: Kettenlänge (KL) = 0,157 x 420 + 44/2 + 28/2 + 2Kettenlänge (KL) = 103,94 entspricht (aufgerundet) 104 Gelenken (bzw. Bolzen der Kette) Beachten Sie unbedingt: Das Endergebnis ist immer so aufzurunden, dass das Ergebnis exakt durch 2 teilbar ist.

Kette kürzen

Bevor die Kette gekürzt wird, gilt es noch, ein Detail zu beachten: Abwechselnd gibt es breite und schmale Kettenglieder. Soll die Kette später mit einem Kettenschloss zusammengeführt werden, müssen auf beiden Seiten der neuen Kette schmale Glieder übrig bleiben.

Wird die Kette dagegen mit einer Niete verschlossen, muss das eine Kettenende ein breites (Außenlasche) und das andere ein schmales Glied (Innenglied) aufweisen. Ist der exakte Ort der Kürzung bestimmt, kommt wieder der Kettennieter zum Einsatz. Analog zum Entfernen der alten Kette wird er an der entsprechenden Stelle angesetzt und der Nietstift herausgepresst.

Kettenwechsel

Keine Fahrradkette hält ewig. Glücklicherweise ist ein Wechsel der Kette nicht besonders schwer. So klappt es bei jedem Fahrrad. Bei jeder Fahrt ist eine Fahrradkette beachtlichen Zugkräften ausgesetzt. Über die Zeit dehnt sich das Material und die Kette wird länger. Das Resultat: Die Kette passt nicht mehr in die Ritzel und die Schaltvorgänge werden unsauber. Gibt es also Probleme im Antrieb und beim Schalten der Gänge, ist es möglicherweise Zeit für einen Wechsel. Wer sich nicht sicher ist oder die Dehnung der Kette genau messen möchte, kann auf eine Kettenverschleißlehre zurückgreifen. Das kleine Tool kostet ca. 5 Euro. Die erste setzt man an einer Kettenrolle an. Die zweite Nase wird nach dem vorgegebenen Abstand in den nächsten Zwischenraum abgesenkt. Bleibt die Nase in der Kette hängen, ist noch alles gut. Rutscht sie durch den Zwischenraum, ist die Kette verschlissen und sollte gewechselt werden.

Wie lange hält eine Fahrradkette?

Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.

Werkzeuge für den Kettenwechsel

  • Neue Kette (passend zum Fahrradtyp)
  • Kettennietstift oder Kettenschloss
  • Kettennieter (für Ketten mit Nietstift)
  • Seitenschneider (zum Kürzen des Nietstifts)
  • Arbeitshandschuhe
  • Kettenöl oder -wachs

Schritte zum Wechseln der Kette

  1. Öffnen der alten Kette:
    • Mit Kettenschloss: Seitliches Drücken und Zusammenschieben.
    • Ohne Kettenschloss: Kettennieter verwenden, um den Nietstift herauszuschieben.
  2. Ermitteln der richtigen Kettenlänge:
    • Alte Kette als Referenz verwenden und Kettenglieder abzählen.
    • Neue Kette auf größtes Ritzel und Kettenblatt legen und zwei Glieder hinzufügen.
  3. Kürzen der Fahrradkette:
    • Auf die richtige Anordnung der Kettenglieder achten (schmal/breit).
    • Kettennieter verwenden, um den Nietstift herauszupressen.
  4. Führen der Kette:
    • Kette durch Umwerfer und Schaltwerk führen.
    • Detailbilder vor dem Wechsel helfen bei der korrekten Führung.
  5. Schließen der Kette:
    • Mit Kettenschloss: Verbindungsglied aufstecken und zusammenklipsen.
    • Mit Nietstift: Kettenenden zusammenführen und Nietstift eindrücken.

Neue Fahrradketten

Neue Fahrradketten kommen grundsätzlich in geöffneter Form daher. Für einen sachgemäßen Gebrauch benötigen Sie demzufolge immer einen Nietstift oder ein Kettenschloss. Der Nietstift verbindet die beiden letzten Kettenglieder miteinander. Das Kettenschloss erfüllt die gleiche Funktion, sieht aber optisch wie ein zusätzliches Kettenglied aus. Das Kettenschloss hat den Vorteil, dass Sie die Kette damit immer und überall öffnen können.

Verschleiß und Pflege

Damit Sie nicht alle drei bis vier Monate eine neue Kette oder gar einen komplett neuen Kettensatz für das Fahrrad brauchen, empfiehlt es sich, verschleißarm zu fahren. Die Kette ist ein typisches Verschleißteil und reagiert empfindlich auf mangelhafte Pflege, schlechte Schmierung und extreme Witterungseinflüsse. Durch einen passiven Fahrstil (sachtes Anfahren, keine überflüssigen Schaltvorgänge, bei Schnee und Regeln das Rad lieber im Keller lassen) erhöhen Sie die Lebensdauer Ihrer Kette.

Heutige Ketten für Fahrräder sind technisch ausgereifte Produkte mit einer langen Haltbarkeit. 3.000 Kilometer sind selbst mit relativ wenig Pflege (Reinigen und Ölen) ohne Probleme machbar. Biker, die ihre Kette am Fahrrad nach jeder Fahrt reinigen und dadurch den Verschleiß minimieren, dürfen sich sogar auf bis zu 6.000 Kilometer mit einer einzigen Kette freuen. Ein Wechsel ist immer dann erforderlich, wenn die Kette sichtbar ausgeleiert ist oder die Schaltung aufgrund verschlissener Ritzel nicht mehr einwandfrei funktioniert. Die meisten Ketten fürs Fahrrad bestehen aus rund 500 Einzelteilen - Außenlaschen, Innenlaschen, Bolzen, Hülsen, Rollen.

Regelmäßige Pflege, wie das Reinigen und Schmieren der Kette, ist essenziell für eine lange Lebensdauer und eine zuverlässige Leistung. Die Wahl des Pflegeprodukts hängt vom Einsatzgebiet ab: Während in trockenen, staubigen Umgebungen ein trockenes Schmiermittel vorteilhaft ist, sollten Sie bei feuchten Bedingungen auf ein wasserabweisendes Kettenöl zurückgreifen.

Tabelle: Übersicht Fahrradketten und ihre Lebensdauer

Fahrradtyp Nutzung Lebensdauer (km)
Tourenrad Wenig beansprucht Bis zu 5.000
Rennrad Intensive Nutzung Weniger als 5.000
Mountainbike Wind und Wetter Schneller Verschleiß

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