Eine Fahrradkette verbindet das Tretlager mit dem Antriebssystem des Fahrrads. Damit dein Fahrrad reibungslos und effizient läuft, ist die Wahl der richtigen Fahrradkette und deren korrekte Länge entscheidend. Eine abgenutzte oder schlecht gewartete Kette kann die Fahrradleistung beeinträchtigen und zu einem erhöhten Verschleiß von Ritzel und Kettenblättern führen.
Welche Schaltung hat mein Bike?
Man unterscheidet zwei Schaltungsvarianten: Kettenschaltungen und Nabenschaltungen. Kettenschaltungen sind am meisten verbreitet, und man erkennt sie am nach unten hängenden Schaltwerk und dem Ritzelpaket am Hinterrad. Nabenschaltungen besitzen hingegen ein Getriebe im Inneren der Nabe, und die Kette läuft hinten über ein einzelnes Ritzel. Selten gibt es Fahrräder ganz ohne Gangschaltung oder solche, bei denen ein Getriebe vorne im Tretlager sitzt. Letztere beiden Typen sind in Bezug auf die Kette ähnlich einzustufen und zu behandeln wie Bikes mit Nabenschaltungen.
Ketten für unterschiedliche Schaltungen
Es gibt verschiedene Arten von Fahrradketten, die für verschiedene Arten von Fahrrädern, Anwendungen und Schaltsystemen geeignet sind:
- 1/2" x 1/8"-Ketten: Diese Ketten sind für BMX-Fahrräder, Singlespeed und Fixie-Fahrräder geeignet und haben mit ½ x ⅛-Zoll eine größere Breite als 3/32-Zoll-Ketten.
- 1/2" x 3/32"-Ketten: Diese Ketten sind die gängigsten Ketten für Straßen- und Mountainbikes. Ihre Abmessungen ermöglichen eine effiziente Kraftübertragung.
- 1/2" x 11/128"-Ketten: Diese Ketten sind ein Mittelweg zwischen den breiten 1/8-Zoll-Ketten und den schmaleren 3/32-Zoll-Ketten. Sie bieten eine gute Balance zwischen Stärke und Gewicht, was sie zu einer beliebten Wahl für viele Rennräder und Mountainbikes macht.
- 11-fach-Ketten: Diese Ketten sind speziell für 11-Gang-Antriebssysteme ausgelegt und sind dünner als herkömmliche Ketten.
- 12-fach-Ketten: Diese Ketten sind noch dünner als 11-Gang-Ketten und wurden speziell für 12-Gang-Antriebssysteme entwickelt.
Die richtige Kette finden
Für die Wahl der richtigen Kette ist die Anzahl der Ritzel am Hinterrad der entscheidende Faktor. Unabhängig davon, wie viele Kettenblätter vorne an der Kurbel rotieren. Grund: Je mehr Ritzel dort sitzen, desto enger müssen sie zusammenrücken. Denn der Platz zwischen Nabenflansch und Rahmen (Hinterbau) ist begrenzt. Mit zunehmender Anzahl der Ritzel muss die Kette also schmaler gefertigt sein, damit ihre Laschen reibungslos durch die Zwischenräume laufen. Moderne Fahrräder (Mountainbikes, Rennräder/Gravelbikes, City-/Trekkingbikes) besitzen in der Regel Kassetten mit 10, 11 oder 12 Ritzeln. E-Bikes aller Typen eingeschlossen. 13 Ritzel sind technisch machbar, aber bislang nicht auf breiter Front eingeführt. Kassetten mit 10 Ritzeln findet man hingegen noch recht häufig an preiswerten oder älteren Bikes.
Die Komponentenhersteller Shimano und Sram sind am weitesten verbreitet. Unsere Empfehlung: Wenn dein Bike eine Schaltung eines dieser beiden Hersteller besitzt, solltest du beim Tausch auch eine Kette des entsprechenden Brands wählen. Dann harmoniert der Antrieb perfekt.
Die richtige Kettenlänge
Eine zu lange oder zu kurze Kette kann zu Problemen beim Schalten und Fahren führen und sogar zu Schäden am Fahrrad führen. Es ist daher wichtig, die richtige Kettenlänge zu haben. Die Anzahl der Glieder, die du benötigst, hängt von der Anzahl der Zähne an deinen Kettenblättern und Kassettenzahnkränzen ab. Die meisten Fahrräder haben Kettenblätter mit 2 oder 3 Zähnen und eine Kassette mit 9, 10 oder 11 Zähnen.
Für Kettenschaltungen an normalen Bikes besitzt eine Kette im Neuzustand 114 bis 118 Glieder. Sie muss dann bei der Montage entsprechend (um wenige Glieder) gekürzt werden. Für Bikes mit besonders langen Hinterbauten oder zusätzlichen Umlenkungen der Kette gibt es extra lange Ketten mit bis zu 138 Gliedern.
Kettenlänge berechnen
Um die passende Länge einer Fahrradkette zu bestimmen, gibt es eine einfache Formel, die Sie verwenden können, anstatt die Kette zu messen. Die Kettenstrebenlänge (k) wird von der Mitte der Tretlagerachse bis zur Mitte der Hinterradachse gemessen.
Wer sich also nicht vorab die Hände schmutzig machen möchte, der kann im Folgenden komfortabel mit den Eingabeparametern Zähnezahl größtes Kettenblatt Z1 und Zähnezahl größtes Ritzel Z2 sowie dem Abstand zwischen Tretlagerachse und Hinterradachse LK die Kettenlänge berechnen lassen.
Sollte die alte Kette als Indikator dienen, so ist vorsicht geboten: Sie ist in der Regel durch den Verschleiß länger. Gültigkeit besitzt die Formel für Standardketten nach ANSI Standard #40.1) Der Abstand zwischen zwei zwei Stiften beträgt hier ein halbes Zoll bzw. 12,7mm. Die Formel gilt für Fahrräder mit Kettenschaltung. Für eine Nabenschaltung oder eine feste Übersetzung ohne Kettenspanner / Umwerfer liefert sie nicht korrekte Werte. Bitte nutzen Sie für die Berechnung der Kettenlänge eines solchen Antriebs den Rechner mit der Einstellung ohne Kettenröllchen. Beispiel: LK = 0,157 x 400 mm + 0,5 x 44 + 0,5 x 28 = 98,8 - Die nächst größere, gerade Ganzzahl ist 100. Um jetzt noch die Kettenröllchen zu berücksichtigen, wird LR = 2 x 11 - 18 = 4 berechnet und zu LK addiert. Damit sollte die Kette aus 104 Gliedern bestehen.
Addiere die Anzahl der Zähne des größten Kettenblatts (vorne) und des größten Ritzels der Kassette (hinten) und teile das Ergebnis durch 2.
Die Kette sollte am Fahrrad zwingend die optimale Länge aufweisen, andernfalls drohen Schäden am Antrieb oder der Kette selbst. Ist die Fahrradkette zu lang hat sie zu wenig Spannung, welche der Kettenspanner nicht mehr ausgleichen kann. Dadurch kann sie im unteren Bereich hin und her schlagen. Schlechtes und lautes Schalten der Gänge sind dadurch vorprogrammiert, zumal die Abnutzung und der damit verbundene Verschleiß, durch den schlechten und unruhigen Lauf der Kette, sehr hoch ist. Ist die Fahrradkette zu kurz kann das Schaltwerk beschädigt werden, weil es zu sehr unter Spannung steht. Außerdem können Sie bei einer zu kurzen Kette nicht mehr vorne und hinten auf das jeweils größte Kettenblatt bzw.
Kettenreaktion - Montage Tipps
Wir empfehlen, eine (neue) Kette grundsätzlich mit einem Kettenschloss zu verschließen. Das ist eine saubere, stabile und einfache Methode, im Gegensatz zum Vernieten. Auch bei einer Panne unterwegs ist ein Kettenschloss die perfekte Lösung. Nicht jeder Kette liegt jedoch ein Schloss bei! Deshalb beim Kauf einer Kette auch an ein Schloss denken. Und ein zweites gehört stets ins Notfall-Set!
Vorbereitung zur Montage
Prüfe, ob bei der neuen Kette eine bestimmte Laufrichtung vorgegeben ist. Das ist zum Beispiel bei vielen Shimano Ketten der Fall. Entsprechend dieser Richtung musst du die Kette in den nächsten Schritten auflegen. Lege dein Werkzeug parat: Flach- oder Spitzzange, Kettennieter, je nach Typ Kettenschloss (Shimano, Sram) oder Nietstift (Shimano teilweise), und Kettenschloss-Zange (falls vorhanden). Hilfreich ist noch eine Speiche, die man sich als Haken zurecht biegt.
Kürzen der Kette
Das Kürzen der Kette braucht man nicht komplizierter zu machen, als es ist. Wichtigster Punkt: Die Kette muss lang genug sein, um (gleichzeitig) das große Kettenblatt vorne und das größte Ritzel hinten problemlos zu umschlingen. Dazu legt man die neue Kette von oben her über diese Ritzel-Konstellation, fädelt sie durch den Schaltkäfig, und zieht sie unten so straff zusammen, dass der Schaltkäfig etwa einen 45-Grad-Winkel beschreibt. Die genannte Haken-Speiche erleichtert diesen Vorgang enorm.
Achtung! Vor dem Abtrennen des Glieder-Überhangs musst du dich vergewissern, dass die beiden verbleibenden Enden zur gewählten Verschließmethode passen. Bei Verwendung eines Kettenschlosses müssen zwei Innenlaschen stehen bleiben. Bei Verwendung eines Nietstiftes (nur Shimano!) muss es eine Innen- und eine Außenlasche sein. Im Zweifel lieber ein Glied als Längenreserve dazugeben, dann bist du auf der sicheren Seite.
Verschließen der Kette
Das Verschließen der Kette mit Hilfe eines Kettenschlosses ist kinderleicht: Die beiden Hälften werden nach Abtrennen des Überhangs durch die Enden gesteckt und zum ersten Fixieren nur zusammengedrückt. Die Kette ist damit aber noch nicht richtig geschlossen Dafür musst du rückwärts kurbeln (beim E-Bike vorwärts), bis das Kettenschloss oben zwischen Ritzelpaket und Kurbel steht. Jetzt die Hinterradbremse fest anziehen und über das Pedal einen herzhaften Druck auf den Antrieb geben. Damit wird das Schloss eingerastet. Hinweis: Ein Kettenschloss darf aus Sicherheitsgründen nur einmal verwendet werden.
Verschließen einer Shimano Kette mit Nietstift: Der Stift ist etwa doppelt so lang wie die Kette breit und besteht aus einem Führungsbolzen mit konischer Spitze, und - getrennt durch eine Sollbruchstelle - dem eigentlichen Niet. Dank des etwas dünneren Führungsbolzens lässt sich damit die Kette zunächst ganz einfach zusammenstecken. Nun drückst du den Nietstift mit dem Kettennieter vorsichtig in die Kette, so dass der Führungbolzen auf der Rückseite heraus kommt. Man spürt, wenn das Niet quasi in der Kettenlasche einrastet. Der Führungsbolzen lässt sich am Ende mit einer Zange an der Sollbruchstelle abbrechen. Damit die Kette an der neu vernieteten Stelle leicht läuft, musst du sie ein-zwei-Mal seitlich verbiegen.
Notfall-Tipp: Bei einer Kettenpanne unterwegs muss man in der Regel ein defektes Segment aus der Kette entfernen. Dafür besitzen die meisten Notfall-Tools einen Kettennieter. Und ein Ersatz-Kettenschloss gehört immer ins Notfall-Werkzeug. Aber Achtung! Unbedingt daran denken, bei der Weiterfahrt NICHT mehr auf die großen Ritzel zu schalten, denn dafür ist die Kette nach der Reparatur zu kurz. Andernfalls riskierst du einen ersten Schaden am Hinterbau/Rahmen. Eine solche Reparatur ermöglicht nur einen Notbetrieb bis zum Ende der Tour.
Wartung und Pflege
Eine regelmäßige Wartung deiner Fahrradkette kann deren Lebensdauer verlängern und die Leistung deines Fahrrads verbessern.
- Überprüfe regelmäßig die Länge der Kette, um sicherzustellen, dass sie nicht zu stark abgenutzt ist.
- Eine regelmäßige Schmierung der Kette kann Reibung reduzieren und ihre Lebensdauer verlängern. Verwende dabei jedoch das richtige Schmiermittel für deine Kette und dein Fahrrad.
Du solltest deine Fahrradkette alle paar Wochen schmieren, damit du überflüssige Reibung reduzieren kannst, was nebenbei auch ihre Lebensdauer verlängert. Das Ölen deiner Fahrradkette ist eine wichtige Wartungsmaßnahme, die dazu beiträgt, ihre Lebensdauer zu verlängern und für eine reibungslose Fahrt zu sorgen. Bevor du jedoch mit dem Ölen beginnst, solltest du sicherstellen, dass deine Kette sauber und trocken ist.
Das richtige Schmiermittel
Wenn es um die Ölung geht, ist es wichtig, das richtige Schmiermittel zu verwenden. Ein Schmiermittel auf Wachs- oder Ölbasis eignet sich am besten für die meisten Fahrräder und Fahrstile. Viel hilft viel ?! Ganz im Gegenteil! Es ist sehr wichtig, nicht zu viel Schmiermittel auftragen, da dies zu einer Ansammlung von Schmutz und Ablagerungen führen kann. Eine kleine Menge Schmiermittel auf jedem Kettenglied ist in der Regel ausreichend.
Zur Reinigung der Fahrradkette kann ein Kettenreinigungsgerät oder eine Bürste verwendet werden. Eine regelmäßige Pflege und Reinigung der Fahrradkette kann vor Rost schützen.
Rechtzeitiger Kettenwechsel schont den Antrieb
Wer die Kette rechtzeitig wechselt, kann unterm Strich Geld sparen. Denn durch diese Maßnahme wird die Lebensdauer der restlichen Antriebskomponenten deutlich verlängert. Entscheidend ist es, eine zu extreme Längung der Kette zu vermeiden. Dazu legt man in regelmäßigen Zeitintervallen eine spezielle Messlehre in die Kettenlaschen, die den Status zuverlässig anzeigt. Sobald der kritische Punkt erreicht ist, wechselt man die Kette aus.
Beachte die Gebrauchsanweisung für deine jeweilige Kettenleere. Indiziert die Kettenleere ein starkes Verschleißbild, genügt es nicht mehr, nur die Kette zu erneuern. Eine neue Kette würde in diesem Fall nicht mehr in die Zähne von Ritzel und Kettenblatt passen, da diese bereits zu stark aufgeweitet wurden. Sprich, der komplette Antrieb muss renoviert werden.
Verschleißpunkt: Die Rollen gleiten auf den Kragen der Innenlaschen. Dort dringt mit der Zeit Schmutz ein, der die Oberflächen abträgt. Dadurch bekommen die Rollen immer mehr Spiel auf den Krägen und weiten damit die Zähne an den Ritzeln aus.
Wann sollte die Fahrradkette gewechselt werden?
Bei jeder Fahrt ist eine Fahrradkette beachtlichen Zugkräften ausgesetzt. Über die Zeit dehnt sich das Material und die Kette wird länger. Das Resultat: Die Kette passt nicht mehr in die Ritzel und die Schaltvorgänge werden unsauber. Gibt es also Probleme im Antrieb und beim Schalten der Gänge, ist es möglicherweise Zeit für einen Wechsel. Wer sich nicht sicher ist oder die Dehnung der Kette genau messen möchte, kann auf eine Kettenverschleißlehre zurückgreifen. Das kleine Tool kostet ca. 5 Euro. Die erste setzt man an einer Kettenrolle an. Die zweite Nase wird nach dem vorgegebenen Abstand in den nächsten Zwischenraum abgesenkt. Bleibt die Nase in der Kette hängen, ist noch alles gut. Rutscht sie durch den Zwischenraum, ist die Kette verschlissen und sollte gewechselt werden.
Wie lange hält eine Fahrradkette?
Grundsätzlich ist die Lebensdauer der Kette abhängig von Fahrradtyp und Nutzung. Eine wenig beanspruchte Fahrradkette kann bis zu 5.000 Kilometer halten. Bei intensiverer Nutzung, etwa bei einem Rennrad, steht der Wechsel in der Regel früher an. Ist man bei Wind und Wetter oder gar im Winter unterwegs, verschleißt die Fahrradkette noch schneller.
Fahrradkette wechseln
Wenn deine Fahrradkette zu stark abgenutzt oder beschädigt ist, solltest du sie austauschen.
- Solltest du kein Kettenschloss an deiner Fahrradkette haben, benötigst du auf jeden Fall ein Kettennietwerkzeug. Damit lässt sich die Kette an jeder beliebigen Stelle öffnen und entfernen.
- Ermitteln der richtigen Kettenlänge.
- Kürzen der Fahrradkette.
- Schließen der Kette.
An erster Stelle steht natürlich eine neue Kette. Sie muss sich für den Fahrradtyp eignen. Man unterscheidet zwischen Ketten mit Kettennietstift und Kettenschloss (auch Kettenverbindungsglied genannt). Zum Schließen eines Kettenschlosses wird kein Werkzeug benötigt.
Ketten mit Kettenstift erfordern einen Kettennieter. Mit ihm wird der Nietstift, der bei der neuen Fahrradkette dabei ist, durch die Verbindung gedrückt. Er kostet rund 15 Euro. Viele Fahrrad-Multitools haben standardmäßig einen Nieter integriert. Steht der verbindende Nietstift über das Kettenglied hinaus, sollte er mit einem Seitenschneider gekürzt werden.
Sinnvoll sind zudem Arbeitshandschuhe, der Kettenwechsel ist eine schmutzige Angelegenheit. Wichtig: Am Ende die neue Kette zum Schutz gründlich schmieren.
Eine alte Fahrradkette kann bei Belastung reißen. Wer seine Kette zu spät wechselt, riskiert außerdem kostspielige Folgeschäden. Eine unsauber laufende Kette beansprucht auch die Ritzel. Dann kann es passieren, dass nicht nur die Kette, sondern auch die Zahnräder gewechselt werden müssen.
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