Fahrradlampe für E-Bike: Tests, Vergleiche und Tipps

Die dunkle Jahreszeit ist angebrochen, und eine ordentliche Beleuchtung am Fahrrad ist unerlässlich. Sie sorgt nicht nur für gute Sicht, sondern auch dafür, dass man selbst gut gesehen wird. Besonders für E-Bikes gibt es spezielle Anforderungen und eine große Auswahl an Lampen.

Worauf kommt es bei einer guten Fahrradbeleuchtung an?

Ein hoher Lux-Wert allein macht noch kein gutes Licht. Die Regel „je teuer umso besser“ hat in der Kategorie der Fahrradlichter nur bedingt Bestand. Gute Qualität ist aber auch schon für kleines Geld geboten. Das Ranking der Fahrradbeleuchtung beruht auf zwei Säulen: den Testergebnissen der Fachmagazine und den Meinungen der Kundschaft. Wichtig ist, dass die Beleuchtung im Nah- wie Fernbereich ein gleichmäßiges Lichtbild erzeugt und eine gute seitliche Ausleuchtung bietet.

Einen hohen Bestenlisten-Rang erzielen aber nur Exemplare, die auch Strecken fernab der beleuchteten Straßen kräftig ausleuchten können. Eine hohe Lichtstärke allein - diese wird in der Regel in Lux angegeben - reicht aber nicht aus, um es aufs Treppchen zu schaffen. Auch das Lichtbild entscheidet über das finale Urteil: Zum einen kommt es auf eine möglichst breite, zum anderen auf eine gleichmäßige Ausleuchtung sowohl im Nah- als auch Fernbereich an.

Dynamo oder Akku?

Und ob dynamo- oder batteriebetrieben, beide trumpfen mit hohen Helligkeitswerten. Vorgeschrieben ist der Dynamo im Straßenverkehr heute übrigens nicht mehr. Unter den Batterie-/Akku-Frontlichtern bringen es Testsieger schon mal auf eine Betriebsdauer um die 35 Stunden im Nonstop-Modus.

Keine Frage, Batterie- bzw. Akku-Sets sind flexibler als Dynamoleuchten und bei Sporträdern sowieso erste Wahl. Trotz stromsparender LEDs geht eine hohe Leuchtkraft aber oft mit einer schwachen Ausdauer einher. Vor allem die Stiftung Warentest wertet in diesem Prüfpunkt rege ab. Und umgekehrt: Hohe Laufzeiten bringen nichts, wenn die Lichtstärke zu gering ist. Unser Tipp: Laufzeiten sind im Stadtverkehr zweitrangig; lieber auf eine hohe Leuchtkraft achten. Für besonders empfehlenswert halten wir Modelle, die eine batterieschonende Eco-Stufe vorsehen.

Anforderungen und Vorschriften (StVZO)

Langsam wird es wieder früh dunkel, weshalb eine StVZO-konforme Lichtanlage am Fahrrad Pflicht ist, um sicher am Straßenverkehr teilzunehmen. Wer ohne oder mit einer nicht zugelassenen Lampe unterwegs ist, muss bei einer Kontrolle bis zu 35 Euro blechen. Noch schlimmer ist aber, dass man bei einem Unfall zumindest eine Teilschuld trägt.

Um sich nachts mit dem E-MTB regelkonform im Straßenverkehr zu bewegen, gibt es ein paar Dinge mehr zu beachten. Zuerst muss die genutzte Lampe der Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung (StVZO) entsprechen. Sie braucht also das deutsche Prüfzeichen - die K-Nummer. Eine Helmlampe ist keine zugelassene (E-)Bike-Beleuchtung. Laut StVZO muss das Vorderlicht so angebracht sein, dass es entgegenkommende Verkehrsteilnehmer nicht blendet. Seit 2017 sind auch Lampen mit Fernlichtfunktion erlaubt - unter einer Bedingung: Das An- und Abschalten des Fernlichts erfolgt bei Gegenverkehr entweder automatisch oder lässt sich über einen Schalter am Lenker kontrollieren.

Die verkehrssichere Beleuchtung ist erst dann komplett, wenn auch ein Rücklicht am Bike brennt. Beide Leuchtvorrichtungen dürfen nicht blinken und müssen zwischen einer Höhe von 40 und 120 Zentimetern über dem Boden angebracht sein. Seitliche Reflektoren sind weiterhin Pflicht.

Mit Fahrradlampen E-Bikes und Fahrräder StVZO-konform ausstatten Wer kein vorinstalliertes Licht an seinem Fahrrad oder E-Bike hat, ist verpflichtet, eins nachzurüsten, wenn er oder sie am Straßenverkehr teilnehmen möchte. Die Lichter brauchen nicht permanent mitgeführt werden, sie müssen aber einsatzbereit sein, wenn die Lichtverhältnisse dies erforderlich machen. Wer nachts ohne erwischt wird, muss mit einem Bußgeld von bis zu 35 Euro rechnen.

Die Straßenverkehrs-Zulassungsordnung (StVZO) besagt, dass jedes Rad mit einem weißen Vorder- und einem roten Rücklicht sowie passiver Beleuchtung ausgestattet sein muss. Ebenso ist vorgeschrieben, dass die Beleuchtungsstärke des Frontscheinwerfers mindestens zehn Lux im Abstand von zehn Metern beträgt. Zudem darf der Frontscheinwerfer mit Fernlichtfunktion ausgestattet sein, das Rücklicht darf eine Bremslichtfunktion haben.

Passive Beleuchtung

Zur passiven Beleuchtung zählen unter anderem Speichenreflektoren oder -sticks sowie Reflexstreifen am Reifen oder Felge. Außerdem sind ein weißer Reflektor vorne, ein roter Z-Rückstrahler hinten sowie gelbe Reflektoren an den Pedalen vorgeschrieben.

Beim Kauf einer Fahrradlampe sollte man unbedingt darauf achten, dass das Licht mit einer K-Nummer versehen ist. Diese kennzeichnet die offizielle Zulassung des Kraftfahrt-Bundesamts. Hinter dem Buchstaben K folgt eine Welle samt Nummer.

Die richtige Montage der Fahrradlichter

Die Frontleuchte darf bei korrekter Einstellung den Gegenverkehr nicht zu stark blenden und muss ein gleichmäßiges Lichtfeld aufweisen. Der Nahbereich vor dem E-Bike sollte dabei gut ausgeleuchtet werden. Bei der Montage kann der Fahrradfahrer wie folgt vorgehen: Er markiert einen Punkt in zehn Meter Entfernung auf dem Boden. Auf diesen Punkt soll die hellste Stelle des Lichtkegels treffen - dann ist das Licht gut eingestellt.

Das Rücklicht muss mindestens 25 Zentimeter über dem Boden angebracht sein. Moderne Fahrradlichter, wie das LS 760 I-Go Vision von Trelock bieten dank eines integrierten Sensors Hilfe bei der Montage. Denn hier zeigen Balken an, ob das Licht zu hoch, zu tief oder richtig sitzt. Dem Fahrradfahrer stehen fünf Lichtstufen zur Verfügung, dabei bekommt er minutengenau die Akku-Restdauer angezeigt. In der höchsten Stufe mit einer Lichtstärke von 100 Lux kann eine Sichtweite von bis zu 120 Metern erreicht werden.

Bekannte Hersteller und Modelle im Überblick

Meistgetesteter Hersteller ist Busch & Müller, der auch im Noten- und Preis-Leistungs-Vergleich weit vorne fährt. XLC ist Schlusslicht, kann in der Gesamtwertung immerhin noch das Gesamturteil "befriedigend" erzielen. Tophersteller bewegen sich preislich tendenziell auf den höheren Rängen.

Hier eine Übersicht von Fahrradlampen, die in Tests gut abgeschnitten haben:

  • Knog Blinder StVZO 120: Testsieger 2024, bietet höchste Reichweite und beste Leuchtkraft.
  • Trelock LS 480 Lighthammer USB: Preis-Leistungs-Tipp 2024, liefert breiten Lichtkegel und hohe Reichweite.
  • Osram LEDsBike Race 80 Set: Preis-Leistungs-Tipp 2024, bietet Automatik-Modus zur Anpassung an die Umgebungshelligkeit.
  • Acid Pro 80: Testsieger 2022, überzeugt mit spannenden Features und tollem Leuchtfeld.
  • Sigma Aura 80 USB: Bietet solide Leistung mit sehr guter Reichweite und angenehmem Leuchtwinkel.
  • Busch & Müller Ixon Core: Sehr gleichmäßiges Lichtfeld und gute Ausdauer.
  • Cateye GVolt 70.1: Leuchtet Kurven sehr gut aus und bietet eine lange Akkulaufzeit.

Testberichte und Ergebnisse

Der BikeX Fahrradlicht-Test 2024 hat verschiedene Lampen untersucht. Hier eine Zusammenfassung der Ergebnisse:

Modell Preis (ca.) Testergebnis Besonderheiten
Acid/Cube Pro 100 LED Front Light 60 Euro Gut Top bedienbar, abnehmbare Lenkerklemme, gute Ausdauer
Axa Down 100 75 Euro Sehr gut Sehr gute Leuchtweite, ausgezeichnete Ausdauer
Busch+Müller Ixon Rock 100 Euro Sehr gut Sehr gute Leuchtweite, als Powerbank nutzbar
Cateye Gvolt 70.1 80 Euro Sehr gut Gute Leuchtkraft, überragende Ausdauer
Giant Recon HL 80 Lux 70 Euro Sehr gut Extrem breiter Leuchtwinkel
Knog Blinder StVZO 120 100 Euro Sehr gut Höchste Reichweite, beste Leuchtkraft
Lezyne Macro StVZO 500+ 75 Euro Sehr gut Breites, helles Lichtfeld, sehr gute Ausdauer
Lezyne Macro StVZO 600+ 110 Euro Sehr gut Fast identisches Ausleuchtungsbild wie die günstigere Lezyne
NG Sports Fahrradlampe Lavandee 50 40 Euro Befriedigend Kleinste und leichteste Lampe im Test
Osram LEDsBike Race 80 Set 35 Euro Gut Gute Reichweite, breite Straßenausleuchtung, Automatik-Modus
Sigma Aura 80 USB 65 Euro Sehr gut Sehr gute Reichweite, angenehmer Leuchtwinkel, Dauerbrenner
Trelock LS 480 Lighthammer USB 65 Euro Sehr gut Breiter Lichtkegel, hohe Reichweite, klasse Bedienung

Die Stiftung Warentest hat in Ausgabe 9/2020 ihrer Zeitschrift "test" 13 Frontleuchten und 6 Rücklichter fürs Fahrrad unter die Lupe genommen. Auch hier zeigte sich, dass sowohl Premium-Scheinwerfer als auch günstige Modelle die Nacht zum Tag machen können.

E-Bike-Scheinwerfer im Detail

Für E-Bikes gibt es spezielle Scheinwerfer, die direkt am Lichtausgang des Motors angeschlossen werden. Diese ziehen die nötige Energie aus dem Haupt-Akku. Im Test von sechs E-Bike-Scheinwerfern zeigte sich, dass nicht die reine Lichtmenge, sondern die sinnvolle Ausleuchtung entscheidend ist.

Die getesteten E-Bike Scheinwerfer

  • Busch & Müller IQ-XM (mit Fernlicht)
  • Lezyne ebike power hb StVZO (mit Fernlicht)
  • Lupine SL X (mit Fernlicht)
  • Supernova M99 Mini Pro (mit Fernlicht)
  • Cube Pro-E 110 (ohne Fernlicht)
  • Litemove SE-150 (ohne Fernlicht)

Wichtige Begriffe

  • Lumen: Gibt die gesamte Strahlungsleistung einer Lichtquelle an.
  • Lux: Gibt die Beleuchtungsstärke auf einem bestimmten Punkt einer Fläche an.
  • IP- und IK-Schutzklasse: Gibt Auskunft über den Schutz gegen Nässe, Staub und Stöße.
  • K-Nummer: Deutsches Prüfzeichen für StVZO-konforme Lampen.

Nachhaltigkeit und Akkus

Beleuchtungssets mit eingebautem Akku und USB-Ladeanschluss scheinen nur auf den ersten Blick praktisch und nachhaltig. Denn austauschen lassen sich die Akkus in der Regel nicht, selbst bei den teuren Modellen ist das nicht selbstverständlich. Wir empfehlen daher Sets mit Batteriefach, die Sie auch mit handelsüblichen Akku-Zellen betreiben können. Auf das Laden per USB müssen Sie bei vielen Lichtern allerdings verzichten. Ausnahmen: die Frontleuchten Ixon Pure, Ixon IQ und Ixon IQ Premium von Busch & Müller.

Regen- und Staubschutz

Wasserabweisend, regenfest, spritzwassergeschützt, wasserdicht - die Begriffe der Hersteller sind vielfältig und nicht immer eindeutig. Wie gut die Beleuchtung tatsächlich vor Nässe - und auch Staub - geschützt ist, verrät der zweistellige „IP“-Code. Die erste Ziffer steht für den Schutz gegen Fremdkörper, die zweite für den Wasserschutz. Wird eine Ziffer nicht angegeben, tritt an deren Stelle ein X.

Beispiel: Eine im Handel häufig anzutreffende Bezeichnung ist „IP54“. Das bedeutet, dass die Leuchte sowohl gegen Staub „in schadhafter Menge“ als auch gegen Spritzwasser geschützt ist. Dieses Schutzniveau reicht in der Regel völlig aus.

Die wichtigsten Schutzklassen:

1. Ziffer (Schutz gegen Fremdkörper) 2. Ziffer (Schutz gegen Wasser)
0: Kein Schutz 0: Kein Schutz
1: Geschützt gegen feste Fremdkörper > 50 mm 1: Geschützt gegen senkrecht fallendes Tropfwasser
2: Geschützt gegen feste Fremdkörper > 12,5 mm 2: Geschützt gegen fallendes Tropfwasser, wenn das Gehäuse bis zu 15° geneigt ist
3: Geschützt gegen feste Fremdkörper > 2,5 mm 3: Geschützt gegen fallendes Sprühwasser bis 60° gegen die Senkrechte
4: Geschützt gegen feste Fremdkörper > 1 mm 4: Geschützt gegen Spritzwasser aus allen Richtungen
5: Geschützt gegen Staub in schadhafter Menge 5: Geschützt gegen Strahlwasser aus allen Richtungen
6: Vollständig geschützt gegen Staub 6: Geschützt gegen starkes Strahlwasser
7: Geschützt gegen zeitweiliges Untertauchen
8: Geschützt gegen dauerhaftes Untertauchen

Weitere Tipps

  • Achten Sie auf eine einfache und stabile Montage der Fahrradlampe.
  • Beleuchtete Schalter und Taster erleichtern die Bedienung bei Dunkelheit.
  • Überprüfen Sie vor dem Kauf, welche Spannung Ihr E-Bike-Motor liefert und wählen Sie die passende Lampe.
  • Lassen Sie den Lichtcheck regelmäßig beim Händler durchführen, um die optimale Einstellung zu gewährleisten.

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