Scott Fahrradmarke im Test: Innovation und Leistung

Scott Sports hat sich als eine führende Marke im Sportsegment der Fahrradbranche etabliert. Mountainbikes und Rennräder dominieren die Produktpalette, während Trekking- und Cityräder für den sportiven Alltagsfahrer angeboten werden. Der Name Scott geht auf den US-Amerikaner Ed Scott zurück, der das Unternehmen 1958 gründete.

Scott Lumen eRide: Die Speerspitze des Light-EMTB-Trends

Das Scott Lumen eRide gilt als Speerspitze des aktuellen Light-EMTB-Trends. Nur 17 Kilo bringt das leichte Trailbike auf die Waage - eine Ode an das Gewicht. Mit seinem geringen Gewicht stößt das Lumen fast schon in das Segment der Muskelbikes vor. Scott verlangt für sein Lumen eRide 900 9.999 Euro. Eine Besonderheit ist das Fox-Fahrwerk mit Scotts eigener Twin-Loc-Technologie.

Damit lassen sich Federgabel und Dämpfer per Lenkerfernbedienung gleichzeitig in drei Modi schalten: Descend, Traction Control und Lockout. Die Ausstattung ist hochwertig, dennoch gibt die Gabel Anlass zur Kritik. Max. 16,99 kg wiegt unser Testbike in Größe M. Für ein 130-mm-Mountainbike ohne Motor wären das 4 kg zu viel. Für ein E-MTB ist das aber ein Spitzenwert.

Motor und Fahrgefühl

Der kompakte Mittelmotor versteckt sich fast unsichtbar im Tretlagerbereich. Schon das Datenblatt verrät, dass er mit 50 Nm Drehmoment nur sanft anschiebt. Dafür ist er leicht und leise. Nur 1,5 kg wiegt der Motor, der von TQ aus Bayern kommt. Zum Vergleich: Der Turbo SL 1.2 von Specialized hat das gleiche Drehmoment, wiegt aber 430 Gramm mehr. Der Bosch CX-Motor liefert satte 85 Nm Drehmoment, wiegt aber mit knapp 3 Kilo fast das Doppelte.

Mit schlanken 8 cm Durchmesser ist der sichtbare Teil des Motors so klein wie eine Kaffeetasse. Ein 32er Kettenblatt ist größer. Schaut man sich das Lumen auf der Antriebsseite an, wirkt es wie ein Muskelbike auf Steroiden. Der Motor - fast unsichtbar. Der TQ HPR 50 Motor ist nicht nur optisch der dezenteste E-MTB Motor. Mit einem kaum wahrnehmbaren Sound schiebt der Motor gutmütig an.

Design und Integration

Ein Blickfang ist das Lumen allemal. Auch weil man sich fragt, ob da nicht etwas fehlt? Ein Fully ohne Dämpfer? Gut geschützt vor Schmutz und Wasser versteckt sich der Dämpfer unsichtbar im Sitzrohr. Was aufregend anders und aufgeräumt aussieht, bedeutet einen Mehraufwand beim Einstellen des Dämpfers. Eine Serviceklappe vor dem Motor ermöglicht den Zugang zum Dämpfer. Um gut an den Dämpfer zu kommen, stellt man das Bike am besten auf den Kopf.

Vorteile für Tourenbiker

Für Tourenbiker mit einem Faible für Ganztagestouren ist die integrierte Rahmenkonstruktion ein großer Vorteil. Im Rahmendreieck ist Platz für zwei Trinkflaschen - eine Seltenheit bei E-Bikes. Wen die Reichweitenangst plagt, der kann den Flaschenhalter am Unterrohr gegen einen Range Extender tauschen. 160 Wh bietet der trinkflaschengroße Zusatzakku.

Fahreigenschaften

Das Motorsystem überzeugt durch ein unvergleichlich harmonisches Fahrgefühl. Das Ansprechverhalten des Motors ist hervorragend, dennoch zieht er beim Anfahren nicht abrupt an, sondern moduliert die Kraft sehr kultiviert. Das Ein- und Auskuppeln des Motors ist nicht zu spüren, dadurch fährt sich das Lumen eRide sehr geschmeidig und fast so natürlich wie ein Muskel-Bike. Motorgeräusche sind - wenn überhaupt - kaum zu hören. Die Bedienung des Motors ist intuitiv. Das Display im Oberrohr ist gut ablesbar und liefert die wichtigsten Informationen. Für einen genussvollen Uphill-Flow auf technischen Trails fehlt es dem Motor allerdings etwas an Durchzugskraft. Dafür geht es auf allen anderen Strecken zügig bergauf.

Federweg und Agilität

Viele E-Mountainbike-Fullies bieten heute Federwege von 150 mm und mehr. Damit sind die meisten Modelle im All-Mountain-Segment angesiedelt. Trailbikes wie das Lumen eRide haben weniger Federweg. 130 mm sind die Regel - so auch beim Scott. Obwohl das Bike so schwer ist wie ein Wettkampf-Downhiller aus dem Weltcup, soll das Lumen auf sanften Trails flink wie ein Wiesel sein. Die agile Geometrie und der leichte Laufradsatz hauchen dem Lumen Leben ein. Die 17 kg Gewicht sind schnell vergessen.

Vor allem im Vergleich zu anderen E-Bikes marschiert das Lumen spritzig nach vorne, was nicht nur am Motor, sondern auch am steifen Rahmen liegt. Die Kraftübertragung von den Pedalen auf das Hinterrad ist hervorragend. Will man kraftvoll in den Wiegetritt gehen oder steile Rampen erklimmen, hilft das Twin-Loc-Federungssystem, dass die Beinkraft nicht im Fahrwerk verpufft. Der mittlere Modus heißt „Traction Control“ und bietet schon beim Treten spürbaren Gegenhalt. Im Gelände hat man trotz straffer Federung viel Grip am Hinterrad.

Trail-Performance

Das Lumen liebt enge Kurven und schnelle Richtungswechsel. Bergab vergisst man schnell, dass man auf einem E-Bike sitzt. Man merkt, dass sich der Großteil der Masse sehr zentral um den Tretlagerbereich befindet. Die Teile, die am weitesten von der Mitte entfernt sind, also Laufräder, Reifen und Federgabel, sind dagegen leicht. Sobald ab 25 km/h die Motorunterstützung wegfällt, lässt sich der TQ-Motor ohne spürbaren Widerstand treten. Sprintet man mit dem Lumen über wellige Trails, spürt man keine Einschränkungen durch den Motor. Auch beim Treten in der Ebene ist das ein großer Vorteil. Das Konzept aus kurzem Federweg, leichten Komponenten und ausgewogener Geometrie geht auf.

Das Lumen ist ideal für sportliche Trail- und Tourenbiker, die kräftig in die Pedale treten können, aber mit etwas Unterstützung schneller ans Ziel kommen wollen. Je härter die Trails, desto schneller wird der geringe Federweg zum limitierenden Faktor. Obwohl die Geometrie durch den langen Hinterbau und den moderaten Lenkwinkel eine erstaunliche Laufruhe vermittelt, wird man bei hohen Geschwindigkeiten in Steinfieldern ordentlich durchgeschüttelt. Spaß macht das Lumen dennoch. Seine Stärken spielt es auf flüssigen Trails aus.

Kritikpunkte

Auffällig war auch die Geräuschkulisse unseres Testbikes. Während vom Motor kaum etwas zu hören war, machte der Rahmen mit einigen Knarzgeräuschen auf sich aufmerksam. Die Ergonomie des einteiligen Cockpits ist gewöhnungsbedürftig. Man hat das Gefühl, dass der Lenker die Arme an den Oberkörper drückt. Das schränkt einen aktiven Fahrstil etwas ein. Fraglich ist auch die Langzeit-Performance der Bowdenzüge.

Fazit zum Lumen eRide

Mit dem Lumen eRide gelingt Scott der Brückenschlag zwischen Muskel-Bike und EMTB. Auf langen Touren bietet der harmonische TQ-Motor die richtige Unterstützung, um zügig voranzukommen, ohne abends völlig erschöpft ins Bett zu fallen. Für ruppige Trails gibt es definitiv bessere Bikes im Portfolio von Scott. Wir haben für unseren Test auf der ERide 900 Version des Lumens gesessen.

Scott Spark: Ein Topseller im Test

Das Scott Spark verkauft sich wie ein Flachbildfernseher im Black Friday Super-Sale. Vielmehr hat sich das Spark über die letzten Jahren als regelrechte Marke unter den Cross-Country-Fullys etabliert. Inzwischen bietet Scott unzählige Versionen zum Kauf an und auch die Optionen mit mehr Federweg, wie unser Testbike Scott Spark 920 TR, stehen selten lange im Ladenfenster.

Die Erfolgsgeschichte des Scott Spark ist untrennbar mit Cross-Country-Superstar Nino Schurter verbunden. Was der Schweizer am Steuer des Bikes mit dem integrierten Dämpfer auf der großen Bühne zeigte, versetzte Fans weltweit in Kauflaune. Zehn Millimeter mehr Knautschzone an der Front machen das Spark auch abseits der Rennstrecke zu einem begehrten Untersatz.

Scott Spark 920 TR: Details & Preis

  • Einsatzbereich: Trail / Tour
  • Federweg: 130 / 120 mm
  • Laufradgröße: 29”
  • Rahmenmaterial: Carbon
  • Gewicht: 13,3 kg
  • Preis: 5499 Euro
  • Vertriebsweg: Fachhandel
  • Garantie: 5 Jahre
  • Maximales Systemgewicht: 128 Kilo

Ausstattung

  • Gabel: Fox Float 34 Performance
  • Dämpfer: Fox Nude 5T
  • Schaltung / Bandbreite: Sram GX Eagle AXS Transmission / 520 %
  • Bremsen: Sram DB8 / 180/180 mm
  • Laufräder: Syncros Silverton 2.5
  • Reifen: Schwalbe Wicked Will Evo Addix Soft/Speedgrip Superrace TLE
  • Sattelstütze / Hub: Syncros Duncan / 150 mm

Das Trailbike von Scott im Praxis-Test

Dafür, dass der 120-Millimeter-Hinterbau ursprünglich für Racer entwickelt wurde, flubbert das Bike wunderbar sensibel und mit hohen Fahrwerksreserven über den Wurzelteppich. Im Vergleich zu seinen Artgenossen besitzt das Spark ein mächtig langes Sitzrohr. Zusammen mit der üppigen Vorbaulänge wirkt das Konzept in steilen Downhills sperrig.

Durch die frontlastige Fahrposition werden am Scott Spark 920 TR die meisten Vorzüge des flachen Lenkwinkels verspielt. Zusätzlich beschneidet die suboptimale Vorstellung des Schwalbe Wicked Will das Sicherheitsempfinden. Ein Daumendruck und das generell wenig wippanfällige Spark wird zur Effizienz-Maschine. Durch den verhältnismäßig flachen Sitzwinkel und das ausladende Cockpit wird die Sitzposition in die Länge gezogen. Sportliche Touren mit hohem Tretanteil sind das bevorzugte Einsatzgebiet des Scott. Hierzu passen auch die flott rollenden Reifen.

Aus dem Testlabor

  • Gesamtgewicht: 13,32 kg ohne Pedale
  • Gewicht Laufräder: 4808 g
  • Laufradträgheit: 3629 kg x cm²

Fazit zum Scott Spark 920 TR

In der Trailbike-Kategorie gibt es heute deutlich souveränere Abfahrer als das Scott Spark TR. Dessen Stärken kommen auf Touren durch wechselnde Geländetypen am besten zur Geltung. Der Vorwärtsdrang ist hoch, der Charakter sportlich. Wird es steil, fordern Reifen- und Bremsenwahl eine geschulte Fahrtechnik.

Weitere Scott Modelle im Überblick

Mit der Aspect Serie ermöglicht Scott preissensiblen Anfängern den Einstieg in den Bikesport. Ein geringes Gesamtgewicht bedeutet mehr Fahrspaß im Gelände. Du hast keine Ahnung, ob du ein laufruhiges oder verspieltes Handling bevorzugst? Dann machst du mit dem Scott Hardtail nichts falsch. Sein Fahrverhalten ist nämlich angenehm ausgeglichen. Die Shimano-Bremse verzögert exzellent. Bei der Konkurrenz muss man für die gleiche Bremskraft tiefer in die Tasche greifen.

Scott Scale RC 200 Bike

Mit 7,9 kg kann man dem SCOTT SCALE RC 200 BIKE durchaus das Prädikat "leicht" und damit auch "gut" verleihen. Die Schwalbe Reifen fallen mit einer Breite von 2,1 Zoll voluminös aus. Dadurch haben sie viel Grip. Außerdem fangen sie kleine Schläge ab. Die verbauten Scheibenbremsen von Shimano arbeiten hydraulisch und erfordern deshalb sehr wenig Handkraft für eine vernünftige Bremsleistung. Nach unserer Einschätzung dürfte das SCOTT SCALE RC 200 BIKE für Kinder von 115 bis 130 cm Körpergröße passen.

Scott Aspect 770

Mit 14,85 kg zählt das Scott ASPECT 770 zu den leichteren Bikes in dieser Preisklasse. Die Konkurrenz ist zum Teil deutlich schwerer. Dank des quirligen Fahrverhaltens kratzt das ASPECT 770 jede Kurve mit Leichtigkeit. Achtung liebe Bandscheiben-Patienten: Die Sitzposition fällt sportlich aus! Ein erstklassiges Preis/Leistungs-Verhältnis macht das Scott Hardtail zur Einsteiger-Bike-Benchmark unter 600 Euro.

Scott Axis eRIDE FS 10

Das ultimative, vollgefederte E-Adventure-Bike soll das SCOTT Axis eRIDE FS 10 sein. So kommt auch das SUV E-Bike SCOTT Axis eRIDE FS 10 mit der SCOTT-typisch versteckten Heckfederung und dem patentierten NUDE-Dämpfer, der sich vom Lenker aus teilsperren oder ganz blockieren lässt. Das Display zeigt alles groß und übersichtlich an und eignet sich auch zum Navigieren. Dafür muss allerdings das Smartphone über die Flow-App mit dem Bosch-System gekoppelt sein.

Das SCOTT Axis eRIDE FS 10 ist das richtige Bike für alle, die ein komfortables, wendiges Bike für die Stadt und das Umland suchen. Auch ein kleiner Einkauf oder der Ausflug an den Badesee lassen sich damit bewältigen. Abgesehen davon, dass wir es eher als City-Bike einstufen würden, passt auch das zulässige Gesamtgewicht nicht so recht zum Abenteurer-Anspruch. Maximal 130 kg erlaubt der Hersteller.

Meilensteine und Innovationen von Scott

  • Genius: Fullsuspension Bike mit drei Dämfereinstellmöglichkeiten
  • Scale: Nur 899 Gramm schweres Hardtail
  • G-Zero (1998): Das leichteste Mountainbike seiner Zeit
  • Unishock-Federgabel: Läutete das Zeitalter der vollgefederten Mountainbikes ein
  • Endorphin: Erstes Mountainbike aus Karbon
  • IMP3-Carbon-Technologie: Ermöglicht noch leichtere Rahmen

Scott und die Laufradgrößen

Scott folgt dem Trend, die bislang üblichen 26-Zoll-Reifen als Einheitsgröße bei Mountainbikes immer mehr in Frage zu stellen - hin zu großen 29-Zoll-Laufrädern und zugunsten von mehr Laufruhe, Traktion und Fahrkomfort. Auch die aktuelle 27,5-Zoll-Bewegung (sprich 650B) wird bedient.

E-Bikes von Scott

Scott-typisch wirkt die E-Bike-Angebotspalette sehr sportlich. Zum Mountainbike E-Aspect 29 etwa honorierten die Fachmagazine die „vielseitigen Einsatzmöglichkeiten und das gut abgestimmte Fahrverhalten“. Trendbewusst hat Scott auch City- und Tourenräder ins E-Portfolio intergriert.

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