Die Auswahl ist enorm groß - die Zahl der Fragen vor einem Kauf ist somit extrem groß: Tubeless oder mit Schlauch, 23, 25, 28, 30 oder 32 Millimeter breit, welches Profil, welches Modell, welcher Reifendruck? Geschwindigkeit, Komfort oder Pannensicherheit? Im Folgenden geben wir Antworten - gestützt auf Zahlen, Studien, Erfahrungen und Testergebnisse.
Grundlagen und Definitionen
Basics und Definitionen: Tubeless-Reifen verzichten auf einen separaten Schlauch und werden direkt luftdicht auf die Felge montiert. Draht- beziehungsweise Clincherreifen hingegen benötigen einen separaten Schlauch, der zwischen Felge und Reifen sitzt.
Pannenschutz, Komfort, Rollwiderstand, Grip - auf viele Faktoren kommt es an. 25 Millimeter breite Rennradreifen weisen nur je rund 6,5 Quadratzentimetern Kontaktfläche zum Asphalt auf - und sind doch wesentlich für die Fahrqualität verantwortlich.
Die Einführung von Tubeless-Reifen hat die Reifenwahl revolutioniert. Ohne Schlauch verringert sich die Reibung im Reifen. Die Möglichkeit, mit niedrigerem Luftdruck zu fahren, verbessert den Dämpfungskomfort enorm. Gleichzeitig bietet Tubeless in der Regel eine höhere Pannensicherheit, da kleine Durchstiche durch Dichtmilch sofort versiegelt werden.
Reifenbreite und Rollwiderstand
Wie hoch ist der Rollwiderstand? Wie gut ist der Pannenschutz? Wie viel Grip bieten die Reifen, bei Trockenheit und bei Nässe? All diese Fragen, und mehr, beantwortet unser RennRad-Magazin-Test von 21 Modellen - zwölf Clincher- und neun Tubeless-Reifen.
Ein breiterer Reifen hat bei gleichem Luftdruck in der Regel einen geringeren Rollwiderstand als ein schmaler. Die Bodenkontaktfläche ist dabei in der Länge und in der Breite ausgeglichener. Bei schmaleren Pneus ist sie deutlich länger als breit. Daher entsteht bei einem breiteren Reifen weniger Walkarbeit - was den Widerstand verringern kann. Auch verringert sich die Kontaktfläche bei einer seitlichen Neigung weniger stark - dies bringt mehr Grip in Kurven.
Mehrere Messungen zeigten: Breitere Reifen haben einen kürzeren Kontaktpunkt, was die Reibung reduziert. Sie können mit einem niedrigeren Druck gefahren werden, was Vibrationen absorbiert und die Muskulatur entlastet.
Einflussfaktoren auf den Rollwiderstand sind etwa die Reifenbreite, der Luftdruck, die Gummimischung und das Profil beziehungsweise dessen Tiefe. Breitere Reifen reduzieren den Rollwiderstand auf glatten Oberflächen.
Tubeless vs. Clincher
Der klassische Clincher-Reifen mit einem Schlauch ist für viele Radsportler weiterhin die einfachste und alltagstauglichste Lösung. Zwei Beispiele: Schwalbe bietet mit dem Modell Aerothan einen Schlauch, der deutlich weniger als 50 Gramm wiegt und einen besseren Pannenschutz als ein Butyl-Modell bietet.
Tubeless-Systeme, bei denen der „Mantel“ ohne Schlauch - dafür mit einer abdichtenden und Pannen sofort und selbst schließenden Sealant-Milch - auf der Felge montiert wird, haben sich im Mountainbike- und Gravel-Bereich bereits weitgehend durchgesetzt. Nicht ohne Grund: Denn gerade bei breiten Reifen und niedrigen Luftdrücken von weniger als 3,5 Bar funktioniert das System besonders gut. Im Offroad-Bereich sind die Aspekte Dämpfungskomfort, Traktion und Pannenschutz besonders vorteilhaft.
Im Mittel sparen Tubeless- oftmals rund 30 bis 60 Gramm gegenüber Drahtreifen mit Standard-Schläuchen.
In Labortests zeigte sich, dass Tubeless-Systeme auf glatten Oberflächen tendenziell niedrigere Rollwiderstände bieten. Dies wird durch den direkten Kontakt des Reifens mit der Felge und den geringeren Innendruckverlust erreicht. Studien des Bicycle Rolling Resistance Lab ergaben, dass Tubeless-Reifen im Durchschnitt um 1 bis 2 Watt weniger Rollwiderstand aufweisen als vergleichbare Drahtreifen mit Schläuchen. Besonders bei breiteren Modellen, etwa ab 28 Millimeter, profitieren Tubeless-Systeme durch den niedrigeren Druck von erhöhter Effizienz und Komfort.
Die Wahl zwischen Tubeless und Drahtreifen hängt von den spezifischen Anforderungen und dem individuellen Fahrverhalten ab.
Pannenschutz
Ein platter Reifen vermiest jede Radtour im Handumdrehen. Doch bei der riesigen Auswahl fällt es schwer, den richtigen Fahrradreifen zu finden. Reifen mit integriertem Pannenschutz sind hier eine clevere Wahl: Eine spezielle Lage zwischen Mantel und Schlauch wehrt Scherben und andere spitze Objekte zuverlässig ab.
Moderne Rennradreifen bieten hierfür spezielle Schutzschichten aus Materialien wie Kevlar, Vectran, PU, Aramid et cetera. In mehrere Tests schnitt der Continental Gatorskin als einer der besten Reifen im Bereich Pannensicherheit ab. Auch der Schwalbe Durano Plus überzeugt durch seine doppelte Gummischicht, die das Risiko von Durchstichen minimiert.
Gewicht und Schutz - beide Faktoren sind, leider, in der Regel konträr. Denn: Höherer Pannenschutz bedeutet oft ein höheres Gewicht. Dies zeigt sich etwa am Beispiel des Schwalbe One 365.
Reifendruck
Der Faktor Reifendruck: Dieser zeigte sich in einer Messreihe als wichtiger Einfluss auf den Rollwiderstand. Im Durchschnitt erhöht ein Reifendruck von 1 bar über dem empfohlenen Druck den Rollwiderstand um 0,5 bis 1 Watt.
Ein weiterer Vorteil: Ist der Luftdruck geringer, dann rollt der Reifen leichter über Gegenstände hinweg, die eine potenzielle Pannen-Gefahr darstellen.
Um eine optimale Leistung zu erzielen und die Pannenanfälligkeit zu verringern, sollten Sie den Luftdruck regelmäßig überprüfen.
Empfohlene Reifenmodelle
Ein Fazit des Tests: Es gibt auch unter den Top-Allroundern für unterschiedliche Fahrertypen und deren Ansprüche unterschiedlich gut geeignete Reifenmodelle. Dennoch ragen einige Modelle heraus.
- Continental Grand Prix 5000: Der Grand Prix 5000 von Continental überzeugt unter den Clincher-Modellen besonders - sowohl durch seine Laborwerte beim Rollwiderstand und beim Pannenschutz als auch durch die Praxiseindrücke zum Grip und zum Abrollverhalten.
- Schwalbe Pro One: Dieses Allround-Top-Niveau erreicht ansonsten nur der Pro One von Schwalbe. Im Tubeless-Sektor ragt ein Modell heraus: Der in der Praxis sehr geschmeidig rollende Pro One TLE von Schwalbe ist der Beste in den Kategorien Gewicht und Rollwiderstand - und auch beim Pannenschutz vorne dabei.
- Goodyear Eagle F1: Ein besonders gutes Preis-Leistungsverhältnis, und sehr viel Grip, bietet etwa der sehr gut abschneidende Goodyear Eagle F1.
Weitere Empfehlenswerte Reifen
- Schwalbe Marathon PLUS 14 Draht Reflex Fahrradreifen: Die „unplattbaren“ Marathon PLUS 14 Draht Reflex Fahrradreifen von Schwalbe in 28 Zoll bestehen zum Teil aus recyceltem Naturkautschuk und sind auch für E-Bikes bis zu 50 km/h geeignet. Dank der fünf Millimeter dicken SmartGuard-Einlage versprechen sie eine hohe Pannensicherheit bei gleichzeitig geringem Rollwiderstand.
- Continental Ride Tour Fahrradreifen: Die Continental Ride Tour überzeugen vor allem als Mountainbike-Reifen im Gelände, eignen sich aber auch für Citybikes und Touren mit dem Trekkingrad. Sie rollen komfortabel auf befestigten Wegen und finden auch auf unebenem Gelände genügend Grip.
- Schwalbe G-One Allround Performance Faltreifen: Der G-One Allround Performance Faltreifen von Schwalbe zeichnet sich durch seine Tubeless-Kompatibilität aus, wodurch er auch ohne Schlauch gefahren werden kann. Nutzende loben vor allem seine hervorragende Bodenhaftung und soliden Rollwiderstand.
Vergleichstabelle ausgewählter Reifenmodelle
Die folgende Tabelle fasst exemplarische Messungen zusammen, die unter gleichen Bedingungen (Reifendruck: 7 bar, Geschwindigkeit: 30 km/h, Last: 75 kg) durchgeführt wurden.
| Reifenmodell | Rollwiderstand (Watt) | Pannenschutz | Gewicht (g) |
|---|---|---|---|
| Continental Grand Prix 5000 (25mm) | 9 | Solide | Gering |
| Vittoria Corsa Pro Speed TLR (28mm) | 5,6 | - | - |
| Schwalbe Pro One TLE | Sehr gering | Hoch | Gering |
Worauf muss ich beim Kauf von Fahrradreifen achten?
- Größe: Die Größe von Fahrradreifen lassen sich in der Regel in drei verschiedenen Größenbezeichnungen angeben: in ETRTO, in Zoll (englische Bezeichnung) und in Millimeter (französische Bezeichnung).
- Reifenbreite: Breitere Reifen versprechen gewöhnlich mehr Komfort und bieten eine bessere Haftung, während schmalere Reifen in der Regel einen geringeren Rollwiderstand aufweisen.
- Reifenprofil: Für Straßen sind meist glattere Profile geeignet, da der Rollwiderstand geringer ist. Für Geländefahrten oder Schotterwege sind Mountainbike-Reifen mit stärkerem Profil besser geeignet.
- Reifentyp: Es gibt unterschiedliche Reifentypen, wie z. B. Drahtreifen, Faltreifen oder Tubeless-Reifen. Jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile, wie Gewicht, Pannensicherheit, Montage und Preis.
- Maximaler Luftdruck: Je nachdem, für welchen Fahrradreifen Sie sich entscheiden, sollten Sie auf den empfohlenen Luftdruck achten.
- Pannenschutz: Einige Reifen verfügen über eingebaute Schutzschichten, um die Wahrscheinlichkeit von Pannen zu reduzieren.
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