Fahrradreifen 28 Zoll Test Vergleich: Alles, was Sie wissen müssen

Der passende Fahrradreifen bietet im besten Fall optimalen Halt und gute Stabilität. Auf der Suche nach dem richtigen Fahrradreifen tun sich ambitionierte Biker traditionell schwer. Viele Fragen schwirren einem auf den ersten Gedanken duch den Kopf: Soll der Rollwiderstand beim Kauf im Vordergrund stehen oder doch lieber die Traktion? Oder das Gewicht? Alles wichtige Punkte, die für die Qualität eines Fahrradreifens von entscheidender Wichtigkeit sind, wie unser Fahrradreifen Test zeigt.

Die meisten Radfahrer machen sich beim Reifen daher auf die Suche nach der „eierlegenden Wollmilchsau“. Am besten alle Faktoren soll der Reifen erfüllen und dabei auch noch möglichst wenig kosten. Aber beachten Sie: Je nachdem, mit welchem Bike-Typ Sie gerne unterwegs sind, sind einige Faktoren für Sie wichtiger, andere dagegen sind von geringerer Bedeutung.

Damit Sie bei den Hunderten von Größen, Farben und Herstellern wie Conti oder Schwalbe nicht den Überblick verlieren, bringt unser Fahrradreifen Test Licht in das Dickicht aus Angeboten. Im folgenden Ratgeber erfahren Sie alles rund um Reifenarten, Material, Größen und vieles weitere.

1. Grundlagen des Fahrradreifens

Der Fahrradreifen ist grundsätzlich erst einmal die Bereifung Ihres Laufrads am Bike. Dabei besteht jeder Reifen im Prinzip aus drei Bauteilen, der Karkasse, der Lauffläche und dem Wulstkern. Letzterer ist aus Stahldraht gefertigt und dient als Versteifungselement für einen sicheren Sitz des Reifens auf der Felge. Die Karkasse ist dagegen meist aus Nylon hergestellt und verantwortlich für ein leichtes Laufverhalten.

Zusätzlich zum Aufbau des Reifens ist auch die richtige Gummimischung des Reifens wichtig, sie ist quasi das, was den Fahrradreifen ausmacht. Dabei beeinflusst sie unter anderem die Haltbarkeit, den Laufwiderstand oder auch die Haftung am Boden maßgeblich. Ein typischer Reifen besteht laut unserem Fahrradreifen Test zu etwa 40-60% aus Kautschuk únd zu 15-30% aus Füllstoffen wie Kreide.

Info: Mountainbikereifen haben traditionell eher eine feste Gummimischung, welche in unwegsamen Gelände noch ausreichend Grip und Halt bietet. Ambitionierte Rennradfahrer verfügen dagegen meist über zwei verschiedene Reifensätze, wobei einer von beiden für Regenwetter angedacht und dementsprechend weich ist, um eine gute Haftung zu ermöglichen. Je komplizierter die Gummimischung eines Herstellers ist, desto teuer ist natürlich auch der Reifen.

2. Arten von Fahrradreifen

  • Drahtreifen: Der heutige "Standardreifen" hat den Vollgummireifen als Standard ersetzt. Diese Reifen bilden einen optimalen Kompromiss zwischen Stabilität und Pannensicherheit auf der einen und dem Gewicht auf der anderen Seite. Hier benötigt man zusätzlich noch einen Fahrrad-Schlauch, der mit Luft befüllt wird.
  • Schlauchreifen: Diese Reifen kommen komplett ohne Draht aus und werden stattdessen direkt in die Felge geklebt.
  • Faltreifen: Der Faltreifen ist im Prinzip auch ein Drahtreifen, aber eben ein faltbarer. Der Unterschied besteht im verwendeten Material, da man bei Faltreifen nicht wie bei den Drahtreifen auf Metallfäden setzt, sondern andere Materialien verwendet. Reifen der Marke Schwalbe sind etwa aus Kevlar-Fäden gebildet. Die Montage von Faltreifen ist zwar schwieriger, dafür sind sie etwas leichter als "normale" Drahtreifen.
  • Tubeless-Reifen (Schlauchlos-Systeme): Tubeless-Reifen sind schlauchlose Fahrradreifen. Hier ist kein extra Fahrrad-Schlauch notwendig. Gerade im Profibereich werden häufig Tubeless-Reifen verbaut, da sie über eine hohe Pannensicherheit und geringen Rollwiderstand verfügen. Vor allem bei Rennrad-Reifen ist das ein Vorteil.
  • Ballonreifen: Diese Bereifungsart ist noch relativ jung und hauptsächlich auf Citybikes zu sehen. Da Ballonreifen im Vergleich zu normalen Drahtreifen deutlich breiter sind, sollen sie Bodenunhebenheiten durch ihr großes Luftpolster gut ausgleichen können.

3. Die richtige Größe finden

Die Fahrradreifen Größe Ihrer Felgen und Räder bestimmt, welcher Reifen schlussendlich auch auf Ihr Rad passt. Da die unterschiedlichen Durchmesser bei Reifen entweder in Zoll oder in ETRTO (= European Tire and Rim Technical Organization) angegeben sind, ist es etwas schwierig, hier den Überblick zu bewahren. Generell finden Sie die Größenangabe eines Reifens aber immer auf ihm selbst, ähnlich wie beim Auto.

Dennoch bleibt immer noch die Unsicherheit bestehen, wie die Umrechnung der verschiedenen Angaben in Zoll, ETRTO oder der französischen Größenangabe aussieht.

Zoll

Im Vergleich zu ETRTO ist die Angabe in Zoll noch sehr weit verbreitet, aber auch sehr ungenau. Die meisten Räder - sowohl für Herren, Kinder und Damen - haben 28 Zoll. Damit geben die Hersteller den geschätzten Wert des Außendurchmessers an. Zudem ist auch die Reifenbreite wichtig, die sich meist um den Wert +1 bewegt. Bis dahin ist alles klar.

Unübersichtlich wird es erst dann, wenn auch noch die Reifenhöhe als Bruchzahl angegeben wird. So liest man etwa ganz häufig "28 x 1.40" auf Reifen. Das bedeutet, dass das Rad einen Außendurchmesser von etwa 28 Zoll hat und 1,40 Zoll breit ist. Ein Fahrradreifen 28 Zoll entspricht einem ETRTO-Wert von 622.

ETRTO

ETRTO steht für European Tire and Rim Technical Organization. ETRTO bezieht sich im Gegensatz zur Zollangabe auf den Innendurchmesser und ebenfalls auf die Reifenbreite. Die Maßeinheit Millimeter (mm) ist dabei deutlich genauer als die Angabe in Zoll. Das obige Beispiel - 28 x 1.40 - entspricht einem ETRTO Fahrradreifen 37-622.

französische Angabe

Ganz anders sieht dagegen wieder die französische Größenangabe aus, bei welcher Außendurchmesser und Reifenbreite angegeben werden. Bleiben wir bei unserem Beispiel, so wird hier aus 28 x 1.40 Zoll (ETRTO 37-622) 700 x 35C - 700mm Außendurchmesser und 35 mm Reifenbreite.

Info: Legen Sie am besten vor dem Kauf fest, welche Ansprüche Sie an Ihren neuen Fahrradreifen haben. Ist eine Mischung aus Fahrten auf Straßen und im Gelände vorgesehen, sollten Sie nach Allround-Reifen Ausschau halten.

4. Profil und Laufleistung

Je nachdem, mit welchem Bike Sie auf welchem Untergrund fahren, ist es natürlich auch wichtig, das passende Profil für diese Ansprüche auszuwählen. Fahrradreifen für Mountainbikes sind etwa stark profiliert, um eine möglichst große Fläche und Verzahnung auf den meist unwegsamen Untergrund zu bringen. So können Lenk- und Bremskräfte optimal übertragen werden, wodurch das Fahrrad einfacher steuerbar ist.

Rennräder haben dagegen meist Reifen mit wenig Profil, da Sie auf glatten Straßen gefahren werden und somit möglichst wenig Rollwiderstand erzeugen sollen. Anders als bei etwa einem Autoreifen kann bei einem Fahrradreifen durch die geringe Profiltiefe kein „Aquaplaning“-Effekt auftreten. Der Anpressdruck ist einfach ungleich höher.

Wie bei einem Autoreifen gibt es natürlich auch bei Fahrradreifen deutliche Unterschiede in der Laufleistung. Unser Fahrradreifen Test zeigt: Herkömmliche Reifen verfügen über eine durchschnittliche Laufleistung von etwa 2.000 bis 5.000 Kilometern. Besonders langlebige Reifen schaffen sogar Distanzen von bis zu 16.000 Kilometern ohne Schaden.

5. Reifendruck

Auf die Frage wie viel bar gehören in einen Fahrradreifen gibt es zunächst einmal keine Universalantwort, da der Druck hauptsächlich vom Gewicht abhängt. Einerseits vom Gewicht des Fahrers oder der Fahrerin, aber andererseits auch von dessen oder deren Gepäck. Orientieren können Sie sich aber immer an dem Fahrradreifen bar-Wert, der auf dem Reifen aufgedruckt ist. In diesem Rahmen sollten Sie sich auf jeden Fall bewegen.

Hinzu kommen dann natürlich auch immer noch persönliche Präferenzen, die das Fahrgefühl betreffen. Hoher Druck bedeutet weniger Pannen, geringeren Rollwiderstand sowie weniger Verschleiß, während niedriger Druck mehr Grip und Komfort bietet.

6. Wann muss ich den Fahrradreifen wechseln?

Spätestens, wenn das Innere des Reifens langsam sichtbar wird, sollten Sie darüber nachdenken, Ihren Fahrradreifen wechseln zu lassen oder selbst auszutauschen. Tatsächlich gehen übrigens meist die Seitenwände des Reifens zuerst kaputt, ein abgefahrenes Profil ist also nicht unbedingt ein zwingender Grund für einen direkten Reifenwechsel.

7. Reinigung und Pflege

Grundsätzlich ist die richtige Reinigung und Pflege Ihres Reifens oder des gesamten Rads kein Hexenwerk. Es ist bereits von Vorteil, wenn Sie Ihr Bike regelmäßig mit Wasser vom gröbsten Schmutz befreien. Das größere Problem ist dagegen tatsächlich meist das „Nicht-Fahren“ des Bikes, denn die Reifen werden spröde. Wer kann, sollte sein Fahrrad daher in einem temperierten Raum aufbewahren und es im Idealfall aufhängen.

8. Empfehlenswerte Fahrradreifen im Überblick

Ein platter Reifen vermiest jede Radtour im Handumdrehen. Doch bei der riesigen Auswahl fällt es schwer, den richtigen Fahrradreifen zu finden. Reifen mit integriertem Pannenschutz sind hier eine clevere Wahl: Eine spezielle Lage zwischen Mantel und Schlauch wehrt Scherben und andere spitze Objekte zuverlässig ab.

Im Folgenden eine Übersicht empfehlenswerter Fahrradreifen:

Schwalbe Marathon PLUS 14 Draht Reflex

Die Marathon PLUS 14 Draht Reflex Fahrradreifen von Schwalbe überzeugen bei den Usern vor allem aufgrund ihrer guten Haltbarkeit und ihres geringen Rollwiderstands. Dank der fünf Millimeter dicken SmartGuard-Einlage haben Scherben und spitzes Granulat laut Hersteller keine Chance. Die „unplattbaren“ Marathon PLUS 14 Draht Reflex Fahrradreifen von Schwalbe in 28 Zoll bestehen zum Teil aus recyceltem Naturkautschuk und sind auch für E-Bikes bis zu 50 km/h geeignet.

Der Hersteller empfiehlt, den Reifendruck aufgrund der speziellen Reifenkonstruktion mit einem Manometer einzustellen - eine Druckkontrolle per Daumen reicht hier nicht aus. Die passenden Schläuche müssen allerdings hinzugekauft werden. Einige Rezensionen bemängeln zudem eine relativ lange Lieferzeit.

Continental Ride Tour

Der Continental Ride Tour Fahrradreifen überzeugt die Nutzer vor allem aufgrund seines guten Preis-Leistungs-Verhältnisses. Die Continental Ride Tour überzeugen vor allem als Mountainbike-Reifen im Gelände, eignen sich aber auch für Citybikes und Touren mit dem Trekkingrad. Sie rollen komfortabel auf befestigten Wegen und finden auch auf unebenem Gelände genügend Grip.

Bei einem Durchmesser von 28 Zoll bringen die Drahtreifen rund 720 Gramm auf die Waage und sind für einen maximalen Luftdruck von 4,5 bar ausgelegt. Dank des robusten Pannenschutzes und der extra Kautschuklage zeichnen sie sich durch eine hohe Haltbarkeit aus. Einige Rezensenten merken allerdings an, dass der Rollwiderstand höher als erwartet ausfällt und sie teilweise Probleme hatten, die Drahtreifen auf die Felgen zu ziehen.

Schwalbe G-One Allround Performance Faltreifen

Der Schwalbe G-One Allround Performance Faltreifen lässt sich aufgrund seiner speziellen Konstruktion tubeless, also auch ohne Schlauch fahren. Dank des Tubeless-Systems ist er nicht nur angenehm leicht, sondern verfügt zudem über eine hervorragende Pannensicherheit.

Nutzende loben vor allem seine hervorragende Bodenhaftung und soliden Rollwiderstand. Dank des Tubeless-Systems verfügt er über eine hohe Pannensicherheit. Die sogenannte Dichtmilch oder Tubeless-Milch, womit der Reifen anstelle eines Schlauchs gefüllt ist, härtet bei Luftkontakt aus - somit werden kleine Löcher oder Schnitte im Reifen sofort beseitigt. Dementsprechend gut zeichnet sich auch seine Haltbarkeit aus. Diese Milch muss aber regelmäßig nachgefüllt werden.

Außerdem ist er für E-Bikes bis zu 25 km/ h geeignet. Nicht gefallen hat den Nutzenden, dass er sich teilweise schwierig auf die Felgen ziehen lässt und der ziemlich sportliche Preis.

9. Was muss ich beim Kauf von Fahrradreifen beachten?

Neben der richtigen Reifengröße und dem passenden Profil gibt es weitere Eigenschaften, die ein guter Fahrradreifen aufweisen sollte. Im Folgenden haben wir die wichtigsten Punkte einmal zusammengetragen:

  • Größe: Die Größe von Fahrradreifen lassen sich in der Regel in drei verschiedenen Größenbezeichnungen angegeben: in ETRTO, in Zoll (englische Bezeichnung) und in Millimeter (französische Bezeichnung).
  • Reifenbreite: Die Breite des Reifens kann variieren und beeinflusst zudem das Fahrverhalten. Breitere Reifen versprechen gewöhnlich mehr Komfort und bieten eine bessere Haftung, während schmalere Reifen in der Regel einen geringeren Rollwiderstand aufweisen.
  • Reifenprofil: Beim Reifenprofil sollten Sie darauf achten, auf welcher Art von Untergrund Sie hauptsächlich fahren. Für Straßen sind meist glattere Profile geeignet, da der Rollwiderstand geringer ist, wie zum Beispiel bei Rennrad- oder Citybike-Reifen.
  • Reifentyp: Es gibt unterschiedliche Reifentypen, wie z. B. Drahtreifen, Faltreifen oder Tubeless-Reifen. Jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile, wie Gewicht, Pannensicherheit, Montage und Preis.
  • Ventilart: Bei den Ventilarten unterscheidet man zwischen drei verschiedenen Ventilen: Auto-Ventil, Presta-Ventil und Dunlop-Ventil.
  • Maximaler Luftdruck: Je nachdem, für welchen Fahrradreifen Sie sich entscheiden, sollten Sie auf den empfohlenen Luftdruck achten. Der Luftdruck kann für den selben Reifen sogar von Hersteller zu Hersteller variieren.
  • Pannenschutz / „Unplattbare“ Reifen: Einige Reifen verfügen über eingebaute Schutzschichten, um die Wahrscheinlichkeit von Pannen zu reduzieren. Das kann besonders für Pendler oder Langstreckenfahrer interessant sein.

10. Tabelle der gängigen Fahrradreifengrößen

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die gängigen Fahrradreifengrößen.

Größenbezeichnung Beschreibung
ETRTO Europäische Reifen- und Felgennormgröße, welche die Breite und den Innendurchmesser des Reifens in Millimeter angibt.
Zoll Diese Maßeinheit gibt sowohl den Außendurchmesser des Fahrradreifens, sowie auch die gesamte Größe des Fahrrads an.
Französische Bezeichnung in Millimeter Sie gibt den Außendurchmesser und die Reifenbreite an. Der Buchstabe „C“ in der Bezeichnung gibt den Innendurchmesser des Reifens an.
Englische Bezeichnung in Zoll Sie kann entweder den Außendurchmesser und die Reifenbreite in Zoll als Dezimalzahl angeben oder sie gibt den Außendurchmesser, die Reifenhöhe und -breite in Zoll als Bruch an.

11. Arten von Fahrradreifen

In der Regel lassen sich folgende Arten von Fahrradreifen unterscheiden:

  • Drahtreifen: Diese Reifen haben starre Stahl- oder Kevlar-Drähte, die in die Kante des Reifens eingearbeitet sind und auf der Felge sitzen. Sie sind in der Regel günstiger, aber auch schwerer und schwieriger zu montieren. Sie gehören zu den Klassikern unter den Fahrradreifen. Drahtreifen werden in der Regel mit zusätzlichem Fahrradschlauch gefahren und sind somit nicht Tubeless-kompatibel.
  • Faltreifen: Faltreifen sind vom Aufbau ähnlich wie Drahtreifen, allerdings besitzen sie biegsame Kevlar-Drähte, was sie leichter und einfacher zu transportieren macht, da sie faltbar sind. Im Gegensatz zu klassischen Drahtreifen lassen sich Faltreifen auch schlauchlos fahren.
  • Tubeless Reifen: Diese Reifen werden ohne Schlauch gefahren und benötigen eine spezielle tubeless-kompatible Felge. Sie bieten Vorteile bei der Pannensicherheit und können mit geringerem Luftdruck gefahren werden, was mehr Komfort und besseren Grip ermöglicht. Außerdem sind sie um einiges leichter als Drahtreifen. Für den zusätzlichen Pannenschutz sorgt die sogenannte Dichtmilch oder Tubeless-Milch. Bei Kontakt mit der Luft härtet sie aus und dichtet somit kleinere Löcher aus, die z. B. beim Überfahren von Scherben entstehen können.

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