Fahrradreifen aufpumpen: Ursachen und Lösungen

Der platte Reifen ist eine der häufigsten Pannen, die beim Radfahren auftritt. Er ist bei allen Radfahrern gefürchtet, tritt aber leider trotz modernster Technik und hochwertigster Materialien manchmal auf. Wenn die Luft aus einem oder beiden Reifen hinaus ist, hilft meistens nur eines: Fahrrad aufpumpen. Deshalb solltest du zumindest über die technischen Basics Bescheid wissen, die Einfluss auf deinen Reifen und damit auch auf die Gefahr eines Plattens haben können.

Ursachen für den Luftverlust

Wenn der Reifen platt ist, kann das verschiedene Ursachen haben. Eine der häufigsten ist, dass der Reifen nur über die Zeit langsam an Luft verloren hat. In diesem Fall reicht es aus, den Reifen einfach wieder aufzupumpen.

Wenn dein Reifen stetig ein bisschen Luft verliert, ist die Ursache womöglich nicht ein Leck im Schlauch, sondern ein verschlissenes Fahrradventil. Auch Fahrradventile sind letztlich Verschleißteile und halten nicht ewig. Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, wie man ein Fahrradventil austauscht. Der Austausch kann auch beim Wechsel von Laufrädern oder beim Felgenwechsel zwingend notwendig sein. Die meisten Ventile lassen sich ohne Mühe aus der Halterung entfernen. Nach dem Einsetzen und Festschrauben des neuen Ventils solltest die untere Justierschraube unbedingt fest anziehen, damit das Ventil nicht zu locker sitzt.

Sollte das Ventil nicht nur offen stehen, sondern beschädigt sein, dann kann ein Tausch des Ventils notwendig sein. Sollte das Ventil in Ordnung sein, dann ist der Schlauch wahrscheinlich beschädigt. In diesem Fall muss der Schlauch gewechselt werden bzw. kann geflickt werden.

Ein Leck im Schlauch lässt sich übrigens leicht orten. Du musst dazu lediglich etwas Luft in den Reifen pumpen und diesen anschließend durchs Wasser ziehen.

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Ventilabriss

Ein Ventilabriss kann z. B. entstehen, wenn das Ventil unter Spannung eingebaut wurde. Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen mit Sclaverand- Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogene Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich. Die Funktion der Felgenmutter liegt ausschließlich darin, das Ventil beim Pumpen zu arretieren.

Meist stehen Ventilabrisse im Zusammenhang mit Reifenwandern. Durch die immer besseren Bremsen rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge.

Die richtige Pumpe und der richtige Reifendruck

Je nachdem, welchen Fahrradreifen Sie haben, müssen Sie auch eine andere Pumpe verwenden. Sehen Sie sich dazu die Reifen und insbesondere das Ventil an. Wichtig: Stellen Sie sicher, dass Sie eine Pumpe kaufen, die zu Ihrem Ventil passt. Andernfalls entweicht nur Luft, wenn Sie versuchen, die Pumpe anzuschließen. Wenn Sie sich aber für eine Fahrradpumpe mit Adaptern entscheiden, können Sie zur Not alle Ventile mit Luft versorgen.

Tipp: Besonders einfach ist es, wenn Sie sich für eine elektrische Pumpe mit Anzeige entscheiden. Dort können Sie den Reifendruck direkt ablesen.

Fahrradventile

  • Dunlop-Ventil: Es war lange Zeit der Standard bei allen Reifen.
  • Schrader-Ventil: Es gleicht einem Autoventil.
  • Sclaverand-Ventil

Dunlop- und Sclaverand-Ventile besitzen den gleichen Durchmesser. lassen sich deshalb mit ein- und derselben Fahrradluftpumpe aufpumpen. Die meisten modernen Fahrradluftpumpen besitzen zwei Buchsen und passen deshalb auch für Schrader-Ventile.

Reifen mit einem Schrader-Ventil kannst du zudem an den üblichen Druckluftstationen von Tankstellen aufpumpen. Dies ist gerade bei längeren Touren, wenn du deine Luftpumpe vergessen hast, äußerst hilfreich. Tipp: Mit einem passenden Adapter lassen sich auch Reifen mit Dunlop-Ventil oder Sclaverand-Ventil an der Tankstelle mit Luft befüllen. Außerdem wichtig: An manchen Tankstellen ist das Aufpumpen verboten. Du solltest deshalb immer zuerst nach einem Verbotsschild Ausschau halten oder an der Theke nachfragen.

Bar-Angabe beachten

Jeder Fahrradreifen hat eine unterschiedliche Bar-Angabe, die Sie unbedingt einhalten müssen. Sie finden die Bar-Angabe sowohl am Vorder- als auch am Hinterreifen Ihres Fahrrads. Meist steht der Schriftzug am Rand. Diese Angaben müssen Sie zwingend einhalten, denn Sie geben den erforderlichen Luftdruck vor. Überschreiten Sie diese Zahl beim Aufpumpen nicht. Sie sollten Sie jedoch auch nicht unterschreiten.

Bei Trekking-, City- oder Mountainbikes können Sie mit einem Reifendruck von rund 4 bis 5,5 bar rechnen. Bei einem Rennrad können es auch durchaus 7,5 bis 9 bar sein. Achten Sie in jedem Fall auf die Herstellerangaben, denn diese schwanken je nach Reifentyp und sollten zwingend eingehalten werden, um ein sicheres Fahrerlebnis zu gewährleisten.

Reifendruck und Fahrverhalten

Wer schon einmal auf einem Fahrrad mit zu geringem Reifendruck unterwegs war, der weiß: Das macht wenig Spaß, da es einfach deutlich anstrengender ist als eine Fahrt mit einem perfekt aufgepumpten Reifen. Doch was ist das eigentlich - ein perfekt aufgepumpter Reifen? Klar ist: Für Fahrten im Gelände benötigst du einen geringeren Reifendruck als für Fahrten auf sauberem Asphalt. Der höhere Rollwiderstand, der durch einen niedrigen Reifendruck entsteht, ist bei einer Offroad-Tour kein Problem, beim Fahren auf Asphalt hingegen schon. Auch sonst beeinflusst der Reifendruck das Fahrverhalten deutlich.

Tipp: Auf den meisten Reifen befindet sich ein Hinweis zum optimalen Reifendruck - die sogenannte Herstellerangabe.

Viele Radfahrerinnen und Radfahrer entscheiden sich bei Geländefahrten eher für weniger Druck, wohingegen bei Straßenfahrten mehr Druck von Vorteil ist. Umso weniger Druck Sie haben, desto mehr federt der Reifen und gibt nach. Während Mountainbikes eher nachgeben sollten, um eine Federung zu gewährleisten, sollten Rennräder fest sein.

Anleitung zum Aufpumpen

Prinzipiell ist das Aufpumpen eines Fahrrads kein Hexenwerk. Dennoch solltest du einige Dinge beachten, damit das Resultat wirklich zufriedenstellend ist.

  1. Dunlop- und Schrader-Ventile müssen vor dem Aufpumpen nicht aufgedreht werden. Bei Sclaverand-Ventilen musst du das Ventil leicht gegen den Uhrzeigersinn drehen. Wichtig dabei: Nicht zu viel drehen, aber auch nicht zu wenig.
  2. Stülpe die Luftpumpe über das Ventil.

Weitere Tipps

  • Achten Sie auch darauf, dass das Ventil unten ist, bevor Sie die Reifen aufpumpen.
  • Am besten fahren Sie eine Runde, nachdem Sie die Reifen aufgepumpt haben. Eine weitere Person kann Ihnen dabei behilflich sein. Während Sie auf dem Rad sitzen, kann die Person prüfen, wie fest der Reifen durch das Aufpumpen geworden ist. Auf diese Weise sehen Sie möglicherweise auch schon, ob der Reifen vielleicht undicht ist und Luft verliert.

Sollten Sie feststellen, dass der Fahrradreifen auch nach dem Aufpumpen nicht richtig fest wird und die Reifen womöglich schon sehr alt und nicht mehr zu retten sein, kann sich unter Umständen eine Neuanschaffung lohnen. Hierzu ist es wichtig, die richtige Fahrradreifen-Größe auszumessen.

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