Fahrradreifen aufziehen: Eine detaillierte Anleitung

Am Fahrrad den Schlauch oder Reifen zu wechseln, gehört wohl zu den häufigsten Tätigkeiten eines Fahrradfahrers. So gut das Material und die Qualität eines Fahrradreifens und Fahrradschlauches heutzutage auch sein mag, spätestens wenn der Zahn der Zeit über Jahre am Material genagt hat, das Profil des Reifens abgefahren ist oder dieser durch Risse aufgrund zu niedrigen Luftdrucks porös geworden ist, wird eine Erneuerung nötig sein.

Spätestens bei einem abgefahrenen Profil sollte der Reifen getauscht werden. Auch wenn Sie oft mit zu niedrigem Luftdruck fahren, bilden sich an der Reifenflanke mit der Zeit Risse. Diese können irgendwann den Reifen unter Belastung regelrecht platzen lassen. Auch Hitze, Kälte und UV-Licht setzen einem Reifen auf Dauer zu und das Material wird, trotz moderner Technik und hochwertigem Material, dann doch irgendwann porös.

In der Regel fahren die meisten mit Ihrem Fahrrad dann in eine Fahrradwerkstatt und lassen Reifen und Schlauch vom Fachmann wechseln. Mit unserer Anleitung und nur wenig Werkzeug ist dieses aber auch für den Laien recht einfach zu bewerkstelligen. Wer Glück hat, muss diese Arbeit nicht unterwegs auf einem Feldweg ausführen, sondern kann in der heimischen Hobby-Werkstatt (Garage oder Keller) arbeiten. Das ist auch die beste Voraussetzung für einen optimalen Reifenwechsel, wenngleich es natürlich am Wegesrand auch funktioniert.

Nachfolgend erklären wir Ihnen, anhand einer bebilderten Schritt-für-Schritt-Anleitung, wie Sie beim Wechsel bzw. der Erneuerung eines Fahrradschlauchs und/oder eines Fahrradreifens vorgehen sollten. Als wichtigstes Werkzeug darf hierbei ein vernünftiger Reifenheber, am besten mit Metallkern, wie z.B. von XLC nicht fehlen.

Anleitung: Reifen und Schlauch am Fahrrad wechseln

  1. Zunächst bauen Sie das entsprechende Laufrad aus. Stellen Sie das Fahrrad dazu am besten auf den Kopf bzw. auf den Sattel und Lenker. Um Schrammen am Fahrrad zu vermeiden, legen Sie alte Putzlappen unter. Entweder lösen Sie das Laufrad mit einem eventuell vorhandenen Schnellspanner oder die Schraubmuttern mit einem Gabel-/Ringschlüssel (meist ein SW15).

  2. Handelt es sich um das hintere Laufrad, wo auch die Schaltung sitzt, müssen Sie beim Abnehmen des Hinterrades das Schaltwerk nach hinten wegdrücken. Schalten Sie vorher die Gänge auf das kleinste Ritzel zurück. So können Sie es leichter aushängen.

  3. Hat Ihr Fahrrad Felgenbremsen, schauen Sie, ob Sie das Laufrad durch die Bremsen hindurchgezogen bekommen. Andernfalls lösen Sie die Felgenbremsen und ziehen dann das Rad durch die Bremsbeläge.

  4. Haben Sie das Laufrad aus der Gabel bzw. dem Fahrradrahmen genommen, lassen Sie die Luft über das Ventil aus dem Reifen bzw. Schlauch.

  5. Beginnen Sie auf der gegenüberliegenden Seite des Ventils damit, den Reifen mittels des Reifenhebers von der Felge zu hebeln.

  6. Kontrollieren Sie jetzt das Felgenband auf Schäden und tauschen Sie es gegebenenfalls aus. Sollte der Mantel samt Schlauch gewechselt werden, empfiehlt es sich bei dieser Gelegenheit auch gleich das Felgenband zu wechseln. Ein günstiges Felgenband kostet ca. 2-3 Euro.

Diese kleine Investition lohnt sich auf jeden Fall, da nur ein komplett heiles Felgenband den Schlauch schützen kann. Besonders wenn das Felgenband schon Risse oder Scheuerstellen hat oder verzogen ist, sollte unbedingt ein neues eingelegt werden.

Sie können Reifen, Schlauch und Felgenband natürlich einzeln kaufen, wenn Sie Ihr Fahrrad aber komplett "überholen" wollen, bietet sich unter Umständen ein Reifen-Komplett-Set an. Hier erhalten Sie 2 Reifen, 2 passende Schläuche und 2 Felgenbänder.

Anschließend gilt es den neuen Fahrradmantel auf das Laufrad zu ziehen. Dieses gelingt am einfachsten mit einem geeigneten Schmiermittel, z.B. mit dem Schwalbe Montagefluid Easy Fit. So rutscht der Rand des Reifens sicher in seine Position. Dieser Punkt scheint auf den ersten Blick recht belanglos, hilft aber ungemein, den Reifen später in die richtige Position auf der Felge zu bringen.

Bevor Sie aber beginnen, den neuen Fahrradreifen auf die Felge aufzuziehen, müssen Sie noch die Laufrichtung des Reifens beachten. Das Reifenprofil ist entsprechend der Laufrichtung ausgerichtet. Das heißt, nur in diese Richtung wird das Profil optimal "greifen" und während der Fahrt den nötigen Grip und Stabilität gewährleisten. Auf der Reifenflanke ist ein Pfeil mit einer Bezeichnung (z.B. Rotation) aufgedruckt.

Stülpen Sie den Reifen (ohne den neuen Schlauch) mit einer (!) Seite komplett über die Felge. Setzen Sie das Fahrradventil vom Schlauch in die Ventilöffnung ein und sichern es ein wenig mit der (eventuell vorhandenen) Befestigungsschraube. Bitte die Schraube noch nicht komplett am Ventil anziehen, sondern nur locker festschrauben. Anschließend wird der Schlauch mit einer Fahrradpumpe ein wenig (!) mit Luft gefüllt.

Schieben Sie den Fahrradreifen soweit es geht per Hand über das Felgenhorn. Bei neuen Reifen wird man dann an den Punkt kommen, wo sich der Reifen per Hand nicht weiter auf die Felge aufschieben lässt. Mit einem geeigneten Hebelwerkzeug (z.B. das erwähnte Reifenheber-Set von XLC) kann man relativ einfach den "Rest" vom Reifen über das Felgenhorn auf die Felge hebeln. Oft klappt dieses ganz gut mit nur einem Reifenheber, falls nicht, nutzen Sie zwei Reifenheber dazu, die Sie je rechts und links ansetzen. Somit wird verhindert, dass der Reifen wieder von der Felge rutscht.

Abschließend sollte der neu aufgezogene Fahrradreifen auf dem Laufrad per Hand noch ein wenig bewegt/gewalkt werden, damit er sich gut auf die Felge setzt. Danach sollten Sie den Schlauch entsprechend der Angabe auf dem Mantel mit Luft befüllen.

Ganz zum Schluss sollten Sie noch einmal genau betrachten ob der Mantel auch richtig auf der Felge sitzt. Dieses erkennen Sie an der geriffelten Fläche am Übergang zur Felge.

Das runderneuerte Laufrad mit Reifen und Schlauch kann nun wieder am Fahrradrahmen bzw. in der Gabel montiert werden.

Tubeless-Reifen Montage: Eine Anleitung

Tubeless-Reifen bringen allerlei Vorteile mit sich und werden in manchen Expertenkreisen als zukünftiger Standard am Fahrrad angesehen. Im Radsport ist der Tubeless-Reifen auch schon teilweise Standard. Doch der Umgang mit Tubeless-Reifen wird immer noch als Spezialisten-Thema angesehen, das nur für Radsportler Relevanz habe.

Dabei ist die Umwandlung eines alten Rads zum Tubeless-Rad gar kein Hexenwerk - das Wissen darüber ist einfach noch nicht so verbreitet. Mit wachsender Nachfrage nach Tubeless sollte diese Prozedur zum Standard-Repertoire eines jeden Fahrradmechanikers gehören und daher wollen wir mit dieser Anleitung auch dir das nötige Wissen geben, um dein Fahrrad auf Tubeless umzurüsten.

Tubeless Kits - Das braucht ihr für die Montage

  • Ventile, Ventilschlüssel und spezielles Werkzeug für Tubeless
  • Tubeless Ventil: Für die sachgerechte Montage braucht man ein neues Tubeless-Ventil. Prinzipiell kann man aber auch ein altes Ventil von einem Schlauch ausschneiden und wiederverwenden. Jedoch muss das Ventil aus der Hülse herausnehmbar sein (mit einem speziellen Ventilschlüssel).
  • Dichtmilch: Damit der Reifen von Innen abdichtet und bei Pannen die Luft hält muss eine Dichtmilch (auf Latexbasis) in den Reifen. Diese härtet bei manchen Herstellern nach 6-12 Monaten aus, danach muss neue Dichtlösung nachgefüllt werden.
  • Tubeless-Reifen: Achtet darauf, dass der Mantel für Tubeless geeignet ist (z.B. „Tubeless Easy“ von Schwalbe, wobei „Easy“ nicht wörtlich zu nehmen ist).
  • Felgenband: Um die Felge abzudichten benötigst Du ein spezielles Felgenband. Nur wenige Felgen sind von Haus aus ohne Band abgedichtet, in den allermeisten Fällen wird ein solches Klebeband notwendig sein. In manchen Communities kursiert der Tipp man solle Gaffa-Tape (Gewebe-Klebeband) nehmen. Das Klebeband muss in der Breite zu eurer Felge passen (ca. 19-24mm).
  • Standpumpe / Kompressor: Mit einer Handpumpe wird initial der Druck fehlen um den Reifen abzudichten. Eine besonders große Standpumpe mit hohem Volumen oder ein Kompressor erleichtert die Arbeit enorm.

Folgenden Schritten folgst Du aber immer, wenn Du deine Reifen ohne Schlauch fahren möchtest. Diese Anleitung ist universell gültig, aber in den meisten Fällen wird man mehrere Zwischenschritte einbauen oder Tricks und Kniffe anwenden müssen. Nicht immer gelingt die Konvertierung auf Schlauchlos im ersten Anlauf.

Ja, es ist sogar ganz normal, dass der erste Versuch häufig scheitert oder mehrere Anläufe braucht. Tubeless-Reifen können auch echten Experten schlaflose Nächte bereiten. Da es bis heute nur wenige Industriestandards gibt (welche im Jahr 2020 noch nicht vollständig angekommen sind), macht jeder Felgen- und Reifenhersteller teilweise noch sein eigenes Ding - was dazu führt, dass Tubeless Reifen eben nicht immer zu jeder Felge gleich gut passen.

Sie können extrem eng sitzen oder gar nicht kompatibel zueinander sein (selten). Meist muss man nur weit in die Trickkiste greifen.

Zwei mögliche Szenarien der Tubeless-Montage gibt es:

  • Der Standard-Fall: Bei MTB-Reifen (und generell größeren Reifen über 35mm) gelingt die Konvertierung zu Tubeless meist ohne gravierende Probleme. Hier kann man dem „einfachen“ Weg folgen.
  • Härte-Fälle: Manchmal kann es passieren, dass Felge und Reifen nicht gut zueinander passen. Oder das Felgenband undicht ist. Hier muss man schon ein paar Tricks anwenden, die wir unten zeigen. Außerdem kommen danach noch ein paar Tipps, für echte Extremfälle. Die es leider auch gibt.

Standard Tubeless-Montage

  1. Ein Tubeless-Ventil wird notwendig sein. Dieses lässt sich mit einem kleinen Spezialwerkzeug (rechts) in zwei Einzelteile zerlegen: Vollständiges Ventil (links) und Ventil (Mitte).

  2. Löst den Mantel auf einer Seite um den Schlauch zu entfernen. Oder setzt den neuen Mantel entsprechend auf die Felge.

  3. Den Schlauch werden wir nicht mehr benötigen. Zur Not kann dieser aber praktisch sein, falls doch eine Panne bei der Tour passiert.

  4. Falls die Felge bereits ein Felgenband hat müsst ihr dieses nun entfernen. Achtung, auch Tubeless-Ready-Felgen werden häufig mit einem undichten Felgenband ausgeliefert. Achtet darauf, dass die Felge dicht ist und ein straff aufgeklebtes und luftdichtes Felgenband notwendig ist.

  5. Bereitet die Felge vor, indem ihr das Tubeless-Felgenband aufzieht. Entfernt vorher ein evtl. vorhandenes Felgenband. Hersteller liefern auch Tubeless-Ready-Felgen ohne abgedichtetem Felgenband aus.

  6. Schneidet ein kleines Loch für das Ventil in das Felgenband. Möglichst so, dass kein großes Loch entstehen kann.

  7. Baut das Tubeless-Ventil ein.

  8. Der Mantel muss nun auf die Felge.

  9. Beim Aufziehen des Mantels ist es extrem hilfreich, wenn der Reifen im Felgenbett (Mitte der Felge) sitzt. Häufig klappt das Aufziehen erst, wenn der Mantel rundum in die Felgenmitte / Felgenbett gedrückt wurde.

  10. Optional - Wichtig: Wenn dies euer erster Versuch ist, dann springt noch nicht zum Einfüllen des Dichtmittels. Besser ist es nun direkt zu prüfen, ob der Reifen die Luft hält (auch ohne Dichtmittel). Prinzipiell müsste der Reifen auch ohne Dichtmittel jetzt (für kurze Zeit) die Luft halten. Wenn das nicht klappt, dann springt direkt in die Tipps zur Behebung von besonders hartnäckigen Fällen. Damit spart ihr euch die Sauerei später, wenn die Dichtmilch im Reifen ist.

  11. Öffnet das Ventil und füllte Dichtmilch darüber ein. Ein kleiner Schlauch zwischen Flasche und Ventilhülse kann helfen.

  12. Optionaler Zwischenschritt: Ihr könnt schon beim Einbau des Mantels die Dichtmilch an der Seite einfüllen. Das wird aber nur empfohlen, falls ihr schon Erfahrung mit dem Reifen und der Felge habt, da es sonst zu einer Sauerei kommen könnte.

  13. Häufig geht etwas daneben…Denkt daran Überbleibsel von der Felge zu entfernen.

  14. Eine große Standpumpe oder ein Druckluft-Kompressor ist unbedingt notwendig.

  15. Mit viel Energie so viel Luft wie nur möglich in den Reifen pumpen. Ein lautes „PLOPP“ hört ihr, wenn die Reifenwulst auf die Felgenkante springt. Dann sitzt der Reifen richtig.

  16. Prüft unbedingt ob der Reifen an allen Stellen sauber auf der Felge sitzt. Meist haben Reifen eine Spur an der Seite, um den sauberen Sitz auf der Felge anzuzeigen. Dieser Abstand sollte entlang der Flanke immer gleich sein.

Mit Glück habt ihr jetzt den fertigen Tubeless-Reifen vor euch. Sollte es nicht so einfach gewesen sein, so prüft weiter unten unsere Tipps für hartnäckige Fälle.

Tipps für besonders hartnäckige Fälle

„Easy“ ist das richtige Stichwort - so klappt’s Es ist nicht unüblich, dass Tubeless-Konvertierungen einem graue Haare bescheren können. Das liegt nicht immer am falschen Handling. Nein, oft sind auch die Reifen (gerade schmale Rennradreifen, unter 35mm) einfach mit zu geringen Toleranzen entwickelt.

Zudem folgen noch nicht alle solche schmalen Reifen den neuen Standards (2020: TSS - Tubeless Straight Side und TC - Tubeless Clincher). Mehr zu diesen Standards findet ihr auch im eigenen Beitrag: Reifen dehnen:

  • Wenn der Reifen beim Aufpumpen die Luft nicht hält. Dann kann es schon helfen, wenn man den Mantel vom Felgenbett rundum auf die Felgenflanke zieht. Damit die Luft nicht so schnell entweichen kann. Das kann man mit der Hand machen, falls die Wulst nicht zur Flanke rutscht (aufgrund eng sitzender Reifen), dann schaut zum Tipp „Schlauch einsetzen“.

  • Reifen einseifen: Wenn beim Aufpumpen der Reifen nicht auf die Felge springt. Mit einer Wasser-Seifen/Spüli-Lösung die Reifenwulst und -Flanke einschmieren. Damit der Reifen besser auf der Felge rutscht.

  • Schlauch einsetzen: Bei hartnäckigen Fällen kann es helfen, den Mantel mit einem Schlauch aufzuziehen - damit der Mantel komplett sitzt und sich der Form anpasst. Nun lass die Luft aus dem Schlauch und öffne den Mantel nur auf einer Seite, um den Schlauch gegen das Tubeless-Ventil auszutauschen. Schließe die eine Seite wieder (in der Hoffnung, dass die eine Seite nun schon auf der Felge dicht sitzt und da sitzen bleibt). Das hilft in vielen Fällen schon weiter!

Andernfalls kann man den Schlauch bis zur max. erlaubten Druck-Grenze aufpumpen und mehrere Tage setzen lassen.

  • Tubeless-Reifen verliert Luft: Sollte der Reifen sitzen und die Luft halten, dann kann es am Anfang noch sein, dass nach und nach etwas Luft entweicht. Das kann sehr langsam oder etwas schneller passieren. Ist aber ganz normal. Du musst den Reifen in Bewegung halten, damit die Dichtmilch die offenen Stellen abdichtet. Außerdem immer wieder Luft nachpumpen. Es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis ein Reifen vollständig abgedichtet ist.

  • „Plopp“-Effekt fehlt - Reifen springt nicht auf die Felgenflanke: Manchmal ist die Toleranz am Reifen (an der Wulst, in der ein Metal- oder Kevlar-Draht sitzt) zu eng. Hier braucht man einen besonders hohen Druck am Kompressor oder Standpumpe, gleichzeitig muss viel Luft in den Reifen. Das kann mitunter extrem schwierig sein, auch mit Kompressor.

Manchmal kann es notwendig sein einen Schlauch in den Tubeless-Reifen zu ziehen. Außerdem sitzt dann schon eine Seite des Mantels auf der Felge (beim Herausnehmen des Schlauchs vorsichtig vorgehen und nur auf einer Seite den Mantel von der Felge lösen).

Tipps zur Fahrradpumpe

Ein Faktor, der Radfahrer vor dem Umbau oft abschreckt, ist das Gerücht um die Fahrradpumpe. Für die Montage eines Tubeless-Reifens bräuchte man eine Hochdruckpumpe oder einen Kompressor, damit die Montage überhaupt gelingt.

Es ist wahr, dass dieser Schritt bei bestimmten Reifen- und Felgenkombinationen knifflig sein kann - doch ist dieses Gerücht weit von der Norm entfernt. Vor allem, wenn man einen neuen Tubeless-Reifen und eine Tubeless-Ready-Felge hat, braucht man sich keine Sorgen zu machen. Doch selbst wenn man es mit normalem Reifen und normaler Ferge versucht, schafft es in der Regel auch die gewöhnliche Standpumpe.

Es gibt ein paar Tricks, die hier helfen können: So schafft man das Aufpumpen auch ohne kostspieligen Kompressor:

  • Die Schwierigkeit besteht darin, dass sehr schnell ein hohes Volumen an Luft in den Reifen kommen muss, damit der Reifen „poppt“. Ein möglichst schnelles, kräftiges Pumpen ist nötig, man muss mit vollem Körpereinsatz an die Sache gehen. Eventuell braucht man auch bloß ein wenig Ausdauer - denn selbst falls es auf Anhieb nicht klappt, bleibt immer ein wenig Luft im Reifen übrig.
  • Spezielle Montage-Flüssigkeit (Montage-Fluid) für den Tubeless-Umbau kann aushelfen. Diese Flüssigkeit wird auf die Reifenflanken gegeben, damit die Reifen leichter an die richtige Stelle im Felgenbett kommen. Radsportler verwenden stattdessen oft Dichtmilch - das soll das System luftdichter machen. Eine zweite Person kann Dir dabei helfen.
  • Falls Du ein Sclaverandventil hast, kann es helfen, den Ventilkopf für das Aufpumpen zu entfernen. Dadurch soll mehr Luft in das Ventil kommen. Das bedeutet aber auch, dass das Ventil offen steht. Aber sobald der Reifenmantel einmal sitzt, dann ist ein zweites Aufpumpen ganz leicht.

Probleme mit Kompressor und Pumpe - Was tun?

Was tun, wenn es notfalls doch nicht mit der Fahrradpumpe klappt? Selbst dann ist es nicht zwingend notwendig, sich eine 100€-Pumpe zu kaufen. Man bekommt den Reifen beispielsweise mit dem Kompressor an der Tankstelle aufgefüllt (sofern man einen Ventiladapter hat und die Tankstelle kein Fahrradverbot hat).

Alternativ kann man das Fahrrad auch zur Fahrradwerkstatt bringen und dort aufpumpen lassen - mit etwas Glück hat man eine Selbsthilfewerkstatt in der Nähe, bei der man das selber erledigen kann. Falls man dann eben doch eine Hochdruckpumpe braucht, kann man sie sich ja immer noch im Nachhinein besorgen.

Wir würden eine spezielle Tubeless-Pumpe also nur in sehr wenigen Einzelfällen empfehlen - sonst geht auch eine gewöhnliche Standpumpe.

Tipps zum Tubeless-Felgenband

Achte unbedingt auf die Breite des Felgenbands, dieses darf nicht zu breit und nicht zu schmal sein. Tubeless-Felgenband braucht man noch in den meisten Fällen. Denn es dient dazu, eine undichte Fahrradfelge dicht zu machen.

Die meisten neueren Felgengenerationen sind und werden jedoch bereits völlig dicht geliefert, damit die Tubeless-Umwandlung leichter funktioniert. Aktuell wird in den meisten Fällen aber noch immer zum Tubeless-Felgenband gegriffen.

Manche Radbastler verzichten aber auf teure Markenprodukte und setzen stattdessen auf das gute alte Gaffa-Tape. Das Gewebe-Klebeband (zB. Tesa „Strapping Tape“) soll bei der Tubeless-Umwandlung gute Resultate erzielen.

Montage-Tipps zum Felgenband:

  • Die Breite des Felgenbands sollte zur Breite der Felge passen.
  • Das Felgenband sollte den Felgenboden komplett abdecken und beide Felgenwände berühren.
  • Du misst am besten die Breite deines alten Felgenbands nach (auch nicht-Tubeless-Reifen setzen ein Felgenband voraus) oder du misst direkt die Breite des Felgenbodens nach.
  • Alternativ kannst Du dich nach dem ETRTO-Maß deiner Felge richten. Demnach sollte das Felgenband etwa 2mm dicker sein.
  • Zwei Lagen Tubeless-Felgenband reichen meistens aus. Man lässt das Felgenband an den Enden etwa eine Handbreit überlappen. Wer auf Nummer Sicher gehen will (und genug Felgenband hat), kann auch mehr Lagen machen.

Weitere Tipps und Tricks

  • Schwierige Reifenwechsel hat nichts mit 20Zoll Raeder zu tun. Manche Felgenmarken sind leider ein bisschen zu gross. Normalerweise braucht mann ueberhaupt kein Reifenheber. Ist auch besser, denn Reifenheber koennen leicht den Schlauch kaputt machen.

  • Der "andere" Trick ist das mann den Draht (nur auf eine Seite concentrieren) der Reifen in die Mitte des Felgenbett drueckt mit den Daumen. Wenn es nach einmal in die Runde es noch nicht gelingt geht mann geduldig nochmal rund bis soviel Raum entsteht das der Reifen mit die Daumen in die andere Richtung von die Felge gedrueckt werden kann. Auch wenn dann doch noch Reifenheber notwendig sind, wird es auf jeden Fall mit weniger Kraftaufwand gehen.

  • Benutze bitte mindestens 3 Reifenheber einer versierten Marke(keine billigen),die Reifenheber sollten eine sehr breite Hebefläche(bei meinen 2,5cm)haben.Mit den Fingern kann man diesem Problem nicht bei Leibe rücken.

  • Verwende bitte nicht den(Notbehelf gängigen Spüli-Trick!Spüli unterstützt zwar im ersten Moment bei der Montage/Demontage;es trocknet aber leider auf Dauer aus und an.Teure spezielle Markenschmierstoffe kann ich nicht empfehlen.Benutze handelsübliches Vaseline,welches für empfindliche Haut bzw. "Babypoppos" zu verwenden ist(erhältlich in Drogeriemärkten z.B. bei Sch.....r).

  • auf Rigida Explorer Felge (406) habe ich keine Probleme den Marathon Reflex aufzuziehen (ohne Montierhebel). Dabei ist es wichtig den Drahtwulst des Reifens in die Mitte der Felge zu drücken während man sich beidhändig am Umfang der Felge hocharbeitet. Falls das letzte Stück Reifen nicht über den Felgenrand will den Drahtwulst auf Spannung halten und mit der anderen Hand das bereits eingefädelte Reifenstück nochmals in die Felgenmitte drücken. Demontage mache ich dagegen immer mit Kunststoff Montagehebeln.

  • Spüli oder montagefluid haben NIX mit den ersten momenten der montage oder demontage zu tun, auch wenn der name "montagefluid" einen unerfahrenen schrauber oder fummler zu diesem irrtum verleiten könnte. Wer mehr als drei reifen auf- und abgezogen hat, der ahnt dann eventuell, daß die "montage" erst mit der zentrierung abgeschlossen ist - und dann erschließt sich auch der sinn der bezeichnung "montage"fluid, welches ich übrigens zu diesem zweck wärmstens empfehlen kann.

Reifengrößen und Luftdruck

Die Größen von Fahrradreifen werden heute nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet. Die ETRTO Größenbezeichnung (z. B. 37-622) gibt die Breite (37 mm) und den Innendurchmesser des Reifens (622 mm) an.

Je nach verwendetem Reifen (Mantel) ist der Luftdruck für das Befüllen unterschiedlich. Der ADFC empfiehlt zusätzlich den Reifendruck am Vorderrad um ca.

Der Mantel muss so zentrisch wie möglich auf die Felge montiert werden. Nach der Montage darf der Reifen keinen Höhen- sowie Seitenschlag besitzen.

Wichtig ist, das Laufrad nicht mehr richtig zentriert ist und einen Höhen- oder Seitenschlag hat oder das der Reifen, z. B. Wenn man mit dem Mountainbike über Stock und Stein ballert, ist es nicht gerade ungewöhnlich, dass das Laufrad einiges abbekommt.

Tabelle: Reifengrößenangaben

Bezeichnung Beispiel Beschreibung
ETRTO 37-622 Breite (37mm) und Innendurchmesser (622mm)
Zoll 28 x 1.40 Ungefährer Außendurchmesser (28 Zoll) und Reifenbreite (1.40 Zoll)
Französisch 700 x 35C Ungefährer Außendurchmesser (700 mm) und Reifenbreite (35 mm)

Diese Informationen sollten Ihnen helfen, Ihre Fahrradreifen erfolgreich aufzuziehen und zu warten. Viel Erfolg!

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