Ursachen für Beulen am Fahrradreifen im Bereich des Ventils

Wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen, muss dies nicht zwingend an einer "Acht" in der Felge liegen, sondern oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld. Nicht, weil er fehlerhaft produziert wurde, sondern weil der Fahrradreifen nicht optimal auf der Felge sitzt. Dieses kommt je nach Reifen und/oder Felge häufiger vor.

Mögliche Ursachen und Lösungen

1. Falsche Montage des Reifens

Sitzt der Pneu recht stramm auf der Felge, kann es sein, dass sich das Gummi durch den Reibungswiderstand nicht 100%ig um die Felge gelegt hat. Um das lästige "Eiern" zu beheben, sollten Sie zur Reifenmontage eine sogenannte Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit bzw. Montagefluid benutzen. Damit schmieren Sie die Reifenwulst ein und montieren dann den Fahrradreifen. Sie werden sehen, dass er nun sehr leicht auf die Felge rutscht.

Beim Aufpumpen wird er selbständig seine richtige Position auf der Felge finden. Oft hört man dabei auch ein mehrfaches "Ploppen". Der Fahrradreifen sollte nun gleichmäßig anliegen und das "Eiern" der Vergangenheit angehören. Die Montageflüssigkeit am Reifen wird sich in kurzer Zeit verflüchtigen und nicht mehr zu sehen sein.

In diversen Fahrrad-Foren kursieren Haushaltstipps, anstatt eines Montagefluids einfach billig herzustellende Seifenlauge (etwas Spülmittel und Wasser) auf die Reifenwulst zu schmieren. Davon raten wir allerdings ab. Der Reifen flutscht zwar hiermit auch ganz leicht auf die Felge und die Unwucht ist damit in der Regel auch beseitigt, die Seifenlauge ergibt aber einen rutschigen Schmierfilm am Pneu und auf der Felge. Die Reifendecke kann sich auf der Felge drehen. Es droht unter Umständen ein Ventilabriss. Außerdem lässt ein schmieriger Film aus Seifenlauge die Felgenbremsen schlecht bzw. gar nicht greifen.

Genauso schlecht ist der Haushaltstipp mit Babypuder. Der Puder erfüllt zwar seinen Zweck, lässt aber auf Dauer Reifen und Schlauch regelrecht zusammenkleben.

2. Dellen oder Verformungen am neuen Reifen

Wenn Sie Ihrem Bike nach vielen gefahrenen Kilometern ein neues Gummi gönnen möchten, erwarten Sie natürlich, zu Recht ein optimales und fehlerfreies Ausgangsprodukt. Ist der neue Fahrradreifen dann geliefert worden, kann es schon mal zu Irritationen kommen: Sie öffnen voller Vorfreude die Verpackung und erspähen Dellen oder Verformungen an Ihrem neuen Fahrradreifen.

Die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen besteht überhaupt kein Grund zur Besorgnis ! Die qualitativ hochwertigen Artikel der namhaften Markenhersteller durchlaufen eine strenge Qualitätskontrolle. Das Wichtigste zuerst: Normalerweise können Sie Ihren Reifen bedenkenlos montieren.

Dellen, Druckstellen oder Verformungen weisen nicht auf einen Karkassenbruch hin und sagen auch keinen baldigen Platten voraus. Die Veränderungen entstehen zumeist durch die Art der Lagerung und aufgrund des verwendeten Materials.

Reifen werden für gewöhnlich in Verpackungseinheiten, beispielsweise im 25er Verbund, gelagert. Das spart Platz und sie bleiben transportfähig. Durch das stramme Zusammenbinden können die erwähnten Druckstellen oder Verformungen entstehen, der Reifen passt sich an. Verwenden Sie beim Einbau unbedingt Montagefluid. Nur so ist gewährleistet, dass sich die Decke beim Aufpumpen des Schlauchs ordnungsgemäß in die Felgenkanten drückt und der Reifen sich anpasst. Er nimmt seine gewünschte Form wieder an.

3. Probleme mit dem Ventil

Ein schief eingesetztes Ventil kann zu Luftverlust oder Abrieb am Schlauch führen. Setz das Ventil immer gerade durch das Felgenloch und zieh es beim Pumpen nicht zur Seite.

  • Ventilsicherungsmutter: Die Ventilsicherungsmutter sehr locker lassen, erst festschrauben, wenn der Schlauch ordentlich voll ist.
  • Ventilposition: Den Schlauch/Ventil recht locker bis zum vollen Aufpumpen eher "nach innen" halten.
  • Schlauchgröße: Die Schlauchgröße muss zum Reifen passen. Ein zu kleiner Schlauch richtet sich in einem zu breiten Reifen auch nicht gut aus.

4. Inkompatibilität von Felge und Ventil

Ein Autoventil in einer 17er Felge verbraucht so viel Platz, dass die Reifenflanken nicht mehr genug Platz haben. Dabei entsteht zwangsläufig eine Unwucht. In eine 17er Felge gehört ein Schlauch mit Sclaverand-Ventil.

5. Fehlerhafte Montage des Schlauchs

Wenn du den Mantel schließt, kann der Schlauch zwischen Felge und Reifen geraten. Beim Aufpumpen platzt er dann mit einem lauten Knall.

  • Schlauchposition: Der Schlauch muss ohne Verdrehungen eingelegt werden (leicht aufgepumpt).
  • Mantelposition: Den Mantel rundum in die Felgenmitte drücken (die Rille ist tiefer).

6. Beschädigung des Reifens oder der Felge

Tritt die Unwucht weiterhin auf, ist auch an eine Delle, "Acht" bzw. Unwucht in der Felge zu denken. Nehmen Sie den Reifen ab und schauen sie sich die Felge genau an oder geben Sie sie zur Kontrolle.

  • Mantelinspektion: Mantel innen mit den Fingern abtasten (Splitter/Glas).
  • Felgenband Check: Felgenband checken - Riss oder verrutscht?

7. Reifendruck

Die normalen Lösungen wurden schon alle genannt, du solltest auf jeden Fall einmal bis zum maximalen Druck aufpumpen.

Zusätzliche Tipps

  • Walke den Reifen einmal rundherum durch, sodass er sich setzen kann.
  • Manchmal kann es gar nötig sein noch etwas Luft raus zu lassen, weil man den Reifen sonst nich wirklich bewegt bekommt.
  • Du kannst auch einmal versuchen, den Reifen anders aufzuziehen, dass ein anderer Teil beim Ventil ist.

Tabelle: Häufige Ursachen und Lösungen für Beulen am Fahrradreifen

Ursache Lösung
Falsche Montage Montagefluid verwenden, Reifen richtig ins Felgenbett drücken
Inkompatibilität von Felge und Ventil Passendes Ventil (z.B. Sclaverand-Ventil für schmale Felgen) verwenden
Beschädigung von Reifen/Felge Reifen und Felge auf Beschädigungen prüfen, ggf. austauschen
Falscher Reifendruck Reifendruck gemäß Herstellerangaben anpassen
Schlauch zwischen Felge und Reifen Korrekte Montage, Schlauch nicht einklemmen

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