Egal, ob ihr das Fahrrad gerade aus seinem Winterschlaf holt oder bereits regelmäßig damit unterwegs seid: Der richtige Reifendruck ist wichtig, um platte Reifen, übermäßigen Verschleiß oder Unfälle zu vermeiden und so effizient wie möglich unterwegs zu sein. Der optimale Luftdruck ist hauptsächlich von zwei Faktoren abhängig: Dem Reifenvolumen und der Gewichtsbelastung.
Bei einem Rennrad mit schmalen oder einem Faltrad mit kleinen Reifen muss der Reifendruck also höher sein als bei einem City-, Touren- oder Trekkingrad mit 28“ Felgen und mittelbreiten Reifen. Der richtige Luftdruck ist sehr wichtig, um sicher unterwegs zu sein und viel Spaß mit seinem Rad zu haben. Außerdem ist der Rollwiederstand bei geringem Luftdruck durch die erhöhte Auflagefläche und das Walken des Reifens höher, so dass es euch schnell vorkommen kann, als ob ihr mit sehr viel Kraft treten müsst.
Bei zu viel Luftdruck wird euer Fahrrad dagegen sehr unkomfortabel, da die Reifen den Großteil ihrer Eigendämpfung verlieren. Allerdings solltet ihr euch die Herstellerangaben auf der Flanke (Seite) des Reifens sowie die beiden oben genannten Faktoren nochmal ganz genau anschauen und euren persönlichen Reifendruck anpassen. Daher haben wir die unterschiedlichen Fahrradtypen für euch genau beschrieben.
Den idealen Reifendruck finden
Grundsätzlich kannst du dich beim idealen Luftdruck an den vom Hersteller empfohlenen Werten orientieren. Meist liegt der ideale Luftdruck zwischen dem minimal und maximal zulässigen Reifendruck. Dieser Wert ist in der Maßeinheit bar oder psi auf der Seitenwand des Reifens - direkt neben der Reifengröße - angegeben. Es ist jedoch wichtig zu betonen, dass es sich hierbei um Richtwerte handelt, da der optimale Reifendruck von der Reifengröße, der Beschaffenheit des Untergrunds und dem Gewicht des Fahrers abhängt.
Wenn du also den richtigen Reifendruck für dein Fahrrad noch nicht kennst, achte während der Fahrt auf Rollwiderstand und Komfort - und variiere gegebenenfalls den Luftdruck. Wichtig: Achte darauf, dass der Reifen nicht zu weich wird, da dies das Pannenrisiko erhöhen kann. Als Faustregel gilt: Je breiter der Reifen, desto weniger Druck braucht er. So benötigen sehr schmale Rennrad-Reifen einen sehr hohen Luftdruck, um schnell über den Asphalt zu rollen. Da die robusten Mountainbike-Reifen härteren Bedingungen ausgesetzt sind und auch über Stock und Stein fahren, benötigen diese Fahrradreifen weniger Druck.
Fahrradreifen Druck: Tabelle für die verschiedenen Fahrradtypen
Damit du schneller weißt, welchen Druck dein Fahrradreifen braucht, haben wir eine Tabelle mit den empfohlenen Reifendruckwerten für verschiedene Fahrradtypen und deren Einsatzgebiete zusammengestellt.
| Fahrradtyp | Reifenbreite | Reifendruck in bar | Reifendruck in psi |
|---|---|---|---|
| Mountainbike | 50 mm | 3,0 | 44 |
| Mountainbike | 59 mm | 2,0 | 29 |
| Rennrad | 25 mm | 7,0 | 100 |
| Rennrad | 28 mm | 6,0 | 87 |
| Gravel Bike | 35 mm | 4,5 | 65 |
| Trekkingrad | 35 mm | 4,5 | 65 |
| Trekkingrad | 40 mm | 4,0 | 58 |
| Trekkingrad | 50 mm | 3,0 | 44 |
Wichtig: Die empfohlenen Reifendruckwerte sind Richtwerte, die für eine durchschnittlich schwere Person (70 Kilogramm) und ein durchschnittlich schweres Fahrrad (12 Kilogramm) gelten. Du solltest daher den Luftdruck anhand verschiedener Faktoren an deine persönlichen Vorlieben anpassen. Bist du zum Beispiel schwerer, braucht der Reifen mehr Druck. Viele Reifenhersteller geben hier die Empfehlung: 1% pro Kilogramm. Bei E-Bikes solltest du wegen des zusätzlichen Gewichts von Motor und Akku ein halbes Bar dazurechnen.
Reifendruck nach Fahrradtyp
Was ist der richtige Reifendruck beim Mountainbike?
Beim Mountainbiken kann der ideale Reifendruck stark variieren - je nachdem wo du fährst und welchem Bike du unterwegs bist. Bist du vor allem auf rauen Trails unterwegs, bietet ein niedrigerer Mountainbike-Reifendruck von etwa 2,0-2,5 bar (30-40 psi) eine bessere Traktion und Dämpfung auf unebenem Untergrund. Auf Asphalt und bei schneller Fahrt empfehlen wir einen Reifendruck von 2,5-3,0 bar (40-45 psi), um den Rollwiderstand zu verringern.
Tipp: Mountainbiker, die besonders sportlich unterwegs sein wollen, sollten auf Tubeless-Systeme umsteigen. Da diese MTB-Reifen ohne Schlauch auskommen, ist die Gefahr eines Plattens geringer und du kannst mit weniger Druck fahren. So bist du nicht nur komfortabler, sondern auch mit mehr Traktion unterwegs.
Der richtige Luftdruck für deine Rennrad und Gravel Bike Reifen
Rennräder und Gravel Bikes fährst du hauptsächlich auf der Straße, weshalb sie einen höheren Rennrad-Reifendruck benötigen. Für Rennradreifen liegt der empfohlene Druck bei ca. 6.0-8.0 bar (90-120 psi), um den Rollwiderstand zu minimieren und die Geschwindigkeit zu maximieren. Gravel Bike-Reifen sind etwas breiter und können mit einem etwas niedrigeren Gravel Bike-Reifendruck von 4.0-6.0 bar (60-90 psi) gefahren werden, um mehr Komfort und Grip auf unbefestigten Straßen zu bieten.
Reifendruck für City- & Trekkingräder
Für City- und Trekkingräder-Reifen, die hauptsächlich im Stadtverkehr und auf längeren Touren eingesetzt werden, ist ein mittlerer Reifendruck von ca. 3,0-4,0 bar (45-60 psi) geeignet. Bei diesem Reifendruck bietet das Fahrrad sowohl Komfort als auch Effizienz. Für längere Touren und wechselnde Straßenverhältnisse kann auch ein etwas höherer Druck von 4,0-5,0 bar (60-75 psi) sinnvoll sein, um den Rollwiderstand zu minimieren und ein geschmeidiges Fahren zu ermöglichen.
Reifendruck E-Bike: So viel Bar braucht dein Reifen!
E-Bikes stellen aufgrund ihrer schwereren Rahmen und Motoren spezifische Anforderungen an den Reifendruck. Daher solltest du, bevor du deine Reifen aufpumpst, die Herstellerangaben zum Luftdruck lesen, da der optimale Druck je nach Reifentyp und Gewicht des E-Bikes variieren kann. Hast du den richtigen Reifendruck für deinen E-Bike-Reifen gefunden, sorgt dieser für einen optimalen Fahrkomfort und eine effiziente Nutzung der Motorunterstützung.
Wichtig: Überprüfe den Druck regelmäßig, da ein zu niedriger Druck den Energieverbrauch erhöht und die Reichweite beeinträchtigen kann.
Reifendruck Fahrrad: Diese bar brauchen die Reifen beim Kinderfahrrad
Auch bei Kinderfahrrädern spielt der richtige Reifendruck eine wichtige Rolle, um ein sicheres und komfortables Radfahren zu ermöglichen. Die folgenden Angaben dienen als grobe Richtwerte für verschiedene Reifengrößen:
- 12 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
- 16 Zoll Kinderfahrrad: 2.0-2.5 bar (30-40 psi)
- 20 Zoll Kinderfahrrad: 2.5-3.0 bar (40-45 psi)
- 24 Zoll Kinderfahrrad: 3.0-3.5 bar (45-50 psi)
Tipp Um sicherzustellen, dass dein Fahrrad immer den richtigen Reifendruck hat, empfehlen wir eine regelmäßige Kontrolle. Achte auf möglichen Luftverlust und pumpe die Reifen bei Bedarf auf. Eine Standpumpe mit Manometer ist eine praktische Investition, um den Druck einfach und genau einzustellen.
Warum ist der Luftdruck bei Fahrradreifen wichtig?
Der Luftdruck auf den Fahrradreifen entscheidet maßgeblich mit über den Fahrkomfort und die Langlebigkeit der Reifen. Je nachdem, wie viel Luft in den Schlauch gefüllt wird, wird die Fortbewegung einfacher oder schwieriger. Auch die Lebensdauer des Fahrradmantels hängt vom Druck im Fahrradreifen ab. Ist der Druck zu niedrig - was häufig der Fall ist - kommt es zu Rissen in der Reifenaußenseite und der Verschleiß ist deutlich höher.
Um hier vorzubeugen, sollte man einerseits wissen, welcher Reifendruck für die eigenen Fahrradreifen der optimale ist und zudem, wie man diesen überprüfen kann.
Auf jedem Reifen ist angegeben welcher Druckbereich für den Reifen zulässig ist. Diese Angabe findet man auf der Mantelseite. Der Rollwiderstand wird abhängig vom höheren Luftdruck geringer. Auch der Verschleiß und die Pannenanfälligkeit der Reifen sind bei höherem Druck im Fahrradreifen niedriger.
Eine grobe Orientierung für den zu empfehlenden Luftdruck kann man allerdings anhand der Reifenbreite geben. Basierend auf einem Gewicht des Radfahrers von rund 75 Kilogramm ergeben sich dabei folgende Empfehlungen:
- 20 mm - 9,0 bar
- 23 mm - 8,0 bar
- 25 mm - 7,0 bar
- 30 mm - 5,5 bar
- 40 mm - 4,0 bar
- 54 mm - 2,5 bar
- 60 mm - 2,0 bar
Übersicht mit Richtwerten in der Reifendrucktabelle bei Normalrädern
| Reifengröße in mm | Zoll | Vorderrad (bar) | Hinterrad (bar) |
|---|---|---|---|
| 57-305 | 16 x 2,125 | 2,0 | 2,5 |
| 57-406 | 20 x 2,125 | 2,0 | 2,5 |
| 57-507 | 24 x 2,125 | 2,0 | 2,5 |
| 57-559 | 26 x 2,125 | 2,0 | 2,5 |
| 47-305 | 16 x 1,75 x 2 | 2,5 | 3,0 |
| 47-406 | 20 x 1,75 x 2 | 2,5 | 3,0 |
| 47-507 | 24 x 1,75 x 2 | 2,5 | 3,0 |
| 47-559 | 26 x 1,75 x 2 | 2,5 | 3,0 |
| 47-622 | 28 x 1,75 x 2 | 2,5 | 3,0 |
| 37-540 | 24 x 1 3/8 | 3,5 | 4,0 |
| 37-590 | 26 x 1 3/8 | 3,5 | 4,0 |
| 37-622 | 28 x 1 3/8 x 1 5/8 | 3,5 | 4,0 |
| 32-590 | 26 x 1 1/4 x 1 3/8 | 4,0 | 4,5 |
| 32-622 | 28 x 1 5/8 x 1 1/4 | 4,0 | 4,5 |
Der Reifendruck ist auch immer abhängig vom Gewicht des Fahrers. Sollte der Reifen nach dem Aufsteigen noch platt wirken, können durchaus 0,5 bar hinzugegeben werden [Angaben ohne Gewähr]. Es sollte beim Fahrrad aufpumpen immer darauf geachtet werden, ob der Fahrradmantel Beschädigungen hat und der Schlauch evtl. sichtbar ist. Die Reifenbreite steht in den meisten Fällen auf dem Mantel und kann hier abgelesen werden.
PSI in bar Rechner
Wenn nur ein Wert mit der Einheit „PSI“ auf dem Reifen abgedruckt ist, dann hilft der Rechner. Hier kann der PSI-Wert in einen bar-Wert umgerechnet werden.
Im Gelände weniger Reifendruck wählen
Weniger Reifendruck sollte man jedoch dann auf die Reifen geben, wenn man beispielsweise mit dem Trekkingrad oder dem Mountainbike (MTB) lange Touren fahren möchte oder im Gelände unterwegs ist. Gerade bei Downhill-Fahrten mit dem Mountainbike ist der Luftdruck ein wenig nach unten zu korrigieren. Vor allem auf scharfkantigem Untergrund kann der Reifen so leichter nachgeben und ein Platten oder ein anderer Reifenschaden kann vermieden werden. Wird hier der Druck zu hoch gewählt, droht der Reifen schnell zu platzen.
Der richtige Druck empfiehlt sich auch, wenn man sogenannte unplattbare Mäntel fährt. Hier kann diese Funktion nur greifen, wenn der Reifen ordnungsgemäß befüllt ist.
So prüft und optimiert man den Reifendruck am Fahrrad
Da die Daumenprobe, bei der mit Daumen und Zeigefinger geprüft wird, wie „nachgiebig“ der Reifen ist, keine große Aussagekraft hat, sollte der Reifendruck regelmäßig und professionell überprüft werden. Ein Fahrradreifen kann jeden Monat bis zu einem Bar an Druck verlieren. Um den Reifendruck zu überprüfen, muss zunächst die Schutzkappe vom Ventil des Reifens entfernt werden. Nachdem dann herausgefunden wurde, wie hoch der mindeste und maximale Reifendruck der verwendeten Reifen ist, kann überprüft werden, welcher Druck derzeit auf dem Reifen ist. Hierzu benötigt man eine Luftpumpe mit Manometer.
Ist der Druck zu hoch, kann dieser einfach und schnell reduziert werden. Hierzu wird Luft aus dem Reifen gelassen. Ist der Druck hingegen zu gering, kann mit Hilfe einer Standpumpe mit einem Manometer der Reifen auf den richtigen Reifendruck am Fahrrad aufgepumpt werden. Zuletzt wird dann das Ventil wieder aufgesetzt und festgeschraubt.
Räder, die ein Autoventil vorweisen, können zudem ganz bequem und einfach an Tankstellen kontrolliert und eingestellt werden.
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