Der Fahrradreifen ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Ohne ihn lässt sich ein Rad nicht fortbewegen. Reifen für das Fahrrad gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Die Fahrradreifen unterscheiden sich beim Aufbau, Reifenprofil und Material. Der Fahrradreifen ist neben der Felge und dem Schlauch ein Bestandteil eines Laufrades. Oft wird für den Reifen auch der Begriff des Fahrradmantels angewendet.
Bestandteile eines Fahrradreifens
Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren Komponenten. Die meisten Bestandteile sind dabei nicht direkt zu sehen, weil sie sich im Innern eines Fahrradreifens befinden.
- Reifenlauffläche: Das, was von außen auf dem Reifen sichtbar ist. Sie ist im Alltag als Reifenprofil bekannt und hat Kontakt zum Fahrbelag. Das Profil gestaltet sich abhängig vom Reifentyp und der speziellen Verwendung variabel.
- Pannenschutz: Liegt direkt unter dem Profil. Nicht alle Reifen haben einen solchen Schutz integriert.
- Reifenwulstkern: Die Reifenkante, die in der Felge sitzt.
- Reifenkarkasse: Der Unterbau, auf dem die Reifenlauffläche liegt. Die Qualität der Karkasse eines Reifens wird in Fäden pro Zoll oder Threads per Inch (TPI) angegeben.
Reifengröße und -breite
Die Größe eines Fahrradreifens bestimmt sich über den Durchmesser der Felge und wird in Zoll angegeben. Bei einem Fahrrad für Erwachsene beträgt die Größe meistens 28 Zoll. Der in Europa am weitesten verbreitete Standard zur Bestimmung der Reifengröße ist die sogenannte Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO). Die Angaben zur Größe des Fahrradreifens befinden sich an der Seite des Mantels. Beispielsweise sagen die Zahlen 40-622 aus, dass der Reifen eine Breite von 40 Millimeter und einen Innendurchmesser von 622 Millimeter aufweist. Alternativ ist auch die Größe in Zoll angegeben. Mit Hilfe dieser Angaben können Fahrradbesitzer herausfinden, welche Größe ihre aktuelle Bereifung hat.
Nachdem die richtige Reifengröße in Zoll ermittelt wurde, folgt die Reifenbreite als nächstes Kriterium für die richtige Kaufentscheidung. Die Reifenbreite ist das Merkmal mit dem größten Einfluss auf die Performance und das Fahrverhalten auf dem Fahrrad. Unter der Maßgabe, dass Reifen den gleichen Luftdruck haben, laufen breite Reifen besser als schmale Reifen. Das heißt also, je höher der Luftdruck im Reifen ist, desto weniger verformt er sich und desto geringer ist die Aufstandsfläche. Für gewöhnlich verfügen schmale Fahrradreifen aber über einen höheren Luftdruck.
Trekkingräder oder Mountainbikes haben standardmäßig sehr häufig einen Reifen mit einer Breite von 37 Millimetern. Sie bieten im Gegensatz zu schmalen Reifen wesentlich mehr Fläche und damit Grip, der sich vor allem im Gelände oder Off-Road-Bereich bezahlbar macht. Wer mit dem Rennrad oder City-Bike eher auf asphaltierten Wegen fährt, setzt lieber auf schmale Reifen.
Warum rollen dicke Reifen besser als schmale?
Die Erklärung liegt im Einfederungsverhalten. Jeder Reifen flacht unter Belastung unten etwas ab. Daraus resultiert eine ebene Aufstandsfläche. Bei gleichem Luftdruck haben der breite und der schmale Reifen eine gleich große Aufstandsfläche. Während sich der breite Reifen eher in die Breite platt drückt, hat der dünne Reifen eine schmalere aber längere Aufstandsfläche.
Das abgeflachte Stück kann man als einen Lastarm interpretieren, welcher der Rollbewegung des Reifens entgegenwirkt. Durch die stärkere Abflachung des schmalen Reifens wird das Rad „unrunder“ und muss sich beim Abrollen stärker verformen. Beim breiten Reifen wirkt sich die Abflachung weniger in Laufrichtung aus. Daher bleibt er „runder“ und rollt leichter. Bereits bei 2bar rollt ein 60 mm breiter Reifen so leicht wie ein 37 mm bei 4bar.
Reifenprofil und Fahrverhalten
Das Reifenprofil ist ein weiteres Attribut mit einem relevanten Einfluss auf das Fahrverhalten. Grundsätzlich wirken sich die Breite und das Profil auf den Grip aus. Je mehr davon vorhanden ist, desto größer ist die Griffigkeit der Bereifung. Allerdings erhöht sich dadurch die Reibung und der Rollwiderstand. Ein Rennrad-Reifen ist schmal und besitzt meistens eine sehr glatte Außenfläche. Die profillosen Reifen werden auch Slicks gekannt.
Reifentypen und ihre Anwendungsbereiche
Welcher Fahrradreifen sich für welchen Bodengrund eignet, hängt von der Fahrstrecke ab, die überwiegend mit dem Fahrrad zurückgelegt wird.
- Rennrad-Reifen: Gelten als schmalster Reifentyp. Durch die minimale Auflagefläche entsteht kaum Reibung, so dass damit ein sehr geringer Rollwiderstand auf dem Asphalt entsteht.
- Mountainbike-Reifen: Haben eine breite Auflagefläche und häufig auch Stollen.
- Crossbike-Reifen oder Trekkingbike-Reifen: Sie sind schmal, haben ein glattes Profil und rollen dadurch auf einem ebenen Untergrund besonders komfortabel. Stollen an den Seiten oder ein etwas gröberes Reifenprofil bieten in Kurven oder auf Schotterwegen die nötige Stabilität.
- Citybike-Reifen: Wer nur auf befestigten und ebenen Wegen unterwegs ist, fährt mit Citybike-Reifen bestens.
- Spike-Reifen: Besonders im Winter sind manche Radler abseits der Straßen und Wege mit Spike-Reifen unterwegs. Diese Reifen haben in ihre groben Stollen kleine Metallnadeln integriert, mit denen das Fahrradfahren auch bei Eis und Schnee möglich ist, ohne dabei sofort ins Rutschen zu kommen.
Architektur und Beschaffenheit von Fahrradreifen
Fahrradreifen lassen sich nicht nur über Typen klassifizieren, die in bestimmten Anwendungsbereiche ihre Vorteile ausspielen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrradreifen zu unterscheiden, besteht darin, sie nach der Art ihrer Architektur und Beschaffenheit einzuordnen.
- Drahtreifen: Ob MTB oder City-Fahrrad: Der Drahtreifen ist die meistverbaute Variante unter den Fahrradreifen. Der Name beruht darauf, dass am unteren Ende des Reifens ein steifer Draht zu finden ist.
- Faltreifen: Beim Faltreifen handelt es sich um eine spezielle Variante des Drahtreifens. Statt des Drahtes halten Fasern aus Kunststoff den Reifen stabil. Die Fasern bestehen meist aus Aramid oder Kevlar und sorgen dafür, dass Faltreifen ein geringeres Gewicht aufweisen.
- Schlauchreifen: Eine weitere Reifenart ist der Schlauchreifen, bei dem der Fahrradschlauch direkt an den Reifenmantel festgenäht und komplett auf die passende Felge geklebt wird. Weltweit sind Schlauchreifen als Tubular-Reifen bekannt.
- Tubeless-Reifen: Sind das Gegenteil der Schlauchreifen. Sie kommen gänzlich ohne Schlauch aus.
Wer Fahrradreifen kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Falt- oder Drahtreifen. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Reifenvarianten jeweils um Drahtreifen. Beide Reifenarten werden durch Drähte im Fahrradmantel stabil zusammengehalten. Die Drähte geben den Reifen erst ihre runde Form. Faltreifen verfügen hingegen über leichte und flexible Gewebefäden. Durch das geringere Gewicht können sie gefaltet und beispielsweise im Rucksack verstaut werden. Dafür sind herkömmliche Drahtreifen wesentlich günstiger im Preis.
Spezielle Reifentypen
- Rennradreifen: Der richtige Reifen für das Rennrad ist essenziell. Bei diesen Fahrradreifen kommt es darauf an, ein gutes Mittelmaß zwischen geringem Rollwiderstand, Handling, Grip und Preis zu finden. Wichtig ist, dass die Reifen immer mit den Felgen harmonieren. Bei dünnen Reifen für das Rennrad ist eine dünne Felge nötig.
- Mountainbikereifen: Bei den Reifen für Mountainbikes bestehen große Unterschiede bei der Reifenbreite und der Reifengröße. Sie reicht von 26 Zoll über 27,5 Zoll bis hin zu 29 Zoll.
- E-Bike Reifen: Pedelecs oder E-Bikes mit einem Kennzeichen benötigen Fahrradreifen, die eine bestimmte Norm erfüllen und für eine Geschwindigkeit bis zu 50 km/h zugelassen sind. Sie haben eine spezielle Gummimischung, die für einen besseren Halt in der Kurve, vor allem bei hohen Geschwindigkeiten, und eine längere Haltbarkeit sorgt. Diese Art der Fahrradbereifung ist jedoch auch für normale Fahrräder verwendbar.
- Tubeless-Reifen: Tubeless-Reifen entwickeln sich zunehmend als Alternative zu Schlauchreifen. Der Name sagt schon aus, dass diese Reifen ohne Schlauch auskommen. Die Nutzer dieser Variante fahren vor allem ein MTB oder üben Radsport aus. Vorteile ergeben sich aber auch für Fahrer eines City-Bikes oder beim Trekking. Das Flicken eines Schlauches nach einem Defekt gehört damit der Vergangenheit an. Reifen und Felge sollten dieselbe Größe in Zoll vorweisen. Außerdem müssen die Felgen das Prädikat Tubeless-Ready (TL-Ready) erfüllen. Das passende Felgenband ist ebenfalls notwendig, falls die Felgen nicht luftdicht sind.
Reifenpflege und Wartung
Fahrradreifen sind nicht nur eine der wichtigsten Komponenten an deinem Fahrrad, sondern werden häufig auch in Mitleidenschaft gezogen. Jeder Fahrradfahrer hatte sicher schon einmal das unschöne Erlebnis einer Panne und musste anschließend den Fahrradreifen wechseln. Für ein komfortables und die Reifen schonendes Fahrgefühl ist ein optimaler Reifendruck essenziell. Nicht selten passiert es, dass plötzlich eine Scherbe aus Glas, ein Nagel oder andere Fremdkörper im Reifen stecken. Dann ist bestenfalls nur der Reifenmantel, oft aber auch der Fahrradschlauch defekt.
Bevor Radfahrer jedoch den kompletten Wechsel des Fahrradreifens in Angriff nehmen oder den Fahrradschlauch wechseln müssen, besteht die Chance, dass sich mit einer kleinen Reparatur der Schaden beheben lässt. Häufige Schäden wie ein platter Reifen können selbst repariert werden, ohne eine Werkstatt aufzusuchen. Wer sich für fähig hält, im Fall einer Panne den Schaden selbst zu beheben, sollte immer passendes Werkzeug und Ersatzteile mitführen.
Ein Reifen ist permanent äußeren Einflüssen ausgesetzt. Dazu zählen unter anderem die Belastung durch das Fahren auf nicht asphaltierten oder unebenen Strecken, die Wetterbedingungen und die Bedingungen beim Lagern des Bikes. Beim Fahren besteht immer die Gefahr, dass ein Fremdkörper in den Mantel eindringt und er dadurch aufreißt oder brüchig wird. Im Normalfall sind kleinere Risse am Mantel leicht zu beheben, doch wenn das zu oft nötig ist, verliert der Reifen den Grip und bietet keinen ausreichenden Schutz mehr für den darunter liegenden Schlauch. Dann ist es empfehlenswert, den Fahrradreifen zu tauschen. Alte Reifen können auf dem Wertstoffhof oder bei einem Fahrradhändler zurückgegeben werden.
Reifen und Beschleunigung
Das Gewicht der Reifen (bzw. Masse) wirkt sich auf die Beschleunigung aus. Beim Beschleunigen muss man die Reifen zweimal beschleunigen, einmal um die Drehachse und einmal in Längsrichtung über die Straße. Daher benötigt man die doppelte Kraft.
Als Faustregel gilt: 100g weniger Laufradgewicht bringen ungefähr so viel wie 1kg weniger Gesamtradgewicht. 1kg weniger am Rahmen kosten aber meist deutlich mehr, als 100g weniger am Laufrad. Die Mischung muss halt stimmen.
Irrtümer über Fahrradreifen
Es gibt einige weitverbreitete Irrtümer über Fahrradreifen:
- Profillose Reifen sind gefährlich: Profillose Reifen, wie sie vor allem auf dem Rennrad zu finden sind, bieten auf trockener Straße sehr guten Halt. Die Haftung des Reifens entsteht durch die Gummimischung und die Aufstandsfläche, mit der der Reifen auf die Straße gepresst wird.
- Breite Reifen rollen schwerer: Moderne breite Reifen können genauso leicht oder sogar leichter rollen als schmale Reifen. Entscheidend ist der Luftdruck und die Konstruktion des Reifens.
- Ein Reifen braucht einen Schlauch: Tubeless-Reifen verzichten auf den Schlauch und bieten Vorteile wie geringeres Gewicht und besseren Pannenschutz.
Reifen-Kombinationen
Vorder- und Hinterrad erfüllen unterschiedliche Funktionen: Vorne braucht man Führung und will vor allem bremsen können, dafür braucht man Grip und Traktion. Sprich: eine weichere Gummimischung und stärkeres Profil, das sich mit dem Untergrund verzahnen kann. Der Hinterreifen soll gut rollen, deshalb darf das Gummi härter sein, auch das Profil darf zahmer ausfallen.
Die Karkasse
Die Karkasse ist das Skelett des Reifens. Sie sollte so stabil wie nötig sein und so flexibel wie möglich. Flexibel, um sich den Unebenheiten des Geländes anzupassen, doch so stabil, dass man nicht ständig Pannen hat. Downhill-Reifen besitzen eine mehrlagige Karkasse, das bringt eine hohe Durchschlagsicherheit und eine bessere Dämpfung.
Tubeless: Vor- und Nachteile
Tubeless ist pannensicherer, drückt das Gewicht, verbessert den Rollwiderstand, lässt einen geringeren Reifendruck zu und liefert somit mehr Traktion und Komfort. Nachteile sind eine aufwändigere Montage, Burping bei größeren Seitenkräften, ein höherer Preis und von Zeit zu Zeit entweichende Luft. Zudem sind spezielle Tubeless-Felgen notwendig.
Wann ist ein Reifen abgefahren?
Eine Faustregel gibt es hierfür nicht. Wenn die Kanten der Stollen rund sind, greifen Racer schon zu neuen Reifen, oftmals nach wenigen Runs. Hobby-Biker können die Stollen theoretisch ganz runterfahren. Es gilt: je geringer die Stollenhöhe, desto schlechter verzahnt sich der Reifen mit dem Untergrund. Das Profil ist beim Vorderreifen von viel größerer Bedeutung als beim Hinterreifen. Hinterreifen kann man getrost ganz runterfahren - zum Semislick-Pneu.
Reifen mit softer Gummimischung liefern zwar viel Grip, fahren sich aber viel schneller ab (Radiergummieffekt) als härtere Mischungen.
Reifenrecycling
Für Fahrradschläuche gibt es eine gute Recycling-Kette: Bike-Händler nehmen defekte Schläuche zurück, die dann beim Hersteller (z. B. Schwalbe) zu 100 Prozent wiederverwertet werden. Alte Reifenmäntel dagegen landen oft im Hausmüll oder auf dem Wertstoffhof - je nach Bundesland-Regelung. Momentan gibt es noch kein effektives Recycling-System für Reifen. Da Reifen einen hohen Brennwert besitzen, werden sie meist in Müllverbrennungsanlagen verbrannt.
Reifenalterung
Ja, leider. Reifen verhärten oder werden spröde. Je mehr sie der Witterung ausgesetzt sind, desto schneller altert das Gummi. Dafür ist besonders Ozon verantwortlich. Ist der Reifen neu und wird gut gelagert (dunkel, trocken, möglichst luftdicht, etwa in einer Plastiktüte) übersteht er locker 5 Jahre, ohne dabei an Leistung einzubüßen.
Reifendruck
Sehr wichtig. Ein niedriger Druck bringt mehr Komfort, Traktion und somit Fahrsicherheit. Leider erhöht sich mit sinkendem Luftdruck das Durchschlagrisiko. Auf den Rollwiderstand wirkt sich niedriger Reifendruck hauptsächlich auf der Straße oder auf Schotterwegen negativ aus - im Gelände dagegen weniger, wie wissenschaftliche Studien belegen. DH-Worldcup-Racer fahren oft 1,8 Bar vorne und 2,0 Bar hinten. Der hohe Druck ist der viel höheren Geschwindigkeit geschuldet, mit der Racer unterwegs sind. Der hohe Druck macht den Reifen pannenresistenter, und er walkt weniger.
Als Faustregel für den Luftdruck gilt: so niedrig wie möglich, ohne dabei Durchschläge zu riskieren, und dabei ausreichend seitenstabil, damit er nicht wegschmiert. Faustregel für Hobby-Biker (zirka 75 Kilo): vorne 1,5 Bar, hinten 1,7 Bar. Wer auf Gebirgs-Touren eher trialig und langsam unterwegs ist, kann sogar enorm man Grenz sogar bis auf 1 Bar runtergehen. So ein geringer Luftdruck bringt eine enorme Traktion, und der Reifen liegt sehr breit auf.
Tubeless kann man pauschal 0,3 Bar weniger Druck fahren, doch irgendwann ist die Grenze erreicht, und auch diese Reifen schlagen durch.
Rollwiderstand
Der Rollwiderstand wird in Watt angegeben und sagt aus, wie viel Energie ein Reifen „schluckt“. Ein normal sportlicher Mensch kann 250 Watt in der Stunde leisten. Muss er ständig mehr aufbringen, da die Reifen eine hohe Wattzahl schlucken, ist er dementsprechend früher k. o. Da der Vorderreifen weniger belastet wird, macht sich der Rollwiderstand des Reifens hier weniger bemerkbar als beim Hinterreifen.
Durchstich vs. Durchschlag
Ganz klar: Der Durchschlagwert ist wichtiger. Er sagt aus, wie robust ein Reifen ist. Durchstiche sind selten, Durchschläge dagegen sind der große Feind des Mountainbikers.
Breite Felgen
Breite Felgen erhöhen die Seitenstabilität des Reifens bei geringem Druck, und die Lauffläche wird insgesamt flacher, daher greifen mehr Stollen in den Boden. Das führt zu mehr Traktion.
Gummimischungen
Grundsätzlich gilt: je weicher die Gummimischung, desto höher sind Grip, Traktion und Verschleiß. Reifen mit weichem Gummi entfalten besonders am Vorderrad die größte Wirkung. Daher die Faustregel: vorne weich, hinten härter für einen besseren Rollwiderstand. Im Racing werden weiche Gummimischungen meist auf beiden Rädern gefahren.
Die Gummimischung beeinflusst auch die Dämpfungseigenschaften eines Reifens. Diese Rückprallelastizität hat eine große Auswirkung aufs Fahrverhalten. Downhill-Mischungen besitzen sehr hohe Dämpfungswerte und kleben daher am Boden. Nachteil: geringe Haltbarkeit, wenig nachhaltig!
Zweikammersysteme und Schaumstoffeinlagen
Zweikammersysteme werden in Verbindung mit Tubeless-Reifen eingesetzt. Der Reifen wird dabei so ins Felgenbett gepresst, dass er nicht herausspringen und Luft verlieren kann, wie das bei reinen Tubeless-Reifen passiert, zum Beispiel in Kurvenkompressionen oder bei Sprunglandungen (Burping). Größter Vorteil ist der enorme Durchschlagschutz, da der Hochdruckschlauch die Felge panzert. In Zweikammersystemen kann man je nach Einsatzzweck den Luftdruck bis unter 1 Bar senken.
Schaumstoffeinlagen wie Cush Core und Co haben einen ähnlichen Zweck. Beide Systeme werden meist bei DH- und Enduro-Rennen angewandt. Nachteil: mehr Gewicht und Laufradträgheit.
Leichte Reifen auf Enduros
Ja! Es kommt natürlich darauf an, wo. In felsigen Bike-Revieren wie im Vinschgau oder am Gardasee braucht man pannensichere Reifen mit guter Dämpfung. Ist man dagegen in Mittelgebirgen unterwegs, auf weicherem Boden und gewellten Trails, dann sind leichte Reifen mit einer eher harten Gummimischung sinnvoll. Denn sie erzeugen viel Vortrieb und ein quirliges Handling. Das geringere Reifengewicht verändert den Charakter des Bikes signifikant - aus Traktor wird Sportwagen.
Tipps zum Reifenkauf
Beim Kauf eines Fahrradreifens gibt es einige Dinge, die du beachten solltest. Zunächst einmal ist es wichtig, dass der Reifen für das Fahrrad geeignet ist, das du fährst. Das bedeutet, dass der Reifen die richtige Größe und den richtigen Typ für das Fahrrad hat. Um herauszufinden, welche Größe für dein Fahrrad geeignet ist, kannst du entweder die Angaben auf der Seitenwand des Reifens überprüfen oder dich an deinen Fahrradhändler wenden.
ETRTO-Norm
ETRTO steht für "European Tyre and Rim Technical Organization". Dies ist ein europäischer Verband, der sich mit der Normung und Standardisierung von Reifen und Felgen für Fahrräder und andere Fahrzeuge beschäftigt. ETRO-Normen legen die technischen Anforderungen und Testverfahren für Reifen und Felgen fest, um sicherzustellen, dass sie sicher und zuverlässig sind.
Drahtreifen vs. Faltreifen
Der wichtigste Unterschied zwischen Drahtreifen und Faltreifen besteht darin, wie sie aufgebaut sind. Drahtreifen bestehen aus einem Gummiüberzug, der über einem Drahtkern aufgezogen ist. Dieser Drahtkern gibt dem Reifen seine Form und Stabilität. Faltreifen hingegen bestehen aus einem Gummiüberzug, der über einem faltbaren Kevlar- oder Vollfaserkern aufgezogen ist. Insgesamt sind Faltreifen eine gute Wahl für Fahrräder, die viel transportiert werden, und für Fahrer, die eine bessere Performance suchen.
Reifenwechsel-Intervall
Es ist wichtig, den Zustand der Reifen auf einem Fahrrad regelmäßig zu überprüfen, um sicher und bequem fahren zu können. In der Regel solltest du deine Fahrradreifen alle zwei bis vier Jahre wechseln, je nachdem, wie oft du fährst und wie gut du die Reifen pflegst. Wenn du bemerkst, dass deine Reifen abgenutzt sind, platten oder rissig werden, solltest du sie so schnell wie möglich wechseln, um Unfälle zu vermeiden.
Tubeless-Reifen flicken
Um einen Tubeless-Reifen zu flicken, benötigst du folgende Dinge: Einen Reifenheber, eine Ersatzschlauch-Kit für Tubeless-Reifen, ein Ventilwerkzeug und eine Ventilaufnahme-Klammer. Zunächst musst du den Reifen von der Felge nehmen, indem du den Reifenheber verwendest. Dann musst du das Loch im Reifen finden und den alten Schlauch entfernen. Anschließend kannst du den Ersatzschlauch in den Reifen einfügen und mit dem Ventilwerkzeug am Ventil befestigen.
Profiltiefe
Die Profiltiefe bezieht sich auf die Stärke des Reifenprofils, also die Dicke der Gummischicht auf der Fahrradreifenbahn. Sie wird in Millimetern gemessen und gibt an, wie viel Gummimaterial noch vorhanden ist, um den Reifen vor Beschädigungen und Abnutzung zu schützen. Eine geringere Profiltiefe bedeutet, dass der Reifen weniger Schutz bietet und möglicherweise ausgetauscht werden muss.
Luftdruck
Der Luftdruck in Fahrradreifen ist sehr wichtig für die Sicherheit und Leistung des Fahrrads. Ein zu niedriger Luftdruck kann dazu führen, dass der Reifen platzt oder Schäden am Fahrradrahmen verursacht, während ein zu hoher Luftdruck das Fahren unbequem und unkontrolliert machen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Luftdruck in den Reifen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dazu benötigt man einen Fahrradluftdruckmesser, der entweder manuell oder elektronisch funktioniert.
EPI-Wert
EPI ist die Abkürzung für "Ends Per Inch", was auf Deutsch "Enden pro Zoll" bedeutet. Es bezieht sich auf die Anzahl der Stahlfäden in einem Fahrradreifen und wird oft verwendet, um die Qualität und Haltbarkeit eines Fahrradreifens zu beschreiben. Ein höherer EPI-Wert bedeutet, dass der Fahrradreifen aus mehr Stahlfäden besteht und dadurch langlebiger und widerstandsfähiger ist. Ein niedriger EPI-Wert hingegen bedeutet, dass der Fahrradreifen weniger Stahlfäden hat und daher weniger haltbar ist.
Reifengrößen
Die wichtigsten Reifengrößen am Fahrrad:
| Reifengröße (Zoll) | Verwendung |
|---|---|
| 26 | Mountainbikes (älter) |
| 27,5 (650B) | Mountainbikes, Reiseräder, Gravelbikes |
| 28 | Trekkingräder, Citybikes, Rennräder |
| 29 | Mountainbikes |
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