Was bedeutet die HS-Bezeichnung bei Fahrradreifen? – Eine umfassende Erklärung

Dieser Artikel ist Teil einer Artikelserie, in der es um den Fahrradreifen geht. Die Größen von Fahrradreifen werden heute nach der Europäischen Reifen- und Felgennorm ETRTO (European Tire and Rim Technical Organization) bezeichnet.

Schwalbe-Profilbezeichnungen

Alle Profilbezeichnungen bei Schwalbe beginnen mit HS, gefolgt von einer dreistelligen Zahl. Gelegentlich wird noch der Buchstabe A angehängt. Die Angabe HS484 in obigem Beispielreifen bezeichnet das Profil des Reifens. Konkret steht es für das Profil des Produkts Road Cruiser des Reifenherstellers Schwalbe.

Nachfolgend eine Liste aller derzeit verwendeten Profilbezeichnungen und der zugehörigen Reifenprodukte:

ProfilbezeichnungReifenprodukte
HS127HS 127
HS269CX Pro
HS326Space
HS369CX Comp
HS371Little Joe
HS371ALittle Joe
HS375Fat Frank
HS376Insider
HS377Road Cruiser
HS379Ice Spiker Pro
HS385Insider, Kojak
HS392Delta Cruiser, Delta Cruiser Plus
HS396Marathon Winter Plus, Winter
HS404Marathon Plus Tour
HS407Black Jack
HS413Kid Plus
HS417Dirty Dan
HS418Tracer
HS420Marathon
HS421Silento
HS425Rapid Rob
HS428Marathon Mondial
HS429Marathon Racer
HS430Big Apple
HS431Delta Cruiser, Delta Cruiser Plus
HS438Rocket Ron
HS439Big Ben
HS439Big Ben Plus
HS439Little Big Ben, Super Moto-X
HS440Marathon Plus
HS442Spicer Plus
HS447Magic Mary
HS450Land Cruiser, Land Cruiser Plus
HS451Thunder Burt
HS452Rock Razor
HS462One, Pro One
HS462AOne
HS463Nobby Nic, Tough Tom
HS464Durano DD, Durano Plus, One
HS464AE-One
HS466Jumbo Jim
HS467X-One Allround
HS467AX-One Allround
HS468Marathon Plus MTB
HS469Marathon Supreme
HS471Lugano II, Lugano II Endurance
HS472G-One Speed
HS473G-One Allround
HS475Marathon GT 365
HS476Smart Sam, Smart Sam Plus
HS481X-One Bite
HS483X-One Speed
HS484Road Cruiser, Road Cruiser Plus
HS485Energizer Plus Tour
HS487G-One Bite
HS489Racing Ray
HS490Racing Ralph
HS491Hans Dampf
HS492Energizer Plus
HS493Pro One, Pro One TT
HS493APro One
HS496Eddy Current Front
HS497Eddy Current Rear
HS498Marathon E-Plus
HS499Hurricane
HS600Billy Bonkers
HS601G-One Ultrabite
HS602Nobby Nic
HS603Marathon Almotion
HS604Johnny Watts
HS605Super Moto
HS608Big Betty
HS609Pick-Up
HS610G-One R
HS611Al Grounder
HS614Wicked Will

Warum gibt es unterschiedliche Reifenprofile?

Fahrräder werden zu ganz unterschiedlichen Zwecken eingesetzt. Rennrad-Fahrer wollen schnell fahren und sind meist auf trockenem Asphalt unterwegs. Für sie sind schmale Reifen mit wenig Profil und hohem Luftdruck ideal, da diese einen geringeren Luftwiderstand aufweisen und sich aufgrund der geringeren rotierenden Masse besser beschleunigen lassen.

Reifen auf City- und Trekking-Räder müssen mit festen sowie leicht losen und unebenen Untergründen zurechtkommen und haben üblicherweise ein ausgeprägteres Profil. Für den Einsatz abseits von festen Wegen verwenden Mountainbike-Fahrer gerne besonders breite MTB-Reifen mit hohen Profilstollen in größeren Abständen. Diese finden auf Schotter- und Naturwegen sowie bei matschigem Untergrund mehr Bodenhaftung (Grip) und haben eine gute Selbstreinigung. Reifen mit Spikes können im Winter auf vereistem Untergrund für mehr Halt sorgen.

Auf einer sauberen Straße hat das Profil nur einen geringen Einfluss auf die Fahreigenschaften. Die Haftung zwischen Straße und Reifen wird hier vornehmlich durch die Haftreibung zwischen Gummi und Straße erzeugt. Anders als beim Auto, gibt es beim Fahrrad kein Aquaplaning. Die Aufstandsfläche ist viel kleiner und der Anpressdruck viel höher. Ein Aufschwimmen kann theoretisch erst bei Geschwindigkeiten um die 200 km/h passieren.

Im Gelände hat das Profil jedoch eine sehr große Bedeutung. Hier wird durch das Profil eine Verzahnung mit dem Untergrund hergestellt und ermöglicht es erst so, die Antriebs-, Brems- und Lenkkräfte zu übertragen. Auf einer sauberen Straße, auch auf einer nassen, haftet ein Slick-Reifen sogar besser als ein profilierter Reifen, weil die Kontaktfläche größer ist.

Anders sieht es auf einer verschmutzten Straße oder erst recht auf einem Feldweg aus. Auf den Seitenwänden der meisten Schwalbe Reifen findest Du einen "ROTATION" Pfeil, der die empfohlene Laufrichtung angibt. Beim Fahren muss das Rad in Pfeilrichtung rotieren. Auf älteren Reifen lautet die Angabe "DRIVE". Bei einigen MTB-Reifen findest Du hingegen einen "FRONT" und einen "REAR"- Pfeil. Bei Straßenreifen hat die Laufrichtung vor allem optische Gründe. Die Reifen sehen mit der Pfeiloptik einfach dynamischer aus.

Im Gelände ist die Bedeutung der Laufrichtung deutlich größer, denn hier bewirkt das Profil die Verzahnung mit dem Untergrund. Während das Hinterrad die Antriebskräfte übertragen muss, ist das Vorderrad für die Übertragung von Brems- und Lenkkräften zuständig. Antriebs- und Bremskräfte haben unterschiedliche Wirkungsrichtungen.

Was bedeuten die anderen Angaben auf dem Fahrradreifen?

In der Praxis werden aber auch die älteren, englischen und französischen Bezeichnungen verwendet. Die ETRTO Größenbezeichnung (z. B. 37-622) gibt die Breite (37 mm) und den Innendurchmesser des Reifens (622 mm) an. Diese Bezeichnung ist eindeutig und erlaubt eine klare Zuordnung zur Felgengröße.

Die Zollbezeichnung (z. B. 28 x 1.40) gibt den ungefähren Außendurchmesser (28 Zoll) und die Reifenbreite (1.40 Zoll) an. Es gibt die Zollbezeichnung auch noch in der Form 28 x 1 5⁄8 x 1 3⁄8 (ungefährer Außendurchmesser x Reifenhöhe x Reifenbreite). Die Zollangaben sind nicht präzise und nicht eindeutig. Zum Beispiel werden die Durchmesser 559 mm (MTB), 571 mm (Triathlon) und 590 mm (holländische Tourenräder) alle mit 26-Zoll bezeichnet. Reifen mit dem Durchmesser von 622 und 635 mm bezeichnet man beide als 28 Zoll. Kurioserweise werden Reifen mit einem Innendurchmesser von 630 mm als 27 Zoll betitelt.

Die französische Größenangabe (z. B. 700 x 35C) gibt den ungefähren Außendurchmesser (700 mm) und die Reifenbreite (35mm) an. Der Buchstabe am Ende gibt einen Hinweis auf den Innendurchmesser des Reifen. Das C steht in diesem Fall für 622 mm. Die französische Bezeichnung gibt es nicht für alle Reifengrößen, so wird sie z. B. verwendet werden oder früher verwendet wurden.

Beide Reifengrößen benutzen den gleichen Innendurchmesser von 622 mm und lassen sich damit theoretisch auch auf die gleichen Felgen montieren. In Europa ist 28 Zoll eine traditionelle Größe für Tourenräder. Außerhalb von Europa wurde der Felgendurchmesser von 622 mm eher selten verwendet. Radreisende, die versuchen irgendwo in der Welt Ersatzreifen für ein 28" Tourenrad zu bekommen, können ein Lied davon singen.

29 Zoll wurde vor einigen Jahren als neue Laufradgröße für Mountainbikes in Amerika eingeführt. Die Bezeichnung ist entstanden, weil die MTB Reifen voluminöser sind und der Außendurchmesser ungefähr 29" entspricht. Ein schmaler 28" Reifen, z. B. mit der Reifenbreite 23 mm, wie es beim Rennrad üblich ist, hat in Wahrheit nur einen Außendurchmesser von etwas über 26". Bei einer Reifenbreite von 40 mm stimmt es ungefähr, dass der Außendurchmesser 28" hat.

Erst durch einen ausreichenden Luftdruck ist der Reifen in der Lage, das Fahrrad zu tragen. Auf der Straße gilt: Je höher der Luftdruck, desto geringer der Rollwiderstand des Reifens. Auch die Pannenanfälligkeit ist bei hohem Druck geringer.

Häufig zum vorzeitigen Verschleiß des Reifens. Rissbildung an der Seitenwand ist die typische Folge. Auch der Abrieb ist dann unnötig hoch. Reifen und Felge müssen zueinander passen. Die Reifengröße 37-622 passt z.B. auf eine Felge 622 x 19C. Außerdem müssen Reifenbreite und Felgeninnenmaulweite aufeinander abgestimmt sein.

Um herauszufinden, welche Größe für dein Fahrrad geeignet ist, kannst du entweder die Angaben auf der Seitenwand des Reifens überprüfen oder dich an deinen Fahrradhändler wenden. In der Regel wird die Größe des Reifens in Zoll oder in Millimetern angegeben und besteht aus zwei Zahlen, die die Breite und den Durchmesser des Reifens angibt. Zum Beispiel könnte ein Reifen mit der Größe 26 x 1,75 bedeuten, dass der Reifen 26 Zoll breit und 1,75 Zoll im Durchmesser ist.

ETRTO steht für "European Tyre and Rim Technical Organization". Dies ist ein europäischer Verband, der sich mit der Normung und Standardisierung von Reifen und Felgen für Fahrräder und andere Fahrzeuge beschäftigt. ETRO-Normen legen die technischen Anforderungen und Testverfahren für Reifen und Felgen fest, um sicherzustellen, dass sie sicher und zuverlässig sind.

Weitere wichtige Aspekte

Der wichtigste Unterschied zwischen Drahtreifen und Faltreifen besteht darin, wie sie aufgebaut sind. Drahtreifen bestehen aus einem Gummiüberzug, der über einem Drahtkern aufgezogen ist. Dieser Drahtkern gibt dem Reifen seine Form und Stabilität. Faltreifen hingegen bestehen aus einem Gummiüberzug, der über einem faltbaren Kevlar- oder Vollfaserkern aufgezogen ist. Insgesamt sind Faltreifen eine gute Wahl für Fahrräder, die viel transportiert werden, und für Fahrer, die eine bessere Performance suchen.

Es ist wichtig, den Zustand der Reifen auf einem Fahrrad regelmäßig zu überprüfen, um sicher und bequem fahren zu können. In der Regel solltest du deine Fahrradreifen alle zwei bis vier Jahre wechseln, je nachdem, wie oft du fährst und wie gut du die Reifen pflegst. Wenn du bemerkst, dass deine Reifen abgenutzt sind, platten oder rissig werden, solltest du sie so schnell wie möglich wechseln, um Unfälle zu vermeiden.

Ein Tubeless-Reifen ist ein Reifen, der ohne Schlauch verwendet wird. Die Luft wird direkt in den Reifen gegeben, wodurch das Risiko von Reifenpannen reduziert wird. Tubeless-Reifen bieten auch ein besseres Fahrverhalten und eine höhere Geschwindigkeit, da sie weniger Rollwiderstand aufweisen. Dies ist vor allem bei hohen Geschwindigkeiten oder auf unebenem Gelände von Vorteil. Insgesamt sind die Vorteile von Tubeless-Reifen in der Regel größer als die Nachteile, weshalb viele Fahrer sie bevorzugen.

Die Profiltiefe bezieht sich auf die Stärke des Reifenprofils, also die Dicke der Gummischicht auf der Fahrradreifenbahn. Sie wird in Millimetern gemessen und gibt an, wie viel Gummimaterial noch vorhanden ist, um den Reifen vor Beschädigungen und Abnutzung zu schützen. Eine geringere Profiltiefe bedeutet, dass der Reifen weniger Schutz bietet und möglicherweise ausgetauscht werden muss.

Der Luftdruck in Fahrradreifen ist sehr wichtig für die Sicherheit und Leistung des Fahrrads. Ein zu niedriger Luftdruck kann dazu führen, dass der Reifen platzt oder Schäden am Fahrradrahmen verursacht, während ein zu hoher Luftdruck das Fahren unbequem und unkontrolliert machen kann. Aus diesem Grund ist es wichtig, den Luftdruck in den Reifen regelmäßig zu überprüfen und gegebenenfalls anzupassen. Dazu benötigt man einen Fahrradluftdruckmesser, der entweder manuell oder elektronisch funktioniert.

Es ist wichtig, dass der Reifendruck in einem Fahrradreifen richtig eingestellt ist, um sicher und bequem fahren zu können. In der Regel liegt der empfohlene Reifendruck für ein Fahrrad zwischen 3 und 5 bar. Es ist jedoch immer ratsam, die Angaben des Herstellers zu beachten und den Reifendruck entsprechend einzustellen.

In der Regel liegt der empfohlene Luftdruck für Rennräder zwischen 7 und 9 bar (100-130 psi), aber es ist wichtig, die Angaben des Herstellers zu beachten, die in der Regel auf dem Reifen angegeben sind.

EPI ist die Abkürzung für "Ends Per Inch", was auf Deutsch "Enden pro Zoll" bedeutet. Es bezieht sich auf die Anzahl der Stahlfäden in einem Fahrradreifen und wird oft verwendet, um die Qualität und Haltbarkeit eines Fahrradreifens zu beschreiben. Ein höherer EPI-Wert bedeutet, dass der Fahrradreifen aus mehr Stahlfäden besteht und dadurch langlebiger und widerstandsfähiger ist. Ein niedriger EPI-Wert hingegen bedeutet, dass der Fahrradreifen weniger Stahlfäden hat und daher weniger haltbar ist.

In der Regel liegt der empfohlene EPI-Wert für einen Fahrradreifen zwischen 50 und 120, je nachdem, für welches Fahrrad und für welchen Einsatzzweck der Reifen bestimmt ist. Fahrradreifen mit einem niedrigeren EPI-Wert werden häufig für Mountainbikes verwendet, da sie größeren Rollwiderstand und bessere Traktion auf unebenem Gelände bieten. Fahrradreifen mit einem höheren EPI-Wert hingegen werden oft für Rennräder verwendet, da sie leichter und schneller sind.

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