Fahrradreifen lässt sich nicht aufpumpen: Ursachen und Lösungen

Einen Fahrradreifen aufzupumpen ist eigentlich nicht schwer. Doch dann kauft man ein neues Rad, wechselt den Schlauch oder will seinem Reifen nach längerer Zeit mal wieder etwas Luft gönnen - und es klappt nicht. Der platte Reifen ist eine der häufigsten Pannen, die beim Radfahren auftritt.

Hier sind einige Ursachen und Lösungen, wenn sich Ihr Fahrradreifen nicht aufpumpen lässt:

1. Überprüfen der Pumpe

Zunächst prüft man die Bereitschaft der Pumpe. Dazu verschließt man die Auslassöffnung mit dem Daumen und versucht zu pumpen. So merkt man schnell, ob die Pumpe noch Druck aufbaut oder die Luft durch eine kaputte Stelle entweicht.

2. Passende Pumpe zum Ventil

Dass die Pumpe funktioniert, reicht allein noch nicht aus. Sie muss auch für das jeweilige Ventil geeignet sein. „Gute Pumpen haben in der Regel Ventilköpfe, mit denen sich die gängigen Ventiltypen aufpumpen lassen“, erklärt Beatrix Collins von SKS Germany.

Es gibt verschiedene Arten von Fahrradventilen:

  • Dunlop-Ventil: Es war lange Zeit der Standard bei allen Reifen. Dieses aufgrund seines weitläufigen Einsatzes im Fahrradbereich auch Fahrradventil genannt.
  • Schrader-Ventil: Es gleicht einem Autoventil.
  • Sclaverand-Ventil: Manchen Fahrradfahrern erscheint das französische Ventil, welches auch unter dem Namen Sclaverand-Ventil bekannt ist, als Erfindung des Teufels.

Viele ältere Pumpen können deshalb, unter anderem aufgrund des zwei Millimeter schmäleren Ventilschafts, nicht mit dieser relativ neuen Ventilgattung umgehen. Hier schafft entweder ein Adapter oder der Kauf einer modernen Fahrradpumpe Abhilfe. Diese können mit allen drei Ventilen umgehen, sprich dem Fahrradventil, dem Autoventil und dem französischen Ventil.

3. Besonderheiten der Ventile beachten

Bei allen muss - sofern vorhanden - die Staubschutzkappe aus Plastik abgeschraubt werden.

Dunlop- und Schrader-Ventile müssen vor dem Aufpumpen nicht aufgedreht werden. Bei Sclaverand-Ventilen musst du das Ventil leicht gegen den Uhrzeigersinn drehen. Wichtig dabei: Nicht zu viel drehen, aber auch nicht zu wenig.

Französisches Ventil (Sclaverand-Ventil)

Oft beklagen Radfahrer, dass sich ihr neues Fahrrad mit dem französischen Ventil gar nicht aufpumpen lasse. Das Problem ist hier meist eine fehlende Einweisung in die Besonderheiten des französischen Ventils. Hierbei ist es notwendig den Stößel aufzudrehen und kurz anzutippen, ansonsten gelangt weder Luft hinein noch hinaus. Wichtig ist es auch, den Stößel danach wieder komplett zuzudrehen.

Ist der Stößel nicht ganz herausgedreht oder die Pumpe sitzt nur leicht auf dem Ventil, so gestaltet sich das Aufpumpen oft sehr schwer. Teilweise kommt es vor, dass beim Aufpumpen am französischen Ventil mehr Luft aus dem Schlauch entweicht, als dabei hineinkommt. Ursache dafür ist meist eine zu schräg angesetzte, oder nicht stark genug aufgesetzt, Pumpe.

Der sogenannte „Stößel“ des Ventils, welcher im normalen Zustand zugedreht wird, ist sehr filigran. Wird die Pumpe nicht ganz gerade aufgesetzt und das Ventil schräg belastet, so kann dieser Stößel sich verbiegen und das Ventil funktioniert nur noch eingeschränkt.

4. Ventil verklebt

Manchmal verkleben Ventile auch etwas. Da hilft nur viel Druck, um das zu lösen oder eben austauschen.

5. Aufpumpen an der Tankstelle

Alter Bekannter vom KFZ: Der Vorteil diese Ventiltyps liegt darin, dass man seine Reifen an jeder Tankstelle befüllen kann. Reifen mit einem Schrader-Ventil kannst du zudem an den üblichen Druckluftstationen von Tankstellen aufpumpen. Dies ist gerade bei längeren Touren, wenn du deine Luftpumpe vergessen hast, äußerst hilfreich.

Viele Radfahrer wollen es nicht missen, ihr Fahrrad einfach kurz an der Tankstelle aufpumpen zu können. zum einen sind Adapter für die Benutzung einer Autoventilpumpe für günstiges Geld erhältlich und zum anderen, sollte ein Fahrrad nur in Notfällen an der Tankstelle aufgepumpt werden!

Dabei ist jedoch Vorsicht angeraten, schließlich sind die Kompressoren für voluminösere Autoreifen gedacht und können einen dünnen Fahrradreifen auf Knopfdruck zum Platzen bringen. Deshalb ist es auch nicht an jeder Tankstelle erlaubt, Fahrradreifen aufzupumpen.

Der benötigte Druck ist viel höher als bei Autos, sodass die vorhandenen Kompressoren meist nicht im Druckbereich eines Fahrrads arbeiten - es besteht somit erhöhte Pannengefahr! Besser das Fahrrad mit einer speziellen Fahrradpumpe aufpumpen, welche im richtigen Druckbereich arbeitet. Je schmaler der Reifen, desto höher der benötigte Druck im Schlauch. Umso wichtiger wird es, in eine hochwertige Pumpe zu investieren.

6. Reifendruck beachten

Wer schon einmal auf einem Fahrrad mit zu geringem Reifendruck unterwegs war, der weiß: Das macht wenig Spaß, da es einfach deutlich anstrengender ist als eine Fahrt mit einem perfekt aufgepumpten Reifen. Der höhere Rollwiderstand, der durch einen niedrigen Reifendruck entsteht, ist bei einer Offroad-Tour kein Problem, beim Fahren auf Asphalt hingegen schon. Auch sonst beeinflusst der Reifendruck das Fahrverhalten deutlich.

Wichtig ist hier auch ein gut ablesbares Manometer - denn wer mit Köpfchen fährt, achtet stets auf den vorgegebenen (und auf der Reifenflanke angegebenen) Druckbereich, der je nach Fahrradtyp stark variiert.

7. Defektes Ventil oder Schlauch

Beim Fahrradreifen Aufpumpen kann im Prinzip nicht viel schiefgehen. Hin und wieder kann es vorkommen, dass der Reifen trotz deiner Bemühungen nicht hart wird. Das kann zwei Gründe haben: Entweder hat der Schlauch ein Leck oder das Ventil ist undicht. Undichte Ventile solltest du austauschen. Falls der Schlauch der Übeltäter ist, hilft nur flicken oder ebenfalls austauschen. Ein Leck im Schlauch lässt sich übrigens leicht orten. Du musst dazu lediglich etwas Luft in den Reifen pumpen und diesen anschließend durchs Wasser ziehen.

Wenn dein Reifen stetig ein bisschen Luft verliert, ist die Ursache womöglich nicht ein Leck im Schlauch, sondern ein verschlissenes Fahrradventil. Auch Fahrradventile sind letztlich Verschleißteile und halten nicht ewig. Deshalb ist es wichtig, dass du weißt, wie man ein Fahrradventil austauscht.

8. Ventilabriss

Ein Ventilabriss kann z. B. entstehen, wenn das Ventil unter Spannung eingebaut wurde.

Eine andere häufige Ursache ist der Einbau von Schläuchen mit Sclaverand- Ventilen in Felgen mit größeren Ventilbohrungen. Vorsicht: Es gibt leider auch Felgen, die auf der Außenseite die korrekte Bohrung von 6,5 mm haben, aber auf der Innenseite, wo das Problem entsteht, eine größere Bohrung von 8,5 mm. Eine zu stark angezogene Felgenmutter verstärkt die Problematik deutlich.

Die Funktion der Felgenmutter liegt ausschließlich darin, das Ventil beim Pumpen zu arretieren. Meist stehen Ventilabrisse im Zusammenhang mit Reifenwandern. Durch die immer besseren Bremsen rutschen die Reifen beim Bremsen oft auf der Felge.

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