Fahrradreifen Milch Einfüllen Anleitung

Tubeless-Bereifung bietet eindeutige Vorteile bei Schnelligkeit, Komfort, Grip und Pannensicherheit. Unnötige Reibung zwischen Reifen und Schlauch wird vermieden. Dadurch ist der Rollwiderstand wesentlich geringer als bei Faltreifen oder Schlauchreifen.

Tubeless kann man ohne Leistungseinbußen mit einem geringeren Luftdruck fahren. Das bringt Vorteile im Komfort aber auch mehr Kontrolle in kritischen Situationen und auf schlechten Strecken. Gleichzeitig bieten Tubeless-Systeme hohe Pannensicherheit. Die Gefahr von Durchschlägen ist deutlich geringer.

Ein plötzlicher Luftverlust durch platzende Schläuche oder Ventilabrisse ist ausgeschlossen. Zudem funktionieren Tubeless-Systeme sehr gut im Zusammenspiel mit Pannenschutzflüssigkeiten. Die Vorteile sind vor allem für sportliche Fahrer interessant, denen es um maximale Performance geht. Das System ist technisch anspruchsvoll und erfordert ein Tubeless kompatibles Laufrad.

Wenn Du ein wartungsärmeres Set-Up suchst, dann ist das System mit Schlauch die richtige Wahl für dich.

Was du benötigst:

  • Schwalbe Tubeless Reifen
  • Tubeless-Ventil
  • Dichtflüssigkeit (z. B Schwalbe Doc Blue)
  • Montagefluid (z. B Schwalbe Easy Fit)
  • Standpumpe mit Manometer
  • Ein Putztuch

HINWEIS: Ein Kompressor oder der Schwalbe Tire Booster sind sehr hilfreich, wenn es beim Aufpumpen Probleme gibt.

Montageanleitung:

  1. Reifen wie gewohnt auf die Felge montieren. Reifenheber nur vorsichtig einsetzen.
  2. Wichtig: Vor dem Aufpumpen beide Reifenwülste mit Montagefluid bestreichen (1). Das Ventil muss sich beim Aufpumpen zwischen den Wülsten befinden (2).
  3. Beim ersten Aufpumpen ist ein kräftiger Luftstoß erforderlich (Standpumpe, Kompressor oder Tire Booster) (3). Der Reifen rastet hörbar auf der Felge ein.
  4. Danach Luft wieder ablassen. Am besten direkt zur ersten Ausfahrt starten. Die Abdichtung durch die Milch ist erst abgeschlossen, wenn der Reifen gewalkt hat und die Karkasse vollständig benetzt ist.
  5. Nach 24 Stunden nachpumpen.

HINWEIS: Unbedingt die Angaben zu maximalem Luftdruck von Reifen und Felge beachten.

HINWEIS: Bitte zum Aufpumpen keine CO2-Kartuschen verwenden. Das CO2 wirkt sich ungünstig auf die Pannenschutzflüssigkeit aus.

HINWEIS: Generell ist beim Hantieren mit der Dichtflüssigkeit Vorsicht geboten.

Füllmengen:

Für vorbeugenden Pannenschutz und Tubeless Konversion:

  • Reifen von 23 - 60 mm -> 60 - 90 ml/Reifen
  • Reifen von 62 - 100 mm -> 90 - 120 ml/Reifen

Gut schütteln! Wirkt bis zu 7 Monate. Nicht geeignet für grobe Defekte (Schnitte/Platzer). Tubeless Konversion nur mit Tubeless tauglichen Laufrädern und Reifen.

Dichtmilch direkt in den Reifen schütten oder nachträglich über das Ventil einfüllen?

Nein, Du kannst die Dichtflüssigkeit auch direkt in den Reifen schütten bevor Du den zweiten Reifenwulst montierst. Das nachträgliche Einfüllen über das Ventil hat den Vorteil, dass man „sauberer“ arbeiten kann, weil die Milch erst ins Spiel kommt, wenn der Reifen bereits in der Felge eingerastet ist. Bei bekannten Kombinationen geht das direkte Einfüllen natürlich schneller.

Tubeless Easy-Reifen sind keine luftdichten Tubeless-Reifen. Es wird eine spezielle Pannenschutzflüssigkeit benötigt, um die notwendige Dichtigkeit herzustellen. Echte Tubeless-Reifen, wie sie früher üblich waren, kamen theoretisch ohne die Flüssigkeit aus. Dafür waren sie viel schwerer und in der Praxis wurden sie trotzdem meistens mit Dichtmilch gefahren.

Wie häufig muss die Dichtflüssigkeit nachgefüllt bzw. gewechselt werden?

Doc Blue bleibt ca. 2000 km oder 2-7 Monate als vorbeugender Pannenschutz im Reifen aktiv. Wenn das System einmal dicht ist, musst Du die Milch nicht unbedingt nachfüllen. Die zusätzliche Schutzwirkung gegen Pannen hast Du natürlich nur, wenn es noch aktive Milch im Reifen gibt.

Wir empfehlen die Dichtflüssigkeit vor einem Wettkampf oder einer größeren Tour zu kontrollieren und zu erneuern. Wenn Dich das Mehrgewicht nicht stört, kannst Du auch einfach zusätzliche Dichtmilch einfüllen. Mit einer Nadel kann man testen, ob die Dichtflüssigkeit noch funktionsfähig ist.

Einfach in die Lauffläche einstechen und den Reifen rotieren lassen. Wenn das Loch nicht automatisch abgedichtet wird, musst Du Dichtflüssigkeit nachfüllen. Doc Blue bleibt ca. 2000 km oder 2-7 Monate als vorbeugender Pannenschutz im Reifen aktiv. Der Zeitraum variiert stark in Abhängigkeit von der Temperatur.

DOC BLUE wurde erfolgreich gemäß der OECD-Norm 301B auf biologische Abbaubarkeit getestet. Die auf Naturlatex basierende Dichtmilch bietet eine umweltfreundliche Alternative zu Sealants mit synthetischem Latex. Zusätzliche Konservierungsmittel sind bei DOC BLUE nicht erforderlich, da Ammoniak zur Stabilisierung beim Zapfen des Kautschuksafts eingesetzt wird.

Aufpumpen - Tipps und Tricks:

Aufpumpen ist häufig das größte Problem beim Montieren eines Tubeless-Reifens. Gerade bei eher klassischen Felgenformen, die nicht optimal für eine Tubeless-Montage konstruiert sind, entweicht die Luft beim Pumpen oft unkontrolliert zwischen Reifenwulst und Felge. Folgende Kniffe schaffen Abhilfe:

  • Kontrollieren, dass das Ventil zwischen den Reifenwülsten positioniert ist.
  • Montagefluid wie z. B. Easy Fit verwenden! Durch den Gleitfilm rutscht die Reifenwülste viel leichter in die vorgesehene Position.
  • Ventileinsatz entfernen um den Luftdurchfluss zu vergrößern.
  • Wenn der Reifen zu locker sitzt, hilft oft eine zusätzliche Lage Felgenband.
  • Reifen vorher mit Schlauch montieren und 24 Stunden ruhen lassen.

Es kann natürlich auch Undichtigkeiten im Bereich des Ventils oder der Felge geben. Um diese festzustellen ist es nötig, das Laufrad komplett unter Wasser zu halten oder mit Montagefluid zu bestreichen.

Bei entsprechenden Undichtigkeiten tritt die Luft dann am Ventil und/oder den Speichen-Nippeln aus. Das kann eine Weile dauern, da sich im Hohlraum der Felge zunächst ausreichend Druck aufbauen muss. Oft liegt das Problem im Bereich des Ventils. Mögliche Abhilfe:

  • Ventilmutter fester ziehen
  • Kontaktbereich Ventil/Felge säubern und entgraten
  • Ventil austauschen
  • Felgenband austauschen

Wenn das alles ohne Erfolg bleibt, dann kann evtl. WAS IST EIN TIRE BOOSTER? Zum Aufpumpen eines Tubeless-Reifens ist ein kräftiger Luftstoß erforderlich. Leider ist eine Standpumpe dafür nicht bei allen Laufrädern ausreichend und einen Kompressor haben die wenigsten Nutzer zuhause. Hier schafft der Tire Booster Abhilfe. Im wesentlichen handelt es sich um einen Druckbehälter, den Du mit der Standpumpe bis auf 11 bar aufpumpen kannst. Die gesammelte Luft beförderst Du dann mit einem einzigen „Schuss“ in den Reifen.

Gebrauchsanleitung & Sicherheitshinweise für den Tire Booster:

Der Tire BOOSTER unterstützt dich bei der Tubeless-Montage. Anleitung:

  1. Reifen und Felge vor der Montage säubern.
  2. Reifen wie gewohnt auf die Felge montieren. Vor dem Aufpumpen beide Reifenwülste mit Montagefluid bestreichen. Das Ventil muss sich beim Aufpumpen zwischen den Wülsten befinden.
  3. Entlüftungsventil („Air Valve“) des Tire Booster schließen.
  4. Pumpenkopf vom Tire Booster auf das Fahrradventil drehen. Mit dem Adapter kannst du den Luftstrom in den Reifen verstärken. Dafür Ventileinsatz entfernen, Adapter auf den Pumpenkopf des Tire Boosters schrauben und zusammen auf den Ventilschaft drehen.
  5. Tire Booster aufpumpen (max. 11 Bar/160 PSI).
  6. Entlüftungsventil öffnen. Der Reifen rastet hörbar auf der Felge ein.
  7. An der Kennlinie den richtigen Sitz des Reifens überprüfen. Ist Nachpumpen erforderlich, kann dies über den Tire Booster erfolgen (Entlüftungsventil muss geöffnet sein).
  8. Pumpkopf entfernen. Ggf. Dichtflüssigkeit (z.B.

Temperaturen unter -15°C bzw. ! Vereinzelt gibt es Laufräder, die sich heute als Tubeless oder Tubeless Ready bezeichnen, aber noch nicht dem neuesten Standard entsprechen. Trotzdem kannst Du einen Tubeless Reifen darauf montieren, aber Du musst mit Problemen oder größeren Aufwand bei der Montage rechnen. Häufig brauchst Du einen Kompressor oder den Tire Booster zum Aufpumpen. Bei Fragen wende dich bitte an den Laufrad-Hersteller. Hier findest Du eine Liste mit Rennrad-Laufrädern, die wir auf Sicherheit, Montagefreundlichkeit und Bepumpbarkeit getestet haben.

Unmöglich ist eine Tubeless-Montage in der Regel bei sehr schmalen Felgen (13C), sehr günstigen Felgen oder bei Felgen mit Ösen im Tiefbett. In diesen Fällen klappt es meist nicht, die Felgen mit dem Felgenband luftdicht zu bekommen. Vorsicht bei Felgen mit geringer Flankenhöhe (deutlich unter ETRTO Standard) und Hookless-Felgen. Die Absprungsicherheit ist hier zumindest reduziert.

Felgenband:

Das Schwalbe Tubeless-Felgenband ist absolut Hochdruck- und Hitzebeständig. Eine Lage Felgenband ist in der Regel ausreichend. Alle Speichenbohrungen müssen sicher durch das Felgenband abgedeckt sein. Am besten bedeckt es den kompletten Felgenboden. Der Felgenboden muss vor der Verlegung absolut sauber und eben sein. Alte Klebstoff- und Fettrückstände mit Bremsenreiniger entfernen.

Felgenband unter kräftigem Zug aufkleben, damit keine Luftblasen entstehen. Am Ende das Band ca. 5-10 cm überlappen lassen.

Ventil:

Das Schwalbe Tubeless-Ventil ist aus Aluminium und sehr leicht. Der konische Ventilfuss ist mit Metall verstärkt und passt in fast alle Felgen. Bei Rennfahrern unbeliebt, trotzdem ist für den Tubeless Betrieb die Ventilmutter zwingend notwendig um das Ventil sicher in der Felge zu fixieren.

Es gibt nur wenige Felgen, die bereits luftdicht gefertigt werden. Einstiche werden während der Fahrt automatisch von Doc Blue abgedichtet und repariert. Wichtig: Du musst weiterfahren oder die defekte Stelle auf den Boden drücken. Die Walkarbeit unterstützt die Funktion der Dichtmilch.

Nur bei sehr groben Verletzungen wie Schnitten oder Snake-Bites hilft die Dichtflüssigkeit nicht weiter. Hier ist ein Ersatzschlauch immer noch die beste Lösung. Dazu das Tubeless-Ventil entfernen und die Dichtflüssigkeit auswischen.

Von Beginn an haben wir an die Tubeless Technologie geglaubt und viel Pionierarbeit in der Forschung und Entwicklung geleistet. Heute sind wir überzeugt: Tubeless ist die Reifentechnologie für performanceorientierte Radfahrer!

Welche Reifen passen auf welche Felgen?

Reifen und Felge müssen zueinander passen. Genauer gesagt, muss der Reifeninnendurchmesser mit dem Felgenschulterdurchmesser übereinstimmen. Die Reifengröße 37-622 passt z.B. auf eine Felge 622 x 19C. Außerdem müssen Reifenbreite und Felgeninnenmaulweite aufeinander abgestimmt sein.

Tubeless oder Schlauch?

Am Ende ist es eine Frage des Geschmacks - und natürlich der Anforderungen. Denn beide Varianten haben Vor- und Nachteile: Fahrradreifen mit einem Fahrradschlauch sind der Klassiker - und bei Montage und Wartung sehr einfach in der Handhabung: Der Reifen wird einseitig von der Felge gehoben, dann kommt der Schlauch rein. Die Reifenflanke wird wieder ins Felgenbett gedrückt, dann nur noch Schlauch aufpumpen - fertig.

Der Nachteil vom Aufbau des Laufrads mit Schlauch: Die Pannenanfälligkeit, insbesondere im Wald, wenn Dornen und grobe Steine dem Reifen ständig zusetzen. Mit Tubeless-Reifen kannst Du einen geringeren Reifendruck fahren, da ein leichter Durchschlag auf die Felge meist ohne Folgen bleibt. Ein Schlauch geht dabei oft kaputt (der sogenannte Snakebite). Kleine Durchstiche werden von dem Dichtmittel sofort abgedichtet, während ein Schlauch dabei ebenfalls aufgibt.

Weniger Druck bringt mehr Grip und Traktion durch die vergrößerte Auflagefläche und die Fähigkeit des Reifens, sich besser an Unebenheiten anzupassen, dazu mehr Komfort durch die zusätzliche Federwirkung des Reifens. Ein weiterer willkommener Effekt ist der Gewichtsvorteil der geringeren rotierenden Masse: Ein Tubeless-Laufrad wiegt etwas weniger als ein Rad mit herkömmlichem Schlauch.

Der Gewichtsunterschied beträgt beim Mountainbike gut 100g pro Laufrad, beim Gravelbike ca. 80g und beim Rennrad ca. 50g (immer verglichen mit den Einsatzzweck entsprechenden Butylschläuchen). Unsere Empfehlung: Probiere kurzerhand beides einmal aus, Dann findest Du das für Dich passende System schnell heraus.

Voraussetzungen für den Tubeless-Aufbau:

Die Voraussetzung für den Tubeless-Aufbau ist eine Tubeless-fähige Felge und ein entsprechend kompatibler Reifen. Dies erkennst Du an den herstellerüblichen Bezeichnungen wie zum Beispiel Tubeless Ready, Tubeless Easy oder ähnlich, zum Beispiel bei: Schwalbe, DT Swiss oder Maxxis.

Dichtmittel, Klebe-Felgenband, Ventile und Reifenheber: Das wäre außer der Pumpe schon alles, was Du benötigst.

Vorbereitung:

Wenn Deine Felge bereits mit Tubeless-Felgenband beklebt ist, kannst Du diesen Schritt überspringen. Wenn nicht, musst Du ein spezielles Felgenband zum Abdichten aufkleben, da das Dichtmittel und die Luft sonst durch die Speichenlöcher austritt und das System keine Luft halten könnte. Die meisten der Tubeless-Felgenbänder sind wie klassisches Klebeband aufgerollt.

Bevor Du das Felgenband einklebst, muss das Felgenbett fettfrei und sauber sein. Wir verwenden dafür Bremsenreiniger und wischen das Laufrad mit einem fusselfreien Tuch sauber. Beim Einkleben des Felgenbandes beginnen wir einige Zentimeter vor dem Ventilloch und ziehen das Felgenband über das Ventilloch und einmal rundherum.

Wichtig: Schau, dass das Band während des Beklebens immer gut auf Spannung ist. Es wird gedehnt und dabei aufgeklebt. Dadurch zieht es sich um die Felge herum zusammen und wird so noch zuverlässiger und dauerhaft kleben. Sei dabei nicht zimperlich: das Band kann kräftig Zug vertragen. Treffen sich die beiden Enden nach einer Umrundung wieder, sollten sie sich über dem Ventilloch ca. 5 cm überlappen.

Wenn Du das Band abschneidest, empfiehlt es sich, rund abzuschneiden und nicht im rechten Winkel, wie Du es intuitiv machen würdest, denn eine Ecke oder Spitze bei einem Aufkleber stellt immer eine Schwachstelle dar und wird sich als Erstes ablösen. Nun wird noch das Ventilloch ins Felgenband gestochen.

Dabei ist Vorsicht geboten: mit einer Schere oder mit einem Messer kann es passieren, dass der Schnitt zu groß wird und das Ventil später nicht 100%ig abdichtet. Unser Tipp: Wir erhitzen einen Nagel oder eine dickere Nadel mit einem Feuerzeug und "schmoren" ein Loch ins Felgenband. Wenn Du durchstichst, mach ein paar kreisende Bewegungen, um das Loch auf die Ventilgröße zu weiten. So erzeugst Du keinen Schnitt, der weiter einreißen könnte.

Sicherung des Tubeless-Ventils:

Nun muss das Tubeless-Ventil eingesetzt werden. Charakteristisch daran ist der Gummikegel am Ende. Dieser quetscht sich in das Ventilloch und dichtet es ab, sobald Du das Ventil von der anderen Seite mit der Überwurfmutter (Rändelmutter) sicherst. Wichtig: Drücke das Ventil mit dem Daumen von innen kräftig in das Ventilloch, anstatt es allein mit der Rändelschraube anzuziehen. Es setzt sich dadurch zuverlässiger in das Ventilloch.

Sitzt das Tubeless-Ventil in der Felge, kann der Reifen wieder montiert werden. Vor diesem Arbeitsschritt musst Du Dir jedoch überlegen, wie Du das Dichtmittel in den Reifen einfüllen möchtest: über das Ventil oder über die Reifenflanke. Je nach Variante gehst Du beim Aufziehen der Reifen unterschiedlich vor.

Reifen auf die vorbereitete Felge aufziehen:

Reifen positionieren. Bedenke dabei, wie du die Dichtmilch einfüllen möchtest.

Dichtmittel durch das Ventil einfüllen:

Wenn Du die Dichtmilch über das Ventil einfüllst, musst Du vorher beide Reifenflanken auf die Felge aufziehen. Bitte achte darauf, dass Du beim Aufziehen die Reifenwulst immer mittig ins Felgenbett drückst. Das erleichtert das Aufziehen, da der Durchmesser der Felge dort am kleinsten ist.

Jetzt benötigt der Reifen schnell viel Luft, damit er satt ins Felgenhorn springt. Mit einer Standpumpe klappt es meist mit einigen sehr schnellen Pumpenhüben. Pumpe den Reifen damit auf ca. 3-4 bar hoch (unbedingt den Maximaldruck des Reifens und der Felge beachten), dann setzt sich der Reifen oft mit einem deutlich hörbaren "Plopp" in die richtige Position.

Sollte es mit der Pumpe nicht klappen, da der Luftstrom den Reifen nicht ans Felgenhorn pressen kann, brauchst Du einen Druckbehälter wie den Schwalbe Tire Booster (links). Falls sich der Reifen trotz schneller Pumpenhübe nicht satt an die Flanke anschmiegen sollte, kontrolliere die Abstände zwischen den Wülsten und der Felgenflanke.

Durch Zupfen, Walken und einem Reifenheber kannst Du dem Reifen an den schwergängigen Stellen etwas nachhelfen. Manche Reifen- Felgen-Kombination verträgt sich dahingehend nicht so gut und muss mit Druckluft überredet werden. Wenn die Wülste korrekt im Felgenhorn sitzen, lass die Luft wieder über das Ventil ab.

Danach drehst Du den Ventileinsatz mit einem Ventilschlüssel raus. Du solltest es vor dem Einfüllen gut schütteln, damit sich die Partikel darin verteilen können. Drehe das Ventil nach unten und fülle das Dichtmittel mit einem Stutzen ein. Als Faustregel für einen Mountainbike-Reifen nimmst Du zwischen 60 und 100ml, je nach Laufradgröße und Reifenbreite. Beim Rennrad sind es 30 bis 50ml und beim Gravel-Reifen ca. 60ml.

Achte vor dem Befüllen aber bitte trotzdem auf die Herstellerempfehlungen. Die Menge kann je nach Hersteller und Reifentyp variieren. Ist das Dichtmittel eingefüllt, schraube den Ventileinsatz wieder ein und pumpe den Reifen bis zum gewünschten Druck auf.

Damit sich die Flüssigkeit insbesondere nach dem ersten Einfüllen gut verteilt, empfiehlt es sich, das Laufrad in alle Richtungen zu drehen, zu schütteln, oder auch auf den Boden titschen zu lassen. Dann geht´s am Besten gleich aufs Rad, damit sich das Dichtmittel noch besser verteilen und in alle Ecken kriechen kann. Das Ventil kann zum Einfüllen benutzt werden. Dafür muss der Ventileinsatz entfernt werden.

Hier wird das Dichtmittel über ein offenes Stück Reifenflanke in den Reifen eingefüllt.

Dichtmilch über die Flanke einfüllen:

Du kannst das Dichtmittel auch direkt über die Reifenflanke einfüllen. Dafür ziehst Du eine Reifenseite komplett auf die Felge auf. Die andere Seite ziehst Du ebenfalls auf, lässt den Reifen aber in einem Bereich von 20-30 Zentimeter noch "offen". Beim Einfüllen und anschließenden Aufziehen der offenen Stelle der Flanke ist etwas Vorsicht geboten, damit das Befüllen nicht als klebrige Sauerei endet.

Zum Befüllen benötigst Du keinen Stutzen oder eine Spritze, sondern kannst das Dichtmittel direkt aus seinem Behälter (oder aus einem Messbecher) in den Reifen geben. Tipp: Drehe die offene Stelle an der Reifenflanke nach dem Befüllen ganz nach oben, damit die Öffnung weit weg vom Dichtmittel ist, das ja durch die Schwerkraft unten verbleibt. So vermeidest Du beim Aufziehen der restlichen Reifenflanke ein Auslaufen.

Auch hier muss der befüllte Reifen anschließend schnell mit einem großen Luftvolumen aufgepumpt werden, damit die Wülste ins Felgenhorn rutschen. Daher gilt es, wie oben schon beschrieben, entweder schnell zu pumpen oder einen Booster zu verwenden. Anschließend solltest Du das Laufrad drehen, schütteln und auf den Boden titschen lassen, damit das Dichtmittel in alle Ecken gelangt und idealerweise direkt Fahren gehen. Mit einem Kompressor in der Werkstatt ist es natürlich noch am komfortabelsten.

Wichtiger Hinweis:

Da das Dichtmittel mit der Zeit immer zähflüssiger wird und schlussendlich verklumpt, sollte es in regelmäßigen Abständen geprüft und je nach Zustand nachgefüllt werden. Nach unserer Erfahrung solltest Du es mindestens 2x im Jahr erneuern. Das ausgetrocknete, verklumpte Dichtmittel kann vorher mit einem Lappen oder Schwamm ausgewischt werden.

Zusammenfassend: Tubeless oder Schlauch?

Tubeless Vorteile:
  • Erhöhte Pannensicherheit, vor allem bei Durchlägen und kleinen Durchstichen wie z.B. von Dornen
  • Weniger Luftdruck bringt mehr Grip, Traktion und Komfort (vor allem beim Mountainbike)
  • Weniger Gewicht an der rotierenden Masse
Tubeless Nachteile:
  • Mehr Aufwand bei der Installation
  • Dichtmittel muss 2x jährlich getauscht werden
Schlauch Vorteile:
  • Einfachere und schnellere Installation
  • Keine Gefahr der "Schweinerei" mit Dichtmittel bei der Installation
Schlauch Nachteile:
  • Anfälliger für Pannen bei Durchstichen und Durchschlägen auf die Felge
  • Tendenziell etwas mehr Luftdruck nötig, dadurch leicht reduzierter Grip und Komfort
  • Mehr Gewicht an der rotierenden Masse

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0