Fahrradreifen mit Reflektorstreifen: Vorteile und Nachteile

Der Fahrradreifen ist eines der wichtigsten Fahrradteile. Ohne ihn lässt sich ein Rad nicht fortbewegen. Reifen für das Fahrrad gibt es in vielen verschiedenen Varianten. Die Fahrradreifen unterscheiden sich beim Aufbau, Reifenprofil und Material. Oft wird für den Reifen auch der Begriff des Fahrradmantels angewendet.

Ein Fahrradreifen besteht aus mehreren Komponenten. Die meisten Bestandteile sind dabei nicht direkt zu sehen, weil sie sich im Innern eines Fahrradreifens befinden. Die Reifenlauffläche ist das, was von außen auf dem Reifen sichtbar ist. Sie ist im Alltag als Reifenprofil bekannt und hat Kontakt zum Fahrbelag. Das Profil gestaltet sich abhängig vom Reifentyp und der speziellen Verwendung variabel.

Bestandteile eines Fahrradreifens

  • Reifenlauffläche: Das sichtbare Profil, das Kontakt zum Fahrbelag hat.
  • Pannenschutz: Liegt direkt unter dem Profil (nicht bei allen Reifen vorhanden).
  • Reifenwulstkern: Die Reifenkante, die in der Felge sitzt.
  • Reifenkarkasse: Der Unterbau, auf dem die Reifenlauffläche liegt.

Die Qualität der Karkasse eines Reifens wird in Fäden pro Zoll oder Threads per Inch (TPI) angegeben. Die Größe eines Fahrradreifens bestimmt sich über den Durchmesser der Felge und wird in Zoll angegeben. Bei einem Fahrrad für Erwachsene beträgt die Größe meistens 28 Zoll. Der in Europa am weitesten verbreitete Standard zur Bestimmung der Reifengröße ist die sogenannte Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO).

Die Angaben zur Größe des Fahrradreifens befinden sich an der Seite des Mantels. Beispielsweise sagen die Zahlen 40-622 aus, dass der Reifen eine Breite von 40 Millimeter und einen Innendurchmesser von 622 Millimeter aufweist. Alternativ ist auch die Größe in Zoll angegeben. Mit Hilfe dieser Angaben können Fahrradbesitzer herausfinden, welche Größe ihre aktuelle Bereifung hat.

Reifenbreite und Fahrverhalten

Nachdem die richtige Reifengröße in Zoll ermittelt wurde, folgt die Reifenbreite als nächstes Kriterium für die richtige Kaufentscheidung. Die Reifenbreite ist das Merkmal mit dem größten Einfluss auf die Performance und das Fahrverhalten auf dem Fahrrad. Unter der Maßgabe, dass Reifen den gleichen Luftdruck haben, laufen breite Reifen besser als schmale Reifen. Für gewöhnlich verfügen schmale Fahrradreifen aber über einen höheren Luftdruck.

Trekkingräder oder Mountainbikes haben standardmäßig sehr häufig einen Reifen mit einer Breite von 37 Millimetern. Sie bieten im Gegensatz zu schmalen Reifen wesentlich mehr Fläche und damit Grip, der sich vor allem im Gelände oder Off-Road-Bereich bezahlbar macht. Wer mit dem Rennrad oder City-Bike eher auf asphaltierten Wegen fährt, setzt lieber auf schmale Reifen.

Reifenprofil und Grip

Das Reifenprofil ist ein weiteres Attribut mit einem relevanten Einfluss auf das Fahrverhalten. Grundsätzlich wirken sich die Breite und das Profil auf den Grip aus. Je mehr davon vorhanden ist, desto größer ist die Griffigkeit der Bereifung. Allerdings erhöht sich dadurch die Reibung und der Rollwiderstand. Ein Rennrad-Reifen ist schmal und besitzt meistens eine sehr glatte Außenfläche. Die profillosen Reifen werden auch Slicks gekannt.

Reifentypen und ihr Einsatzbereich

  • Rennrad-Reifen: Schmal, glatt, geringer Rollwiderstand auf Asphalt.
  • Mountainbike-Reifen: Breite Auflagefläche, Stollen für guten Halt im Gelände.
  • Crossbike-/Trekkingbike-Reifen: Schmal, glattes Profil, komfortabel auf ebenem Untergrund, Stollen an den Seiten für Stabilität.
  • Citybike-Reifen: Ideal für befestigte und ebene Wege.
  • Spike-Reifen: Für winterliche Verhältnisse mit Eis und Schnee.

Fahrradreifen lassen sich nicht nur über Typen klassifizieren, die in bestimmten Anwendungsbereiche ihre Vorteile ausspielen. Eine weitere Möglichkeit, Fahrradreifen zu unterscheiden, besteht darin, sie nach der Art ihrer Architektur und Beschaffenheit einzuordnen.

Reifenarten nach Bauart

  • Drahtreifen: Die meistverbaute Variante mit steifem Draht am unteren Ende.
  • Faltreifen: Eine spezielle Variante des Drahtreifens, bei der Fasern aus Kunststoff den Reifen stabil halten.
  • Schlauchreifen: Der Fahrradschlauch ist direkt an den Reifenmantel festgenäht und wird komplett auf die passende Felge geklebt.
  • Tubeless-Reifen: Kommen gänzlich ohne Schlauch aus.

Wer Fahrradreifen kaufen möchte, hat die Wahl zwischen Falt- oder Drahtreifen. Grundsätzlich handelt es sich bei diesen Reifenvarianten jeweils um Drahtreifen. Beide Reifenarten werden durch Drähte im Fahrradmantel stabil zusammengehalten. Die Drähte geben den Reifen erst ihre runde Form. Faltreifen verfügen hingegen über leichte und flexible Gewebefäden. Durch das geringere Gewicht können sie gefaltet und beispielsweise im Rucksack verstaut werden. Dafür sind herkömmliche Drahtreifen wesentlich günstiger im Preis.

Tubeless-Reifen

Tubeless-Reifen entwickeln sich zunehmend als Alternative zu Schlauchreifen. Der Name sagt schon aus, dass diese Reifen ohne Schlauch auskommen. Die Nutzer dieser Variante fahren vor allem ein MTB oder üben Radsport aus. Vorteile ergeben sich aber auch für Fahrer eines City-Bikes oder beim Trekking. Das Flicken eines Schlauches nach einem Defekt gehört damit der Vergangenheit an. Reifen und Felge sollten dieselbe Größe in Zoll vorweisen. Außerdem müssen die Felgen das Prädikat Tubeless-Ready (TL-Ready) erfüllen. Das passende Felgenband ist ebenfalls notwendig, falls die Felgen nicht luftdicht sind.

Reflektoren am Fahrrad

Um von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen zu werden, benötigt ihr Reflektoren. Mittlerweile gibt es viele verschiedene Möglichkeiten sie am Fahrrad anzubringen und darüber hinaus, diese auch noch StVZO konform sind. Die klassischen Katzenaugen (umgangssprachlich auch flächenhafte Rückstrahler oder Retroreflektoren genannt) gibt es in Weiß oder Gelb und sind in Deutschland Pflicht.

Eine Weiterentwicklung sind kleine, relativ unauffällige Röhrchen, die um die Speichen gesteckt werden. Laut StVZO muss jede Speiche mit einem Röhrchen versehen sein, um konform zu sein. Eine weitere Option ist das Anbringen von Felgenreflektoren. Diese werden direkt auf die Felge geklebt und bieten eine gute seitliche Reflexionsfläche. Winzige, auf der Folie verarbeitete Glasperlen reflektieren bzw. brechen das Licht.

Laut § 67 Abs. 7 der Straßenverkehrszulassungsordnung sind Reifen deren Seitenwände ringförmig zusammenhängend weiß oder gelb rückstrahlend sind StVO-Konform.

Arten von Reflektoren am Fahrrad

  • Nach vorn gerichteter weißer Reflektor
  • Großflächen-Rückstrahler hinten (mit „Z“ markiert)
  • Gelbe Reflektoren an den Pedalen und Speichen
  • Reflektierende Reifen (Seitenwände ringförmig zusammenhängend weiß oder gelb)

Reflektierende Fahrradreifen

Reflektierende Fahrradreifen sind quasi schon Standard bei höherwertigen Rädern geworden. Der Reifen selbst dient dadurch als Reflektor, was das Fahrrad sehr gut sichtbar macht, allerdings keinen Rotationseffekt während des Fahrens ergibt.

Vor- und Nachteile von reflektierenden Reifen

  1. Vorteil: Gute Reflexionsfähigkeit und Sichtbarkeit im Dunkeln.
  2. Nachteil: Reflexionsfläche verschmutzt schnell durch Straßenschmutz und verliert an Leuchtkraft.
  3. Nachteil: Der Reflexstreifen löst sich stellenweise ab, insbesondere bei dünnen Reifen.
  4. Nachteil: Zum Erneuern des Reflexringes ist der Austausch des gesamten Reifens vonnöten.

Vergleich verschiedener Reflektorarten

Im Rahmen eines Praxistests wurden verschiedene Reflektorarten verglichen, um ihre Reflexionsfähigkeit, Haltbarkeit und allgemeine Tauglichkeit zu bewerten.

Reflektorart Vorteile Nachteile
Reflektierender Ring auf dem Reifen Gute Reflexionsfähigkeit, günstig in der Anschaffung Schnelle Verschmutzung, Reflexstreifen löst sich ab, teurer Austausch (gesamter Reifen)
Speichenreflektorstäbchen Hohe Reflexionsfähigkeit, gute Haltbarkeit Verlieren Reflexionsleistung durch Schmutz, umständliche Reinigung, können sich von Speichen lösen
Klassische Speichenreflektoren (Katzenaugen) Günstig, robust, leicht zu reinigen Reflektieren nur in begrenztem Blickwinkel

Empfehlungen

Reflektierende Reifen sind nicht verkehrt. Wenn man die Wahl hat, empfiehlt sich immer der Kauf von Reifen mit Reflexring. Ein Fahrrad ist bezüglich der Räder dann jedenfalls verkehrstüchtig. Zusätzliche Reflektoren in den Speichen schaden jedoch auch nicht, da sie die nichtsdestotrotz bestehenden Nachteile der Reifen auffangen können.

Wir empfehlen das Kombinieren von Reflexreifen und mindestens einem Katzenauge oder wenigen Speichenstäbchen pro Laufrad - damit erreicht man ein gutes Gesehenwerden und gleicht die Nachteile der Reflexionsarten gegenseitig aus.

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