Häufig gehen die Seitenwände der Fahrradreifen kaputt, bevor die Lauffläche abgefahren ist. Das Profil ist weg.
Ursachen für Risse in der Seitenwand
Es gibt verschiedene Gründe, warum ein Fahrradreifen kleine, oberflächliche Risse aufweisen kann. Fahrradreifen sind verschiedenen äußeren Einwirkungen ausgesetzt.
- UV-Strahlung: UV-Strahlen sind kein Freund der Reifen. Diese können auf Dauer die kleinen Risse erzeugen, wenn das Bike längere Zeit den Sonnenstrahlen ausgesetzt ist. Es ist ratsam, das Fahrrad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt aufzubewahren, um solche Risse zu vermeiden.
- Seitenläuferdynamo: Auch ein Seitenläuferdynamo kann auf lange Sicht die Entstehung solcher Risse fördern, vor allem wenn der Anpressdruck zu hoch ist. Durch eine dauerhafte Reibung wird so das Reifenmaterial beansprucht und langsam aber stetig abgenutzt.
- Falscher Luftdruck: Die häufigste Ursache für poröse Reifen liegt aber im falschen Luftdruck. Hierbei macht es keinen großen Unterschied ob das Fahrrad benutzt wird oder für längere Zeit ungenutzt verwahrt wird. Ist der Reifendruck zu niedrig lastet zu viel Gewicht auf dem Reifen, das Gewicht des Bikes selbst oder eben auch noch zusätzlich das des Fahrers. Diese Belastung lässt den Reifen porös werden.
Abbildung 1 zeigt die typischen Ermüdungsrisse, die durch zu wenig Luftdruck entstehen. Wenige große Risse im oberen Bereich der Seitenwand.
Das zweite Bild zeigt dagegen normale Alterungsrisse (aufgrund von Überalterung). Diese Risse sind eher klein und über die komplette Seitenwand verteilt. Auch die Bilder 3 und 4 zeigen eindeutige Anzeichen für dauerhaft unzureichenden Luftdruck. Typische Abriebspuren: Der Reifen ist nicht in der Mitte am stärksten abgefahren, sondern links und rechts daneben.
Vorbeugung von Rissen
Um die Lebensdauer Ihrer Fahrradreifen zu verlängern und Risse zu vermeiden, beachten Sie folgende Tipps:
- Regelmäßige Luftdruckkontrolle: Grundsätzlich sollte der Luftdruck mindestens alle vier Wochen überprüft werden. Halten Sie sich hierbei bitte genau an die Herstellervorgaben. Oft werden ein Minimal- sowie ein Maximalwert angegeben. Vor längeren Fahrten, oder auch bevor Sie Ihr Bike in die „Winterpause“ bringen, sollten Sie den Reifendruck vorsichtshalber noch einmal zusätzlich prüfen.
- Sichere Lagerung: Nach Möglichkeit sollten Reifen stets kühl, trocken und vor allem dunkel gelagert werden. Montierte Reifen sollten immer aufgepumpt sein, oder das Rad sollte hängend gelagert werden.
- Schutz vor UV-Strahlung: Grundsätzlich empfiehlt es sich, das Zweirad bei Nichtbenutzung sicher und geschützt unterzustellen.
Wann ist ein Reifenwechsel notwendig?
Wenn die Risse erstmal da sind ist eine Reparatur nicht möglich. Das bedeutet aber nicht, dass der Reifen sofort getauscht werden muss. Wann dies der Fall ist, ist nicht pauschal zu beantworten und benötigt ein wenig „Materialfeinfühligkeit“.
Bei wirklich kleinen, ganz oberflächlichen Rissen besteht in der Regel kein akuter Grund den Reifen sofort zu wechseln. Der Zeitpunkt des Reifenwechselns hängt auch stark vom eigenen Fahrstil und dem bevorzugten Untergrund ab und benötigt deshalb ein wenig Fingerspitzengefühl. In der Regel werden die Risse aber mit der Zeit irgendwann größer.
Der Reifen ist abgefahren und muss ersetzt werden, wenn auf der Lauffläche die Pannenschutzeinlage oder Karkassenfäden sichtbar werden. Aber wenn man die Reifen weiterfährt, steigt das Risiko für einen Platten deutlich an, da das Gummi weniger Widerstand gegen Durchstiche bietet und sich Fremdkörper schnell durch die Risse und durch die Karkasse arbeiten können.
Laufleistung von Fahrradreifen
Es ist sehr schwierig hierüber eine Aussage zu machen, denn die Laufleistung wird sehr stark von Reifendruck, Belastung, Fahrbahnuntergrund, Umgebungstemperaturen und dem Fahrstil beeinflusst. Bei hohen Temperaturen, großer Belastung und rauem Asphalt verschleißen Reifen z. B. schneller.
Als grobe Orientierung kannst Du von Schwalbe Standardreifen eine Laufleistung von 2.000 bis 5.000 km erwarten. Die Reifen der Marathon-Familie halten in der Regel zwischen 6.000 und 12.000 km. Marathon Supreme ist diese etwas geringer (ca. 5.000 bis 9.000 km). Leider erreichen viele Reifen nicht die mögliche Kilometerleistung, weil sie dauerhaft mit zu wenig Luftdruck betrieben werden.
Ohne ausreichenden Luftdruck kann der Reifen die Last nicht richtig tragen. Der Reifen muss sich beim Abrollen übermäßig verformen, was er nur eine begrenzte Zeit mitmacht.
Verschleißindikatoren bei Rennradreifen
Bei Rennradreifen ist die Stärke des Laufflächengummis ein wichtiger Faktor für Performance und Sicherheit. Unsere high-end Rennradreifen der Schwalbe Pro One Serie sind aus diesem Grund mit besonderen Verschleißindikatoren ausgestattet.
Kleinste Einbuchtungen in der Lauffläche zeigen an, wie weit ein Profil abgefahren werden kann, bevor der Reifen gewechselt werden sollte. Insgesamt vier dieser Indikatoren sind über die Lauffläche eines Schwalbe Pro One Rennradreifens verteilt. Die genaue Position der Indikatoren wird auf der Seitenwand des Reifens über Pfeile und das Kürzel "T.W.I." gekennzeichnet. Die Abkürzung T.W.I. steht für Tread Wear Indicator.
Verwandte Beiträge:
- Fahrradreifen flicken ohne Flickzeug: Notfall-Reparatur
- Blaue Fahrradreifen 28 Zoll: Die schönsten Modelle & Kaufberatung
- Fahrradreifen ohne Aufpumpen: Luftlose Reifen im Test
- Motorradführerschein Klassen in Deutschland: Alle Infos zu Prüfungen, Voraussetzungen & Tipps!
- Radfahren in Maastricht: Die besten Routen und Insider-Tipps für ein unvergessliches Erlebnis
Kommentar schreiben