Der Schwalbe Smart Sam ist ein beliebter Reifen, der oft als Erstausstattung bei Fahrrädern verwendet wird. Dieser Artikel beleuchtet die Erfahrungen mit dem Schwalbe Smart Sam Reifen, seine Vor- und Nachteile sowie Vergleiche mit anderen Reifenmodellen, um eine umfassende Entscheidungsgrundlage zu bieten.
Erste Eindrücke und Erfahrungen
Die Reifen der Erstausstattung des Cube Acid Hybrid Pro waren vorn der Schwalbe Tough Tom und hinten der Rapid Rob. Nach knapp 4300km war es Zeit für einen Reifenwechsel, vor allem am Hinterrad, wo das Profil am Ende war. Da ich mir in den letzten Jahren schon einige Male etwas eingefahren hatte und es leider auf den Wegen hin und wieder von Glasscherben, Nägeln oder ähnlichem wimmelt, wollte ich endlich mal auf die extra verstärkten Reifen zurückgreifen.
Da ich auf dem Cube Aim als Erstausrüstung den Smart Sam hatte und es diesen auch als verstärkte Plus-Variante gibt, griff ich nun für das Acid zum Smart Sam Plus. Mit knapp 20€ pro Reifen ist das eine recht günstige Lösung mit gröberen Profil und Pannenschutz. Mittlerweile bin ich damit nun fast 300km gefahren. Was mir als erstes auffiel, dass der Reifen sehr leise ist.
Im Vergleich zu den zuvor montierten Tough Tom und Rapid Rob läuft der Smart Sam Plus auch deutlich leichter, so dass ich mit etwas weniger Kraft schneller bin, was natürlich sehr angenehm ist. Vermutlich liegt das alles auch an der neuen ADDIX Reifenmischung von Schwalbe. Die Haftung der frischen Reifen ist für meinen Anwendungsbereich gewohnt angenehm, aber schwierig vergleichbar zu den zuvor bereits abgefahrenen Reifen.
Auf weicherem Waldboden geben die kleinen Stollen ausreichenden Halt, um vorwärts zu kommen. Ich bin gespannt wie lange der Smart Sam Plus bei mir hält und ich denke, ich werde den Reifen auch beim Aim aufziehen, wenn es da nötig wird.
Es sollte natürlich jedem bewusst sein, dass die 3mm dicke Einlage hauptsächlich vor kleinen spitzen Gegenständen schützt, also nicht vor einem langen Nagel, der senkrecht in den Reifen sticht, aber eben vor Splitt oder kleinen Glasscherben. Dennoch umfahre ich solche Gefahren, sofern sie offensichtlich sind.
Langzeiterfahrungen und Anwendungsbereiche
Ich habe den Schwalbe Smart Sam Reifen mit meinem KTM 271 LFC (mit 29“-Reifen vorne und hinten) seit August 2020 in über 3.000 Fahrkilometern in äußerst unterschiedlichen Situationen kennengelernt. Die große Breite der Erfahrungen hat der Umstand ermöglicht, dass mein E-Bike ein so genanntes SUV ist. Die Tests fallen überwiegend sehr gut aus.
Die von mir verwendeten vier Kriterien sind sicherlich nur bedingt repräsentativ für MTB-Nutzer. Ich möchte die Schwalbe-Smart-Sam-Reifen Stand Mitte Juni 2022 noch einmal besonders loben, denn jetzt habe ich einen interessanten Vergleich: Seit Anfang Juni habe ich die Reifen gewechselt und bin auf Maxxis Assegai (vorne) und Maxxis Minion DHF II (hinten) umgestiegen.
Natürlich sind die Maxxis-Reifen gerade im groben Gelände noch mal deutlich besser. Im direkten Vergleich Preis/Leistung sind für mich die Schwalbe-Reifen aber noch einmal im Ansehen gestiegen: Ich bin wirklich baff, was ich mit den Schwalbe alles machen konnte (Steigungen, Schnee, Regen etc.) - und all das bei m.E. sehr gutem = geringem Verschleiss.
Wer neben der Straße ab und an offroad (aber eben nicht wirklich sehr grobes Gelände befahren will so wie ich), dem seien die Schwalbe-Reifen als mutmaßlich bessere Wahl empfohlen. Wie dieser Test zeigt (siehe nachfolgende Kriterien unten): Man kann mit ihnen schon ordentlich Spaß unter Offroad-Bedingungen haben.
Touren- und Alltagsgebrauch
Mit dem Schwalbe Smart Sam habe ich viele Sommer- und Spätsommertouren unternommen. Meist waren die Strecken ein abwechslungsreiches Gemisch von Straße, Feldweg und Offroad-Abstechern. Einige Fahrten fanden auch bei großer Hitze statt, was sich potenziell auf den Abrieb bzw. den Verschleiß negativ auswirken kann. Als Touren-Reifen ist der Schwalbe Smart Sam ausgezeichnet geeignet. Das ausgeprägte Mittelprofil führt zu sehr geringem Rollwiderstand.
Fahrten bei feuchtem Wetter
Bei feuchtem Wetter ist die Strecke jenseits von Asphalt oft matschig. Feuchte Wege sind in der Ebene ebenso unproblematisch wie am Berg. Anspruchsvoll, aber machbar sind selbst stark matschige Wege. Die Grenzen des Reifens erreicht man erst dann, wenn es extrem wird.
Wintereinsatz
Von November 2020 bis April 2021 war richtig Winter angesagt. Dabei war alles, was den Winter für Radler schwierig machen kann: Neuschnee, Papschnee, Schneematsch & Tauschnee und nicht zuletzt auch Eis. Ich war regelrecht verblüfft, welche Ergebnisse mit diesem Reifen möglich waren. So fuhr ich im Winter ohne Spikes selbst Ski- und Rodelpisten hinauf - bis auf 1.350 m (z.B. zur Priener Hütte).
Auch bergab hat der Reifen auf Schnee guten Grip. Natürlich muss man hier stets den Einzelfall beachten, denn wie schon Fräulein Smilla wußte: „Den Schnee“ gibt es nicht, es gibt vielmehr viele unterschiedliche Varianten, die mehr oder weniger gut befahrbar sind!
Offroad-Fahrten und Steigungen
Für mich am erstaunlichsten war der hohe Grip auf reinen Offroad-Strecken sowie bei Steigungen - und das bei gerölligen Böden. Offroad-Steigungen auf gerölligen Wegen oder sogar auf Almwiesen: Ja, das ist möglich!
Der Schwalbe Smart Sam Reifen ist definitiv kein expliziter Offroad-Reifen wie man sie bei vielen eMTB findet, z.B. die Maxxis-Assegai-Reifen (vorn) und Maxxis Minon (hinten).
Einsatz auf SUV-eBikes
Ich habe den Reifen mit einem SUV-eBike getestet und nicht mit einem Tourenbike oder einem eMTB. Insofern ist der Testbericht der Schwalbe Smart Sam Reifen ein Spiegelbild der Einsatzszenarien, die man mit einem SUV wie dem KTM 271 LFC bewältigen kann. Die Bandbreite ist nicht zuletzt aufgrund dieses Reifens sehr groß! Er ist meiner Meinung nach der „Backbone“ für entsprechende SUVs, denn die Power jedes E-Bikes ist nur soviel wert wie die Fähigkeit, diese Power unter vielen verschiedenen Umständen optimal „auf die Straße“ zu bringen.
Alternativen für Herbst und Winter
Wenn der Herbst Einzug hält und der Winter nicht mehr weit ist, wird das Radfahren anspruchsvoller. Nasse Straßen, Laub, Schnee und Glätte erfordern spezielle Fahrradreifen, die dir nicht nur mehr Sicherheit bieten, sondern auch den Fahrkomfort erhöhen. Hier sind einige Alternativen von Schwalbe für den Einsatz im Herbst und Winter:
- Schwalbe Marathon Winter Plus
Der Schwalbe Marathon Winter Plus ist die erste Wahl für eisige Straßen. Dieser Reifen ist mit Spikes ausgestattet und sorgt so für optimalen Halt, wenn Schnee und Eis die Wege unsicher machen.
Vorteile: Hervorragender Grip auf Eis und Schnee, Pannensicherheit, Langlebigkeit.
Nachteile: Rollwiderstand, Geräuschentwicklung, Preis.
- Schwalbe Marathon 365
Der Schwalbe Marathon 365 ist ein Ganzjahresreifen, der dich sowohl im Herbst als auch im Winter sicher durch die Jahreszeiten bringt. Dank des Lamellenprofils bietet er dir guten Halt auf nassen Straßen und in leichtem Schnee.
Vorteile: Ganzjahrestauglich, Grip auf nassen Straßen, Pannenschutz.
Nachteile: Nicht für extremes Eis und Schnee geeignet, Kompromiss.
- Schwalbe Marathon Plus Tour
Der Schwalbe Marathon Plus Tour ist der Allrounder für lange Touren, der dir auch in der kalten Jahreszeit treu zur Seite steht. Mit seiner verstärkten „SmartGuard“-Schicht bietet er nicht nur optimalen Pannenschutz, sondern durch sein leicht grobes Profil auch ausreichend Grip auf nassen und matschigen Untergründen.
Vorteile: Hoher Pannenschutz, Grip auf nassen Wegen, Langlebigkeit.
Nachteile: Rollwiderstand, Kein optimaler Winterreifen.
- Schwalbe Smart Sam
Wenn du im Herbst und Winter nicht nur auf asphaltierten Wegen, sondern auch abseits der Straßen unterwegs bist, ist der Schwalbe Smart Sam eine gute Wahl. Er kombiniert ein grobes Profil für Offroad-Strecken mit ausreichendem Grip auf nassen und matschigen Wegen.
Vorteile: Vielseitig einsetzbar, Profil, Erschwinglich.
Nachteile: Geringe Pannensicherheit, Abnutzung auf Asphalt.
Marktübersicht Schwalbe MTB-Reifen
Schwalbe hat sich seit den 70er Jahren als Marktführer im Bereich Fahrradreifen etabliert. Das Sortiment ist breit gefächert und bietet für jeden Zweck den richtigen Reifen.
MOUNTAINBIKE-Tipp: Top 5 Schwalbe-Reifen
- Nobby Nic
- Racing Ralph
- Smart Sam
- Racing Ray
- Rocket Ron
Addix Reifenmischungen
Schwalbe hat seine Reifenmischungen auf vier Compounds reduziert:
- Addix Speed
- Addix Speedgrip
- Soft-Mischung
- Ultra Soft Compound
Decade of Super: Die Karkasse im Detail
Schwalbe bietet unterschiedliche Versionen seiner Reifen an:
- Performance-Varianten
- Evolution-Line
Im August 2020 hat Schwalbe für seine Evolution-Reifen fünf neue Reifenkonstruktionen eingeführt: Die "Super Five".
- Super Race
- Super Ground
- Super Trail
- Super Gravity
- Super Downhill
Reifenbreite und -größe
Auch die Reifenbreite variiert von Modell zu Modell. Bei CC-Pneus startet die Range bei 2,1", was allerdings recht schmal ist. Die meisten Hersteller und Fahrer setzen im Cross-Country und Marathon inzwischen auf 2,25" oder gar 2,35" breite Reifen.
Was die Reifengröße angeht, hat man zumeist die Wahl zwischen 29" oder 27,5". Neuentwicklungen werden inzwischen meist nicht mehr in 26" produziert.
Einzelne Modelle im Detail
Hier eine Übersicht einiger Schwalbe Reifenmodelle:
- Thunder Burt: Leichter und schneller Reifen für Cross-Country & Marathon und trockene Bedingungen.
- Racing Ralph: Cross-Country & Marathon-Klassiker mit gutem Rollwiderstand.
- Smart Sam: Allrounder für Asphalt, Feldwege bis hin zu Trails.
- Racing Ray: Viel Grip und Sicherheit, glänzt auch bei nassem Wetter.
- Rocket Ron: Für matschigen CC- und Marathon-Einsatz.
- Wicked Will: Allrounder für Trail-Biker und ein Winterreifen für Cross-Country-Athleten.
- Nobby Nic: Vielseitiger Reifen für Trail- und All-Mountain-Fahrten.
- Rock Razor: Für das Hinterrad entwickelt, gutes Abrollverhalten und viel Grip auf trockenen Trails.
- Eddy Current (Front & Rear): Extra für das E-MTB entwickelt.
- Hans Dampf: Für Enduro- und ambitionierten All-Mountain-Bereich.
- Big Betty: Ergänzung des Gravity-Portfolios, vor allem für harte und trockene Böden.
- Magic Mary: Für das gröbste Gelände entwickelt.
- Dirty Dan: Für extreme Bedingungen gemacht, bei tiefem Matsch und schlammigen Bedingungen.
Tubeless-Umbau: Lohnt es sich?
Tubeless bietet gleich mehrere Vorteile. Aufgrund des fehlenden Schlauchs kann man einen noch niedrigeren Luftdruck fahren, wodurch man mehr Grip hat. Das System ist insgesamt leichter und im Fall der Fälle hilft die Milch dabei, Löcher und kleine Cuts zu verdichten.
Was man für den Umbau auf Tubeless braucht:
- TL-fähige Felge und Reifen
- Tubeless-Felgenband
- Ventile und Dichtmilch
- Standpumpe oder Kompressor
Weitere Erfahrungen
Ich fahre den Reifen auf einem Stadtrad im Sommer, als Hinterreifen. Insgesamt bin ich mit der Preis/Leistung sehr zufrieden. Der Reifen rollt gut, trotz der günstigen Performance Line. Bisher hatte ich auch noch keinen Platten. Da die Stollen jedoch recht klein sind ist das Einsatzgebiet sehr begrenzt.
Ich persönlich würde ihn nur in der Stadt oder auf Trekking Strecken, leichte Waldwege fahren. Auf schneebedeckter Fahrbahn hat er noch erstaunlich guten Grip, allerdings sind schnell die Grenzen erreicht.
Für den Wald wären mir die Stollen zu klein und ich würde zum Nobby Nic greifen. Je nach dem für welches Einsatzgebiet man ihn benutzen will, leistet er aber einen guten Job, allerdings nur begrenzt einsatzbar.
Der Schwalbe Smart Sam im Detail
Der Schwalbe Smart Sam ist ein bewährter Dauerbrenner mit ausgezeichneten Allround - Eigenschaften. Er ist ideal für Fahrer, die gerne zwischen Straße und Gelände wechseln. Sehr gut auf Splitt, feinem Schotter und Waldstrecken. Er greift gut zu und man kann ihn gut führen.
Auf der Straße rollt er für einen Geländereifen gut, aber im direkten Vergleich zu Straßenreifen fällt er etwas in der Wertung ab.
Im leichten Gelände und auf Waldwegen sehr gut. Auf der Straße merkt man den Unterschied zu Straßenreifen etwas. Auf einer Tagestour von 400 km (340 km Straße 60 km Feld- und Waldwege) hat er sich gut angefühlt.
Der Verschleiß bei Verwendung auf der Straße ist etwas hoch. Nach 2000 km sind die Stollen der Mittellauffläche am Hinterrad schon zu 60% verschwunden (gemessen), ich gehe also von einer Laufleistung von ca 4000 km am HR aus.
Der Reifen hat zum einen eine weniger durchdachte Profilierung, ständig setzen sich kleine Steinchen zwischen den Profilstollen insbesondere auf der Lauffläche fest. Fährt man dann von unbefestigter Strecke auf befestigte Strassen stört das Geräusch, welches die Steinchen machen sehr.
Der Reifen ist sehr pannenanfällig, hat keine Kevlareinlage.
Zusammenfassung
Der Schwalbe Smart Sam ist ein vielseitiger Reifen, der sich gut für den Einsatz auf verschiedenen Untergründen eignet. Er bietet ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und ist besonders für Fahrer geeignet, die hauptsächlich auf der Straße und auf leichten Trails unterwegs sind. Für extreme Bedingungen und spezielle Anforderungen gibt es jedoch bessere Alternativen.
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