Wenn man mit dem Mountainbike über Stock und Stein ballert, ist es nicht gerade ungewöhnlich, dass das Laufrad einiges abbekommt. Insbesondere beim Mountainbiken kommt es schnell mal vor, dass das Vorder- oder Hinterrad eiert. Wenn Sie beim Fahrradfahren ein "Eiern" eines der Reifen feststellen, muss dies nicht zwingend an einer "Acht" in der Felge liegen, sondern oft ist der Reifen bzw. Mantel an sich schuld. Aber keine Sorge, wahrscheinlich ist nichts kaputt. Das "Eiern" rührt durch eine Unwucht des Reifens her. Nicht, weil er fehlerhaft produziert wurde, sondern weil der Fahrradreifen nicht optimal auf der Felge sitzt. Dieses kommt je nach Reifen und/oder Felge häufiger vor.
Da gute Laufradsätze nicht günstig sind, ist ein direkter Neukauf nur sinnvoll, wenn die Räder nicht mehr zu retten sind. Kleine bis mittlere Schäden kann man zumeist selbst recht schnell und einfach beheben. Diesen Fall hatte ich gerade wieder einmal.
Ursachen und Diagnose
Der Mantel muss überall exakt gleichmäßig tief in der Felge sitzen. Letztendlich lag es daran, dass der Mantel nicht sauber in der Felge saß. Das passiert schneller als man denkt. Sitzt der Pneu recht stramm auf der Felge, kann es sein, dass sich das Gummi durch den Reibungswiderstand nicht 100%ig um die Felge gelegt hat.
Es gibt verschiedene Arten von Schäden am Laufrad:
- Seitenschlag: Die klassische Acht. Hierbei handelt es sich um eine seitliche Abweichung der Spur. Das Rad eiert also von links nach rechts.
- Höhenschlag: Beim Höhenschlag variiert die Höhe der Felge.
Beides kann man recht einfach selber korrigieren. Da es im Internet unzählige gute Anleitungen gibt, will ich euch hier nicht damit langweilen.
Erste Schritte zur Fehlerbehebung
- Kontrollieren, dass das Felgenband korrekt sitzt. Das liegt manchmal schon schief drin und muss erneut sauber ausgerichtet oder, falls es kaputt ist, ersetzt werden.
- Baut die Reifen (Mantel und Schlauch) vorher aus.
- Klingt banal, aber nehmt euch Zeit und nehmt Änderungen bei der Speichenspannung nur in kleinen Schritten (viertel Umdrehungen) vor. Sonst kommt es ganz schnell vor, dass hinterher mehr kaputt ist als vorher. Aber auch dann keine Panik.
Reifenmontage: Schritt für Schritt
- Eine Seite des Mantels auf die Felge setzen. Achtet dabei darauf, ob der Mantel eine Laufrichtung hat. Das ist nicht bei allen Mänteln so, aber wenn, dann ist diese meist mit Pfeilen auf dem Mantel markiert.
- Schlauch etwas aufpumpen - sollte schon eine „schöne Form“ haben - und in den Mantel legen. Beim Ventil beginnen.
- Gegenüber dem Ventil mit dem Einsetzen der anderen Mantelseite beginnen und beidseitig arbeiten. Dabei darauf achten, dass der Schlauch nicht eingequetscht wird. Enden solltet ihr am Ventil.
- Kontrolliert noch einmal den richtigen Sitz und ob nichts eingequetscht ist.
- Pumpt den Reifen einmal auf sein Maximum auf, damit er sich richtig in die Felge setzt.
Lösungsansätze, wenn der Reifen nicht richtig sitzt
Wenn der Mantel in der Felge sitzt, aber eben nicht sauber, erst einmal versuchen das Ganze mit Kneten zu beheben. Dabei ggf. etwas Luft wieder ablassen.
- Auf- und Abpumpen: Wenn das nicht klappt, einmal den Reifen bis zum Maximum aufpumpen (bei meinen Reifen bspw. 3,5 Bar). Ggf. springt der Mantel dabei richtig rein. Wenn nicht, einfach noch mal wieder stark Luft ablassen und das Ganze noch einmal.
- Spüli: Spüli kann vorherigen Tipp unterstützen. Einfach Das Felgenhorn und den Reifen mit einem Spüli-Wasser-Gemisch ein wenig einseifen. Das verringert die Reibung und sollte den Prozess vereinfachen.
- Eine Runde drehen: Einfach mal eine Runde um den Block fahren. Das Gewicht und die Bewegung können ihren Teil zu einem gut sitzenden Mantel beitragen.
Weitere Tipps und Tricks
- Montagefluid verwenden: Um das lästige "Eiern" zu beheben, sollten Sie zur Reifenmontage eine sogenannte Reifenmontagepaste oder Montage-Flüssigkeit bzw. Montagefluid benutzen. Damit schmieren Sie die Reifenwulst ein und montieren dann den Fahrradreifen. Sie werden sehen, dass er nun sehr leicht auf die Felge rutscht. Beim Aufpumpen wird er selbständig seine richtige Position auf der Felge finden. Oft hört man dabei auch ein mehrfaches "Ploppen". Der Fahrradreifen sollte nun gleichmäßig anliegen und das "Eiern" der Vergangenheit angehören.
- Felgenband: Alle Speichenbohrungen müssen vollständig und sicher durch ein geeignetes Felgenband abgedeckt sein.
- Manuelle Zentrierung: Bevor der Reifen stramm aufgepumpt wird, muss sichergestellt werden, dass er zentrisch auf der Felge sitzt. Anders als bei einer Hakenfelge rutscht der Reifen beim Aufpumpen nicht automatisch in die richtige Position.
Was tun bei schwierigen Fällen?
Wenn die Durchmesser von Felge und Reifen nicht optimal aufeinander abgestimmt sind, treten häufig Montageprobleme auf.
Abhilfe: Den Druck kurzfristig überhöhen und/oder den Reifenwulst mit Seifenlauge oder Montageflüssigkeit einreiben, um ihm das Gleiten zu erleichtern.
Hilfreich ist es immer die Montage gegenüber dem Ventil zu beginnen und am Ventil zu beenden, da sich der zu montierende Reifenwulst auf möglichst langer Strecke im Felgentiefbett befinden sollte.
Tubeless-Felgenband als Alternative
TIPP: Wenn sich Fahrradreifen schwer montieren bzw. demontieren lassen, hilft in den meisten Fällen die Verwendung eines Tubeless-Felgenbands anstatt der üblich verbauten Standardfelgenbänder. Tubeless-Felgenbänder sind wesentlich dünner als Standardfelgenbänder und verschaffen somit dem Reifenwulst im Felgenbett etwas mehr Platz. Zudem kann der Reifenwulst über ein Tubeless-Felgenband besser ins Felgenhorn und auch wieder aus dem Felgenhorn herausrutschen.
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