Fahrradreifen haben kein leichtes Leben: Steine, Dornen und Glasscherben trachten täglich nach ihrer Luft. Die schwarzen Rundlinge müssen also viel leisten, wodurch das Lastenheft dementsprechend lang ausfällt.
MAXXIS: Ein Gigant der Reifenproduktion
Bereits 1967 startete MAXXIS in Taiwan mit der Produktion von Fahrradreifen - und wie! Als heute weltweit größter Produzent von Reifen für Fahrräder - und einer der größten Reifenhersteller überhaupt - ist MAXXIS aus der Bike-Welt nicht mehr wegzudenken.
MAXXIS stellt mit 30.000 Mitarbeitern jährlich fast 50 Millionen Reifen für unterschiedliche Fahrzeuge her. Besonders im Fahrrad-Segment genießt der taiwanische Reifen-Gigant ein hohes Ansehen. Wirft man einen Blick auf viele neue Bikes, stellt man schnell fest: MAXXIS ist die am meisten verbaute Reifenmarke im High-End-Bereich.
Und das nicht ohne Grund: Seit Jahren überzeugt die Marke mit starker Performance, großem Portfolio und cleveren Gummimischungen. Doch die Konkurrenz schläft nicht.
MAXXIS Karkassen und Gummimischungen
MAXXIS hat für das Mountainbike-Reifen-Portfolio vier unterschiedlich aufgebaute Karkassen für verschiedene Einsatzzwecke in petto. Für Trail- und Enduro-Biker sind vor allem EXO, EXO+ und Doubledown interessant, aber es gibt natürlich auch eine noch stabilere Downhill-Karkasse im Portfolio. Aus welcher Karkasse euer Reifen besteht, kann an der Seitenwand abgelesen werden.
EXO-Karkasse
EXO bezeichnet bei MAXXIS die leichteste und flexibelste MTB-Karkasse, die aus einer einlagigen Karkassenkontruktion mit 120 TPI Gewebedichte besteht. Wenig überraschend bietet die EXO-Karkasse mit den geringsten Durchschlagschutz im Testfeld. Positiv anzumerken ist aber, dass sie in Sachen Durchstich auf der Lauffläche dank Zusatzgewebe an der Seitenwand überdurchschnittliche Werte erreicht und die Konstruktion wenig Gewicht auf die Waage bringt. Für schwerere Fahrer ist die Karkasse im abfahrtsorientierten Einsatz dennoch vor allem am Hinterrad nicht zu empfehlen.
EXO+ Karkasse
Die robustere EXO+ Karkasse unterscheidet sich von der EXO-Version anhand zweier Merkmale: Zum einen besteht das Karkassenmaterial aus einem gröberen 60-TPI-Gewebe, zum anderen befindet sich eine Butyleinlage über dem Reifenwulst. Gegenüber der EXO-Karkasse kann die etwas schwerere EXO+ Karkasse mit mehr Schutz beim Durchschlag punkten, während das Ergebnis beim Durchstichversuch ähnlich (gut) ausfällt. Für das Vorderrad ist sie damit eine gute Wahl.
Doubledown-Karkasse
Bei der Doubledown-Karkasse ist der Name Programm: Es handelt sich um einen zweilagigen Karkassenaufbau mit 120 TPI Gewebedichte. Auch hier kommt zudem eine Butyleinlage in der Seitenwand zum Einsatz. Dadurch sollen sich Doubledown-Reifen als ideale Begleiter für harte Enduro-Kurse erweisen. Mit ca. 200 g Mehrgewicht gegenüber einem Reifen mit EXO+ bietet die DoubledownKarkasse ein messbares Plus an Pannenschutz - sowohl beim Durchschlag- als auch beim Durchstichversuch.
Downhill Casing
Die robusteste Karkasse bei MAXXIS ist zweilagig aufgebaut, besteht jedoch aus gröberen 60-TPI-Gewebeschichten. Beim Pannenschutz kann das Downhill Casing in allen Disziplinen punkten. Vor allem im Durchschlag übertrifft es die bereits solide Doubledown-Karkasse nochmal deutlich.
Gummimischungen bei MAXXIS
Bei MAXXIS werden im MTB-Segment Einfachmischungen (SuperTacky und MPC), Zweifachmischungen (DualCompound) und die bekannten Dreifachgummimischungen (3C) eingesetzt. Letztere gibt es in drei Untervarianten: 3C MaxxSpeed, 3C MaxxTerra und 3C MaxxGrip. Die Bezeichnungen der Dreifachmischungen sowie der Einfachmischung SuperTacky stehen stets gut sichtbar auf der Reifenflanke, während bei Reifen mit MPC- oder DualCompound keine Hinweise zur Gummimischung auf den Reifen gedruckt sind.
- MPC (MAXXIS Performance Compound): Die erste Einfachmischung bei MAXXIS.
- Super Tacky: Die griffigste MAXXIS-Einfachmischung.
- DualCompound: Die Lauffläche des Reifens besteht aus zwei verschiedenen Gummimischungen, die - je nach Einsatzzweck - unterschiedlich angeordnet werden sowie eine andere Mixtur an Gummihärten aufweisen.
Alle MAXXIS Dreifachgummimischungen (3C) kombinieren eine harte Basisschicht mit darüberliegenden mittelharten Stollen auf der Lauffläche und weichen Seitenstollen.
- 3C MaxxTerra: Soll gute Rolleigenschaften mit gutem Grip kombinieren und sich damit als die goldene Mitte für Trail-Einsätze herausstellen. Die sehr guten Rolleigenschaften bestätigen sich im Labortest. Ob Trail oder Enduro: Unserer Erfahrung nach ist die MaxxTerra-Mischung ideal eingesetzt am Hinterrad, wo sie den idealen Kompromiss aus Langlebigkeit, Grip und Dämpfung liefert. Aber auch am Vorderrad schlägt sich MaxxTerra dank der weicheren Außenstollen durchaus solide.
- 3C MaxxGrip: Auf der Suche nach maximalem Grip führt bei MAXXIS kein Weg am 3C MaxxGrip vorbei. Diese Dreifachmischung bietet den höchsten Grip und die größten Dämpfungseigenschaften und damit die bestmögliche Abfahrts-Performance. Vor allem am Vorderrad sind diese Eigenschaften sehr zu schätzen. Am Hinterrad muss man sich dagegen mit deutlich mehr Rollwiderstand plagen. Mit Ausnahme vom reinen Downhill-Einsatz lautet unsere Empfehlung daher immer, einen Reifen mit MaxxTerra-Mischung am Hinterrad mit einem Reifen mit MaxxGrip-Mischung am Vorderrad zu kombinieren. Dort montiert, greifen Reifen mit 3C MaxxGrip auf der Bremse, in Kurven, unter staubigen oder feuchten Bedingungen ebenso wie auf hartem Untergrund richtig zu. Auch das Dämpfungsverhalten der weichen Gummimischung ist enorm und spürbar höher als bei MaxxTerra. Der höhere Verschleiß ist nicht zu verhindern, hält sich aber in Grenzen. So macht die MaxxGrip-Gummimischung auch längere und härtere Bikepark-Einsätze mit, ohne alle zwei Tage ausgewechselt werden zu müssen.
Bekannte MAXXIS-Reifenmodelle
- ASSEGAI: Der ASSEGAI ist der Signature-Reifen von DH-Legende Greg Minnar und hat daher den Namen eines Jagdspeers eines südafrikanischen Volkes erhalten. Mit dem ASSEGAI seid ihr bei allen Bedingungen auf der sicheren Seite und erhaltet einen sehr guten Allrounder fürs Vorderrad. Seine Seitenstollen können sich tief in weiche Böden eingraben und knicken in Anliegern trotzdem erst spät weg. Beim Bremsen macht dem ASSEGAI so schnell kein anderer Reifen etwas vor - selbst bei harten Bremsungen auf dem Schräghang hält er souverän die Linie. Kein Wunder also, dass die Kombi aus ASSEGAI am Vorderrad mit Minion DHR II am Hinterrad sich so gut wie überall wiederfindet. Passend dazu bietet MAXXIS den ASSEGAI in allen erdenklichen Varianten an: von EXO- bis DH-Karkasse, von DualCompound bis zum 3C MaxxGrip. In den Breiten von wahlweise 2,5” oder 2,6” rollt der ASSEGAI in den Laufradgrößen 27,5” und 29” vom Band.
- HighRoller 3: Schaut man sich die Eigenschaften in den Einsatzgebieten an, wird schnell klar: Der HighRoller 3 ist ein interner Konkurrent zum ASSEGAI. Konzipiert ist er als Intermediate-Reifen für den Downhill- und Enduro-Einsatz. Durch die Größe und Abstände der Stollen bringt der Reifen vor allem bei feuchtem Untergrund viel Grip und eine gute Selbstreinigung mit und übertrifft in diesen Bedingungen den ASSEGAI. Gleichzeitig knicken die stabilen Seitenstollen in harten Anliegern nicht ab, was dem HighRoller 3 dennoch gute Allround-Eigenschaften beschert, auch wenn der ASSEGAI in trockenen Kurven noch etwas besser funktioniert. So ist der MAXXIS HighRoller 3 ebenfalls ein starker Allrounder mit besonderen Stärken bei feucht-matschigen Bedingungen, die er besonders in den Zwischensaisons und im Winter ausspielen kann. Bei gleicher Karkasse und Gummimischung bietet er laut Labor sogar etwas bessere Rolleigenschaften als ein ASSEGAI. Der HighRoller 3 wird im Gegensatz zu anderen MAXXIS-Modellen jedoch mit deutlich weniger Variantenvielfalt verkauft. Bei den Karkassen stehen euch drei zur Verfügung: EXO+, DD und DH - eine EXO+ Karkasse gibt es nicht.
- Minion DHF: Never change a running system? Seit 2001 gibt es den DHF schon, was ihn zu einem absoluten Urgestein macht. Seine Bezeichnung DHF ergibt sich aus der Zusammensetzung von „Downhill“ (DH) und „Front”. Dem Namen nach ist er also der Spezialist fürs Vorderrad. Er eignet sich jedoch auch sehr gut am Hinterrad, sowohl am Trail- als auch am Enduro-Bike. Das vergleichsweise runde Erscheinungsbild des großvolumigen Reifens trügt nicht - im Vergleich zum DHR II lässt er sich etwas leichter in Schräglage bringen. Unser Favorit ist die 2,5” breite Version, die noch einmal deutlich voluminöser ist als der 2,4er Minion DHR II. Bremstraktion ist am Minion DHF dank seiner massiven Mittelstollen ausreichend vorhanden. Auch der DHF zeichnet sich durch eine enorme Variantenvielfalt aus. Neben allen vier Karkassenvarianten gibt es den Reifen selbst mit Einfach-Gummimischungen und kleineren Laufradgrößen wie 20”, 24” und 26”.
- Minion DHR II: Die zweite Generation des Minion DHR wird seit 2012 unverändert angeboten und nutzt die Seitenstollen des legendären DHF. MAXXIS beschreibt den Minion DHR II treffenderweise als „Do-it-all-and-everywhere Gravity-Reifen“, bei dem übrigens weder der Einsatzzweck noch die Position am Vorder- oder Hinterrad in Stein gemeißelt ist. Dementsprechend gibt es ihn in fast jeder erdenklichen Größe, Karkassen-Version und Gummimischung. Mit der Dreifachmischung MaxxTerra oder der günstigeren DualCompound-Mischung erzielt der Minion DHR II selbst mit dicker DH-Karkasse einen niedrigen Rollwiderstand und wird in diesem Aspekt hausintern nur noch vom DISSECTOR um ca. 4 Watt unterboten. Die weiche MaxxGrip-Mischung rollt hingegen wesentlich schlechter. Doch auch die Performance kommt nicht zu kurz: Die vom DHF entliehenen, breiten und gut abgestützten Seitenstollen können nahezu nicht umknicken - das erzeugt in Anliegern und auf hartem Untergrund ein super direktes Fahrgefühl.
- DISSECTOR: Auch beim DISSECTOR schmückt sich MAXXIS mit einem großen Namen aus der DH-Szene: Troy Brosnan soll bei der Entwicklung maßgeblich beteiligt gewesen sein. Der Australier soll einen noch schneller rollenden Reifen für harte, trockene Untergründe, wie z. B. im Bikepark, gesucht haben. Und obwohl der DISSECTOR relativ große Abstände zwischen den Mittelstollen hat, rollt er dank der geringen Blockhöhe verdammt schnell. Ganz ohne Kompromisse funktioniert das effiziente Abrollen jedoch nicht: Im harten Einsatz geht es am Hinterrad hier und da spürbar rutschiger zu. Besonders bei der Bremstraktion auf lockeren Untergründen müssen gegenüber anderen Reifen Abstriche gemacht werden. Hier fehlt es dem DISSECTOR an Stollenlänge. Auf den für den DISSECTOR vorgesehenen harten Untergründen vermittelt er besonders in Anliegern eine sehr gute Kontrolle, da die Stollen viel Druck abkönnen, ohne abzuknicken. Am Vorderrad ist der DISSECTOR auch in der 2,6” breiten Version nur als Spezialist für ganz harte und trockene Bikepark-Strecken geeignet. Hier mangelt es im direkten Vergleich mit grobstolligeren Reifen an Bremstraktion. Auch beim DISSECTOR kann zwischen allen vier MAXXIS-Karkassen gewählt werden.
- Shorty: Der Shorty der zweiten Generation ist MAXXIS Spezialist für lose Bodenbedingungen - egal ob für winterlich-nasse oder sehr staubige Bedingungen. Durch die gute Selbstreinigung ist die Traktion auch bei nassen und matschigen Bedingungen gleichbleibend. Der neue Shorty schneidet sich gekonnt durch Off-Camber-Sektionen und Pfützen und bietet auch auf nassen Wurzeln gute Traktion. Wird der Untergrund jedoch steinig oder sehr hart, neigen die langen Seitenstollen trotz der zusätzlichen Verstärkung zum Abknicken und vermitteln so ein etwas schwammiges Fahrgefühl. Kein Wunder also, dass der Shorty in Verbindung mit seiner MaxxGrip-Mischung und Doubledown-Karkasse den höchsten Rollwiderstand aller Reifen im Test erzeugt. Klare Empfehlung daher: Nur am Vorderrad montieren! Alle verfügbaren Modelle haben eine einheitliche Breite von 2,4”. Angeboten wird der Shorty mit EXO, Doubledown oder DH Casing. Auch hier fehlt ein Modell mit EXO+ Karkasse.
Reifentest: Pannensicherheit, Rollwiderstand und Montage
Um Ihnen daher den bestmöglichen Überblick zu verschaffen, haben wir einen Praxis- und Prüfstandtest durchgeführt. Dabei erfolgt der Praxistest auf zahlreichen Testfahrten im Alltag, beim Pendeln und Wochenendtouren.
Wir haben alle Werte zur Pannensicherheit wie Durchstich-, Durchschlagsfestigkeit, Rollwiderstand sowie der Montagefreundlichkeit im Labor überprüft. Daher sind alle Werte direkt miteinander vergleichbar und unterliegen keiner Schwankung durch verschiedene Fahrer, Strecken, Temperaturen oder ähnlichem!
Ein großer Dank geht an dieser Stelle an die Ralf Bohle GmbH aus Reichshof, die uns für den Test das Prüflabor samt mehrerer Angestellter zur Verfügung gestellt hat.
Pannenschutz
Beim Pannenschutz setzen die Hersteller auf zwei verschiedene Systeme: Hochdichte, engmaschige Gewebe sind besonders leicht und flexibel, sind aber teuer und schützen nicht so effizient vor Durchschlägen. Sie werden meist bei Gravelreifen und eher teuren Trekkingreifen eingesetzt. Dicke Gummieinlagen unter der Lauffläche agieren als Abstandhalter, erhöhen aber das Gewicht und teils den Rollwiderstand recht deutlich.
Beim Schutz gegen Durchstiche werden drei Tests durchgeführt. Dabei wird im ersten Test die Sicherheit gegen Dornen, Nägel oder Draht überprüft und ein spitz zulaufender Metalldorn durch die Lauffläche gedrückt. Hier überzeugen vor allem Condura, CST, Michelin und die beiden Schwalbe Marathons.
Beim zweiten Test simuliert ein flacher Prüfdorn die Abwehr gegenüber scharfkantigen Glasscherben oder Steinen. Michelin CityStreet, Scalato Mondano und vor allem Schwalbe Marathon E-Plus sowie G-One setzen sich teils deutlich ab.
Der dritte Test überprüft die Widerstandsfähigkeit der Flanken, um gegen Kanten, große Steine oder Äste am Boden gewappnet zu sein. Maxxis, Michelin City Street und Schwalbes Marathon E-Plus sowie G-One bieten hier sehr hohen Schutz.
Beim Durchschlag, auch Snake Bite genannt, simuliert eine stumpfe Guillotine Kanten, wie sie in der Praxis durch Bordsteine, Gullydeckel oder Wurzeln vorkommen. Dann fällt ein 14 Kilogramm schweres Gewicht in stetig ansteigender Höhe auf das Reifen-Laufradsystem, bis dem Reifen die Luft ausgeht. Die Bestwerte setzen Maxxis, Michelin und Schwalbe Marathon E-Plus.
Am Ende kristallisieren sich in Summe aller Pannenschutztests folgende Champions heraus:
- Bei den Trekkingreifen bestechen Michelins CityStreet und vor allem Schwalbes Marathon E-Plus.
- Bei den Gravelreifen überzeugen vor allem Teravail und Schwalbe.
Rollwiderstand
Der Rollwiderstand entspricht der Energie, die beim Abrollen des Reifens verloren geht. Im Wesentlichen resultiert der Energieverlust aus der fortwährenden Materialverformung im Reifen.
Natürlich sollte jeder Fahrradreifen möglichst leicht rollen. Anders als beim Auto steht dem Radfahrer nur seine (sehr begrenzte) Körperkraft zur Verfügung, die er natürlich möglichst effizient einsetzen möchte.
Der Rollwiderstand wird u. a. von Reifendruck, Reifendurchmesser, Reifenbreite, Reifenaufbau und vom Reifenprofil beeinflusst.
- Reifendruck: Bei komplett glattem Untergrund gilt: Je höher der Luftdruck, umso geringer ist die Verformung und damit der Rollwiderstand. Im Gelände ist es genau umgekehrt: Je geringer der Luftdruck umso geringer der Rollwiderstand.
- Reifendurchmesser: Reifen mit kleinerem Durchmesser haben bei gleichem Luftdruck einen höheren Rollwiderstand, weil die Reifenverformung sich hier im Verhältnis stärker auswirkt.
- Reifenbreite: Breite Reifen rollen leichter als schmale!
- Reifenaufbau: Je weniger Material verwendet wird, desto weniger Material muss sich verformen. Und je flexibler das Material ist (z. B. die Gummimischung), umso weniger Energie geht durch die Verformung verloren.
- Reifenprofil: In der Regel rollen feine Profile leichter als grobe.
Montageverhalten
Beim Montageverhalten montieren wir alle Reifen auf verschiedene Laufräder und achten im Detail auf den Kraftaufwand, die Notwendigkeit eines Reifenhebers und wie schnell sich die Reifen richtig im Felgenbett setzen. Das Handling der meist starren Trekkingmodelle ist hingegen umständlicher und benötigt oft die Hilfe von Reifenhebern.
Nach der Montage vermessen wir die Reifen und vergleichen die Werte mit der Herstellerangabe. Dabei fällt auf, dass die meisten Reifen nur wenig abweichen.
Weitere wichtige Aspekte bei Fahrradreifen
Reifengröße und -breite
Die Größe von Fahrradreifen lassen sich in der Regel in drei verschiedenen Größenbezeichnungen angeben: in ETRTO, in Zoll (englische Bezeichnung) und in Millimeter (französische Bezeichnung). Heutzutage wird vorrangig die Europäische Reifen- und Felgennorm (ETRTO) verwendet.
Die Breite des Reifens kann variieren und beeinflusst zudem das Fahrverhalten. Breitere Reifen versprechen gewöhnlich mehr Komfort und bieten eine bessere Haftung, während schmalere Reifen in der Regel einen geringeren Rollwiderstand aufweisen.
Reifentypen
Es gibt unterschiedliche Reifentypen, wie z. B. Drahtreifen, Faltreifen oder Tubeless-Reifen. Jeder Typ hat seine Vor- und Nachteile, wie Gewicht, Pannensicherheit, Montage und Preis.
- Drahtreifen: Diese Reifen haben starre Stahl- oder Kevlar-Drähte, die in die Kante des Reifens eingearbeitet sind und auf der Felge sitzen. Sie sind in der Regel günstiger, aber auch schwerer und schwieriger zu montieren. Drahtreifen werden in der Regel mit zusätzlichem Fahrradschlauch gefahren und sind somit nicht Tubeless-kompatibel.
- Faltreifen: Faltreifen sind vom Aufbau ähnlich wie Drahtreifen, allerdings besitzen sie biegsame Kevlar-Drähte, was sie leichter und einfacher zu transportieren macht, da sie faltbar sind. Im Gegensatz zu klassischen Drahtreifen lassen sich Faltreifen auch schlauchlos fahren.
- Tubeless Reifen: Diese Reifen werden ohne Schlauch gefahren und benötigen eine spezielle tubeless-kompatible Felge. Sie bieten Vorteile bei der Pannensicherheit und können mit geringerem Luftdruck gefahren werden, was mehr Komfort und besseren Grip ermöglicht. Außerdem sind sie um einiges leichter als Drahtreifen. Für den zusätzlichen Pannenschutz sorgt die sogenannte Dichtmilch oder Tubeless-Milch.
Luftdruck
Je nachdem, für welchen Fahrradreifen Sie sich entscheiden, sollten Sie auf den empfohlenen Luftdruck achten. Der Luftdruck kann für den selben Reifen sogar von Hersteller zu Hersteller variieren. Um eine optimale Leistung zu erzielen und die Pannenanfälligkeit zu verringern, sollten Sie den Luftdruck regelmäßig überprüfen, z. B. mit einer Daumenprobe. Dies gilt insbesondere für Tubeless Reifen.
Tabelle: Vergleich von Reifenmodellen
| Reifenmodell | Pannenschutz | Rollwiderstand | Gewicht | Montagefreundlichkeit |
|---|---|---|---|---|
| Schwalbe Marathon E-Plus | Sehr hoch | Mittel | Hoch | Mittel |
| Continental Grand Prix 5000 | Gut | Sehr niedrig | Niedrig | Gut |
| MAXXIS Assegai | Variabel (je nach Karkasse) | Mittel bis hoch | Mittel bis hoch | Mittel |
| Schwalbe G-One | Mittel | Niedrig | Niedrig | Gut |
Diese Tabelle bietet einen Überblick über verschiedene Reifenmodelle und ihre Eigenschaften in Bezug auf Pannenschutz, Rollwiderstand, Gewicht und Montagefreundlichkeit. Die Werte können je nach spezifischer Ausführung des Reifens variieren.
Zubehör für Fahrradreifen
Hier eine Liste von Zubehör, das die Wartung und Reparatur von Fahrradreifen erleichtert:
- Felgenband
- Flickzeug
- Lochschnüffler
- Luftdruckprüfer
- Montagefluid
- Reifenheber
- Schlauch
- Silicon-Politur
- Standpumpe für die Werkstatt
- Talkum-Puder
- Tubeless-Dichtmilch
- Tubeless-Werkzeug
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