Fahrradsitz, Puppe, Laufrad: Test und Vergleich

Eine Fahrradtour mit der Familie ohne Kindersitz? Das ist kaum vorstellbar. Die Sitzschale für Kinder ab 6 Monaten ist die sicherste Art, den Nachwuchs mitzunehmen. Der Sitz hält dem optischen Vergleich mit dem Autositz stand: Euer Nachwuchs sitzt darin aufrecht und wird mit einem Gurt gesichert.

Sicherheit und Ausstattung von Fahrradsitzen

Die hochgezogene Rückenlehne stützt und schützt, Beinschienen verhindern, dass die Kinder mit den Füßen in die Speichen geraten, und ein Fünfpunktgurt (im Vergleich sicherer als der Dreipunktgurt) hält das Kind sicher im Kinderfahrradsitz. Die meisten Sitze haben ein Fünfpunktgurtsystem, es gibt aber auch Dreipunktgurtsysteme. Fünfpunktgurte gelten als sicherer für Kinder.

Zur Sicherheit gehören nicht nur das Gurtsystem und die Größenverstellbarkeit. Wie genau die Sitzschale gestaltet ist, wie flexibel oder brüchig das Material ist und ob der Sitz über Reflektoren sichtbar ist, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Außerdem sollte der Nachwuchs so darin sitzen, dass er weder mit den Beinen in das Rad gelangen kann (Speichenschutz hilft), noch sich irgendwo die kleinen Finger klemmt.

Da Kinder jeden Tag und unter Umständen über längere Zeiträume mit ihrem Sitz in Berührung kommen, sollten die Materialien schadstofffrei und gesundheitlich unbedenklich sein. Weiche Sitzpolster, in feinen Stufen einstellbare Beinschienen und seitliche Kopfstützen sorgen für eine angenehme Fahrt.

Montage und Kompatibilität

Allerdings gilt es bei den verschiedenen Fahrrädern einiges zu beachten, die Montage muss fachgerecht erfolgen. Achtet darauf, dass die Rahmenform mit dem Fahrradsitz kompatibel ist. Achtet darauf, welche Montageart für welche Art von Fahrrad geeignet ist: Im Vergleich wird immer wieder darauf hingewiesen, dass sich nicht jede Montageart für jeden Rahmen eignet.

Insgesamt gibt es fünf verschiedene Möglichkeiten, wo der Kindersitz montiert werden kann. Zur Verfügung stehen: Sattelrohr, Steuerrohr, Rahmen, Rahmen und Sattelrohr, Sattelrohr und Gepäckträger. Übrigens könnt Ihr den Fahrradsitz auch beim Fachhändler montieren lassen.

Das Fitnessbike mit seinem robusten Rahmen und dem normalen Einstieg ist für jede Art von Kinderfahrradsitz geeignet. Bei einem hinterseitig zu montierenden Fahrradsitz ist das kein Problem. Auch Damenfahrräder haben häufig einen Tiefeinstieg. Handelt es sich um en Rad mit Tiefeinstieg, dürft Ihr den Front-Fahrradsitz nicht zu nah zum Sattel hin montieren. Ansonsten gibt es eigentlich nicht viel zu beachten. Beim Trekking ist wichtig, dass der Sitz besonders fest und stabil montiert ist.

Die Montage des Sitzes sollte leicht sein, damit ungeduldige Kinder nicht zu lange warten müssen. Die Hersteller liefern alles mit, was für die Montage und die Nutzung benötigt wird.

Arten von Fahrradsitzen

Während der ADFC im Test eindeutig zum Kindersitz für die Montage hinter dem Fahrer oder der Fahrerin rät, sagen die Hersteller, dass auch die Sitze für die Montage am Lenker sicher sind. Nur wenige Modelle sind für die Montage am Lenker gedacht. Auch der Fahrradsitz, der an der Sattelstütze montiert wird, befindet sich hinterseitig am Rad.

Wird der Sitz hoch am Rad montiert, liegt der Schwerpunkt entsprechend hoch. Das sorgt für ein instabiles Fahrgefühl. Wird der Fahrradsitz auf dem Gepäckträger montiert, ist er im Vergleich zu der Montage an der Sattelstütze nicht so gut gefedert.

Anpassbarkeit und Komfort

Damit der Kindersitz auch wirklich zur Größe des Kindes passt, muss er verstellbar sein. Sowohl die Kopfstütze als auch Fußschalen und Gurte solltet Ihr flexibel an die Größe Eures Kindes anpassen können. Wie genau der Kindersitz verarbeitet ist, hat Einfluss darauf, wie komfortabel er im Vergleich mit anderen Sitzen zu handhaben ist.

Sitzt die verstellbare Rückenlehne zu locker? Der Sitz verstellt sich jedesmal, wenn er vom Fahrrad genommen oder per Adapter befestigt wird. Klemmt der Gurt? Ihr werdet den Kinderfahrradsitz im Alltag nicht ständig auf das Rad schnallen und wieder abnehmen. Das Rad stehet auch mal mit Sitz darauf im Regen. Wie sieht es mit Sitzpolstern aus? Die Plastikschale ist hart, Euer Kind will aber weich sitzen. Welche Ausstattung Ihr benötigt, müsst Ihr im Test selbst herausfinden.

Farbwahl und Sichtbarkeit

Grellgrünes Mountainbike und dann ein lila-rosa mit weißen Sternchen verzierter Sitz … Das ist nicht optimal, wenn man mal von der Sichtbarkeit im Straßenverkehr absieht. Steht das Fahrrad mal in der Sonne, verbrennt sich der Nachwuchs den Po am Sitz. Helle Farben sind vorteilhaft, weil sie das Rad mit Sitz im Straßenverkehr besser sichtbar machen und sich im Sonnenlicht nicht aufheizen. Dunkle Sitze sehen nicht gleich schmutzig aus, sind aber insgesamt weniger sichtbar und vor allem schnell unangenehm warm.

Bekannte Hersteller

  • Die italienische Marke OK Baby bestechen mit tollem Design und einfacher Handhabung.
  • Prophete stellt Fahrräder, E-Bikes und Fahrradzubehör aller Art her.
  • Das schwedische Unternehmen Thule existiert seit 1942 und macht alles, was irgendwie mit Transport zu tun hat.
  • Auch Bobike setzt auf verschiedene Sitze für unterschiedliche Altersgruppen.
  • Römer, auch oft unter der Markenbezeichnung Britax Römer gefunden, stellt sowohl bei Kinderautositz als auch beim Kinderfahrradsitz so manchen Testsieger.
  • GMG punktet mit einer umfangreichen Ausstattung, toller Qualität und einem starkem Preis.
  • WeeRide ist auf Fahrräder und Zubehör spezialisiert und hat ein großes Sortiment.

Wo kauft man am besten?

Natürlich findet Ihr auch beim Discounter, im Supermarkt und im Baumarkt hin und wieder Kinderfahrradsitze. Sogar von namhaften Herstellern. Besser, Ihr kauft den Kinderfahrradsitz im Fachhandel. Im Vergleich besser ausgestattet ist der Fachhandel im Internet. Wenn Ihr genau wisst, was für ein Fahrrad Ihr fahrt, habt Ihr sogar die Wahl zwischen zahlreichen Modellen und verschiedenen Herstellern für Kinderfahrradsitze. Preislich bietet der Onlinehandel natürlich auch Vorteile. Allerdings könnt Ihr manchmal ein Schnäppchen machen, wenn Ihr auf die Saison- und Aktionsware der Supermärkte oder Discounter achtet: Bisweilen gibt es die Testsieger im Kinderfahrradsitz Test hier zu besonders günstigen Preisen.

Historische Entwicklung

… lässt sich nicht von der Entwicklung des Fahrrads trennen. Karl Drais ging erstmal 1817 mit seiner Draisine an die Öffentlichkeit. Heute würde man das Gefährt als ein Laufrad für Erwachsene bezeichnen: Pedale fehlten noch. Einen Kinderfahrradsitz gab es noch nicht, denn im Zuge der Industrialisierung wurde die Draisine nicht weiterentwickelt, wurde vergessen und erst Ende des 19. Jahrhunderts wieder interessant. Im Laufe des 20. Jahrhunderts wurde das Fahrrad zum massentauglichen Verkehrsmittel, es war günstig und wurde bis Ende des Zweiten Weltkriegs überwiegend von Erwachsenen genutzt. Kinderfahrräder gab es nicht, das Fahrrad war das Verkehrsmittel der Arbeiter. Wann genau der erste Kinderfahrradsitz auf den Markt kam, lässt sich nicht mehr nachvollziehen. Das muss in den letzten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts gewesen sein.

Nutzung des Fahrradsitzes

Der Kinderfahrradsitz wird in drei Bereichen genutzt: für Freizeittouren, für die Bewältigung täglicher Wege und wenn das Fahrrad als Sportgerät genutzt wird. Im Jahr 2017 gaben 25,3 % der Befragten einer Studie an, dass sie das Fahrrad im Alltag wie für den Sport nutzen würden, für die Weg zur Arbeit und zum Einkaufen nutzten 18,9 % das Rad. Nur 9,7 % der Deutschen verzichten auf das Auto und fahren ausschließlich mit dem Fahrrad.

Montageanleitung

Gerne würden wir Euch hier eine ausführliche Anleitung geben, wie der Kinderfahrradsitz korrekt und vor allem schnell montiert wird. Haltet Euch an die Angaben der Hersteller. In jedem Test wird betont, wie wichtig die leicht verständliche Montageanleitung der Hersteller ist - und sie liegt wirklich jedem Sitz bei. Der Vergleich verschiedener Tester zeigt aber auch, dass es Unterschiede gibt. Manche Sitze lassen sich leichter montieren als andere. Solltet Ihr unsicher sein, fragt beim Fahrradhändler in Eurer Stadt nach.

Testergebnisse und Bewertungen

Stiftung Warentest hat den Sitz für das Rad bereits mehrfach getestet, der neueste Test stammt aus dem Jahr 2018. Waren die Sitze von Britax Römer im letzten Test (2007) noch Testsieger, schnitten sie diesmal mit der Note Mangelhaft ab. Das liegt daran, dass sich die Gurtverschlüsse der beiden Sitze im Test im Vergleich zu den anderen Modellen extrem leicht öffnen ließen. Stiftung Warentest rät, öfters anzuhalten und die Gurte zu kontrollieren, wenn Sitze der Marke Römer in Gebrauch sind.

Im Test wurde auch klar, dass Kleinkinder bis 15 kg tatsächlich besser vorne mitfahren, während die Sitze bis 22 kg hinterseitig gut aufgehoben sind. Es gibt einige Punkte, die für den Sitz sprechen, und andere, die für den Anhänger sprechen. Wir können diese Frage nicht beantworten. Abhängig davon, welche Rahmenform Dein Rad hat, vom Kindesalter und -gewicht sowie anderen Faktoren kann der eine oder andere Sitz besser geeignet sein. Stiftung Warentest hat den Sitz im letzten Test mangelhaft bewertete, weil die Gurte sich allzu leicht lösen.

Beim Kindersitz für das Fahrrad kommt es auf die Rahmenform des Fahrrads an, auf das Gewicht und das Alter Eures Nachwuchses und darauf, ob Ihr die kleinen Passagiere lieber hinten oder vorne sitzen habt. Online ist die Auswahl im Vergleich größer, vor allem hinsichtlich vertrauenswürdiger, namhafter Hersteller. Wie lange der Sitz nutzbar ist, hängt vom Alter und vom Gewicht der Passagiere ab. Beim Kindersitz für das Fahrrad spielt die Bezeichnung keine Rolle. Kindersitze lassen sich bei fast allen Rahmenformen montieren, bei Herrenrädern wie bei Damenrädern. Nein. Die Hersteller liefern alles mit, was für die Montage und die Nutzung benötigt wird.

Euch liegt daran, die unterschiedlichen Kindersitze in Sachen Sicherheit und Preis einem Vergleich zu unterziehen. Ihr findet so einen Vergleich bei Stiftung Warentest, aber auch der ADFC, der ADAC und verschiedene Fahrradmagazine haben Kindersitze für das Fahrrad Studien unterzogen.

Der ADAC hat 16 Fahrradsitze für Kinder getestet. Dabei haben vor allem die günstigeren Fabrikate überzeugt. Neunmal wurde die Note "gut" vergeben, doch es gibt noch Raum für Verbesserungen. Alle Ergebnisse und Tipps rund um den Kauf.

Hersteller/Modell Mittlerer Preis ADAC Urteil
Ok Baby 10+ 74 Euro 1,9
Bellelli Mr Fox (Relax) ab 50 Euro 2,4
Bobike Go Maxi Frame 120 Euro 2,5

Für eine Überraschung sorgten dabei die Komfortmessungen am Modell für das Sattelrohr. Dort saß der Testdummy im Vergleich zu den Konkurrenzmodellen auf schlechten Straßen wesentlich bequemer, sodass in Sachen Komfort nur einmal die Bewertung "sehr gut" vergeben werden konnte.

Der Sitz von OK Baby hat mit rund 70 Euro einen vernünftigen Anschaffungspreis und bietet auch eine Liegefunktion (allerdings nur beim Modell für die Sattelstange), einen Reflektor, gute Schutzeigenschaften im Kopfbereich sowie einen Wetterschutz für schlechte Witterung. Zudem ist der Sitz abschließbar und einfach in der Handhabung.

Bei diesem Kinderfahrradsitz lässt sich der Schwerpunkt sehr einfach mit einem Hebel einstellen, und der Helm des Kindes passt gut in die Aussparung des Sitzes. Allerdings war bei beiden Modellen die Höhe der Rückenlehne minimal unterhalb der Norm-Anforderung für den Test - damit verpassten sie die Bestnoten in den Kategorien Sicherheit und Haltbarkeit.

Infolgedessen konnten die beiden Modelle nur mit "mangelhaft" bewertet werden. Zusätzlich zeigte der Sitz im Test eine weitere Schwäche: Bei einer genormten Belastungsprobe mit 22 Kilo (Gewicht eines Kindes) rutschte die Fußstütze bereits nach wenigen Sekunden nach unten weg.

Bei den Herstellern Thule und Hamax sollten Sie auch während einer Fahrt immer wieder den Blick auf das Gurtsystem richten. Wenn sich diese z.B. bei einer Rüttelstrecke etwas gelockert haben, einfach einmal mehr nachziehen. Auch das Verknoten der Gurtenden vor der Brust des Kindes kann helfen.

Um eine mögliche und richtige Montage am eigenen Rad zu überprüfen und ein Probesitzen inklusive Probefahrt durchzuführen, sollten Sie ein Fachgeschäft aufsuchen. Wichtig: Dabei auch das Abstellen und die Schlafposition (sofern vorhanden) zusammen mit dem Kind ausprobieren. Ein sicherer Stand des Rades sollte ebenso gewährleistet sein.

Vom Probesitzen über die Probefahrt bis hin zum täglichen Gebrauch sollte das Kind immer einen Fahrradhelm tragen. Zudem das Kind nie alleine im Fahrradsitz stehen lassen und bestenfalls für den sicheren Stand einen Doppelständer am Fahrrad verbauen (wenn möglich).

Erste Fahrversuche auf sicherem Gelände durchführen, da das Fahrverhalten mit montiertem Fahrradsitz speziell auch in der Liegefunktion sehr ungewöhnlich ist. Die Schwerpunkt-Verschiebung sorgt vorne am Fahrrad für eine geringe Bodenhaftung.

Der Einsatz eines Kinderfahrradsitzes vor dem oder der Erwachsenen ist nur bedingt empfehlenswert. Die Montage an dieser Stelle ist ein sensibles Thema, es fehlt an möglichem Lenkereinschlag, an ausreichend Kopffreiheit zwischen Kind und Fahrendem, und letztendlich kann der Fahrende bei einem möglichen Crash das Kind erdrücken.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0