Bei schönem Wetter und trockenen Straßen nutzen viele die Gelegenheit für ausgedehnte Radtouren - auch in weiter entfernte Gegenden. Für den Transport von Mountainbikes oder E-Bikes bieten sich in der Regel zwei Möglichkeiten an: die Mitnahme im Zug oder die Befestigung auf einem Fahrradträger am Auto.
Doch welche Modelle überzeugen hinsichtlich Sicherheit und Handhabung? Ein guter Fahrradträger soll sich möglichst einfach auf die Anhängerkupplung montieren lassen und stabil mehrere Fahrräder halten, darunter auch die besonders schweren E-Bikes. So viel Komfort und Sicherheit kostet durchaus mehrere Hundert Euro. Doch halten alle Fahrradträger, was Sie versprechen?
Dieser Frage ist das Outdoor Magazin in ihrem Test vom Juni 2024 nachgegangen. Wir erklären Ihnen, nach welchen Kriterien die Experten getestet haben und stellen Ihnen hier jeweils die Ergebnisse, Testsieger und Preistipps vor.
Testsieger und Empfehlungen
Der Norauto E-Fit 100-2 holt sich im Test vom Outdoor Magazin mit der Gesamtnote „Sehr gut“ den ersten Platz. Der Norauto-Fahrradträger ist das beste Modell für die Anhängerkupplung aus dem Test vom Outdoor Magazin von 2024.
Der Fahrradträger überzeugt mit durchdachten Details und hoher Praxistauglichkeit: Die breiten Radträger nehmen Reifen bis 10 cm (4 Zoll) auf, eine schmale Rille erleichtert die Positionierung von Rennrädern. Lange Mikro-Neigegurte sollen für sicheren Halt sorgen, auch bei profilierten Carbonfelgen. Das dreifache Befestigungssystem - an beiden Rädern und am Rahmen - soll wiederum Stabilität gewährleisten.
Der Fahrradträger von Norauto lässt sich einfach an der Anhängerkupplung montieren und auch die Befestigung der Fahrräder klappt dank der langen Schlaufen mit Gummifelgenschutz sehr einfach. Allerdings gab es für die fehlende Ratschenfunktion Punktabzug.
Sowohl bei der Vollbremsung, als auch bei den Ausweichmanövern leistet er sich keine Schnitzer. Beim Rütteltest auf unebener Fahrbahn muss er jedoch etwas Federn lassen: Hier wackelten die Vorderräder etwas stark.
Der XLC Beluga Fahrradträger ist eine gute Alternative zum Testsieger. Der XLC Beluga Fahrradträger überzeugt mit soliden Testwerten und landet damit knapp hinter dem Testsieger.
Der XLC Beluga gefällt mit spitzenmäßigen Leistungen beim Fahrsicherheitstest und einer vernünftigen Befestigung. Die Greifarme verfügen über solide Schlaufen aus Kunststoff, die für eine gute Stabilität sorgen.
Bei den Fahrversuchen erlaubt sich der Fahrradträger von XLC fast keine Schnitzer: Sowohl bei der Vollbremsung als auch bei den Ausweichmanövern kommen Fahrräder und Träger nur minimal ins Wanken.
Bei der Montage muss man allerdings Abstriche machen: Bei der Befestigung auf der Anhängerkupplung muss eine Stellschraube mit einem Inbusschlüssel festgezogen werden - das erschwert den Aufbau. Außerdem sind die Schienen für die Räder etwas kurz.
Preis-Leistungs-Tipp
Der Eufab Crow Plus Fahrradträger kann vor allem mit einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis glänzen. Der Eufab Crow Plus Fahrradträger erreicht zwar nicht die Spitzenwerte des Testsiegers, bietet aber ein starkes Preis-Leistungs-Verhältnis.
Die Montage geht einfach vonstatten, bei der Befestigung gibt es jedoch kleine Beanstandungen: Die Greifarme sind nicht wie üblich mit Griffen, sondern mit Stoffschlaufen aus Gewebe ausgestattet. Das macht die Befestigung etwas wackelig.
Ebenfalls fanden die Prüfenden den Schienenabstand etwas zu gering. Beim Fahrsicherheitstest überzeugt er vor allem bei Vollbremsungen: Hier blieben sowohl die Fahrräder als auch der Träger am richtigen Platz.
Beim Ausweichtest sah es schon anders aus: Hier lösten sich die Schlaufen sowohl oben am Greifarm als auch unten.
Kaufberatung: Worauf Sie achten sollten
Die Kosten für einen Fahrradträger können je nach Art, Kapazität und Qualität stark voneinander variieren. In der Regel gehören Fahrradträger für die Anhängerkupplung zu den teureren Trägersystemen. Die Preise für diese Variante können daher in einer breiten Spanne liegen, von etwa 130 Euro für einfachere Modelle bis 600 Euro oder mehr für hochwertige Träger mit vielen Funktionen.
Wichtige Aspekte beim Kauf
Beim Kauf eines Fahrradträgers für Ihre Anhängerkupplung, gibt es einige wesentliche Punkte zu beachten. Damit Sie am Ende die richtige Wahl treffen, haben wir im Folgenden einige wichtige Aspekte aufgezählt:
- Kompatibilität: Zunächst einmal sollten Sie sicherstellen, dass der Fahrradträger auch auf Ihre Anhängerkupplung passt. Bei PKW ist die Kugelkopf-Kupplung am weitesten verbreitet, allerdings gibt es hier einige Unterschiede. Es werden starre von abnehmbaren und schwenkbaren Anhängerkupplungen, sowie Anhängerkupplungen mit einer Flansch-Kugel unterschieden. Achten Sie daher darauf, dass das Fahrradträger-Modell exakt auf Ihre Kupplung passt.
- Anzahl der Fahrräder: In der Regel gibt es Fahrradträger, die entweder für zwei, drei oder vier Fahrräder geeignet sind. Überlegen Sie daher vorab, wie viele Fahrräder Sie mit dem Auto transportieren möchten.
- Gewichtslimit: Beachten Sie, dass Fahrradträger für gewöhnlich über ein Maximalgewicht verfügen, das nicht überschritten werden darf. Wenn Sie beispielsweise Ihre E-Bikes mit dem Fahrradträger transportieren möchten, sollten Sie zunächst prüfen, ob der Träger für E-Bikes geeignet ist. Ist dies der Fall, sollten Sie berücksichtigen, dass E-Bikes in der Regel zwischen 20 und 30 Kilogramm wiegen können und der Fahrradträger somit schnell überlastet sein kann. Das Gewichtslimit variiert je nach Modell. Außerdem sollten Sie die zulässige Stützlast der Anhängerkupplung sowie das Eigengewicht des Trägers im Auge behalten. Bei Elektrofahrrädern wäre es auch möglich, die Akkus separat im Kofferraum zu transportieren.
- Befestigungssystem: Um sich Zeit und Arbeit zur ersparen, sollten Sie das Befestigungssystem des Fahrradträgers untersuchen. Dieses sollte möglichst stabil und einfach zu bedienen sein. Ein Schnellspannsystem ermöglicht beispielsweise eine einfache und schnelle Montage und Demontage.
- Abklappmechanismus: Wer zum Beispiel übers Wochenende mit den eigenen Fahrrädern verreisen möchte, muss nicht nur die Räder, sondern auch das Gepäck im Auto unterbringen. Ein Fahrradträger mit Abklappmechanismus ermöglicht das stressfreie Öffnen und Schließen des Kofferraums, ohne die Fahrräder abnehmen zu müssen.
- Diebstahlschutz: Sind Sie länger mit dem Auto unterwegs und wollen zwischendurch eine Pause machen, ohne die Fahrräder mitzunehmen, ist es äußerst praktisch, wenn der Fahrradträger abschließbar ist. Somit können Sie die Räder mit einem guten Gewissen am Träger lassen.
- Verlängerung der Fahrzeugmaße: Insbesondere beim Passieren von Baustellen und bei der Parkplatzsuche ist zu beachten, dass ein Fahrradträger das Heck des Fahrzeugs verlängert und teilweise auch verbreitert.
- Beleuchtung und Kennzeichenpflicht: In Deutschland benötigen Sie bei Fahrradträgern für die Anhängerkupplung ein echtes Nummernschild mit der Wiederholung Ihres Kennzeichens. Außerdem sollte der Fahrradträger über Rücklichter verfügen, die per Stromkabel mit Ihrem Auto verbunden sind.
Verschiedene Fahrradträgersysteme im Überblick
Generell werden drei verschiedene Fahrradträgersystem voneinander unterschieden: Fahrradträger für die Anhängerkupplung, für das Dach und für das Heck. Im Folgenden stellen wir Ihnen die Systeme, sowie deren Vor- und Nachteile im Überblick vor.
Fahrradträger für die Anhängerkupplung
Die Voraussetzung für dieses Trägersystem ist, dass Sie über eine Anhängerkupplung verfügen, die das Gewichts des Fahrradträgers mitsamt der Fahrräder tragen kann. Der Vorteil eines solchen Trägers liegt darin, dass der Luftwiderstand bei dieser Variante, im Vergleich zu Dach- und Heckträgern, relativ gering ist.
Laut ADAC liegt der Verbrauch bei 5,9 Litern pro 100 Kilometer (100 km/h). Im Vergleich dazu liegt der Verbrauch von Dach- und Hecksystemen bei jeweils 7,1 bzw. 7,0 Litern (100 km/h). Auch die Auswirkungen auf das Fahrverhalten sind relativ gering. Zu beachten ist, dass bei allen drei Systemen die empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h möglichst nicht überschritten werden sollte.
Ansonsten lassen sich die Fahrräder in der Regel ohne großen Aufwand auf den Fahrradträger montieren, da sie im Vergleich zum Dachsystem nur auf Hüfthöhe angehoben werden müssen. Auch der Aufbau gestaltet sich sehr einfach, da die Träger in der Regel vormontiert angeliefert werden. Dank Abklappmechanismus bleibt der Kofferraum meistens gut zugänglich und da die meisten Modelle faltbar sind, lassen sie sich in der Regel auch gut verstauen.
Nicht zu verachten ist auch die große Auswahl an Systemen für die Anhängerkupplung im Vergleich zu Modellen für das Heck. Ein großer Nachteil ist allerdings, dass die Sicht in den Rückspiegel durch den Fahrradträger oftmals eingeschränkt ist. Auch Einparkhilfen können zumindest hinten nicht mehr genutzt werden.
Außerdem ist zu beachten, dass Fahrradträger für die Anhängerkupplung kennzeichenpflichtig sind: Nummernschild und Beleuchtung müssen also am Fahrradträger wiederholt werden! Darüber hinaus neigen Fahrräder bei diesem System dazu, insbesondere bei Nässe schmutzig zu werden und die Träger sind zudem relativ teuer.
Fahrradträger für das Dach
Bei Fahrradträgern für das Dach ist es wichtig, dass das maximale Gewicht der Dachreling und die zulässige Dachlast beim Kauf beachtet wird. Ein großer Pluspunkt dieses Systems ist der vergleichsweise niedrige Preis: Ein solcher Träger ist teilweise bereits ab 50 Euro erhältlich.
Außerdem wird auch die Sicht in den Rückspiegel nicht behindert oder eingeschränkt. Auch bei der Handhabung können Dachsysteme mit einer leichten und bequemen Montage punkten. Der Schutz gegen Spritzwasser ist auf dem Dach ebenfalls größer. Was die Lagerung angeht, brauchen Dachträger von allen drei Systemen am wenigsten Platz.
Allerdings haben Dachsysteme den großen Nachteil, dass die Räder mit großem Kraftaufwand bis aufs Dach gehoben werden müssen. Alleine geht dies meistens nicht. Zudem sollte auch der größere Luftwiderstand nicht außer Acht gelassen werden. Dadurch steigt nicht nur der Kraftstoffverbrauch, auch das Fahrverhalten wird hierbei beeinflusst.
Im Vergleich zu den anderen Trägersystemen darf die maximale Zuladung auch nicht unberücksichtig bleiben: Diese ist bei Fahrradträgern für das Dach mit durchschnittlichen 15 bis 25 Kilogramm am geringsten. Für schwere E-Bikes sind Dachsysteme daher weniger geeignet.
Fahrradträger für das Heck
Diese Variante ist nicht für alle Fahrzeuge geeignet. Die Heckklappe sollte für diesen Fahrradträger möglichst steil abfallen und es sollte sich eine Spalte zwischen Klappe und Karosserie befinden, denn nur so kann der Fahrradträger an der Heckklappe befestigt werden.
Aus diesem Grund sind Fahrradträger für das Heck üblicherweise nur fahrzeugspezifisch erhältlich. Ist ein System für das jeweilige Fahrzeugmodell verfügbar, wird es meist in mehreren Varianten angeboten. Ansonsten sind die Fahrräder im Vergleich zum Dachsystem am Heckträger gut erreichbar und somit einfach zu be- und entladen. Auch der Luftwiderstand ist am Heck wesentlich geringer als auf dem Dach und das Fahrverhalten wird somit kaum beeinflusst.
Ein großer Nachteil dieser Variante ist, dass es an der Heckklappe im Alltagsgebrauch zu Lackschäden kommen kann. Zudem werden die Scharniere der Klappe stark beansprucht. Auch die Erstmontage gestaltet sich bei Heckträgern recht schwierig und zeitaufwendig.
Des Weiteren ist der Kofferraum durch den Fahrradträger schwer erreichbar, da sich die Heckklappe nur sehr schwer öffnen lässt. Ansonsten ist ähnlich wie beim System für die Anhängerkupplung die Sicht in den Rückspiegel nur eingeschränkt und auch die Einparkhilfen nur begrenzt verfügbar.
Schließlich darf man auch den Mehrverbrauch nicht außer Acht lassen: Von allen drei Trägersystemen haben Heckträger mit satten 11,4 Litern pro 100 Kilometern (bei 130 km/h) den höchsten Mehrverbrauch.
Empfehlungen des ADAC
Der ADAC spricht sich in seiner Fahrradträger-Analyse klar für das System für die Anhängerkupplung aus. Bei dieser Variante verbraucht man während der Fahrt nicht nur weniger Sprit, auch die Sicherheit und einfache Handhabung konnten im Vergleich überzeugen. Allein beim Kraftstoffverbrauch liegen Fahrradträger für die Anhängerkupplung mit maximal 6,3 Prozent Mehrverbrauch bei 130 km/h klar vorne. Dahinter liegt das Dachsystem mit stolzen 34,2 Prozent und als Schlusslicht das Hecksystem mit sportlichen 44,3 Prozent Mehrverbrauch.
Bei frequenter Nutzung des Fahrradträgers lohnt es sich laut ADAC sogar, sich eine Anhängerkupplung am Auto nachzurüsten. Diese könne dadurch nicht nur für den Fahrradträger, sondern beispielsweise auch für einen Anhänger oder eine Transportbox genutzt werden.
Der ADAC empfiehlt vor dem Kauf, sowie vor und während der Fahrt, folgende Tipps zu befolgen, um mit einem Fahrradträger sicher unterwegs zu sein.
Vor dem Kauf
Überprüfen Sie im Voraus, wie viel Ihre Fahrräder oder E-Bikes wiegen, um einer möglichen Überlastung des Fahrradträgers entgegenzuwirken. Sollten Sie eine größere Reise planen, achten Sie darauf, dass Sie mit allen mitreisenden Personen und Gegenständen (Fahrräder, Gepäcks usw.) nicht über das zulässige Gesamtgewicht des Fahrzeuges kommen. Falls Sie sich unsicher sind, können Sie das Maximalgewicht in Ihrem Fahrzeugschein nachlesen.
Für empfindliche Räder empfehlen sich zudem spezielle Rahmenschoner, um sie vor möglichen Kratzern zu schützen. Je nachdem für welches Trägersystem Sie sich entscheiden, sollten Sie sich Gedanken über den Aufbewahrungsort machen. Einige Fahrradträger für die Anhängerkupplung sind beispielsweise faltbar, wodurch sie im Keller oder der Garage platzsparend verstaut werden können.
Vor der Fahrt
Bevor die Fahrt losgehen kann, sollten Sie prüfen, ob der Fahrradträger als auch die Fahrräder fest montiert und alle Klemmen geschlossen sind. Bei E-Bikes sollten die Akkus nach Möglichkeit separat transportiert werden, um das Gewicht der Räder zu reduzieren. Achten Sie in jedem Fall auf das Maximalgewicht des Fahrradträgers, sowie der Anhängerkupplung. Diese sollten keinesfalls überschritten werden!
Während der Fahrt
Halten Sie während des Fahrens die empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h mit Fahrradträger ein, um sich und andere Verkehrsteilnehmende nicht zu gefährden, und fahren Sie achtsam. Bei jeder Fahrt mit dem Fahrradträger sollten Sie nach ungefähr 50 Kilometern eine kurze Pause machen, um Schrauben, Gurte und Scharniere zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuziehen.
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