Dieser Artikel wurde im Juni 2024 überarbeitet und bietet einen umfassenden Überblick über Fahrradträger, insbesondere für E-Bikes. Mit sinkenden Inzidenzwerten steigt auch wieder die Reiselust, und die Lastenträger werden zum besten Freund unternehmungshungriger Mountainbiker.
Warum ein Fahrradträger?
Sie transportieren das Bike sicher und platzsparend auf der Anhängerkupplung oder der Heckklappe des eigenen PKWs - ohne dass der Kofferraum am Ende aussieht, als hätte sich ein Pudel nach einem Schlammbad darin trockengeschüttelt.
Zwei Drittel der Biker entscheiden sich laut Umfragen für einen Fahrradträger zur Montage auf der Anhängerkupplung am Auto. Verständlich, denn diese Modelle bieten einige Vorteile: Die Fahrräder lassen sich leicht auf den Träger heben, die Durchfahrtshöhe bleibt im Vergleich zum Dachträger oder Heckklappenträger unverändert, und die Bikes reisen spritsparend im Windschatten des Zugfahrzeugs.
Zudem sind Kupplungsträger schnell montiert und auch ebenso leicht wieder abgenommen und im Kellerabteil verstaut. Trotzdem unterscheiden sich die einzelnen Exemplare teilweise enorm: Alleine die Preise variieren zwischen 365 und 730 Euro. Zudem haben wir drei Fahrradträger für die Heckklappe der nach wie vor beliebten Kleinbusse getestet.
Fahrradträger im Test: Kupplungsträger
Unser Vergleichstest klärt, welcher Hersteller das beste Paket liefert. Die Befestigung der Bikes, die Breite der Reifenschienen oder die Anpassungsfähigkeit auf verschiedene Radstände sind Punkte, die schnell für Frust vor der Abreise in den Urlaub sorgen können.
Hier eine Übersicht der getesteten Fahrradträger für die Anhängerkupplung:
Atera Strada Sport E-Bike ML
Preis: 458 EuroGewicht: 14,9 kgZuladung max. / pro Bike: 67,9 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja
Die Montage auf der Kupplung ist einfach und intuitiv. Er sitzt schon vor dem Arretieren sicher und lässt sich so leicht ausrichten. Vorsicht: Die Anzeige für den korrekten Sitz zeigt schon grün, bevor der Träger fahrbereit ist. Beim Beladen sitzt das Bike stabil in den flexiblen Radhaltern, alle Befestigungspunkte sind mit Ratschen ausgestattet.
Buzz Rack E-Scorpion 2
Preis: 399 EuroGewicht: 18,1 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / nein
Wer sich an den vielen Kunststoffteilen nicht stört, bekommt hier einen Träger mit cleveren Details: Der Buzz Rack kann zum Auto gerollt werden, passt selbst für breiteste Reifen und längste Radstände, und das Vorderrad wird zusätzlich fixiert. So stehen die Bikes extrem sicher am Träger.
Eufab Premium TG
Preis: 459,95 EuroGewicht: 17,4 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja
Die geklappten Schienen des Eufab formen einen komfortablen Tragegriff. So lässt sich der Premium TG entspannt auf die Kupplung setzen und dort fixieren. Danach ist er mit wenigen Handgriffen einsatzbereit. Lange Radstände sind kein Problem, auch der Abstand der Schienen fällt großzügig aus, breite Reifen passen dafür nur schwer in die verschiebbaren Radhalter.
Menabo Alcor 2
Preis: 365 EuroGewicht: 16,2 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / nein
Vor der ersten Nutzung des Menabo stehen einige Aufbauschritte an. Die Verarbeitung lässt dabei zu wünschen übrig: Die Halterungen der Kabelführung brechen leicht, die Bohrungen für den Klemmhebel fluchten an unserem Modell nicht. Die Bedienung des Kupplungshebels ist wenig ergonomisch, es fehlt ein Zeichen für den sicheren Sitz.
Thule VeloSpace XT 3
Preis: 729,95 EuroGewicht: 20,8 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 3 / ja
Die Montage des Dickschiffs auf der Kupplung erfordert einen gesunden Rücken oder eine helfende Hand. Doch sobald der ergonomische Hebel den Träger fixiert hat, sind das sperrige Staumaß und das hohe Gewicht schnell vergessen. Ansprechend verarbeitet und sehr variabel: Die breiten Schienen bieten sogar Fatbike-Reifen genügend Platz, die soliden und handlichen Greifarme lassen sich abnehmen, alle Ratschen für die Laufräder sind nach außen gewandt und leicht zu bedienen.
Uebler i21
Preis: 639 EuroGewicht: 13,4 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / nein
Extrem kompakt, leicht und komfortabel im Handling - der i21 überzeugt auf ganzer Linie. Clever gelöst: Die Klemmung kommt ohne den üblichen Hebel aus und rastet sicher und hörbar auf der Kupplung ein. Ausgeklappt bietet der i21 ordentlich Platz für breite Reifen und lange Radstände.
Westfalia Bikelander
Preis: 480 EuroGewicht: 17,5 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja
Kompakt gefaltet kommt der sauber verarbeitete Bikelander auf die Kupplung. Der seitliche Hebel erschwert etwas die Arretierung, rastet aber sauber ein. Solide Ratschen und versetzbare Laufradhalterungen verzurren das Bike sicher am Träger. Vorbildlich sind die gummierten Greifer und die zusätzlichen Felgenschoner.
Yakima JustClick 2
Preis: 599 EuroGewicht: 17,4 kgZuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja
Der Marktneuling Yakima schlägt sich wacker im ersten Test. Die Montage auf der Kupplung ist top: aufsetzen, ausrichten, abklappen - ganz ohne Hebel. Auch die Verarbeitung ist ansprechend. Die Schienen lassen sich einfach ausfahren und schlucken breite Reifen ebenso locker wie lange Radstände.
Fahrradträger im Test: Heckklappenträger
Hier eine Übersicht der getesteten Fahrradträger für die Heckklappe:
Fiamma Carry-Bike VW T6 Pro
Preis: 556 EuroGewicht: 16,3 kgFahrzeugmodelle: VW T5, T6, T6.1Zuladung max. / pro Bike: 60 kg / 15 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja, max. 4
Für die aufwändige Erstmontage des Fiamma sollte man Zeit einplanen. Das Anbringen am Fahrzeug ist nicht ganz ohne Tücken, hier drohen Kratzer. Der Träger selbst ist recht variabel: Greifer mit Gelenk, seitlich versetzbare Schienen und verschiebbare Radhalter mit langen Ratschenbändern sowie viel Platz zwischen den Rädern.
Thule WanderWay 2
Preis: 512,95 EuroGewicht: 13,1 kgFahrzeugmodelle: VW T6, T6.1Zuladung max. / pro Bike: 60 kg / 30 kgAnzahl Bikes / erweiterbar: 2 / ja, max. 4
Worauf Sie beim Kauf eines Fahrradträgers achten sollten
Vor dem Kauf eines Kupplungsträgers müssen Sie die Stützlast Ihrer Anhängerkupplung überprüfen. Diese finden Sie etwa im Fahrzeugschein. Das Gesamtgewicht von Träger und zu transportierenden Bikes darf das zulässige Gewicht nicht überschreiten. Wie schwer die einzelnen Räder sein dürfen, steht in der Gebrauchsanweisung des Fahrradträger-Herstellers. Einfache Rechnung: Bei einer Stützlast von 50 Kilo und einem Trägergewicht von 17 Kilo dürfen die beiden Bikes zusammen nicht mehr als 33 Kilo wiegen.
Wird das Kennzeichen verdeckt, braucht auch der Heckträger eins. Bei Kupplungsträgern wird so ein drittes Kennzeichen fällig. Falls die dritte Bremsleuchte nicht sichtbar ist, muss sie durch eine Ansteckleuchte am hinteren Fahrrad ergänzt werden. In einigen Ländern muss zusätzlich eine Warntafel am Heck angebracht werden.
Die Anhängerkupplung muss fett- und schmutzfrei sein, bevor Sie den Träger montieren. Ansonsten besteht das Risiko, dass der Fahrradträger auf der Kupplung verrutscht. Nicht fest montierte Teile am Bike, wie zum Beispiel Trinkflaschen, Mini-Pumpen oder Radcomputer, sollten Sie vor der Fahrt entfernen. Rahmenteile oder Gabelholme, die sich gegenseitig berühren, sollten Sie unbedingt abpolstern, um Beschädigungen zu vermeiden.
Die Preisspanne ist bei Heckträgern groß, doch der Test hat gezeigt, dass ein guter Fahrradheckträger nicht so teuer sein muss. Zwar wurde das teuerste Model von Uebler für den Preis von 730 Euro Testsieger und erhielt als einziges Modell das ADAC Urteil "sehr gut". Aber auch für rund 400 Euro ist schon ein guter Fahrradträger zu bekommen.
Das Modell von Menabo war mit einem Preis von 327 Euro einer der günstigen Fahrradträger im Test. Das günstigste Modell von Fischer kostete nur rund 280 Euro und erhielt im Test mit einer Gesamtnote von 2,6 das zweitschlechteste Ergebnis.
Fix4Bike: Eine neue Variante der Trägerbefestigung
Fix4Bike ist eine neue Variante der Trägerbefestigung, die anstelle der Klemmung am Kugelkopf eine Fixierung über zwei Zapfen unterhalb des Kugelkopfs ermöglicht. Die Handhabung ist sehr einfach: Dank dieses Befestigungssystems wird der Fahrradträger mit nur einem Klick montiert und sofort ausgerichtet.
Dafür ist eine spezielle Anhängerkupplung mit einem geeigneten Kugelkopf nötig, der aber mittlerweile bei aktuellen Volvos und Teslas mit Anhängerkupplung serienmäßig lieferbar ist. Auch für die meisten anderen Automodelle am Markt gibt es die Möglichkeit, eine Fix4Bike-Variante anstelle der konventionellen zu wählen.
Zusätzliche Tipps vor dem Kauf
- Maximal zulässige Stützlast des Autos ermitteln (siehe Fahrzeugschein).
- In Bedienungsanleitung des Autos auch maximale Stützlast für Fahrradheckträger überprüfen, da diese bei manchen Herstellern von der maximalen Stützlast abweicht.
- Gewicht zu transportierender Fahrräder ermitteln. Dann prüfen, wieviel Fahrräder auf dem Heckträger transportiert werden dürfen.
- Bei höherwertigen Fahrrädern oder Pedelecs bzw. E-MTBs darauf achten, dass auch der Heckträger über eine Diebstahlsicherung verfügt.
- Platz zur Lagerung des Fahrradträgers nach Demontage aussuchen. Auf die passende Steckverbindung achten (7 oder 13 Pole).
- Zusätzliche Angaben in der Fahrzeug- und Heckträgerbenutzungsanleitung beachten. Zum Beispiel maximaler Überstand nach hinten, maximale Anzahl an Fahrrädern, D-Wert-Anforderungen an die Anhängerkupplung.
Wichtige Hinweise vor der Fahrt
- Anhängerkupplung muss sauber und fettfrei sein.
- Beladungshinweise des Trägers beachten. Fahrradträger nicht überladen: Eigengewicht Fahrradträger + Gewicht aller Fahrräder ≤ Stützlast.
- Fahrradträger und Fahrräder auf sicheren Halt überprüfen.
- Sperrige, schwere oder leicht zu verlierende Teile nach Möglichkeit vom Fahrrad abmontieren, wie zum Beispiel Akkus von Pedelecs.
- Funktion der Beleuchtungsanlage prüfen. Zudem darf die Ladung laut StVZO nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Schlussleuchten des Heckträgers hinausragen. Sonst auf beiden Seiten mit der Beleuchtung durch eine weiße Leuchte nach vorne und eine rote Leuchte nach hinten kenntlich machen.
- Nach 50 Kilometern anhalten und alle Schrauben und Gurte kontrollieren.
- Ist eine dritte Bremsleuchte vorhanden, darf diese nicht verdeckt sein.
- Achtsam fahren: Durch den Träger wird das Fahrverhalten des Fahrzeuges beeinflusst, es kann in Extremsituationen ungewohnt reagieren.
- Empfohlene Höchstgeschwindigkeit von 130 km/h bei Benutzung eines Heckträgers einhalten.
- Kennzeichen am Auto und Kennzeichen am Fahrradträger müssen gleich sein. Wenn das Hecktragesystem das amtliche Kennzeichen verdeckt, muss ein sogenanntes Wiederholungskennzeichen angebracht werden. Auf dem Wiederholungskennzeichen muss keine Prüfplakette angebracht sein, wenn diese auf dem Originalkennzeichen lesbar ist.
- Abdeckplanen oder -hüllen nicht über den Fahrradheckträger ziehen, da sie den Luftwiderstand erhöhen, zulässige Kräfte am Träger überschritten werden können und die Fahreigenschaften des Fahrzeugs beeinträchtigen können.
Methodik des ADAC-Tests
Für den Test wurden 13 Heckträgermodelle für zwei Fahrräder anonym beschafft und abwechselnd sechs unterschiedliche Fahrräder darauf montiert. In einem Praxistest wurden die Fahrradträger überprüft auf ihre Handhabung (40 Prozent der Gesamtnote), Qualität (40 Prozent der Gesamtnote) und Sicherheit (20 Prozent der Gesamtnote).
Für die Bewertung der Handhabung wurde Folgendes betrachtet: Bedienungsanleitung bzw. Hinweise am Fahrradträger, Erstmontage, Montage und Demontage am Auto, Auf- und Abladen unterschiedlicher Fahrradtypen, Zugang zum Kofferraum (u.a. Bedienung der Kippfunktion), Reparaturfreundlichkeit des Trägers (u.a. der Beleuchtung) und der Faltmechanismus.
In die Bewertung der Qualität flossen ein: das Material und die Verarbeitung (u.a. der elektronischen Bauteile), das Gewicht des Heckträgers und die Diebstahlsicherung.
Beim Thema Sicherheit wurde bewertet: Sicherheitshinweise auf dem Träger (z.B. über maximale Zuladung, Eigengewicht, etc.), Verhalten bei Vollbremsungen aus 100 km/h und aus 20 km/h, Ergebnis des Bremsschwellentests (Überfahren einer ca. 10 Zentimeter hohen Schwelle mit 30 km/h) und Verhalten beim Ausweichen. Bei Fahrtests wurde der Heckträger mit dem maximal zulässigem Gewicht beladen und Bremstests durchgeführt, eine Schwelle überfahren und Ausweichmanöver gefahren.
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