Motorradführerschein Kosten: Eine detaillierte Übersicht

Über neun Millionen Menschen in Deutschland besitzen einen Motorradführerschein. Tendenz steigend. Mehr als 20 Millionen Menschen in Deutschland besitzen im Jahr 2024 einen Motorradführerschein. Ein Zweirad bietet gerade bei der Parkplatzsuche einige Vorteile gegenüber größeren Fahrzeugen. Des Weiteren schwärmen viele Motorradfahrer von der Freiheit, die das Gefühl des Fahrtwindes am Körper assoziiert.

Fällt die Wahl doch auf den Motorradschein, sollten die Kosten vorab bedacht werden. Die Kosten für eine solche Fahrausbildung sind allerdings hoch, sodass viele Menschen es sich nicht leisten können, einen Führerschein der Klasse B und einen für das Motorrad zu bezahlen. Daher machen viele als Direkteinstieg den Führerschein fürs Motorrad.

Welche Motorradführerscheinklassen gibt es?

Den Motorradführerschein gibt es in vier verschiedenen Klassen. Hier finden Sie alle Informationen, welche Bedingungen an die Motorradführerscheinklassen A, A1, A2 und AM geknüpft sind.

Der Motorradführerschein Klasse A

Wer ein Motorrad fahren und sich dabei keine Gedanken um Kubikzentimeter, Pferdestärken und Höchstgeschwindigkeit machen will, muss mindestens 24 Jahre alt sein und braucht den "großen" Führerschein der Klasse A. Mit dieser Königsklasse der Motorradführerscheine dürfen alle Krafträder und dreirädrigen Kraftfahrzeuge ohne Leistungsbegrenzung gefahren werden.

Zwei Wege führen zum Motorradführerschein der Klasse A: zum einen der stufenweise - also erst die leistungsreduzierte Klasse A2 und danach die volle Motorradklasse A - und zum zweiten der direkte Weg.

Welche Kosten entstehen beim Motorradführerschein?

Die Frage „Wie teuer ist ein Motorradführerschein?“ kann nicht pauschal beantwortet werden. Für die Fahrerlaubnis fallen hohe Kosten an: Infos und eine Beispielrechnung. Die Kosten entstehen dabei vor allem in der Fahrschule. Beim Führerschein fürs Motorrad variieren die Kosten je nach Anbieter. Die Preise in den Fahrschulen für die Anmeldung oder die einzelnen Übungsstunden bzw. Sonderfahrten können je nach Standort abweichen.

Kostenpunkte im Überblick

Eine Übersicht der einzelnen Kostenpunkte, die anfallen, wenn Sie eine Ausbildung zum Motorradführerschein machen, finden Sie hier:

  • Grundbetrag der Fahrschule
  • Übungsstunden
  • Sonderfahrten (Nachtfahrt, Autobahnfahrt, Überlandfahrt)
  • Theorieprüfung
  • Praktische Fahrprüfung
  • Übungsmaterialien
  • Erste-Hilfe-Kurs
  • Sehtest
  • Gebühren für die Führerscheinausstellung
  • Biometrisches Passfoto

Grundbetrag und Fahrstunden

Die Fahrschulen erheben zunächst einen Grundbetrag, eine Art Anmeldegebühr. Das sind bei den Führerscheinklassen A, A1 und A2 rund 250 bis 690 Euro. Den größten Kostenblock verursachen die Fahrstunden, die genau wie Schulstunden 45 Minuten dauern. Für normale Ausbildungsfahrstunden, auch Übungsfahrten genannt, sind circa 60 bis 102 Euro anzusetzen. Ihre Zahl hängt vom Lernfortschritt des Fahrschülers ab, und dabei beurteilt der Fahrlehrer, ob seine Schülerin oder sein Schüler schon sicher fahren kann. Die Gesamtsumme richtet sich in besonderem Maße nach der Anzahl der benötigten Fahrstunden. Bei einer Übungsstunde handelt es sich in der Regel um ein 45-minütiges Fahrtraining. Die meisten Fahrschulen bieten diese Übungseinheit als Doppelstunde an.

Sonderfahrten

Dazu kommen zwölf Sonderfahrten zu je 66 bis 128 Euro, zusammengesetzt aus fünf Überland-, vier Autobahn- und drei Fahrten in der Dämmerung beziehungsweise bei Nacht. Die Sonderfahrten sind deutlich länger und bestehen aus Nachtfahrt, Autobahnfahrt und Überlandfahrt. Auch preislich heben sie sich von den „normalen“ Fahrstunden ab und sind etwas teurer. Sie sind für den Führerschein fürs Motorrad verpflichtend.

Theorie- und Praxisprüfung

Für die Führerscheinklasse A fallen bei der Teilnahme zur Theorieprüfung einheitliche Kosten in Höhe von 22,49 Euro an. Die praktische Fahrprüfung zum Motorradführerschein der Klasse A kostet in Deutschland 121,38 Euro. Zusätzlich zu den Motorradführerschein-Kosten in der Ausbildung, fallen noch Gebühren für die praktische Fahrprüfung und die Theorieprüfung bei TÜV oder DEKRA an. Fallen Sie durch die Prüfungen, muss die Prüfungsgebühr erneut entrichtet werden.

Zu den Kosten für die Vorstellungen zu theoretischer und praktischer Prüfung kommen die Gebühren für die eigentlichen Prüfungen bei TÜV oder Dekra. Sie betragen für den Direkteinstieg in die Klasse A 24,99 Euro für die Theorie und 162,67 Euro für die Praxis. Die Vorstellung zur theoretischen Prüfung kostet rund 80 bis 167 Euro, die zur praktischen etwa 195 bis 443 Euro. Sie werden in der Regel über die Fahrschule abgerechnet. Grundsätzlich gilt: Eine oder zwei Fahrstunden mehr sind billiger als sich zum zweiten Mal zu einer Prüfung anzumelden.

Weitere Kosten

Übungsmaterialien, Lernsysteme oder Apps sind bei manchen Fahrschulen im Grundbetrag enthalten, andere berechnen ungefähr 50 bis 100 Euro.

Auch ein Sehtest beim Augenarzt oder -optiker ist erforderlich. Der Test darf maximal zwei Jahre alt sein, viele Optiker bieten ihn kostenlos an.

Bei den Führerscheinstellen der Kommunen sind rund 45 Euro für die Ausstellung oder Erweiterung eines Führerscheins zu zahlen. Dazu kommen die Kosten für ein biometrisches Passfoto ab 10 Euro.

Nicht erforderlich ist er, wenn der Nachweis schon bei einem früheren Führerscheinverfahren vorgelegt wurde. Über ADAC gelbhilft kostet er rund 60 Euro, wobei ADAC Mitglieder einen Rabatt erhalten. Der Kurs muss neun Unterrichtseinheiten beinhalten, eine Teilnahmebescheinigung für Sofortmaßnahmen am Unfallort reicht nicht aus.

Dazu können Kosten kommen, die oft vergessen werden. Motorradschüler müssen bei der Ausbildung und Prüfung nicht nur einen Helm, sondern auch Schutzkleidung tragen. Oft kann man sich Ausrüstung bei der Fahrschule leihen - das kostet und spätestens nach bestandener Prüfung braucht es eigene Schutzkleidung. Hier sind Informationen zu Motorradbekleidung zusammengestellt.

Klasse A als Direkteinstieg

Die Klasse A ist die höchste Führerscheinklasse für das Zweirad. Sie umfasst die Klassen A2, A1 und AM. Daher ist die Fahrausbildung sehr umfangreich. Die oben genannten Kosten entstehen auch hier in vollem Umfang. Sollten Sie diese Klasse als direkten Eintieg absolvieren, sind meist einige Fahrstunden vonnöten, was den Preis zusätzlich in die Höhe treibt.

Vorhandene Fahrerlaubnis

Ein beliebtes Modell ist es, den Führerschein fürs Auto (Klasse B) zusammen mit dem Führerschein fürs Motorrad zu machen. Wenn Sie die Klasse A2 mindestens zwei Jahre besitzen, entfällt die Theorieprüfung für den A-Führerschein. Sie können direkt die praktische Fahrprüfung ablegen.

Durchschnittliche Kosten und Beispielrechnung

Der Verband Innovativer Fahrschulen Deutschland (VIFD) und die Bundesvereinigung der Fahrlehrerverbände (BVF) beziffern die Kosten für die Klassen A und A2 auf durchschnittlich ca. 2500 Euro. Demnach kostet der Direkteinstieg im Schnitt rund 3000 Euro. In den meisten Fällen aber bewegen sich die Preise zwischen dem Wert der Verbände und dem des ADAC - sprich zwischen 2500 und 3000 Euro. Einige wenige Fahrschulen verlangen teilweise mehr als 4000 Euro und heben den Mittelwert dementsprechend an. Zu diesen Kosten kommen noch ca. 250 Euro, für Prüfungsgebühren, Sehtest und Führerscheinstelle.

Außerdem gilt grundsätzlich: Fahrschulen im ländlichen Raum sind günstiger als in Städten und in Süddeutschland teurer als im Norden. Viele der Fahrschulen stellen ihre Preise nur vor Ort oder auf Anfrage zur Verfügung, eine Online-Recherche ist nicht immer möglich.

Für die folgende Beispielrechnung wurden 15 Übungsstunden als Grundlage gewählt, das entspricht dem Mittelwert der Angabe des VIFD. Die Preise stammen von einer Fahrschule in Hessen.

Kosten Betrag (Euro)
Grundbetrag 540
Vorstellung zur theoretischen Prüfung 129
Vorstellung zur praktischen Prüfung 159
Ausbildungsfahrstunden 1125 (15 á 75)
Sonderfahrten 1020 (12 á 85)
Übungsmaterialien 59
Gebühren theoretische Prüfung 25
Gebühren praktische Prüfung 163
Erste-Hilfe-Kurs 0 (vorhanden)
Sehtest 0 (beim Optiker)
Gebühren für die Ausstellung des Führerscheins 45
Biometrisches Passfoto 10
Gesamtkosten 3275

Der Aufstieg von A2 auf A kostet Laut VIFD etwa 500 Euro. In der Regel sind die Motorradfahrenden rountiniert und brauchen nur wenige Übungsstunden, um die Aufstiegs-Prüfung anzutreten. Dabei ist genau zu prüfen, welche Leistungen im Pauschalbetrag enthalten sind und ob die vorgegebene Zahl der Fahrstunden ausreicht. Da die Schüler zum Bestehen der praktischen Prüfung unterschiedlich viele Stunden brauchen, gibt es keine Garantie, dass nach beispielsweise einer Woche beziehungsweise drei Übungsfahrstunden die praktische Prüfung bestanden wird. Daher raten Experten von Ferienfahrschulen ab.

Wie Sie sparen können

Wer sparen möchte, sollte sich rechtzeitig anmelden, um den Führerschein innerhalb einer Saison machen zu können. Kommt es zu einer Unterbrechung durch die Winterpause, kostet das Übung und damit auch Geld.

ADAC Training: Fahren ohne Führerschein

Klar ist: Die Fahrerlaubnis für das Motorrad ist nicht gerade billig. Wer herausfinden möchte, ob ihm das Motorradfahren Spaß macht, kann beim ADAC ein Schnuppertraining buchen. Ganz ohne Vorkenntnisse oder eigene Ausrüstung, aber mit Hilfe von Fahrsicherheitsexpertinnen und -experten geht es dann auf eine ADAC Trainingsanlage in der Nähe. Auch für Motorradfahrende die ihren Schein schon (länger) haben gibt es reichlich Programm für optimale Fahrtechnik und mehr Sicherheit. Nach einem ADAC Motorrad-Training besteht zudem die Möglichkeit an der Safety League teilzunehmen und mit etwas Glück auf der Nürburgring-Nordschleife zu fahren.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0