Motorradfahren: Der Ultimative Temperatur-Ratgeber für Sicheres Fahren

In der kalten Jahreszeit ist es besonders wichtig, mit dem Motorrad sicher unterwegs zu sein. Ein entscheidender Faktor ist dabei die Betriebstemperatur der Reifen. Erst ab einer bestimmten Temperatur bietet der Reifengummi optimalen Grip. Das bedeutet, dass kalte Reifen weniger Haftung haben und die Gefahr von Rutsch- und Sturzunfällen steigt.

Die Bedeutung der Reifenwärme

Motorradreifen müssen im Herbst auf Betriebstemperatur gebracht werden, um optimalen Grip zu gewährleisten. Warum ist das so wichtig? Die ersten Kilometer sind besonders wichtig, da mechanische Beanspruchung durch Fahren die Reifen erwärmt. Um diese Temperatur zu erreichen, muss der Reifen mechanisch belastet werden. Dies geschieht beim Rollen, Beschleunigen, Bremsen und Kurvenfahren. Dabei entsteht durch Reibung und Verformung des Reifens Wärme, die das Gummi erwärmt.

Je nach Fahrweise und Witterung erreichen die meisten Reifen nach wenigen Kilometern ihre Betriebstemperatur. Daher ist es besonders wichtig, die ersten Kilometer der Fahrt vorsichtig und mit Bedacht zu fahren, um den Reifen die nötige Zeit zum Aufwärmen zu geben.

Optimale Betriebstemperatur

Die optimale Betriebstemperatur Ihrer Reifen variiert je nach Reifentyp und Materialzusammensetzung. Weiche Reifen haben in der Regel eine höhere Betriebstemperatur als härtere Reifen und brauchen dementsprechend länger, um die optimale Haftung zu erreichen. Das liegt daran, dass die Materialmischung weicher Reifen so ausgelegt ist, dass sie ihre besten Haftungseigenschaften bei höheren Temperaturen entwickelt. Eine Faustregel besagt, dass die Reifentemperatur bei etwa 35 Grad Celsius liegt.

Ein weiterer wichtiger Aspekt beim Motorradfahren im Herbst ist die Beschaffenheit der Fahrbahnoberfläche. Nasse und verschmutzte Straßen sowie Laub können die Fahrbahn rutschig machen und damit das Unfallrisiko erhöhen.

Motorradfahren bei Hitze

Extrem hohe Temperaturen können für Motorradfahrer durchaus gefährlich werden. Doch was können Biker gegen extreme Hitze tun? Und was kann im schlimmsten Fall passieren? Den wertvollsten Tipp liefern wir schon einmal vorweg: zwischen den Fahrten möglichst viel Wasser trinken!

Gesundheitliche Aspekte

Gesundheitlich kritisch wird es erst bei Temperaturen über 30 Grad, direkter Sonneneinstrahlung und Standphasen von mehr als 20 Minuten. Stadtverkehr und Autobahnstau an echten Hundstagen sind ebenfalls nicht zu unterschätzen. Unter extremen Hitzebedingungen kann die Körpertemperatur eines Motorradfahrers, der eine übliche Sicherheitsausstattung trägt, auf Fieberniveau (38,5 Grad) ansteigen. Einhergehend mit starkem Flüssigkeitsverlust kann es bei der sogenannten Hyperthermie, also Überhitzung, zu Konzentrationsverlust, Schwindel und sogar Bewusstseinseintrübungen kommen. Die Unfallgefahr ist dann dramatisch hoch.

Bekleidungstipps für heiße Temperaturen

Textilbekleidung mit Membran ist zumindest an sehr heißen Tagen nicht empfehlenswert. Viele Bekleidungshersteller bieten darüber hinaus speziell für den Sommer entwickelte Bekleidung an. So werden Textiljacken besonders luftdurchlässig gestaltet. Häufig sind solche „Sommerjacken“, zumindest an den Ellbogen und den Schultern, allerdings lediglich mit Softprotektoren ausgestattet. Rückenprotektoren müssen zudem meist nachgerüstet werden. Geeignete luftdurchlässige Textiljacken findet man beispielsweise von Held, Alpinestars und Rukka. Auch bei der Hose sollte man gegebenfalls auf Lüftungsschlitze und generell luftdurchlässigeres Material achten.

  • Helm: Nahezu jeder Hersteller hat mindestens einen Jethelm im Programm.
  • Bekleidung: Textilbekleidung mit Membran ist zumindest an sehr heißen Tagen nicht empfehlenswert.
  • Handschuhe: Für den Sommer bieten sich kürzere Handschuhe an, die zudem mit Lufteinlässen ausgestattet sind.
  • Stiefel: Viele der Modelle bieten nicht ganz so viele Sicherheits-Features wie hochwertige Motorradstiefel, allerdings eignen sie sich in jedem Fall besser zum Motorradfahren als gewöhnliche Sneaker.
  • Funktionsunterwäsche: Verschiedene Hersteller bieten spezielle und luftdurchlässige Funktionsunterwäsche für den Sommer an.

Verhalten bei Hitze

Viel trinken! Fünf Milliliter pro Kilo Körpergewicht und pro Stunde (Bsp: 80 Kilo Gewicht => 0,4 Liter in der Stunde). Und eigentlich luftige Kleidung tragen, doch der Sicherheit auf dem Motorrad wegen ist der Grat hier sehr schmal. Schutzausrüstung zu tragen ist gut, aber man sollte bei Hitzefahrten das Helmvisier zumindest ein Stück weit öffnen, dito die Jackenärmel und Hosenbeine, sowie im Brustbereich den Reißverschluss so weit herunterziehen, dass zwar Luft an den Körper kommt, die Jacke aber trotzdem fest genug sitzt.

Motorradfahren bei Kälte

Das ist der klassische Temperaturbereich in der Zwischensaison, also Frühling und Herbst. Hier punkten die Vorteile der Gore-Tex Schutzausrüstung. Zumindest eine langärmelige Schicht solltest du zusätzlich anziehen. Dicke Lederhandschuhe über den dichten Ärmelabschluss deiner Jacke angezogen könnten ausreichen, manche schwach durchblutete Menschentypen brauchen da schon Heizgriffe. Bei 15° und weniger sind dichte Stiefel und ein dichter Hosenbeinabschluss erforderlich. Ebenso wirst du deinen Jackenkragen komplett schließen und ein Halsschlauch hilft dir dabei. Bei feuchten Verhältnissen beschlägt dein Visier höchstwahrscheinlich.

Viele Menschen empfinden 10° bereits als zu kalt zum Motorradfahren. Machst du es trotzdem, musst du dich umfangreich ausrüsten! Viele Textilschichten unter der wärmeren Gore-Tex Ausrüstung, an allen Enden komplett dicht, auch im Nierenbereich (Nierengurt!). Prüfe vor Abfahrt, ob du damit deine Handhebel uneingeschränkt bedienen kannst! Am Hals wirst du bereits einen wärmenden Halsschlauch verwenden, manche Menschen nehmen eine Variante mit Gesichtsmaske. Dein Visier wird beim Stehenbleiben beschlagen, wenn du keine Gegenmaßnahmen setzt. Zieh dir definitiv dicke Socken unter wintertauglichen Stiefeln an!

Ausrüstung für extreme Kälte

Das ist eine Wettertemperatur, bei der nur die härtesten Hunde unter den Motorradfahrern unterwegs sind, oder jene, die müssen. Lederhandschuhe alleine sind definitiv zu wenig. Selbst Wintermotorradhandschuhe mit partiell angebrachten Protektoren stoßen bei längeren Strecken schon an ihre thermische Grenze. Unter der Gore-Tex Ausrüstung musst du sehr viel oder sehr wärmende Schichten anlegen. Am Motorrad nutzt du jede Möglichkeit, den Fahrtwind von den Extremitäten abzuweisen, also Handprotektoren etwa für die Finger.

Reifen bei Kälte

Bei der Entwicklung eines Reifens wird darauf Wert gelegt, dass er in einem bestimmten Temperaturfenster optimale Performance, also in erster Linie guten Grip, erzielt. Er funktioniert also am besten, wenn er eine bestimmte Temperatur erreicht hat. Diese Wärme erreicht er durch Walkenergie, im Prinzip Reibung und durch Wärmetransfer der umgebenden Medien, also von der Asphaltwärme und der Luftwärme. Ist es nun kalt, dann braucht er viel länger, um dieses Temperaturfenster zu erreichen. Bei sehr kalten Bedingungen kann es sogar sein, dass er diese Mindestwärme gar nicht erreicht.

Tipps für das Fahren bei verschiedenen Temperaturen

Hier eine Tabelle, die die wichtigsten Aspekte für das Fahren bei verschiedenen Temperaturen zusammenfasst:

Temperatur Reifen Bekleidung Sonstiges
Heiß (über 30°C) Regelmäßiger Reifendruckcheck Atmungsaktive Sommerbekleidung, Funktionsunterwäsche Viel trinken, regelmäßige Pausen im Schatten
Mild (15-30°C) Standardreifen Anpassbare Textilbekleidung Normale Tourenplanung
Kalt (unter 15°C) Reifen mit weicher Gummimischung Warme, winddichte Kleidung, Gore-Tex Vorsichtige Fahrweise, regelmäßige Pausen

Denke auch an deine Gelenke, besonders deiner Arme und Beine, und an deine Nieren- und Blasengegend. Lieber zu warm als zu kalt angezogen! Beim Motorradfahren bei Kälte muss man auf viele Dinge achten.

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