Es ist noch nicht allzu lange her, dass Tiefeinsteiger-Rahmen, vor allem in E-Bikes, schwammig, indirekt und irgendwie träge waren.
Heute aber sind die Bikes ohne Oberrohr vielfach ebenso steif und sicher wie ihre Diamantrahmen-Geschwister.
Warum also bei jedem Auf- und Absteigen umständlich das Bein über den Sattel schwingen, wenn der breite, offene Durchstieg im Tiefeinsteiger doch so viel bequemer ist?
Dass sich der Komfortrahmen dabei sehr vielfältig gibt, zeigt unser Vergleich von elf aktuellen E-Bikes mit so genanntem Wave-Rahmen.
Vom Light-E-Bike mit unter 17 Kilogramm Gewicht bis hin zum Offroad-fähigen vollgefederten Tourenrad ist alles dabei.
Was auffällt: Viele Hersteller setzen bei den komfortorientierten Tiefeinsteigern auf Räder mit den Mountainbike-Maßen 27,5 Zoll, also etwas kleiner als die bei City- und Tourenrädern üblichen 28 Zoll.
Sind dann zusätzlich großvolumige Pneus aufgezogen - im Test sind Reifen bis 65 Millimeter Breite -, kommt zusätzlicher Fahrkomfort ans Rad.
Diese dicken Reifen bieten oft mehr Federungspotenzial trotz Starrgabel als eine günstige Stahlfedergabel.
Zudem fällt hier die Wartung deutlich leichter.
Beides zeigt sich anschaulich am Mi-Tech und am Cube.
Unsere Testräder sind allesamt gut für den Einsatz als Packesel gerüstet.
Wenigstens 20 Kilogramm (Centurion Country Fullsuspension) schultern die Testräder, fünf haben sogar eine Kindersitzzulassung mit einer Gepäckträger-Tragfähigkeit von bis zu 27 Kilo.
Beim Gewicht scheiden sich die Geister.
Extrem leicht und damit mit sehr fahrradtypischem, einfachem Handling rollt das Cube Hybrid auf den Laufsteg.
Am anderen Ende der Fahnenstange findet sich das Kalkhoff Image, das eine sehr satte Straßenlage bietet.
Das üppige Mehrgewicht - es wiegt fast doppelt so viel wie das Cube - gleicht es durch den bärenstarken Bosch-CX-Motor und einige zusätzliche Sicherheitskomponenten wie ABS-Bremsen aus.
Der ähnlichen Gewichtsklasse angehörige Zugvogel von Electrolyte wird als einziges Testrad mit einem in der Hecknabe sitzenden Motor (Alber Neodrives Z20) angetrieben.
Flügel sind Pflicht.
Denn einfache, runde Griffe lassen die Hände schnell ermüden und reizen den Karpaltunnel, eine Nervenbahn in der Mittelhand.
Beim Sattel ist das nicht ganz so einfach.
Denn ein breiter, weicher Sattel ist auf Kurzstrecken sehr bequem, auf denen ein sehr straffer Sitz womöglich stört.
Auf längerer Tour hingegen sind straffere, weniger breite Sättel angenehmer.
Ein starrer Vorbau schließlich ist nur sinnvoll, wenn die fixierten Parts ideal auf den Fahrer angepasst sind.
Ein variabler Vorbau vereinfacht die präzise Einstellung des Lenkers.
Höhe und Neigungswinkel lassen sich an jedem Testrad easy anpassen.
Mi-Tech verbaut sogar einen Speedlifter.
Mit klassischer Fahrradkette fahren nur noch die vier Testräder mit Kettenschaltung.
Bei den anderen, die ab Werk mit einer Nabenschaltung ausgestattet sind, überträgt ein Carbon-Riemen die (Mittel-)Motor- und Muskelkraft auf das Hinterrad.
Das ist sehr sinnvoll, denn wenn schon die Schaltung nahezu wartungsfrei ist, sollte der Antriebsstrang mitziehen.
Die Welt der Komfort-Tiefeinsteiger ist bunt und vielseitig.
Vom sportlichen Tourenrad bis zum Easy-Rider-Cruiser ist alles dabei.
Das macht es für Sie als Fahrer nicht gerade leichter.
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