Fahrradkette Reinigen und Ölen: Eine Anleitung für Optimale Leistung

Die Fahrradkette ist ein zentrales Element, das die Tretkraft auf das Antriebsrad überträgt. Damit dein Fahrrad reibungslos läuft und die Kette lange hält, ist regelmäßige Pflege unerlässlich. Dazu gehört das Reinigen und Ölen der Kette. Hier erfährst du, wie es richtig geht.

Warum ist die richtige Kettenpflege wichtig?

Beim Radeln sammelt sich Schmutz an der Fahrradkette an, was zu Verschleiß und Defekten führen kann. Durch die Reinigung wird der Schmierfilm angegriffen, der für einen reibungsarmen Lauf sorgt. Regelmäßiges Reinigen und Ölen stellt diesen Schmierfilm wieder her und verlängert die Lebensdauer der Kette.

Die Vorbereitung: Was du benötigst

Das Wichtigste bei der Reinigung der Fahrradkette ist die richtige Vorbereitung. Wenn du alle Utensilien für die Reinigung und Pflege zur Hand hast, kann es losgehen! Tipp: Trage beim Reinigen der Fahrradkette Handschuhe, um schmutzige Hände zu vermeiden.

  • Kettenbürste
  • Zahnstocher
  • Trockener Lappen
  • Kettenreiniger (oder Wasser mit Spülmittel)
  • Klares Wasser
  • Lappen zum Trocknen
  • Montageständer (optional)
  • Zeitungspapier oder Plane zum Schutz des Bodens

Schritt-für-Schritt-Anleitung zur Kettenreinigung

Bei der Reinigung der Kette solltest du möglichst sanft und vorsichtig arbeiten! Benutze keinen Hochdruckreiniger, da dieser die beweglichen Teile der Kette, Kassette und Co. schnell beschädigen kann.

  1. Vorbereitung: Schalte vor dem Reinigen in einen mittleren Gang und spanne dein Fahrrad in einen Montageständer. Lege gegebenenfalls den Boden mit Zeitungspapier oder einer Plane aus, um Ölflecken auf den Boden zu vermeiden. Am besten reinigst du dein Fahrrad an einem offiziellen Waschplatz da dort spezielle Auffangbehälter vorhanden sind und das ölhaltige Wasser nicht ins Grundwasser gelangt.
  2. Groben Schmutz entfernen: Entferne den groben Schmutz von der Kette trocken mit einer Kettenbürste. Bürste dazu locker über die Kette. Sitzt der Schmutz tiefer, kannst du diesen vorsichtig mit einem Zahnstocher entfernen. Vergiss dabei nicht die Schaltwerkröllchen.
  3. Verbliebene Verschmutzungen lösen: Löse nun mit einem trockenen Lappen die verbliebenen Verschmutzungen. Sprühe anschließend Kettenreiniger auf den Lappen und fahre nochmal über die Kette. Dadurch wird das Öl-Schmutzgemisch aufgeweicht und lässt sich leichter entfernen. Alternativ kannst du auch eine Zahnbürste und Wasser mit Spülmittel verwenden. Auch Geschirrspülmittel hat eine fettlösende Wirkung und kann zum Reinigen der Fahrradkette verwendet werden. Hierfür gibst du einfach ein paar Tropfen ins Wasser oder direkt auf das Tuch. Wenn du stattdessen Kettenreiniger verwendest, solltest du darauf achten, dass er biologisch abbaubar ist.
  4. Abspülen und Trocknen: Nachdem du den Schmutz entfernt hast, spülst du die Kette noch einmal mit klarem Wasser ab und trocknest sie anschließend gut ab. Wenn du die Kette einfach an der Luft trocknen lässt, kann sich durch die lange Trocknungszeit Rost bilden.
  5. Kassette reinigen: Auch die Kassette deines Fahrrads solltest du regelmäßig reinigen. Hierfür drehst du die Bürste einfach mit dem Freilauf mit und bürstest den Schmutz weg.

Das richtige Öl für die Fahrradkette

Du hast die Reinigung deiner Fahrradkette hinter dir und willst sie nun ölen? Bevor es ans Eingemachte geht, stellt sich allerdings noch die Frage, welches Mittel sich am besten zum Ölen eignet?

  • Kettenöl: Die erste Wahl zur Kettenpflege ist handelsübliches Kettenöl aus dem Fahrradgeschäft. Dieses gibt es in verschiedenen Varianten, z.B. für feuchtes Wetter mit PTFE, das die wasserabweisenden Eigenschaften verbessert.
  • Kettenwachs: Kettenwachs nimmt eine Sonderstellung ein: Es trocknet auf der Kette und bildet so einen dauerhaften Schutz für das ursprüngliche Fett. Daher eignet es sich auch zum Einfetten einer neuen Kette. Zu beachten ist allerdings, dass sich das Wachs ohne chemische Entfetter kaum wieder entfernen lässt.
  • Biologisch abbaubare Öle: Statt zum Ölen der Fahrradkette Öle auf Mineralölbasis zu verwenden, kannst du auch auf Öle zurückgreifen, die aus nachwachsenden Rohstoffen (beispielsweise Soja) hergestellt werden. Solche umweltfreundlichen Alternativen erhältst du im Fahrradgeschäft deines Vertrauens oder im Internet.

Was du vermeiden solltest

  • WD40: Um es gleich vorweg zu nehmen: WD40 sollte man nie verwenden. Als Kriechöl ist es viel dünnflüssiger als herkömmliches Kettenöl und verdrängt so mit der Zeit die „dickere“ Kettenschmierung. Der dünne Film von WD40 reicht nicht aus, um die Kette ausreichend zu schmieren und kann im schlimmsten Fall zu erhöhtem Verschleiß führen. Wer kein Spezialprodukt zu Hause hat, kann WD40 aber zum Reinigen verwenden, denn es entfettet und schützt die Kette vor Rost.
  • Pflanzenöl, Sprays für Autos: Wichtig: Pflanzenöl eignet sich dagegen nicht als Schmiermittel für die Fahrradkette, ebenso wenig wie Sprays für Autos. Diese sind in der Regel auf die Bedürfnisse von Autos abgestimmt.
  • Andere Schmieröle: Verwende für deine Kette keine anderen Schmieröle. Das gilt etwa für gängige Multifunktionsöle und schwere Motorenöle. Ebenso solltest du beim Ölen der Fahrradkette auf Hausmittel wie Vaseline oder Kokosfett verzichten. Sie bilden an der Außenseite der Kette einen klebrigen Film.

Anwendung des Kettenöls

Du hast deine Kette vom Schmutz befreit und möchtest den dabei angegriffenen Schmierfilm wiederherstellen? Warte einige Minuten, damit sich das Öl im Inneren der Kette gut verteilen kann.

  1. Weniger ist mehr: Geh beim Ölen der Fahrradkette sparsam mit dem Schmiermittel um.
  2. Innen ölen: Öle die Kette nur von innen, um den gewünschten Schmiereffekt zu bekommen. Achte also darauf, dass das Öl möglichst nicht auf die Außenseiten der Laschen kommt.
  3. Auftragen: Kettenöl gibt es zum Sprühen und zum Träufeln - beides eignet sich gut. Sei beim Sprühen jedoch vorsichtig, dass kein Öl auf die Felge oder auf die Scheibenbremsen gelangt.
  4. Nach dem Ölen: Nach kurzem Einlaufen geringfügig nachölen.
  5. Bowdenzüge schmieren: Zur Schmierung der Bowdenzüge diese aushängen und das Öl zwischen Hülle und Innenzug tropfen.

Wie oft solltest du die Kette ölen?

Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Letztendlich kommt es darauf an, wie oft das Fahrrad benutzt wird und wie stark die Fahrradkette dem Schmutz ausgesetzt ist. So kann es sein, dass du deine Kette nach 100 km ölen musst, manchmal dauert es auch länger. Wer jeden Tag bei Wind und Wetter zur Arbeit fährt, sollte die Kette in kürzeren Abständen pflegen - am besten wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. Eines ist sicher: Sobald die Fahrradkette nicht mehr leise läuft und rasselt, solltest du sie dringend ölen. Wenn sie schwergängig ist und knirscht, wird es Zeit, die Fahrradkette zu ölen. Auch einen Fahrrad-Check solltest du im Frühling durchführen, um das Rad instand zu halten und Unfällen vorzubeugen. Dazu gehört es, die Fahrradkette zu ölen, damit die Pedale sich geschmeidig drehen.

Was kostet ein gutes Kettenöl?

Die gute Nachricht zum Schluss: Das Ganze ist gar nicht so teuer! Ein gutes Basisöl kostet meist keine 10€ und du kannst einige Zeit damit arbeiten, bevor es leer geht. Selbst die Spezial-Öle sind oft nicht viel teurer und auch Kettenreiniger sind für kleines Geld zu haben.

Ungeeignete Reinigungsmittel

Einige Reinigungsmittel sind für die Fahrradkette ungeeignet und können sogar Schäden verursachen:

  • Hochdruckreiniger: Wie schon der Name verrät, arbeitet das Gerät mit Hochdruck. Keine gute Eigenschaft, wenn es um das Reinigen eines Fahrrads und seiner vielen beweglichen und sensiblen Komponenten wie Dichtringe und Schaltwerkröllchen geht. Mit einem Hochdruckreiniger können die Teile beschädigt und Schmierfette aus den Lagern gespritzt werden. Bei Anwendung an der Kette kann zudem alter Schmutz in die Lager gelangen.
  • Spülmittel: Zwar ist Spülmittel für viele eine beliebte Allzwecklösung beim Bikewashing, allerdings kann es bei der Wirksamkeit nicht mit speziellen Kettenreinigern oder Waschbenzin mithalten. So dringt das Mittel nicht so tief in die Kettenglieder ein und ist deshalb für intensiv genutzte Bikes weniger geeignet. Nutzt du das Mittel dennoch, dann sollte die Kette nach der Reinigung sofort geölt werden.
  • Bremsenreiniger: Wir raten davon ab, Bremsenreiniger beim Putzen der Kette zu verwenden. Seine sehr stark entfettende Wirkung führt dazu, dass die Kette nach einer Behandlung mit Bremsenreiniger sowohl außen, als auch innen komplett ungeschmiert ist und somit auch keinen Rostschutz mehr bietet. Deshalb musst du die Kette nach dem Säubern mit Bremsenreiniger unmittelbar schmieren - oder auf eine alternative Reinigungsmethode ausweichen.
  • Diesel oder Benzin: Generell kannst du eine Fahrradkette auch mit Benzin oder Diesel reinigen. Allerdings raten wir auch von dieser Methode ab, da beide Substanzen hoch entzündlich sind. Solltest du doch Benzin oder Diesel zum Reinigen deiner Fahrradkette nutzen, achte darauf, die Kette danach sofort wieder zu schmieren, da beide Stoffe stark entfettend wirken.

NIGRIN BIKE-CARE Feinöl

NIGRIN BIKE-CARE FeinÖl ist ein harz- und säurefreies, vielseitig verwendbares Schmieröl für die Pflege und den Schutz aller feinmechanische Komponenten an Fahrrädern und E-Bikes: Es hält Gewinde, Gelenke, Schlösser o. Ä. NIGRIN BIKE-CARE FeinÖl verharzt und verklumpt nicht. Flasche vor Gebrauch gut schütteln. Öl auf gewünschten Einsatzbereich aufbringen.

Hanseline - Feinmechaniköl

Hanseline - Feinmechaniköl ist ein synthetischer Kohlenwasserstoff, der durch seine Reinheit, er ist absolut harz- und säurefrei, besonders für die Schmierung hochwertiger technischer Präzisionsmechanik geeignet ist. Das Öl ist wasserhell und oxidiert selbst unter UV- und Sauerstoffeinfluss nur sehr langsam. Deshalb besitzt es ausgezeichnete Alterungseigenschaften. Aufgrund seiner niedrigen Viskosität und seiner guten Benetzungsfähigkeit bewahrt es den Werkstoff vor Korrosion. Durch seinen geringen inneren Widerstand eignet es sich auch für sehr schnell arbeitende Mechanik. Anwendungsgebiete: Schaltungsgelenke, Bremshebel und Umwerfer.

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