Die ordnungsgemäße Schmierung der Teile ist einer der wichtigsten Schritte, damit Ihr Motorrad reibungslos läuft und viele Jahre lang hält. Motorradfett ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflege, des Schutzes und der Erhaltung der Lebensdauer Ihres Motorrads. Es beugt Schäden, Verschleiß und Rost vor und sorgt dafür, dass Ihr Motorrad in bestem Zustand bleibt.
Warum ist Motorradfett notwendig?
Motorradschmierfett ist ein wichtiger Bestandteil der routinemäßigen Wartung. Es trägt dazu bei, dass alle beweglichen Teile Ihres Motorrads reibungslos funktionieren und beugt Verschleiß vor. Durch die Schmierung der Komponenten Ihres Motorrads werden die Metallteile davor geschützt, aneinander zu reiben, was zu erheblichen Schäden und Verschleiß führen kann. Außerdem beugt das Fett Rost und Korrosion vor, die zu noch mehr Verschleiß führen können.
Arten von Motorradfett
Es gibt verschiedene Arten von Motorradschmierfett, daher ist es wichtig zu wissen, welches für Ihr Motorrad am besten geeignet ist. Sie haben die Wahl zwischen Lithium-, Molybdän- und Lithiumkomplexfetten.
- Lithium-Schmierfett: Ist am weitesten verbreitet und die preiswerteste Option. Es ist eine gute Wahl für leichte bis mittlere Beanspruchung und sollte alle 6-12 Monate ausgetauscht werden.
- Molybdän-Schmierfett: Ist etwas teurer, aber es wurde für schwere Anwendungen entwickelt und ist eine gute Wahl für längerfristigen Schutz.
- Lithiumkomplexfett: Schließlich ist die teuerste Option, aber es ist selbst für die härtesten Bedingungen geeignet und die beste Wahl für den Schutz von Metallteilen vor Rost und Korrosion.
Auftragen von Motorradfett
Beim Auftragen von Motorradschmierfett ist es wichtig, gründlich zu sein. Sie sollten das Fett auf alle beweglichen Teile Ihres Motorrads auftragen, einschließlich der Bremsen, Zahnräder, Ritzel und Ketten. Es ist auch wichtig, überschüssiges Fett abzuwischen, um sicherzustellen, dass es sich nicht ansammelt oder Schmutz und Ablagerungen anzieht. Wenn Sie nicht sicher sind, wie Sie das Fett auftragen sollen, lesen Sie am besten in der Betriebsanleitung nach oder bringen Sie Ihr Motorrad zu einem professionellen Mechaniker.
Die richtige Kettenpflege beim Motorrad
Das Thema Kettenpflege hängt so manchem Motorradfahrer zum Hals heraus. Aber Hand aufs Herz: Macht ihr es wirklich richtig und regelmäßig? Eine Motorradkette ist ein wichtiges Bauteil der Maschine, deren Pflege und Wartung man nicht vernachlässigen sollte. Andernfalls drohen nicht nur schneller Verschleiß und damit teurer Ersatz, sondern auch ein Leistungsverlust sowie stärkere Lastwechselreaktionen, die Unruhe ins Fahrwerk bringen können. Zudem birgt eine verschlissene oder falsch gespannte Kette auch ein Sicherheitsrisiko, weil sie ab-, überspringen oder sogar reißen kann.
Funktion der Motorradkette
Bei Motorrädern gehört die Kette zu den häufigsten Arten der Kraftübertragung zwischen Motor und Hinterrad. Im Gegensatz zu den ebenfalls im Motorradbau verwendeten Alternativen Kardan oder Zahnriemen ist sie leichter und günstiger in der Produktion. Vor allem aber hat sie den besten Wirkungsgrad, sodass der Leistungsverlust bei der Kraftübertragung geringer ausfällt. Allerdings gilt das nur für eine korrekt gespannte und geschmierte Kette. Außerdem lässt sich das Übersetzungsverhältnis durch Verwendung anderer Kettenräder relativ einfach verändern.
Aufbau der Motorradkette
Motorradketten sind Präzisionsprodukte. Die Toleranzen bei der Fertigung liegen auf sehr hohem Niveau, und die verwendeten Materialien sind von bester Qualität. Die mittlerweile fast ausschließlich verwendeten sogenannten O-Ring-Ketten, die es seit Mitte der 70er-Jahre gibt, sorgen dank Dichtringen hinter der Kettenlasche für eine ausreichende Lebensdauerschmierung von Hülse und Kettenbolzen - allerdings nur im Innern der Kette. Der ungeschützte äußere Teil (Rollen, Ritzel und Kettenrad) benötigt ausreichende Schmierung, für die der Fahrer zuständig ist.
Motorradkette richtig schmieren
Die Fliehkraft - verbunden mit Regen und Straßendreck - sorgt dafür, dass eine Kette im Laufe der Zeit "blank" wird und dann in kürzester Zeit verschleißt. Während eine gut geschmierte Kette bis zu 40.000 km halten kann, sind ungepflegte Exemplare oft schon nach weniger als 10.000 km am Ende ihrer Lebensdauer. Eine regelmäßige (Sicht-)Kontrolle ist daher unverzichtbar. Ist die Kette blank oder weist gar Rostspuren auf, greift man zum Kettenspray, das die Kette nicht nur vor Korrosion schützt, sondern auch die Reibung erheblich reduziert. Damit es gut haften kann, muss die Kette allerdings sauber und trocken sein. Zur besseren Verteilung des stark haftenden Schmiermittels haben die Hersteller ein Treibmittel beigemengt, das sich nach kurzer Zeit verflüchtigt.
Versierte Tourenfahrer schmieren deshalb am Ende einer Tour sofort die dann noch warme Kette und können so am nächsten Morgen direkt starten. Wer dagegen unmittelbar nach dem Schmieren losfährt, verteilt den Schmierstoff wunderbar auf Felge, Bremsscheibe und Reifen.
Motorradkette fetten: Man sprüht das Kettenspray auf den unteren Kettenstrang, und zwar auf die Innenseite der Motorradkette. Besonders wichtig zu merken beim Motorradkette fetten ist, dass es nicht die Menge des Schmiermittels ausmacht. Man sollte stattdessen lieber öfter nachschmieren.
Für unterwegs ist ebenfalls ein Spritzschutz zu empfehlen oder für Motorräder, die keinen Hauptständer haben, ein sogenannter Liftstick. Mit dem WD-40 Specialist Motorbike Kettenwachs sorgt man bei seinem Bike für eine langanhaltende Schmierung. Das Motorradkette fetten mit dem Kettenwachs sorgt auch dafür, dass die Kette besser vor Umwelteinwirkungen geschützt ist. Das transparente Spray ist mit O-, X- und Z-Ringen kompatibel und eignet sich dank seiner langanhaltende Wirkung für trockene Umgebungen. Das Kettenspray ist zudem schnell trocknend. Es verfügt auch über eine herausragende Anti-Schleuder-Eigenschaft.
Eine Alternative zum Spray sind Permanent-Schmiersysteme z. B. der Scottoiler. Diese allerdings nicht gerade günstigen Kettenöler werden per Zündstrom oder Unterdruck aktiviert, und ein dünnflüssiges Öl tropft während der Fahrt direkt auf das Kettenrad. Je nach Bedingungen (Regen/Staub) und Strecke muss aber nachjustiert werden.
Motorradkette richtig reinigen
Verbinden sich Schmutz und Staubpartikel mit dem Kettenfett, wird die Schmierwirkung reduziert. Verschmutzte Ketten sollten daher gereinigt werden. Leichte Verschmutzungen lassen sich ganz gut mit einer Kunststoffbürste entfernen.
Bei grober Verschmutzung sollte man weder Dampfstrahler noch Bremsenreiniger (greift die O-Ringe an) verwenden, sondern einen speziellen Kettenreiniger benutzen. Um die logischerweise dabei entstehende Sauerei in Grenzen zu halten, hat sich der Kettenmax bewährt. Er reinigt die Kette mithilfe von kleinen Bürsten und einer Reinigungsflüssigkeit von allen Seiten, vor allem aber wird der Dreck über einen Schlauch in einen Auffangbehälter geleitet.
Der WD-40 Spezialist Motorbike Kettenreiniger ist einfach in der Anwendung. Er ist das ideale Helferlein, wenn es um das Reinigen der Motorradkette geht. Als bewährter Kettenreiniger entfernt er Schmutz, Staub, Ruß und Öl mühelos von Ketten. Die einzigartige Rezeptur trocknet schnell, lässt Verunreinigungen abplatzen und ist kompatibel mit O-, X- und Z-Ringketten. Die Abnutzung der Motorradkette kann man durch eine regelmäßige Reinigung deutlich verringern und so die Leistung der Kette verlängern. Vorteile des Kettenreinigers sind einerseits die schnelle Trocknung, andererseits hinterlässt man bei der Reinigung auch keinerlei Rückstände.
Spannen der Motorradkette
Eine Kette dehnt sich im Laufe ihres mehr oder weniger langen Lebens kontinuierlich. Grund ist der Verschleiß an den Reibflächen der Bolzen. Deshalb muss die Spannung auch regelmäßig geprüft werden. Schon der Begriff "Kette spannen" ist irreführend, denn es geht dabei um die Einstellung des sogenannten Durchhangs, d. h. des Spiels, das die Kette haben muss. Dieses Spiel ist notwendig, damit die Schwinge sich beim Ein- und Ausfedern bewegen kann, während eine schräg gestellte Schwinge die Distanz zwischen Ritzel und Kettenrad verkürzt.
Erst wenn Getriebeausgangswelle, Schwingendrehpunkt und Radachse auf einer Achse liegen, erreicht der Kettentrieb seine maximale Länge. Ist die Kette zu stramm gespannt, wird die Federung beeinträchtigt und die Kette übermäßig gedehnt. Die Folge sind ein extrem hoher Verschleiß und erhöhter Druck auf das Getriebeausgangslager, das dadurch vorzeitig seinen Geist aufgeben kann. Im schlimmsten Fall kann die Kette sogar reißen. Eine zu locker gespannte Kette peitscht und schlägt beim Gaswegnehmen, verschleißt dadurch schneller und kann im Extremfall ab- oder überspringen - also ist auch hier Vorsicht geboten.
Zur Prüfung des korrekten Durchhangs wird die Maschine wieder aufgebockt, damit das Hinterrad gedreht werden kann. Da ältere Ketten oft ungleichmäßig gelängt sind, prüft man den Durchhang in der Mitte des unteren Kettenstrangs durch Anheben der Kette mit den Fingern. Dann wird das Rad immer ein Stück weitergedreht und die Prozedur so lange wiederholt, bis die strammste Stelle gefunden ist. Die ist maßgeblich für die Spannung.
Wenn die Kette komplett ungleichmäßig gelängt ist, dann kann sie nur noch getauscht werden, da eine vernünftige Spannung nicht mehr möglich ist. Der Durchhang der Kette ist theoretisch in Ordnung, wenn er bei aufgebockter Maschine ca. 3 bis 5 cm beträgt. Exakte Angaben stehen im Fahrerhandbuch oder sind bei manchen Typen auch auf der Schwinge aufgeklebt. Aber Vorsicht: Spiel muss die Kette auch im voll belasteten Zustand noch haben. Je nach Bauart der Maschine ändert sich das Spiel mit oder ohne Beladung mehr oder weniger stark. Da hilft nur ausprobieren. Aber wer auf der Maschine sitzt, kann ohne akrobatische Verrenkungen ganz schlecht den Durchhang prüfen - man braucht eine zweite Person. Wichtig: Für Urlaubsfahrten mit Gepäck muss der Durchhang unbedingt bei beladener Maschine geprüft und gegebenenfalls korrigiert werden.
Verschleißprüfung an der Motorradkette
Eine Kette ist verschlissen, wenn sie sich ungleichmäßig oder zu stark gelängt hat. Manche Motorräder verfügen über einen praktischen Verschleißanzeiger. Wenn die Markierung im roten Bereich angekommen ist, muss die Kette gewechselt werden. Alternativ kann man prüfen, ob man die korrekt gespannte Kette im Stand mit einem Schraubenzieher am Ende des Kettenrads mehr als drei Millimeter vom Kettenrad abheben kann.
Auch die Zähne des Kettenrads werden durch Abrieb im Laufe der Zeit immer dünner, es entstehen sogenannte Haifischzähne. Die können dann den enormen Kräften nicht mehr standhalten und verbiegen sich, sodass die Kette im Extremfall über das Kettenrad rutscht. Aber nicht immer zeigt sich der Verschleiß so deutlich.
Seitliches Spiel, verdrehte Bolzen, defekte Rollen sowie auffällig schwer- oder leichtgängige Kettenglieder oder defekte Dichtringe erfordern ebenfalls eine sorgfältige Sichtprüfung. In allen Fällen muss der komplette Kettensatz (also Kette, Ritzel und Kettenrad) getauscht werden.
Kettenspray-Vergleichstest
MOTORRAD hat 13 Kettensprays getestet - in der Praxis und im Labor. Welcher Schmierstoff für die Kette holt sich den Sieg im Test? Schmieren, pflegen, Verschleiß reduzieren. Im großen Labor- und Anwendertest treten 13 Motorrad-Kettensprays verschiedener Hersteller gegeneinander an. Welches Kettenspray holt sich den Sieg im Vergleichstest? Welche Arten von Schmiermitteln für Motorradketten gibt es überhaupt? Und worauf ist bei der Pflege der Motorradkette zu achten?
Hier eine Übersicht der Top-platzierten Kettensprays:
| Platz | Produkt | Anbieter | MOTORRAD-Bewertung |
|---|---|---|---|
| 1 | S100 Weißes Kettenspray 2.0 | Dr. O. K. Wack | Sehr gut |
| 2 | Louis Dry Lube Kettenspray, ehem. Procycle | Louis | Sehr gut |
| 3 | S100 Dry Lube Kettenspray | Dr. O. K. Wack | Sehr gut |
| 4 | Castrol Chain Spray O-R | Castrol | Gut |
| 5 | Louis Weißes Kettenspray, ehem. Procycle | Louis | Gut |
Fetthaltig oder fettfreies Motorrad-Kettenspray?
Die eher pragmatisch, also technikorientierte Fraktion griff bislang zu fetthaltigen Sprays. Durch abgeschleudertes Schmiermittel vollgeferkelte Felgen und Schwingen? Ekelige Fettklumpen, die sich bei etwas nachlässiger Pflege zum Dauerschmodder hinter Ritzelabdeckung und Kettenrad entwickeln? Der Fett-Fraktion völlig egal; denn gutes Schmiervermögen, bestmöglicher Korrosionsschutz, möglichst lange Pflege-Intervalle und ordentliche Sichtbarkeit beim Aufsprühen gingen den Fetties über alles. Dass sie damit wohl ziemlich richtig lagen, bestätigte 2010 auch der letzte MOTORRAD-Kettenspraytest: Fett lag eindeutig vorn, fettfrei hatte damals nicht den Hauch einer Chance.
Wie gut sind Dry-Lube-Kettensprays?
Und trotzdem schworen einige Ketten-Ästheten weiterhin auf "trockene" Kettensprays, neudeutsch "Dry Lube". Und so erweiterten die Hersteller ihr Kettenspray-Programm um Dry-Lube-Produkte. Die haben offensichtlich nur noch wenig mit den technisch doch arg hinterherhinkenden Produkten von 2010 zu tun. Wie kommt’s? Zum einen hat sich in Sachen Rohstoff-Angebot eine Menge getan. Zum anderen haben aber wohl viele Chemiker eine Menge Hirnschmalz investiert, um neue Rezepturen zu entwickeln, die es schaffen, die zum Teil gegensätzlichen Anforderungen unter einen Hut zu bringen - der Marktdruck hat es möglich gemacht. Besonders bei der Schmierleistung, und dabei insbesondere beim Verschleißschutz, haben die Dry-Lube-Kettensprays gewaltig auf- und ihre fettigen Mitbewerber teilweise sogar überholt. Das war 2010 nahezu undenkbar.
Pflegetipps für die Motorradkette
Kleistern Sie weiterhin fleißig Kettenspray auf die bereits vorhandene Dreckkruste. Das Schmiermittel hat dann zwar wenig Chance, dorthin zu gelangen, wo es benötigt wird; und Schmutz ist auch ein denkbar ungeeigneter Haftgrund. Aber irgendjemand muss ja schließlich für florierende Umsätze bei Kettensatz-Herstellern sorgen. Technikaffine Geizhälse bevorzugen allerdings eine etwas andere Pflegetechnik. Und die beginnt mit der Kettenreinigung, einer je nach Einsatzbedingungen spätestens alle 3.000 bis 5.000 Kilometer anstehenden Arbeit. Dabei sollte möglichst keine Chemiekeule wie zum Beispiel Bremsenreiniger zum Einsatz kommen, denn darauf reagieren manche O- oder X-Ringe allergisch: Sie quellen auf, verspröden gegebenenfalls, und das läuft ihrer abdichtenden Funktion zuwider. Also besser Kettenreiniger verwenden. Fast alle Kettenspray-Anbieter haben solchen für sehr überschaubares Geld im Programm.
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