Fiat Umbau zum Dreirad: Eine Anleitung und verwandte Projekte

Der Umbau von Autos zu Dreirädern ist ein Thema, das immer wieder auf Interesse stößt. Ein besonderes Beispiel hierfür ist der Ellenator, ein Fahrzeug, das trotz seiner vier Räder als Dreirad-Kraftfahrzeug gilt und somit bereits mit 16 Jahren mit dem Führerschein A1 gefahren werden darf.

Der Ellenator: Ein Dreirad auf Fiat-Basis

Der Ellenator wurde von Kfz-Meister Wenzeslaus „Wenzel“ Ellenrieder entwickelt, um seinem 16-jährigen Sohn ein sicheres und stabiles Auto zu ermöglichen. Der Clou dabei ist, dass der Ellenator in der Regel auf dem Fiat 500 basiert. Der Original-Fiat-Motor wird auf 14,4 kW (20 PS) gedrosselt, wodurch das Fahrzeug eine Höchstgeschwindigkeit von etwa 90 km/h erreicht. Dabei bleibt der Verbrauch mit ca. 5 Litern auf 100 km relativ gering.

Für den Umbau zum Ellenator muss die gesamte Hinterachse des Autos ausgebaut und umgebaut werden. In etwa der Mitte des Kofferraums wird ein Radkasten angebracht, was das Kofferraumvolumen einschränkt. Der Radkasten wird fest eingeschweißt, sodass zwei 14-Zoll-Räder die Radlast optimal aufnehmen und verteilen können. Über die Hinterradschwinge wird das Doppelrad aufgenommen, das lediglich eine Spurweite von weniger als 460 mm aufweist und somit rechtlich als ein Rad gilt.

Autos, die auf der PQ24-Plattform des VW-Konzerns (Seat Ibiza, Škoda Fabia und VW Polo) gebaut wurden, können ebenfalls zum Ellenator umgebaut werden. Seit 2017 ist auch der Umbau vom beliebten Fiat 500 möglich. Es gibt auch bereits umgebaute Ford KA und andere Modelle.

Vorteile des Ellenator

  • Fahren ab 16 Jahren mit Führerschein A1
  • Vollwertiges Fahrzeug mit Sicherheitsausstattung
  • Sparsam im Verbrauch

Allerdings sollte man den Preis nicht unterschätzen, der bei etwa 25.000 EUR beginnt. Auch die Versicherung kann mit jährlichen Kosten von 700 € bis 2000 € zu Buche schlagen.

Alternative Schaltungen für Liegedreiräder

Neben dem Umbau von Autos zu Dreirädern gibt es auch interessante Entwicklungen im Bereich der Liegedreiräder. Eduard Belser berichtet von seinen Erfahrungen mit der Pinion C1.12-Schaltung an einem HP Scorpion fx 26“ mit GoSwiss Drive-Antrieb.

Erfahrungen mit der Pinion C1.12-Schaltung

Die Pinion C1.12-Schaltung zeichnet sich durch ihre zierliche und elegante Optik aus. Die mattschwarze Schaltung ist perfekt in den ebenfalls mattschwarzen Tretlagerausleger integriert. Auffallend ist das große Kettenrad mit Hosenschutzscheiben vorn an der Schaltung. Hinten fallen das sehr große Ritzel und der hochwertige Kettenspanner mit den großen Rollen auf.

Die gleichmäßig abgestuften Gänge lassen sich leicht und präzise schalten und rasten fühlbar ein. Der von HP Velotechnik verlängerte Drehgriff der Schaltung ist angenehm zu bedienen. Beim Schalten muss, wie auch bei der Rohloff-Schaltung, etwas Druck von den Pedalen genommen werden, aber daran gewöhnt man sich rasch.

Die Steigfähigkeit im ersten Gang und der Unterstützungsstufe 5 des GoSwiss Drives ist beeindruckend. Die Pinion-Schaltung und der kräftige GoSwiss Drive arbeiten perfekt zusammen. Die Kraft des Motors wird direkt ins Hinterrad geleitet, was Tretlagerausleger, Rahmen, Kettenführung und Kette schont.

Vergleich der Pinion-Schaltung mit anderen Schaltungen

Der Vergleich zeigt, dass die Spanne zwischen der kleinsten Entfaltung für das Bewältigen steiler Steigungen und der größten Entfaltung für schnelles Fahren in der Ebene bei der Pinion-Schaltung am größten ist. Die 27 Gänge der Kettenschaltung täuschen, viele davon überschneiden sich und bringen damit keinen praktischen Nutzen. Zudem lässt sich eine Kettenschaltung nicht im Stand schalten, was bei Liegetrikes/Liegerädern besonders nachteilig ins Gewicht fällt.

Beim Wartungsaufwand sind Tretlager- und Nabenschaltungen, bei denen das ganze Getriebe vor Wasser und Staub geschützt und gekapselt im Ölbad läuft, gegenüber der Kettenschaltung klar im Vorteil. Der Wirkungsgrad ist bei gut gewarteten Kettenschaltungen am besten, mit geringem Abstand folgen die hochpreisigen Schaltungen von Pinion und Rohloff.

Unterm Strich schneidet die Pinion-Schaltung am besten ab. Sie lässt sich problemlos nachträglich mit dem GoSwiss Drive Hinterradantrieb verbinden. Der Mehrpreis ist angesichts der hohen Qualität, des gebotenen Komforts und der geringen Wartungskosten gerechtfertigt.

Eigenbau eines 3D-gedruckten Gabelstaplers

Ein weiteres interessantes Projekt ist der Eigenbau eines Gabelstaplers mit 3 Rädern im Maßstab 1:16.

Das Modell besteht aus vielen Kleinteilen, die mit einem 3D-Drucker hergestellt werden. Die Anleitung und die Passgenauigkeit sind sehr gut. Es werden zwei Servos und zwei N20 Motoren benötigt. Auch die Reifen sind im 3D-Druck enthalten, es können aber auch Lego Reifen verwendet werden.

Die Kosten für das Projekt belaufen sich auf ca. 100€, wenn man Schrauben und Lager in größeren Mengen bestellt. Mit Geduld und der Bestellung aller Teile beim Asiaten um die Ecke kann man die Kosten noch senken.

Komponente Beschreibung
Motoren 2 x N20 Motoren (einer für Hubmast, einer für den Antrieb)
Servos 2 Servos
Regler CTI oder Mini Regler aus China
Akku 2s Akku
Empfänger Empfänger
Reifen 3D-gedruckt oder Lego Reifen
Lager Kugellager

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0