Ist es legal, die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung bei Fischer E-Bikes aufzuheben?

E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, und immer mehr Menschen nutzen sie für den täglichen Weg zur Arbeit oder für Freizeitaktivitäten. Viele E-Bike-Nutzer wünschen sich jedoch eine höhere Leistung, insbesondere wenn es um das Bewältigen von steilen Hügeln geht. Einige versuchen, durch Tuning mehr Power aus ihrem Elektrofahrrad herauszuholen, doch eigenmächtige Upgrades können rechtliche Konsequenzen haben. Doch ist es legal, die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung bei Fischer E-Bikes aufzuheben?

Die rechtliche Lage

Das Gesetz zum E-Bike Tuning variiert je nach Land und Region. In vielen Ländern ist das Tunen von E-Bikes gesetzlich nicht erlaubt, da es die Sicherheit im Straßenverkehr beeinträchtigen kann. Verstöße gegen diese Vorschriften können zu Bußgeldern und anderen rechtlichen Konsequenzen führen.

Getunte E-Bikes entsprechen nicht der StVZO und dürfen daher nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden. Der Betrieb eines getunten E-Bikes im öffentlichen Straßenverkehr ist illegal und kann daher schwerwiegende Folgen haben:

  • Bußgeld: Fahren ohne Versicherungsschutz kann ein Bußgeld nach sich ziehen.
  • Haftpflicht: Bei einem Unfall musst du für alle Schäden selbst aufkommen, da die Versicherung nicht greift.
  • Garantieverlust: Durch die Verwendung von Tuning-Kits erlischt der Garantieanspruch auf den E-Bike-Antrieb.

Ein getuntes E-Bike kann beschlagnahmt und im Labor untersucht werden, um Manipulationen nachzuweisen. Auch ein nachträglicher Ausbau des Tuning-Kits schützt nicht vor rechtlichen Konsequenzen.

Methoden zum Aufheben der Geschwindigkeitsbegrenzung

Beim E-Bike Tuning werden verschiedene Methoden angewandt, um die werkseitige Geschwindigkeitsbegrenzung des Elektrofahrrads zu umgehen oder zu erhöhen. Es gibt verschiedene Modifizierungsmethoden für E-Bikes, darunter die Optimierung der Motorsoftware, der Einsatz von Tuning-Chips, das Entfernen von Geschwindigkeitsbegrenzern oder das Verändern von Sensoreinstellungen.

Tuning-Chips und Dongles

Du kannst dein E-Bike mit einem Tuning-Kit schneller machen. Es gibt zwei Hauptmethoden: Dongles und Chips. Beide manipulieren die Geschwindigkeitssignale, die an den Motor gesendet werden, sodass der Motor weiterhin unterstützt, auch wenn die tatsächliche Geschwindigkeit höher über dem gesetzlichen Limit liegt.

  • Dongles: Diese Geräte sind relativ einfach zu installieren und funktionieren, indem sie die Geschwindigkeitssignale ab einer bestimmten Geschwindigkeit halbieren. Dadurch denkt das System, dass das E-Bike langsamer fährt als es tatsächlich der Fall ist, und der Motor unterstützt weiterhin. Dongles kosten je nach Marke und Modell zwischen 50 und 150 Euro.
  • Chips: Diese sind etwas komplexer und werden zwischen dem Magneten und dem Sensor deines E-Bikes angebracht. Ein kleines Plastikkästchen wird über den Magnetsensor am Rad gesteckt, und der Magnet im Laufrad leicht verschoben. Ab einer Geschwindigkeit von 16 km/h drittelt der Chip die Geschwindigkeitssignale, die vom Magnetsensor an den Fahrradtacho übermittelt werden. Dadurch erhöht sich die Motorunterstützung, da das System denkt, dass das E-Bike langsamer fährt. Diese Chips lassen sich auch über diverse Apps steuern, was zusätzliche Funktionen wie die Anpassung der Geschwindigkeitsgrenzen ermöglicht. Die Kosten für solche Chips variieren stark, je nach Funktionsumfang und Kompatibilität mit dem E-Bike. Sie liegen zwischen 100 und 350 Euro.

MBIQ-S Tuning Tool

Ein simples, aber hocheffektives Tuning Tool als fertige Sensorlösung ist das MBIQ-S. Die Geschwindigkeitsbegrenzung von FISCHER E-Bike Motoren wird vom MBIQ-S komplett aufgehoben. Das Tool lässt sich einfach einbauen, da man im Prinzip einfach nur den vorhandenen Geschwindigkeitssensor gegen das MBIQ-S austauschen muss. Kompatible Steckverbinder sorgen dabei für eine optimale Verbindung. Dank hochintegrierter Elektronik benötigt das Tuning Tool nur extrem wenig Bauraum.

Das Tool arbeitet Mikrocontroller-basiert und ist komplett wartungsfrei. Außerdem benötigt es keine eigene Batterie. Nach dem Einbau analysiert und verarbeitet das MBIQ-P das aktuelle Geschwindigkeitsprofil und gibt, bei aktivem Tuning, manipulierte Werte aus. Dadurch wird die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung aufgehoben und du kannst viel schneller mit vollem Motorsupport fahren.

Beachte bitte, dass dein E-Bike Display, bei eingeschaltetem Tuning, aufgrund dieser speziellen Funktionsweise ab einem Tempo von ca. 22 km/h nur noch manipulierte Werte ausgeben wird (=keine korrekte Geschwindigkeitsanzeige ab ca. 22 km/h). Die Auswertung der Motorsoftware wird durch das MBIQ-S übrigens nicht beeinflusst.

Das MBIQ-S lässt sich kundenseitig programmieren - dies gibt dir die Möglichkeit, zwischen drei verschiedenen Betriebsarten zu wählen, wodurch sich das Tuning ein- und ausschalten lässt. Die Programmierung erfolgt über bestimmte, sequenzielle Radbewegungen beim Einschalten des E-Bikes.

  • Modus 1: Tuning dauerhaft aktiviert (Geschwindigkeitsbegrenzung komplett aufgehoben, ab ca.
  • Modus 3: Tuning-Aktivierung nach Einschaltbedingung (mit Hilfe des Magneten). Zum Aktivieren des Tunings muss sich der Magnet während des Hochfahrens für ca.

Dieses Tuning Tool ist kompatibel mit FISCHER E-Bike Mittelmotoren mit 3pol. Displayanzeige: Manipulierte Werte ab ca. 22 km/h. Gewicht: ca. 25g.

Sx2 Dongle

Der Sx2 Dongle ist quasi der Klassiker unter den E-Bike Tuning Lösungen und bereits seit 2012 am Markt. Mit dem Sx2 Dongle kannst du die 25 km/h Geschwindigkeitsbegrenzung deines E-Bikes aufheben und so das volle Potential der Motoren nutzen. Der Sx2 Tuning Dongle funktioniert bei E-Bikes bzw. Pedelecs mit diversen Antrieben von Bosch, Panasonic, Shimano, Yamaha, Impulse 1, 2 & EVO, Brose & Specialized.

Mit diesem Tuning Tool kannst du dein E-Bike auf sehr einfache Art und Weise viel schneller machen. Da es sich um eine steckbare Lösung handelt, lässt sich das Tuning jederzeit binnen weniger Sekunden rückgängig machen (einer der großen Vorteile des Sx2 Dongles). Man muss den Dongle einfach abziehen, und schon hat das E-Bike seine ursprünglichen Fahreigenschaften zurück, so dass es wieder legal im öffentlichen Straßenverkehr genutzt werden darf. Einfacher geht es kaum.

Der Sx2 Dongle ist in einem kompakten, steckbaren 3,5 mm Klinkenstecker untergebracht, der einfach nur parallel an den Speed Sensor des E-Bikes angeschlossen werden muss. Du benötigst für den Dongle übrigens keine separaten Batterien; und ein Eingriff in die Motorelektronik deines Elektrofahrrads erfolgt ebenfalls nicht. Sämtliche Fahrmodi bleiben praktischerweise erhalten.

Das Funktionsprinzip dieses bewährten Tuning Tools ist im Grunde absolut simpel: Nach dem Anschluss des Dongles wird die Geschwindigkeit deines E-Bikes ab einem Tempo von ca. 20 km/h durch 2 geteilt, woraufhin nur noch die Hälfte der tatsächlich gefahrenen Geschwindigkeit im Display angezeigt wird. Dadurch wird das voreingestellte 25 km/h Geschwindigkeitslimit aufgehoben.

Risiken des E-Bike-Tunings

E-Bike Tuning kann mehr Leistung und Spaß bringen, birgt aber auch erhebliche Risiken. Es ist wichtig, die positiven Aspekte gegen die möglichen negativen Konsequenzen abzuwägen, bevor du dich entscheidest, dein E-Bike zu tunen.

Vorteile Risiken
Mehr Power: Erhöhe die Motorleistung und beschleunige schneller. Rechtliche Aspekte: Getunte E-Bikes entsprechen nicht der StVZO und dürfen nicht im öffentlichen Straßenverkehr gefahren werden.
Höhere Geschwindigkeit: Fahre schneller und länger mit Motorunterstützung. Garantieverlust: Durch das Tuning verlierst du die Garantie auf deinen E-Bike-Antrieb.
Längere Strecken: Überwinde größere Entfernungen in kürzerer Zeit. Sicherheitsrisiken: Höhere Geschwindigkeiten bedeuten auch ein erhöhtes Unfallrisiko.
Versicherungsprobleme: Bei Unfällen können Versicherungsansprüche entfallen, was zu hohen Kosten führen kann.

Viele europäische Antriebshersteller haben bereits 2021 Maßnahmen ergriffen, um dem E-Bike Tuning entgegenzuwirken. Ein Beispiel dafür ist die Software von Bosch, die auch das Bosch Performance Line CX Tuning verhindern soll und direkt auf illegales Tuning reagiert. E-Bike-Fahrer müssen dann 90 Minuten im sogenannten Notlaufmodus weiterfahren, bei dem der Antrieb gedrosselt ist, damit das System wieder freigeschaltet werden kann.

Alternative Möglichkeiten zur Leistungssteigerung

Anstelle des Tunings gibt es alternative Möglichkeiten, die Leistung und Reichweite eines E-Bikes zu optimieren. Dazu gehören die Auswahl leistungsstarkerer Batterien, das Upgrade auf effizientere Motoren oder die Verbesserung der aerodynamischen Eigenschaften des Fahrrads.

Legales Ritzel-Tuning

Eine Möglichkeit, dem Akku mehr oder besser nutzbare Leistung abzuverlangen, ist ein Wechsel der Antriebsritzel. Das funktioniert allerdings ausschließlich bei E-Bikes mit Kettenschaltung, idealerweise mit Mittelmotor. „Vorne wenig Zähne, hinten viele“ ist der legale Weg zu mehr Leistung am Berg. Das E-Bike wird dadurch nicht schneller, die Anschubenergie setzt nur früher ein und entfaltet sich beim Bergauffahren spürbarer.

Software-Lösungen zur Drehmomentsteigerung

Einige Hersteller bieten Software-Lösungen an, mit denen das Drehmoment des E-Bike-Motors je nach Einsatzbereich modifiziert werden kann. Besonders bei sportlichen Fahrten oder steilen Anstiegen kann eine Erhöhung des Drehmoments sinnvoll sein. Dabei ist zu beachten, dass eine Veränderung des Drehmoments keinerlei Auswirkungen auf die maximale Unterstützungsgeschwindigkeit hat.

Optimierung des Reifendrucks

E-Bikes sind per se schwerer als herkömmlich Fahrräder und verfügen in der Regel über ein Federsystem, das vorne oder vorne und hinten Stöße abfedert. Daher sollte beim E-Bike auf den optimalen Reifendruck geachtet werden. Sind die Reifen voll und ganz aufgepumpt, wird das E-Bike automatisch schneller. Dabei darf ruhig an den oberen Grenzbereich des Reifendrucks gegangen werden, den der Hersteller zulässt.

S-Pedelecs als legale Alternative

Um mehr Motorunterstützung und damit höhere Geschwindigkeiten zu erhalten, musst du nicht zwangsläufig tunen. Eine legale Alternative sind S-Pedelecs. Diese unterstützen bis zu einer Geschwindigkeit von 45 km/h, erfordern jedoch ein Versicherungskennzeichen und einen Führerschein der Klasse AM. Bei den sogenannten S-Pedelecs wird die Motorunterstützung nicht schon bei 25 km/h, sondern erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet.

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