E-Bikes erfreuen sich großer Beliebtheit, und die E-Bike-Sparte von Fischer stößt bei der Käuferschaft auf Interesse, denn die Preisspanne beginnt schon unter 1.000 Euro. Doch wie schneiden Fischer-Fahrräder im Testumfeld ab?
Testergebnisse im Überblick
Die Beurteilungen der Testmagazine driften im Fall Fischer auseinander. In unseren Testquellen stoßen wir zu den meist über Baumärkte und Discounter vertriebenen Rädern jedoch auf gemischtes Echo. Den Härtetest am Prüfstand der Stiftung Warentest konnten die preiswerten Baumarkt-Pedelecs bislang nicht bestehen - durchgefallen sind sie wegen Sicherheits- bzw. Materialmängel. So kam das 2016 erschienene ECU 1603 bei der Stiftung Warentest mit einem Mangelhaft vom Prüfstand, weil Sattelstütze und Gepäckträger gebrochen waren.
Einschlägige Radmagazine verzichten auf umfassende Belastungstests und setzen den Schwerpunkt vielmehr auf Fahreigenschaften, Ausstattung und Komfort. In jüngeren Tests der einschlägigen Radmagazine erzielte das Unternehmen bessere Ergebnisse, die Bestnote gab es bislang jedoch nicht. Schnitzer wie eine hakende Federsattelstütze hier oder unsauber verlegte Kabel dort kosten Körner, unterm Strich streicht die E-Bike-Sparte des Herstellers in der Fachpresse aber bessere Noten ein.
Doch der Notenspiegel erfuhr Aufwind, nicht zuletzt, weil der Hersteller die Prüfergebnisse der Testpresse für sich zu nutzen wusste. So führte das mäßige Fazit des Magazins Elektro Rad zum Pedelec-Modell ECU 1860 dazu, dass die wegen Flatterns gerügte Rahmenkonstruktion erneut auf dem Reißbrett der Produktentwicklung landete - mit positivem Resultat. Auch das Qualitätsniveau der Komponenten stieg.
Wie uneinheitlich die Testmagazine bei der Notenvergabe vorgehen, wurde jüngst auch bei Modell ETD/ETH 1861 deutlich. Im Magazin Elektro Rad schnitt die Damenausführung des Modells („ETD“) mit der Note 1,6 ab. Autotest vergab für die bis auf Rahmenform identische Herrenausführung („ETH“) hingegen nur ein Befriedigend. Erklärbar wird der Rutsch in die Mittelmäßigkeit durch die abweichenden Bewertungskriterien - Abwertungen gab es bei Autotest unter anderem in den Prüfkapiteln Design und Fahrspaß. Beide Aspekte verlieren jedoch an Gewicht, wenn die Funktionalität an erster Stelle steht und einfach nur ein günstiges Fortbewegungsmittel gefragt ist.
ADAC Test: Fischer E-Bike Cita 2.2i
Im aktuellen ADAC-Test punktet eine eher unbekannte Marke. Der ADAC hat zehn preiswerte E-Bikes mit elektrischer Tretunterstützung bis 25 km/h getestet. Überprüft wurden Tiefeinsteiger-Pedelecs unter 2000 Euro auf Fahreigenschaften, Antrieb, Handhabung, Sicherheit sowie Schadstoffe.
Das Fischer E-Bike Cita 2.2i überzeugt vor allem durch sein gutes Antriebssystem. Als einziges Pedelec mit Mittelmotor im Test bietet es eine angenehm aufrechte Sitzposition und Komfort dank gefederter Sattelstütze und guter Vordergabel. Es ist zwar ein schweres (28,8 kg Leergewicht), aber solides Pedelec. Der solide Rahmen zeigt sich bei den Fahrversuchen stabil. Die Leistung in der höchsten Unterstützungsstufe dürfte etwas stärker sein. Verbesserungspotential bietet der Informationsumfang auf dem Display.
Fischer E-Bike Cita 2.2i Testurteil gesamt 2,5
- ✅ Gutes Fahrverhalten
- ✅ Mit gefederter Sattelstütze
- ✅ Gute Vordergabel
- ✅ Bequeme, schadstofffreie Griffe
- ✅ Inklusive Ständer
- ✅ Mittelmotor für gute Balance
- ✅ Drehmomentgesteuerter Antrieb
- ✅ Inklusive Fahrradschloss
- ❌ Kein Tacho
- ❌ Anzeige bei Sonne schwer ablesbar
- ❌ Vorderes Schutzblech etwas lose
- ❌ Relativ schwer (28,8 kg)
- ❌ Gepäckträger ohne Spanner
Worauf beim Kauf von Fischer-Pedelecs besonders achten?
Fischer-Fahrräder werden meist vormontiert im Karton an die Kunden übergeben. Häufig ist aber schon vor dem ersten Fahreinsatz Hand anzulegen, denn vertrieben werden die Fahrräder lediglich vormontiert. In der Regel müssen noch die Pedale angeschraubt und der Lenker in die richtige Position gedreht werden, was kaum technisches Geschick erfordert. In der Regel muss zwar nur der Lenker ausgerichtet und die Pedale angeschraubt werden. In den Netzbewertungen ist aber immer wieder davon die Rede, dass Bremsen und Schaltung nicht ordnungsgemäß eingestellt sind. Nutzer beklagen aber gelegentlich eine unzureichende Einstellung von Bremsen und Schaltung, was für technisch Unerfahrene ein Hindernis darstellt und im Grunde Gegenstand des Gewährleistungsrechts ist. Dann muss entweder der Vor-Ort-Service von Fischer bestellt oder die nächstgelegene Fahrradwerkstatt aufgesucht werden.
Edelteile sind bei E-Bikes, die zum Teil für weniger als 1.000 Euro vertrieben werden, natürlich nicht zu erwarten. Es kann sich bei den Fischer-Fabrikaten also lohnen, noch etwas Geld in die Hand zu nehmen und das ein oder andere Anbauteil durch ein besseres zu ersetzen. Doch das Preisniveau stieg in den letzten Jahren stetig an, und mit ihm auch die Qualität. Teurere E-Bikes wie das ETD 1861 bzw. ETH 1861 bringen sogar einen Steuercomputer mit Navigation und Bluetooth-Schnittstelle mit, über die ein Brustgurt zur Pulsmessung angedockt werden kann. Derartige Modelle nähern sich aber preislich den einschlägigen Markenanbietern. Steuerkonsolen mit Touch-Display, Navigation und Fitness-Funktionen sind nur der Preisoberklasse im Fischer-Sortiment vorbehalten.
Sehr günstige City-Pedelecs von Fischer sind häufig mit Frontmotoren ausgestattet. Damit liegen Sie bei Bummelfahrten auf trockenem Untergrund keineswegs im Nachteil. Auf nasser Strecke büßt das Vorderrad jedoch durch den hecklastigen Schwerpunkt des Rads Bodenhaftung ein und driftet im schlimmsten Fall weg. Mittel- oder Hecknabenmotoren hingegen übertragen ihre Kraft auf das hintere Laufrad und erzeugen vor allem bergauf besseren Vortrieb.
Bei der Akku-Reichweite heißt es: Prioritäten setzen. In der Stadt reichen auch geringere Akku-Reichweiten (300-400 Wh). Bei den Tourenmodellen ist die Akku-Kapazität wiederum entscheidend. Auch diesen Punkt haken Modelle wie das erwähnte ETD/ETH 1861 (557 Wh) übrigens vorbildlich ab.
Gewicht
Fischer-Pedelecs zählen zu den Schlusslichtern im Gewichtsvergleich. Spürbar wird das in allen Belangen: Beim Rangieren, beim Tragen über die Kellertreppe und letztendlich auch bei der Reichweite.
Spürbar wird die geringe Investition auch beim Gewicht der Räder.
Lidl E-Bikes: Crivit und Fischer im Vergleich
Lidl überrascht mit dem Crivit Urban X.2 - ein stylisches City-E-Bike mit solider Ausstattung und sogar einem Carbon-Riemen für unter 1.600 Euro. Neben E-Bikes von Zündapp, Fischer und Prophete will Lidl in seinem Online-Shop und immer wieder auch in seinen Läden E-Bikes seiner Eigenmarke "Crivit" an den Mann und die Frau bringen. So auch das Crivit Urban E-Bike von Lidl, das derzeit im Onlineshop erhältlich ist.
Die Lidl E-Bikes von namhaften Herstellern kommen von Prophete und Fischer. Fischer ist beim Discounter mit seinen Modellen Viator 4.2, Terra 4.0 und Montis vertreten. Die ersten beiden Räder haben wir im vergangenen Jahr ausgiebig getestet. Das Ergebnis des Viator 4.2 lesen Sie hier, das des Terra 4.0 lesen Sie hier. Nicht getestet haben wir das Montis 2206.
Das Crivit Urban E-Bike X.2 All Black stellt eine praktische und günstige Lösung für städtische Fahrten dar. Mit einer Ausstattung von renommierten Marken wie Shimano und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis bietet es eine solide Performance. Anstelle einer Gangschaltung sorgt ein Drehmomentsensor für eine feinfühlige Motorunterstützung.
Das vollausgestattete Rad Urban E-Bike X.2 soll laut Lidl nur etwa 21 Kilogramm wiegen. Es ist als Singlespeed-Rad aufgebaut, hat also keine Gangschaltung. Lidl setzt auf einen Mivice Hecknabenmotor mit 40 Nm Drehmoment.
Die Antriebstechnik teilt sich das Tiefeinsteiger-Modell Y.2 mit seinem Bruder, dem Diamantrahmen-Urbanbike der Lidl E-Bikes X.2, ebenso wie die hydraulischen Shimano-Scheibenbremsen (MT200), die Lichtanlage (v: Sate-light C13 / h: Büchel Nano COB mit Bremslicht) und den Altran-Systemgepäckträger mit bis zu 20 kg Beladung. Federungskomfort verschaffen dem Rad die großvolumigen Schwalbe-Big-Ben-Reifen (27,5″, 50 mm).
Fischer Terra 2206 bei Lidl
Der offeriert das Modell Terra 2206 des Markenherstellers Fischer aktuell für 799 Euro. Das Fischer Terra 2206 ist ein All-Terrain-Bike und taugt sowohl für die Straße als auch den sportlicheren Einsatz auf der Schotterpiste. Es ist mit einer Acht-Gang-Kettenschaltung von Shimano ausgestattet und erhält zusätzlichen Schub durch einen Heckmotor. Der Alu-Rahmen hat eine Höhe von 48 Zentimetern, die Radgröße beläuft sich auf 27,5 Zoll.
Das Rad ist mit hydraulischen Scheibenbremsen, einer Federgabel von Suntour mit 100 Millimeter Federweg sowie einem Beleuchtungssystem nach Straßenverkehrsordnung ausgestattet. Lediglich einen Gepäckträger sucht man hier vergebens, Schutzbleche sind aber vorhanden. Ein Ladegerät für den abschließbaren Akku wird mitgeliefert.
Garantien und Ersatzteile
Neben der gesetzlichen Gewährleistungspflicht sichert Fischer seinen Kunden einige freiwillige Garantieleistungen zu. Auf Rahmenbrüche gibt es 30 Jahre, auf den Akku je nach Spannung bis zu zwei Jahre.
Ersatzteile können über den Onlineshop des Herstellers geordert werden, gelistet werden sie in der der Rubrik Fahrradzubehör. Zu beachten ist jedoch, dass über den Onlineshop für gewöhnlich nur einfache Anbau- und Verschleißteile bezogen werden können. Teile von Drittherstellern, z. B. Lager, Schaltungen oder Bremsen, umfasst das Ersatzteilsortiment nicht.
Seit einiger Zeit bietet Fischer auch einen Vor-Ort-Reparaturservice an, der über die Kundenhotline beauftragt werden kann.
ADAC Tipps zum E-Bike-Kauf
- Drehmoment statt Drehfrequenz: Ein starker Motor ist entscheidend für steile Anstiege. Leistungsschwache Antriebe sind schnell überfordert!
- Bequeme Ergonomie: Rahmenhöhe und Sattelposition müssen genau passen - ein schlecht eingestelltes Bike nimmt den Fahrspaß!
- Schadstofffreie Materialien: Griffe und Sattel ohne bedenkliche Inhaltsstoffe sorgen für ein sicheres Gefühl.
- Schnelle Ladezeit: Niemand will ewig warten - unter dreieinhalb Stunden Ladezeit sind ideal.
- Gesamtgewicht im Blick: Wer Gepäck oder einen Anhänger mitnimmt, sollte auf die maximale Belastbarkeit achten.
- Sichtbarkeit & Sicherheit: StVZO-konforme Beleuchtung und Reflektoren sind Pflicht!
- Erst Probefahrt, dann Kauf: Ein guter Testlauf zeigt, ob das Bike wirklich den persönlichen Ansprüchen genügt.
- Helm auf - Sicherheit geht vor: Auch wenn es keine Pflicht ist, ein Helm gehört immer dazu. Sicherheit steht an erster Stelle, egal ob auf kurzen Strecken oder langen Touren.
Testergebnisse im Detail
Alle Details zu den zehn getesteten Tiefeinsteiger-Pedelecs gibt es in der Tabelle. Ein Klick auf das jeweilige Modell führt zu der konkreten Einzelbewertung.
| Hersteller/Modell | Preis in Euro | ADAC Urteil | Fahren | Sicherheit und Haltbarkeit | Antriebssystem und Motor | Handhabung | Schadstoffe in den Griffen und Sattel | ||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Deruiz E-Bike Quartz,28 Zoll Trekking Elektrofahrrad | 1399 | 2,5 | 2,2 | 1,8 | 3,2 | 3,0 | 2,5 | ||
| Fischer E-Bike Cita 2.2i | 1949 | 2,5 | 2,6 | 2,6 | 2,3 | 2,6 | 2,5 | ||
| Lidl/Crivit Urban E-Bike Y.2 | 1599 | 2,8 | 2,6 | 2,6 | 3,6 | 2,3 | 1,0 | ||
| Decathlon Elops 900E | 1299 | 3,0 | 2,3 | 3,0 | 3,7 | 3,2 | 2,5 | ||
| Prophete Geniesser City E-Bike 28" | 1600 | 3,0 | 2,7 | 3,3 | 3,5 | 2,6 | 2,5 | ||
| Zündapp Z502 E Bike 28 Zoll Elektrofahrrad | 1799 | 3,0 | 2,5 | 2,7 | 3,9 | 2,8 | 2,5 | ||
| F.lli Schiano E-Moon 28 Zoll E-bike Pedelec | 899 | 3,2 | 2,7 | 3,0 | 4,4 | 2,9 | 2,5 | ||
| Heybike EC 1-ST | 1195 | 7 (inkl. | MwSt.) | 3,5 | 3,0 | 3,4 | 4,3 | 2,9 | 2,5 |
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