Fischer E-Bike Mittelmotor 48 Volt im Test: Leistung, Preis und Sicherheit

Fischer setzt für die Saison 2019 zum ersten Mal auf Motoren von Brose. Die traditionsreiche Radmarke baut in ausgewählte E-Bikes für das kommende Modelljahr Brose-Antriebe ein: Zum einen den Brose Drive C mit 50 Nm Drehmoment, im Top-Modell der E-Mountainbike-Serie von Fischer kommt der kraftvolle Drive S mit bis zu 90 Nm zum Einsatz.

Außerdem bringt Fischer für seine 2019er E-Bikes einen eigenen Antrieb - entwickelt vom chinesischen Motorenhersteller Etrotek. Der Motor kommt als Front- bzw. Heck-Variante mit jeweils 25 Nm Drehmoment sowie als Mittelmotor mit 50 Nm. Den Motor gibt es als 36-Volt- sowie 48-Volt-Variante.

Neben den Brose- und den hauseigenen Antrieben stattet Fischer einen Teil seiner E-Bikes weiterhin mit Bafang-Motoren aus.

Auch in Sachen Akkus hat Fischer Neues zu vermelden. Für 2019 integrieren die Landauer bei einem Teil ihrer E-Bikes die Batterie im Rohr. Sowohl bei den Brose-Antrieben, als auch bei den eigenen Motoren kommen integrierte Akkus mit 418 bzw. 504 Wh Kapazität zum Einsatz.

Die Akkus in den E-Bikes von Fischer stammen von Samsung bzw. Panasonic und können seitlich entnommen werden. Praktisch: Das Schlüssel für den Akku ist bei den Trekking- und City-E-Bikes gleichzeitig auch der Schlüssel für das Rahmenschloss, was Platz am Schlüsselbund schafft.

Attraktiv sind die Pedelecs von Fischer nach wie vor für Kunden, die ein preiswertes E-Bike suchen. So liegen die vier neuen City-Modelle zwischen 1400 und 2200 Euro, das neue E-Trekkingrad kostet 2000 Euro und die vier neuen Geländeräder liegen preislich zwischen 1300 und 2400 Euro.

Fischer vertreibt seine E-Bikes über die eigene Homepage sowie über verschiedene E-Commerce-Kanäle - wie zum Beispiel über die Webseiten von Real, Otto, Saturn, Mediamarkt und verschiedenen Baumärkten.

Für den Kundenservice besitzt Fischer ein Team aus 35 Monteuren, die einen Reparatur-Service vor Ort beim Kunden durchführen. Ab 2019 bietet Fischer zusätzlich einen speziellen Premium-Service an, bei dem der Kunde für die Zeit bis zur Reparatur ein Ersatz-E-Bike zur Verfügung gestellt bekommt.

Bei Fischer-E-Bikes mit Bluetooth-fähigen Displays kann sich der Fahrer mit der kostenfreien Navigations-App von Tahuna verbinden und dadurch unter anderem die Navigationsfunktion der App nutzen. Zusätzlich stehen ihm über die App relevante Infos zum Motor, Akku und zu seiner Tour zur Verfügung.

Preis-Leistungs-Verhältnis

Die Proline-Serie markiert die untere Preisgrenze im aktuellen Marktspektrum, lässt bei der Ausstattung aber kaum Punkte liegen. Die Ersparnis erzielt Fischer in erster Linie durch den Antrieb. Beim Motor handelt es sich nicht etwa um ein Aggregat etablierter Markenanbieter wie Bosch, sondern um ein günstiges, aber dennoch zugkräftiges Bafang-Fabrikat, das auch noch ganze fünf Unterstützungsstufen und eine Anfahrhilfe bereithält.

Bei der Akku-Reichweite sind keine Wunder zu erwarten, für das Preisniveau ist die gebotene Kapazität von gut 400 Wattstunden aber wirklich top. Auf dem Flachen kamen die Tester auf der niedrigsten Unterstützungsstufe mehr als 120 Kilometer weit - stattlich.

Federgabel und gefederter Sattel verbessern den Fahrkomfort, und das nicht nur auf dem Papier, sondern auch auf dem Testparcours. Auch im Gewichtsvergleich kann das Proline mit der Marktnorm souverän mithalten.

Sicherheit des E-Bikes

V-förmige Felgenbremsen sind bei den Profitestern wegen ihrer Kraftlosigkeit bei Nässe zwar nicht gern gesehen, im ElektroRAD-Test griffen sie aber sehr gut. Die unterstützende Rücktrittbremse gleicht die generellen Schwächen der V-Bremsen etwas aus. Eine nachträgliche Montage von Scheibenbremsen ist leider nicht möglich.

Vorbildlich ist, dass der Gepäckträger mit dem Rahmen verschweißt wurde. Das infolge des Akku-Gewichts vornehmlich bei hohem Tempo auftretende Rahmenflattern merzt der Hersteller dadurch aber nicht gänzlich aus, wie das Testfazit von ElektroRAD nahelegt. Randbemerkung: Auch kräftigere Personen können zugreifen, denn die vorgesehene Gewichtsbelastung liegt beim Proline bei 135 Kilogramm.

Ersatz-Akkus

Montiert ist ein Marken-Akku von Panasonic, der laut Fischer mindestens 750 Ladezyklen packt. Das ist ordentlich. Streikt der Akku, kann über den Herstellershop problemlos Ersatz geordert werden. Die Kosten für die verbaute 48-Volt-Variante belaufen sich allerdings auf fast 500 Euro.

Vergleichbare und günstigere Alternativen

Das sehr ähnliche ER 1704 aus der Ecoline-Produktlinie besitzt zwar einen etwas schwächeren Akku, liegt aber deutlich unter 1.000 Euro und erhält vom ElektroRAD-Magazin immerhin noch ein Befriedigend.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0