Fahrradmitnahme im Flugzeug: Kosten, Bedingungen und Tipps

Du möchtest dein Fahrrad auf deine nächste Reise mitnehmen und entspannt in den Urlaub starten? Dann gilt es, einige wichtige Punkte zu beachten. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über die Kosten, Bedingungen und Tipps für die Fahrradmitnahme im Flugzeug, damit du böse Überraschungen beim Check-in vermeidest.

Was du vor der Buchung wissen solltest

Wichtig: Es ist unerlässlich, die Gepäckbestimmungen der jeweiligen Fluggesellschaft zu prüfen, da diese stark variieren können. Nur so vermeidest du unerwartete Kosten oder gar die Ablehnung des Transports deines Fahrrads.

Frühzeitige Anmeldung

Praktisch alle Fluggesellschaften verlangen die vorherige Anmeldung eines Fahrrades, am besten gleich bei der Buchung oder spätestens zwei bis drei Tage vor Abflug - entweder online, per Telefon oder im Reisebüro. Wenn Fahrräder erst beim Check-in angemeldet werden, kann von der Airline der Transport abgelehnt werden, oder es wird zumindest eine erhöhte Gebühr verlangt.

Eurowings: Melde dein Sportgepäck frühzeitig an, damit es auf jeden Fall transportiert werden kann. Bei einem vollausgelasteten Frachtraum ist es sonst nicht möglich, deine Ausrüstung zu transportieren.

Codeshare-Flüge

Beachte, dass bei einem Codeshare-Flug (Ticket von Fluggesellschaft A, Flug durchgeführt von Fluggesellschaft B) unterschiedliche Bestimmungen gelten können. Informiere dich daher im Voraus über die Gepäckrichtlinien der durchführenden Fluggesellschaft.

E-Bikes

Wichtig: Aufgrund ihres Akkus und des Antriebs werden E-Bikes von den meisten Airlines nicht zum Transport akzeptiert. Transavia ist eine der wenigen Airlines, die den Transport von E-Bikes und Elektrofahrrädern anbietet, allerdings nur mit Trockenbatterien. Es gelten folgende Vorschriften: Der Akku muss entfernt und die Pole mit Klebeband isoliert werden, um einen Kurzschluss zu vermeiden.

Kosten für die Fahrradmitnahme

Die Kosten für die Fahrradmitnahme variieren stark je nach Fluggesellschaft, Flugstrecke und Tarif. Bei manchen Fluggesellschaften zählt das Fahrrad zum Aufgabegepäck und ist somit im Ticketpreis enthalten, bei den meisten Fluggesellschaften ist das Fahrrad Sondergepäck, Sportgepäck oder Sportausrüstung und muss extra bezahlt werden. Bei Interkontinentalflügen können pro Strecke bis zu 250 € für Sportgepäck anfallen.

Eurowings: Für den Transport von Sportausrüstung wird ein Betrag von 50 € (abhängig von der Flugstrecke) erhoben.

Ein genauer Vergleich der Beförderungsbedingungen und -kosten kann viel Geld sparen.

Beispiele für Kosten (Stand Januar 2018)

Die folgenden Preise stammen von den Webseiten der jeweiligen Airline und können sich inzwischen geändert haben:

  • Lufthansa: 80 Euro (innerhalb Europas)
  • Iberia: 45 € (Kurz- und Mittelstrecke), kostenlos anstelle des Aufgabegepäcks (Langstrecke)
  • Eurowings: Ab 50 Euro je nach Gewicht.
  • Ryanair: 60 Euro pro Strecke (bei vorheriger Anmeldung)
  • TUI FLY: 65 EUR pro Strecke

Achtung: Die Preise gelten immer nur für eine Strecke!

Verpackung des Fahrrads

Bis auf wenige Fluggesellschaften, wie Lufthansa, verlangen alle eine Verpackung im Fahrradkoffer, Fahrradkarton oder in der Fahrradtasche. Die Transportpreise erreichen vor allem bei Fernflügen mit Liniengesellschaften mittlerweile Dimensionen, dass sich viele Fernradler schon überlegen, eventuell vor Ort ein Fahrrad zu kaufen oder zu leihen.

Verpackungstipps

  • Lenker quer stellen (90 Grad)
  • Luft aus dem Reifen lassen (50%)
  • Pedale abschrauben
  • Lose Teile wie Pumpe, Satteltasche, Radcomputer etc. abnehmen

Eurowings: Wir transportieren dein Fahrrad, wenn es in einem speziell für den Fahrradtransport konzipierten Transportkoffer verpackt ist. Transporttaschen können nur akzeptiert werden, wenn sie mit ausreichend Polsterung und schützendem Innenverpackungsmaterial versehen wurden. Die Stellung des Lenkers ist wichtig, dieser muss parallel zum Rahmen ausgerichtet sein, Pedale und andere herausragende Teile müssen entfernt und der Luftdruck in den Reifen reduziert werden.

Alternativen zur teuren Fahrradtasche

Weil Fluggesellschaften meist nach Anzahl der Gepäckstücke die Gebühren berechnen, ist es empfehlenswert, nur eine große Tasche aufzugeben. Zelt, Schlafsack, Werkzeug, die zweite Backroller Tasche und das sonstige Gepäck passen sehr gut in die Kampftragetasche. Diese lassen wir dann am Zielflughafen zusammen mit den Kartons zurück und radeln unbeschwert los. Ergänzung: Auch sehr preisgünstige Gewebetaschen können für das Zusammenfassen des Gepäcks verwendet werden.

Check-in am Flughafen

Es hängt vom Eincheck-Personal ab, wie streng oder lax die Vorschriften angewandt werden. Sei rechtzeitig am Flughafen, da das Fahrrad nach Anbringen des Gepäckabschnittes noch zum Sperrgepäckschalter (Bulky Luggage) gebracht werden muss, und der liegt oft am anderen Ende der Abflughalle.

Versicherung

Da das Fahrrad durch die Airlines meist nur unzureichend versichert ist, empfiehlt sich eine passende Reisegepäck- oder Fahrradversicherung.

Alternativen: Fahrradmiete vor Ort

Die zunehmende Anzahl an Vermietstationen verlockt dazu, mit vergleichsweise leichtem Gepäck anzureisen und am Ziel bequem ein Leihrad in Empfang zu nehmen. Außerdem ist das Qualitätsniveau der Mietradflotte generell stark gestiegen. Mietrad statt Rennrad Transport: Der Wegfall der Transportlogistik ist aber nicht der einzige Grund, warum ein Mietrad die richtige Entscheidung sein kann.

Tabelle: Kosten für Sportgepäck bei verschiedenen Airlines

Airline Fahrrad Surfbrett Golfschläger Ski
easyJet 52 € 52 € 42 € 42 €
Ryanair 60 € 55 € 35 € 45 €
Lufthansa 80 € (innerhalb Europas), 100 € (interkontinental) 80 € innerhalb Europas, 100-250 € interkontinental 50 € (innerhalb Europas), 100- 250 € (interkontinental) Kostenlos zusätzlich zum Aufgabegepäck außer von/nach USA / Mexiko / Zentralamerika

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