Motorradfolie richtig anbringen: Eine umfassende Anleitung

Motorradfolierungen erfreuen sich immer größerer Beliebtheit, und das aus gutem Grund. Immerhin gehen mit dem Aufbringen von Motorrad-Folie gleich eine ganze Reihe von Vorteilen einher. Mit einer transparenten Schutzfolie, kann man Kratzer und Steinschläge größtenteils verhindern, ohne hohe Kosten und dabei das Aussehen des Motorrads zu verändern.

Vorteile der Motorradfolierung

  • Individuelles Design: Mit Motorradfolie lassen sich beliebige Designs umsetzen.
  • Reversible Folierung: Motorradfolie lässt sich im Regelfall rückstandslos wieder entfernen, ohne dass der Lack dabei Schaden nimmt.
  • Solide Schutzwirkung: Motorradfolie bietet auch eine gewisse Schutzwirkung vor Kratzern und Steinschlägen.
  • Günstiger Preis: Gerade im Vergleich mit einer Motorrad-Lackierung lassen sich beträchtliche Kosten sparen.
  • Lange Haltbarkeit: Qualitativ hochwertige Motorradfolie punktet obendrein meist mit einer soliden Haltbarkeit von 5 bis 7 Jahren.

Verschiedene Folierungsvariationen

Ein Motorrad kann auf verschiedenste Arten foliert werden. Die Möglichkeiten reichen von einem einfachen Motorrad-Sticker bis hin zur großflächigen Vollfolierung.

Viele Motorrad-Besitzer, denen es primär darum geht, optische Akzente zu setzen, entscheiden sich für eine Teilfolierung. Dabei wird nur ein bestimmter Bereich des Motorrads bzw. Rollers foliert. Im Rahmen einer Vollfollierung wird dagegen das gesamte Motorrad mit Folie überzogen - für einen maximalen Effekt.

Mit Lackschutz- oder Steinschlagschutzfolie lässt sich der Lack zuverlässig vor Schäden durch Steinschlag oder vor kleineren Kratzern schützen. Und auch durch Insekten oder UV-Strahlung nimmt der Lack dank der Schutzfolie keinen Schaden. Praktisch: Trotz ihrer effektiven Schutzwirkung ist die transparente Folie mit bloßem Auge kaum zu erkennen.

Vorbereitung ist alles

Bevor man mit dem Verkleben startet, ist es wichtig das Motorrad gründlich zu reinigen und störende Teile abzumontieren. Der Lack muss trocken, fett- und fusselfrei sein. Verwende zu diesem Zweck einen guten Entfetter, wie unseren MX Dekor Plastik Cleaner, und reinige die Plastikteile. Vor allem bei neuen Bikes solltest Du aufpassen. Hier haften an den Plastikteilen oftmals noch Silikonrückstände.

Achte darauf, dass du in Staub-freier Umgebung arbeitest. Wichtig ist vor allem, dass keine Zugluft entsteht, die Staub aufwirbeln könnte. Besser ist es außerdem, Deine Motorrad-Aufkleber nicht bei zu niedrigen Temperaturen anzubringen. Der Winter eignet sich also nur bedingt. Ein beheizter Raum ist zum Motorrad-Aufkleber Anbringen ein Muss.

Benötigte Materialien

  • Lackschutzfolien
  • Sprühflasche
  • Spülmittel
  • Rakel oder Tuch
  • Cuttermesser oder Schere
  • Kreppband oder Isolierband
  • Bleistift
  • Maßband oder Lineal
  • Heißluftfön (optional)
  • Alkohol-Wasser-Gemisch (300ml 90% Alkohol auf 400ml Wasser)

Die Nassverklebungstechnik

Die Nassverklebung ist eine besonders hilfreiche Methode, um Aufkleber gerade und blasenfrei aufzubringen. Die Nassverklebung hilft dir, die Folien ohne Luftblasen repositionierbar anzubringen. Nass werden großflächige Sticker verklebt, wie beispielsweise Fliesenaufkleber, Toilettendeckelaufkleber oder große Klebefolien für Fahrzeuge oder Fenster.

  1. Reinigung: Die Reinigung des Klebeuntergrunds ist eine Grundvoraussetzung bei Nass- und auch Trockenverklebung. Die Oberfläche muss von Staub, Kleberesten, Fett, Farbe und allen anderen Verschmutzungen befreit werden.
  2. Vorbereitung der Sprühflüssigkeit: Spülmittel-Wasser-Mischung herstellen: 1 Tropfen Spülmittel auf 1l Wasser. Fülle diese Mischung in eine saubere Sprühflasche.
  3. Besprühen: Sind Oberfläche und Klebeseite des Aufklebers ausreichend besprüht, können Sie den Sticker auf den Untergrund legen und in die gewünschte Position schieben. Um Fingerabdrücke auf der Folie zu vermeiden, sprühe Folie und Hände gut ein und löse die Folie vorsichtig vom Trägerpapier.
  4. Positionierung: Auch wenn Sie bei der Nassverklebung die Möglichkeit haben, den Aufkleber noch zu verschieben, sollten Sie sich zuvor darüber im Klaren sein, was Ihre Wunschposition ist. Positioniere die Schutzfolie an der zu beklebenden Stelle.
  5. Ausstreichen: Nun muss das Wasser mit einem Rakel oder auch einem sauberen Tuch ausgestrichen werden. Arbeite immer von der Mitte nach außen vor! Bei großflächigen Teilen sollte zuerst das Trägerpapier entfernt werden.
  6. Trocknen lassen: Der letzte Schritt besteht mehr oder weniger daraus nichts zu tun. Lassen Sie den Aufkleber deshalb lange trocknen, meiden Sie Waschstraßen oder Hochdruckreinigungen für mindesten 48 Stunden.

Detaillierte Schritte zum Aufbringen der Folie

  1. Zuschnitt: Die Schutzfolie so zuschneiden, dass sie auf die entsprechende Stelle passt. Lass rundum mind 3-4cm zuviel, du willst bis an die Nähte runterkommen und dann noch was haben, dass du (idealerweise) umschlagen kannst.
  2. Anbringen der Folie: Das Schutzpapier abziehen und auf beide Seiten Montageflüssigkeit sprühen. Dann die Folie auf das Motorrad aufkleben.
    • Die obere Kante über die ganze Breite anlegen.
    • Dann mit dem Rakel einen ca. 2 cm breiten Streifen feststreichen.
    • Von der Mitte zu den Seiten feststreichen.
  3. Anpassen an Rundungen: Bei gewölbten Stellen die Folie mit einem Haarfön erhitzen. Hier kommt der Heißluftfön ins Spiel. Verwende den Heißluftfön auf niedriger Stufe, um die Grafiken vorsichtig zu erwärmen. Dadurch wird das Material weicher und lässt sich einfacher anbringen.
  4. Kanten bearbeiten: Die Folienkanten müssen halt ordentlich verarbeitet sein, damit sich kein Supp drunter sammelt und die Folie löst. Die Kanten müssen gut angestrichen werden. Kommt da einmal etwas Dreck z.B. in Verbindung mit Regen, drunter, rollt sich die Kante irgendwann nach oben.
  5. Trocknungszeit: Danach eine Stunde trocknen lassen und frühestens nach fünf Tagen das Motorrad wieder waschen. Nach dem Anbringen der Motorrad-Aufkleber solltest Du nicht direkt losfahren. Besser ist es, rund 24 Stunden zu warten.

Umgang mit Luftblasen und Fehlern

Solltest du doch Luftblasen haben, kannst du die Folie wieder ein Stückchen abziehen und neu festrakeln. Die Wasser-Spüli-Schicht ist zwar schon größtenteils raus, aber der Rest hilft dabei noch ungemein es wieder ein wenig zu lösen. Notfalls wieder etwas (!) nachsprühen.

  • Luftblase: Wenn nach ein paar Minuten des durchtrocknens 1-2 Luftblasen sind, weil halt doch ein Staubkorn drunter war?
  • Aufstehende Folie: Wenn an einer Kante die Folie "aufstehen" will: noch mal ein bisserl abziehen und mit Spühli einsprühen über die Kante rakeln, anwärmen 30-40 Grad (bissi mehr als handwarm, also weniger als oben, weil meistens hat man die Folie schon vorgewärmt gehabt und sonst reisst sie irgendwann) und dann mit der Hand/Rakel niederhalten bis es trocknet.

Tipps und Tricks vom Profi

  • Die Temperatur während der Verklebung sollte über 18°C liegen, da die Folie sonst weniger Flexibel ist und schlechter haftet.
  • An der Qualität der Folie solltest du nicht sparen!!
  • Lass dir gleich ein Rakel mit verkaufen, sonst kannst du das nicht ordentlich verkleben.
  • Nach dem Abziehen muss man den Lack gründlich von Kleberesten mit entsprechenden Lösungsmittel befreien.
  • 5) es hilft wenn man das alles in einem warmen Raum macht

Kosten einer Motorradfolierung

Leider lassen sich die Kosten einer Motorradfolierung nicht pauschal angeben. Maßgeblich für den endgültigen Preis sind letztlich:

  • der Umfang der Folierung
  • die Art und Form des Fahrzeugs
  • die Qualität der Folie sowie die Ausführungsqualität.

Ein einfacher Motorrad-Sticker bzw. ein leicht zu folierendes Logo ist etwa schon ab 200€ zu haben. Eine Vollfolierung mit qualitativ hochwertiger Folie kann bei einem großen Motorrad aber durchaus bis zu 3.000€ kosten.

Motorrad lackieren oder folieren?

Lackieren oder Folieren? Das ist die Kardinalsfrage, vor der viele Motorrad-Besitzer stehen, die sich ein neues Design wünschen. Für eine Lackierung spricht zunächst deren deutlich längere Lebensdauer. Preislich allerdings ist eine Folierung ungleich günstiger. Letztere kostet oft nur den Bruchteil einer Lackierung. Und auch wer sich seine Flexibilität erhalten möchte, fährt mit einer Folierung besser. Immerhin kann die Folie jederzeit wieder rückstandlos entfernt und durch eine neue ersetzt werden.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0