Starke Fotos von dir und deinem Motorrad sorgen für mehr Klicks auf Instagram. Sie verschönern als Wandplakat deine Wohnung und sind einzigartige Erinnerungen an deine Lieblingsmomente.
Die Grundlagen für gelungene Motorradfotos
Wer Motorrad fährt, möchte auch schöne Fotos von sich und seiner Maschine haben. Um sehenswerte Motorradfotos zu machen, musst Du nicht sofort viel Geld für eine hochwertige Fotoausrüstung ausgeben. Für den Einstieg kannst Du die Kamera Deines Smartphones nutzen, denn damit lassen sich bereits wirklich gute Ergebnisse erzielen. Aufrüsten kannst Du bei Bedarf später immer noch.
Smartphone-Einstellungen optimieren
Gehe in die Kamera-Einstellungen Deines Smartphones und aktiviere das Raster und das automatische HDR. Wähle außerdem die höchste Auflösung. Das kostet zwar Speicherplatz, aber dafür kannst Du Deine Bilder bei Bedarf bis ca. Größe DIN A 4 in einer guten Qualität ausdrucken.
Kreative Ideen und Perspektiven
Wie wäre es mit einem Foto, das nicht jeder hat? Hierfür ist Kreativität gefragt. Findet die passende Location, seid kreativ und lasst euch von anderen Fotografen inspirieren!
Perspektivenwechsel
Lasst euch aus einer anderen Perspektive fotografieren und nutzt die Beschaffenheit der Umgebung aus. Ein Bild von unten, auf dem auch die Grashalme zu sehen sind oder von oben auf das Bike bringen Bewegung ins Bild.
Motorrad in Bewegung
Selbstverständlich kommen Motorräder am besten während der Fahrt zur Geltung, wenn Straße und Landschaft malerisch an vorbeiziehen. Die Geschwindigkeit wird auf Fotos durch eine (Bewegungs-) Unschärfe des Hintergrunds verstärkt.
Sicherheit und Kleidung
Grundsätzlich sollte auf sichere Motorradkleidung geachtet werden, denn das Posen während der Fahrt verlangt erhöhte Aufmerksamkeit. Die Sturzgefahr erhöht sich.
Die richtige Location finden
Setze das Motorrad bestmöglich in Szene und positioniere Deine Maschine in einer interessanten Umgebung. Achte darauf, dass diese Umgebung zu Dir und deiner Maschine passt. Das kann eine schöne Landschaft sein, z.B. vor Bergen, an Küstenstraßen oder in der Natur. Auch eine Industriekulisse kann ein spannender Hintergrund sein. Oder in einer Unterführung vor einer Wand voller Graffitis.
Motorrad als Urlaubsbegleiter
Wenn ihr auf Reisen seid, dann zeigt, was euer Motorrad bei seinem Urlaub erlebt. Stellt euch das Bike für die Suche nach einem Motiv als eigenständig Person vor und lichtet es in Situationen mit Urlaubsfeeling ab.
Das perfekte Licht
Licht ist das A und O eines Fotos. Nicht umsonst bedeutet Fotografie “Zeichnen mit Licht“. Wer sein Motorrad im Hochsommer in der prallen Sonne fotografiert, freut sich erst über das vermeintlich gute Licht und ärgert sich später über das schlechte Ergebnis. Das Gegenteil taugt natürlich auch nichts: Wer in der düsteren Garage fotografiert, am besten noch mit dem Handy aus der Hüfte geschossen, sieht nur Gekrissel und Schlieren.
Das beste Licht für detailreiche Aufnahmen ist ein gleichmäßiges und diffuses Licht, wie man es im Sommer bei bedecktem Himmel hat. Das ermöglicht weiche Verläufe und Schärfe bis in die Details. In der Garage lässt sich das simulieren, indem man z.B. Baustrahler indirekt einsetzt, also gegen die Decke richtet.
Das Schlimmste ist ein harter Wechsel von Hell und Dunkel. Es ist zwar herrlich anzuschauen, wenn man durch einen lichtdurchfluteten Wald fährt und die Sonne ein Spiel von Licht und Schatten auf die Straße zaubert. Auf Fotos lässt sich das aber nicht einfangen. Helles und direktes Sonnenlicht sorgt für harte Schatten. Wer sein Motorrad unterm sommerlichen Blätterdach ablichten will, sollte es deshalb so positionieren, dass es entweder ganz im Licht oder ganz im Dunkel steht.
Immer mit dem Licht fotografieren, nicht dagegen. Ein Effekt, der gerne und oft angewendet wird, nicht nur auf Motorradfotos.
Goldene Stunde nutzen
Nutze die Goldene Stunde, also die Zeit des Sonnenauf- oder untergangs. Dann wirkt das Licht besonders weich und eignet sich sehr gut, um stimmungsvolle Fotos zu machen. Das Gegenlicht zu nutzen kann aber durchaus auch interessante Effekte erzeugen. Achte dabei dann unbedingt auf die korrekte Belichtung. Vermeide wenn möglich das Mittagslicht. Bei direkter Mittagssonne entstehen oft harte Schatten.
Technische Tipps für bessere Fotos
Dabei geht es mir nicht um technische Spitzfindigkeiten oder Profi-Equipment. Das ist wie beim Motorradfahren: Ein schlechter Motorradfahrer fährt nicht besser, nur weil er sich ein teures Motorrad kauft. Und ein guter Motorradfahrer kann auch mit einem einfachen Motorrad viel Spaß haben.
Augenhöhe und Perspektive
Eine ganz einfache Regel, die eigentlich aus der Portraitfotografie stammt: Das Hauptmotiv wird immer auf Augenhöhe fotografiert. Das “Auge” des Motorrads ist normalerweise der Scheinwerfer. Also keine Angst vor schmutzigen Knien und runter auf den Asphalt. Wer Rücken hat, soll sich halt eine hochbeinige Enduro kaufen, dann muss er nicht ganz so weit runter. Man darf übrigens auch gerne noch weiter runter und das Motorrad schräg von unten fotografieren.
Das Motiv im Bild
Auch diese Regel gilt eigentlich für Personenfotos, passt aber auch bei Motorrädern: Das fotografierte Objekt soll in das Foto hineinschauen, nicht hinaus. Man sollte auch nie so weit rangehen bzw. -zoomen, dass das Motorrad bzw. das fotografierte Detail das Format komplett ausfüllt. Lieber etwas Raum lassen.
Tiefe und Dynamik erzeugen
Fotos sind zweidimensional. Und gerade deshalb besteht die Kunst darin, dem Bild Tiefe zu verleihen.
- Das Hauptmotiv sollte nicht direkt von vorne oder von der Seite abgebildet werden. Wer schon mal professionelle Fotos von sich hat anfertigen lassen, weiß, dass man sich dabei aufs Unnatürlichste verrenken muss. Das schräg zum Fotografen stehende Motorrad sorgt zwar für starke perspektivische Verzerrungen, erzeugt aber gleichzeitig Tiefe und Dynamik. Beim Motorrad gilt genauso: es sollte immer schräg fotografiert werden, gerne auch mit leicht eingeschlagenem Lenker. Mindestens so schräg, dass sich keine parallelen Linien mehr im Bild finden.
- Das Motiv so wählen, dass verschiedene Ebenen sichtbar sind, die sich vielleicht sogar gegenseitig überschneiden. Beispiel: Das Motorrad befindet sich in der Mitte. Im Vordergrund kann z.B. ein Gebüsch oder Baum sein, dessen Zweige das Motorrad teilweise verdecken. Im Hintergrund Gebäude oder Landschaft, die wiederum vom Motorrad verdeckt werden.
- Alternativ eignen sich auch Gebäude oder Landschaftsmerkmale, die sichtbar in die Ferne laufen. Besonders gut klappt das mit Straßen, die hinter einer Kurve verschwinden. Der Blick des Betrachters folgt der Straße zwangsläufig in die Ferne.
Haupt- oder Seitenständer?
Ich persönliche finde, Motorräder wirken irgendwie hilflos, wenn sie auf dem Hauptständer stehen. Deshalb fotografiere ich Motorräder nach Möglichkeit auf dem Seitenständer. Dann steht es auch leicht schräg, was wieder die Dynamik und Tiefe betont. Zu schräg sollte es aber auch nicht stehen, da es sonst wackelig oder instabil wirkt.
Meines Erachtens sollte man Montageständer, Vorderradwippen oder ähnliche Ständer deshalb nur dort verwenden, wo sie auch wirklich genutzt werden: In einer Werkstatt, in der Boxengasse oder im Fahrerlager spricht nichts dagegen, am Straßenrand hat er aber nichts zu suchen. Dazu kommt, dass ein Montageständer das Motorrad in eine gerade, aufrechte Position zwingt.
Scharf-Unscharf-Kontraste
Bei großer Blende (also kleiner Blendenzahl) wird der Hintergrund hinter dem Hauptmotiv unscharf. Nur ein kleiner Teil des Motivs ist scharf abgebildet, der Rest verschwimmt. Umgekehrt kann man mit kleiner Blende (also großer Blendenzahl) eine große Tiefenschärfe (oder korrekter “Schärfentiefe”) erreichen. Das Bild wird dadurch von vorne bis hinten gestochen scharf. Das empfiehlt sich dann, wenn etwas im Ganzen UND detailliert gezeigt werden soll.
Kontraste nutzen
Unser Blick orientiert sich an Kontrasten. Auf einer gleichmäßigen Fläche wandert er rastlos umher, an Kontrasten bleibt er hängen.
- Scharf-Unscharf- und Hell-Dunkel-Kontrast: Ein scharfes Tankemblem vor unscharfem Hintergrund. Ein hell angestrahltes Motorrad im dunklen Wald, ein schwarzes Motorrad im weißen Schnee.
- Bunt-Unbunt-Kontrast: Ein knallbuntes Motorrad in grauer Industrielandschaft. Oder der sogenannte Farbe-an-sich-Kontrast: Ein gelbes Motorrad vor grüner Wiese, ein oranges Motorrad vor dem blauen Meer. Besonders knallig wirkt das bei Komplementärfarben.
- Kalt-Warm-Kontrast: Ein Motorrad in warmen Farbtönen vor einem Hintergrund in kaltem Blau.
Hier finden sich gleich mehrere Kontraste: Hell-Dunkel, Hart-Weich, Klein-Groß, Scharf-Unscharf. Die Möglichkeiten sind endlos.
Goldener Schnitt
Nicht einfach draufhalten und abdrücken! Das Hauptmotiv sollte bewusst im Bild platziert werden. Ein guter Anhaltspunkt ist aber der sogenannte Goldene Schnitt. Man platziert das Motorrad so im Bild, dass sich der Abstand zum linken Bildrand zum Abstand zum rechten Bildrand so verhält, wie der linke Abstand zur Gesamtbreite. Dabei natürlich darauf achten, dass es mit dem Hintergrund und den anderen Motiven harmoniert. Das Motorrad greift gleich mehrere Linien des Hintergrundes auf und fügt sich dadurch sehr gut in das Bild ein.
Die Schokoladenseite finden
Will man ein Motorrad fotografieren, möchte man es üblicherweise möglichst schön in Szene setzen. Manche Motorräder haben ein herrliches Hinterteil mit einer filigranen Auspuffanlage, aber eine wuchtig-hässliche Front. Anderen haben die Designer ein fein proportioniertes “Gesicht” verpasst, dafür aber ein langweiliges Heck rangeschraubt.
Ich bevorzuge meist die Seite mit dem Auspuff (sofern nicht auf beiden Seiten einer dran ist). Der Auspuff sorgt für eine zusätzliche Linie am Heck und rundet das Motorrad nach unten ab. Gleiches gilt für den Hinterradantrieb, der häufig interessanter aussieht als die Seite mit der Bremse. Am besten fängt man damit an, das Motorrad einmal rundrum zu fotografieren. Gerne mit unterschiedlich eingeschlagenem Vorderrad.
Experimentelle Techniken
Öfter mal was Neues ausprobieren!
- Mit einem Polfilter kann man nicht nur den Himmel dramatischer zeichnen, sondern auch Reflexionen auf Lack reduzieren.
- Man kann das Motorrad im Dämmerlicht mit Langzeitbelichtung fotografieren und währenddessen mit einer Taschenlampe die Teile anstrahlen, die hervorgehoben werden sollen.
- Farbfilter vor dem Objektiv erzeugen eine ganz eigene Atmosphäre. Noch spannender ist es, eine Farbfolie vor den Blitz zu kleben und den Blitz frei im Raum zu platzieren. Dann wird das Hauptmotiv nur von einer Seite in Farbe getaucht. Das geht auch mit verschiedenen Lichtquellen und unterschiedlichen Farbfolien.
- Oder man fotografiert Belichtungsreihen und erzeugt daraus ein HDR-Foto.
Bildbearbeitung
Deutlich einfacher und trotzdem schön anzuschauen sind Filter und Effekte, die sich z.B. mit dem Smartphone hinzufügen lassen. Man kann diese Effekte natürlich auch von Hand in einem Bildbearbeitungsprogramm erzeugen. Bei aller Experimentierfreude muss man nur aufpassen, dass man nicht übertreibt.
Weitere Tipps und Tricks
- Das Motorrad sollte nach Möglichkeit auf dem Seitenständer abgestellt sein. Dadurch steht es leicht schräg, was die Dynamik und die Tiefe betont.
- In der Regel wird das Motorrad auf Augenhöhe fotografiert. Das „Auge“ ist in diesem Fall der Scheinwerfer. Fotografierst Du das Motorrad aus einer erhöhten Position, kann es leicht passieren, dass die Proportionen verrutschen.
- Du kannst auch Action-Aufnahmen machen. Dabei fotografierst Du das Motorrad in Bewegung, z.B. bei Kurvenfahrten oder auf Schotterpisten. Selbstverständlich solltest Du diese Art der Aufnahmen nur von anderen Motorradfahrern machen, während du z.B.
- Ein gutes Hilfsmittel beim Fotografieren ist die Drittelregel: Platziere das Hauptmotiv (z.B. das Motorrad oder den Fahrer) entlang der Linien, die das Foto in Drittel teilen. So schaffst Du ein ausgewogenes Bild. Das Raster kannst Du auch dazu nutzen, um einen vorhandenen Horizont gerade zu halten. Und apropos Horizont: Der sollte auch nicht hinter einen Kopf vorbeigehen.
- Achte darauf, dass die Maschine in das Foto „hineinschaut“. Wenn es sich also gemäß der Drittelregel am Bildrand befindet, sollte der Scheinwerfer in Richtung der Bildmitte zeigen.
- Nutze auch „führende Linien“. Mit ihnen lenkst Du den Blick des Betrachters gezielt auf das Hauptmotiv oder davon weg. Dafür eignen sich zum Beispiel Straßen, Zäune oder ähnliche Linien.
- Zusätzliche Tiefe bringst Du in das Bild, wenn Du einen interessanten Vordergrund mit einbeziehst.
- In der Regel werden Seitenansicht, Front oder Heck der Maschine fotografiert. Du kannst auch spannende Details einfangen: Nahaufnahmen vom Lenker, von Reifen im Schlamm oder einem Helm auf dem Sitz können sehr interessante Ansichten sein. Achte dabei immer darauf, dass auf glänzenden Oberflächen wie Chrom keine ungewünschten Spiegelungen zu sehen sind, z.B.
- Versuche zu vermeiden, dass das Motorrad bzw. das fotografierte Detail das Bild vollkommen ausfüllt.
- Tippe auf Deinem Smartphone mit dem Finger auf die Stelle des Bildschirmes, auf die Du fokussieren willst. Halte das Smartphone ruhig und stabil. Stütze Dich wenn möglich auf feste Gegenstände auf oder lehne Dich daran an. So vermeidest Du Verwacklungen.
- Mit einer Foto-App können die Bilder im Nachgang bearbeitet werden. Du kannst zum Beispiel Helligkeit, Kontrast und Schärfe anpassen. Es gibt eine große Anzahl an Apps für die Bild-Bearbeitung, sowohl kostenlos als auch kostenpflichtig. Am besten probierst Du selber aus, mit welchen Du am einfachsten klarkommst. Häufig kannst Du einige Einstellungen bereits in der App vornehmen, in der Du die Fotos auf Deinem Smartphone angezeigt bekommst.
- Achte auf Deine Sicherheit: Fotografiere nur an sicheren Stellen und achte auch auf die Umgebung, während Du Bilder machst. Schütze auch Dein Smartphone und verwende bei Regen oder Staub eine wasser- bzw.
- Nimm Dir Zeit beim Fotografieren. Erkunde zuerst das Motorrad und dessen Form.
- Wenn Du viele Bilder machst, kann auch mal der Akku Deines Smartphones schlapp machen.
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