Frauen Motorrad WM Unfall Statistik

Der italienische Motorrad-Rennfahrer Marco Simoncelli ist tot. Der 24-Jährige erlag am Sonntag noch an der Rennstrecke seinen schweren Verletzungen, die er sich im Rennen der Königsklasse MotoGP beim WM-Lauf von Malaysia in Sepang zugezogen hatte. Das teilten die Veranstalter mit. Simoncelli wurde zwar sofort in das Medical Center an der Strecke gebracht und dort von erfahrenen Rennärzten erstversorgt, doch um 10.56 Uhr MESZ verloren sie den Kampf um Simoncellis Leben.

Simoncelli war 2010 in die MotoGP-Kategorie aufgestiegen, nachdem er im Jahr davor Weltmeister in der damaligen 250-Kubikzentimeter-Klasse geworden war. Seit 1949 gab es internationalen Statistiken zufolge 47 Todesfälle in der WM. Die Gesamtzahl der bei Motorrad-Rennen ums Leben gekommenen Fahrer ist weitaus höher.

Freizeitsportler tun etwas für ihre Gesundheit - sie sind regelmäßig in Bewegung. Allerdings - auch jeder neunte Unfall in Deutschland ereignet sich genau hier - beim Kicken und Radeln, beim Schlittschuhlaufen und Reiten. Als zweitgrößter Unfallversicherer analysiert die ERGO Versicherung jedes Jahr die bei ihr eingehenden Schadenmeldungen, die aus sportlichen Aktivitäten resultieren.

Die Deutschen sind begeisterungsfähig. Große internationale Fußballereignisse haben auch Auswirkungen auf den Amateurfußball: Nach der Heim-EM im Sommer 2024 können sich Vereine sicherlich wieder auf einen Mitgliederzuwachs einstellen. Stolze 100.000 Vereinseintritte habe es laut DFB nach dem WM-Titel 1990 gegeben. 2014 seien diese Zahlen zwar nicht mehr erreicht worden. Das spiegelt sich - leider - auch in der ERGO Statistik der meisten Sportunfälle wider.

Mehr als ein Drittel aller im Jahr 2023 beim Versicherer registrierten Schadenfälle waren Knochenbrüche oder Knorpel- und Sehnenschäden, die sich Versicherte auf dem Fußballplatz zugezogen hatten. Aber auch andere Sportarten rangieren mit hohen Schadenquoten in dem Ranking weit oben. Die gute Nachricht: Der Anteil der Sportunfälle beim Fußball ist 2023 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozentpunkte zurückgegangen. Allerdings machen Fußballunfälle mit 33,9 Prozent den mit Abstand größten Anteil aller Sportunfälle aus. Fast 3,5 Millionen Freizeitkicker sollen in Deutschland regelmäßig gegen den Ball treten, fast 10 Millionen hin und wieder.

Zum Glück zählen Knochenbrüche - laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) - mit knapp einem Viertel aller Fälle nur zur zweitgrößten Gruppe der möglichen Verletzungen. Mit 15,8 Prozent aller Fälle rangieren Ski- und Rodelbob-Unfälle an zweiter Stelle (ein Anstieg um 0,7 Prozentpunkte gegenüber dem 10-Jahres-Vergleich). Die hohe und ansteigende Quote könnte mit den immer volleren Pisten zu tun haben. Wenn weniger Skigebiete ausreichend Schnee haben, tummeln sich mehr Skifahrer in den verbleibenden. Das führt zu mehr Kollisionen. Zudem ist das temporeiche Abfahren mit Skiern eine Höchstbelastung für Knochen, Muskeln und Gelenke.

Übersprungen habe ich die Nummer 3 der häufigsten Sportunfälle in der ERGO Statistik 2023 - das Fahrradfahren - 9,8 Prozent. Das ist immerhin gut 1 Prozentpunkt weniger als es der Zehnjahres-Trend aufzeigt. Ursächlich dafür ist einerseits das Platzproblem: Viele Gefährte (Lastenbikes) werden immer größer. Sie müssen sich den nicht im gleichen Tempo mitwachsenden Verkehrsraum teilen - unter anderem mit Scooter-Fahrern. Zudem sind immer mehr Menschen - auch dank der e-Bikes - mit immer höheren Geschwindigkeiten unterwegs. Die Unfallforscher der Versicherer konnten nachweisen, dass insbesondere jüngere und ältere Pedelecfahrer ein höheres Unfallrisiko haben als Gleichaltrige, die ohne „e“ unterwegs sind.

Es gehe im Wesentlichen um Unfälle innerorts unter Beteiligung von Pkw sowie um solche, bei denen die Kontrolle über das Fahrrad - auch ohne Einwirkung Dritter - verloren geht. Mit 255 Unfällen landet der Reitsport auf Platz 4 unseres Rankings. Allerdings zählt die Deutsche Reitvereinigung auch nur gut 800.000 Reiter, die in Deutschland regelmäßig aktiv sind. Knapp doppelt so viele sitzen gelegentlich auf dem Pferd. Zu denen zählt auch die Entertainerin Lena Mayer-Landruth. Das Risiko für Reiterin und Reiter, nach Unfällen ins Krankenhaus zu müssen, sei höher als beim Fußball, beim Skifahren und sogar als bei Motorrad- und Autorennen. Zu dem Fazit kommt eine US-amerikanische Studie von 2021.

Mit gehörigem Abstand folgen die wohl beliebtesten Ballsportarten nach dem Fußball. Die Handballunfälle im Jahr 2023 liegen in etwa auf dem gleichen Niveau wie es über die vergangenen zehn Jahre zu sehen ist. Im Volleyball ist die Unfallquote um 0,4 Prozentpunkte gegenüber dem Zehnjahrestrend gesunken. Auch die Zahl der Basketballunfälle ist leicht gesunken. Im Zehnjahres-Trend taucht vor dem Basketball - an Rang 7 - die Leichtathletik auf. Mit eher geringen Fallzahlen rangieren Wassersport (inklusive Wasserball), Tennis und Schlittschuhlaufen auf den Rängen 8 bis 10.

Punkt 1 - beziehungsweise das A und O ist die richtige Schutzkleidung. Auf dem Fahrrad, auf dem Pferd und beim Skifahren - sollte der Helm absolute Pflicht sein. Punkt 2 - es langsam angehen lassen, unbedingt aufwärmen, dehnen, auf Trainingspausen und ausreichende Regeneration achten - und regelmäßig trainieren. Punkt 3 - ist Paragraph 1 der Straßenverkehrsordnung - möglichst auch beim Sport: Rücksicht nehmen, auf die anderen und auf mich selbst - nichts übertreiben. Bedenken sollte man auch, wenn man eine Woche pro Jahr Hochleistungssport auf Skiern betreibt, dass man seinen Körper nicht überfordert.

Die gesetzliche Unfallversicherung übernimmt eine ganze Reihe von Leistungen, aber nur bei Unfällen, die im Zusammenhang mit der Berufsausübung oder Ausbildung stehen (Arbeits- und Wegeunfälle). Zum Leistungsspektrum zählen medizinische Behandlungen, Rehamaßnahmen und Rentenzahlungen. Wer dagegen privat trainiert, nicht. Über 70 Prozent aller Unfälle geschehen in der Freizeit. Also auch im Urlaub: Beim Wandern, Radfahren, Mountainbiking, Rafting, Surfen, Segeln oder Tauchen. In der privaten Unfallversicherung sind Unfälle beim privaten Amateursport abgedeckt. Nur eine private Unfallversicherung bietet weltweit und rund um die Uhr Schutz. Sie übernimmt nicht nur die wichtige finanzielle Absicherung bei einer möglichen Invalidität, sondern z.B. auch teure Rettungs- und Bergungskosten. Laut ADAC kostet allein der Intensivtransport per Jet von den kanarischen Inseln nach Deutschland 60 Tsd. Euro.

Die Daten sind nicht repräsentativ für Deutschland. Die häufigste Unfall-Ursache mit immerhin 18,2 Prozent ist laut Sicherheitsbericht 2023 des Ludwigsburger Polizeipräsidiums - die Geschwindigkeit. Gewöhnliche Pedelecs erreichen bis zu 25 Kilometer pro Stunde, ein Speed-Pedelec bis zu 45 km/h. Der Knackpunkt an der Sache: „Du kannst das Tempo nicht mehr deinem Fahrgefühl zuordnen“, weiß Rebekka S. „Egal ob du einen Hügel hoch- oder hinunterfährst, es fühlt sich immer gleich an. Dein Gefühl sagt dir schlicht nicht mehr, dass du einen Gang runterschalten solltest“, sagt sie. Zudem werde man als ungeübte Person häufig von der Geschwindigkeit überrascht, mit der Beschleunigung erreiche man schneller eine höhere Geschwindigkeit, als es beim Fahrrad der Fall sei, meint Grabenstein.

Ob das Pedelec deswegen gefährlicher als ein gewöhnliches Fahrrad ist? Nicht unbedingt, findet der Pressesprecher. „Grundsätzlich eine höhere Unfallgefahr von Pedelecs zu unterstellen, wäre aus meiner Sicht nicht sachgerecht, da zu einem Unfall immer viele Einflussfaktoren gehören“, erklärt er. Faktoren wie beispielsweise andere Verkehrsteilnehmer. Oder auch das Gewicht des Zweirads, wie etwa bei Rebekka S.

Zurück bleiben Narben Acht Schrauben, eine Metallplatte und zwei Operationen waren nötig, um die Schulter von Rebekka S. wieder geradezubiegen. „Viele Leute unterschätzen das Gewicht, das habe ich auch“, sagt sie heute. Zurückgeblieben ist eine große Narben-Wucherung an ihrer Schulter, die sie täglich an den Unfall erinnert. „Ich kann nicht einmal zum Bäcker gehen, ohne gefragt zu werden, unter welches Messer ich mich gelegt habe“, erzählt sie.

Die Forscher hatten sich getrennt nach Geschlecht und Fahrzeugart angeschaut, wie viele Tote pro einer Milliarde Kilometer zu beklagen waren. Ein Unfalltoter wurde in der Regel dem Fahrer des anderen beteiligten Fahrzeugs zugerechnet - unabhängig von der Schuldfrage. Ein deutscher Experte hält die Ergebnisse für im Kern richtig, hat aber auch Kritikpunkte.

Geringster Unterschied bei BusfahrernBei Autos und Transportern war das Risiko durch Männer doppelt so hoch, wie die Forscher um Rachel Aldred von der University of Westminster in London im Fachmagazin "Injury Prevention " schreiben. Am geringsten waren die Unterschiede bei Busfahrerinnen und -fahrern. "Häufig hat die Fachliteratur die relativ hohe Unfallbeteiligung von Männern mit geschlechtsspezifischen Unterschieden bei der Risikobereitschaft in Verbindung gebracht, obwohl die Art dieser Beziehung immer noch diskutiert wird", schreiben die Forscher. So waren 15 Prozent der Fahrer von Krafträdern mit weniger als 50 Kubikzentimetern Hubraum, die an den untersuchten Unfällen beteiligt waren, weiblich. Bei den deutlich schnelleren Motorrädern mit mehr als 500 Kubikzentimetern Hubraum lag der Anteil der Frauen dagegen nur bei vier Prozent.

Siegfried Brockmann vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft in Berlin hält das Ergebnis der Studie für im Kern richtig. Auch seien nur die Verkehrstoten einbezogen worden, nicht die Verletzten. Und schließlich seien die Unfallbeteiligten nicht nach dem Alter unterschieden worden. "Eine 20-jährige Fahranfängerin stellt wahrscheinlich ein größeres Risiko für andere Verkehrsteilnehmer dar als ein 55-jähriger Mann", sagt Brockmann.

Vor allem bei Lastwagen könnten weibliche Fahrer der Studie zufolge jedoch für mehr Sicherheit auf den Straßen sorgen. So waren männliche Fahrer in Bezug auf die gefahrenen Kilometer viermal so oft an Todesfällen durch Unfälle beteiligt wie ihre weiblichen Kollegen.

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