Rennradfahren auf Fuerteventura: Tipps und Routen für dein Wintertraining

Fuerteventura, die zweitgrößte Insel der Kanaren, ist politisch gesehen ein Teil Spaniens, geologisch jedoch gehört sie zu Afrika. Die Insel liegt etwa 100 Kilometer vor der Westküste Marokkos im Atlantik und ist vulkanischen Ursprungs.

Fuerteventuras Wüstenlandschaft ist ideal für entspanntes Rennrad-Wintertraining - wenn der Dauerwind mal Pause macht. Geprägt ist Fuerteventura von bizarren, wüstenartigen Landschaften.

Die Erosion hat die einst mächtigen Vulkane zu schroffen, aber eher flachen Berg- und Hügelketten heruntergeraspelt. Die Insel ist ­heute stark vom Tourismus beeinflusst: Auf knapp 120.000 Einwohner kommen jährlich etwa anderthalb Millionen Touristen.

Moderate Anstiege und gut ausgebaute Straßen

Das Straßennetz ist gut aus­gebaut, allerdings auch von überschaubarer Kilometerzahl; Fuerteventura ist schließlich gerade einmal gut 98 Kilometer lang und 28 Kilometer breit.

Während es die Mehrzahl der Gäste an die langen Traumstrände zieht, etwa an der Ostküste, sind für Rennradfahrer vor allem die Berge im Zentrum und im Südwesten der Insel interessant.

Einsame, kurvenreiche Strecken erschließen die Bergwelt, richtig steil wird es dabei nicht, abgesehen von wenigen kurzen Rampen. Der Pico de la Zarza, der höchste Berg, misst 814 Meter, liegt allerdings im ­südlichen Gebirgsmassiv, das mit dem Rennrad mangels asphaltierter Straßen nicht zu befahren ist.

Die Straßen sind in der Regel gut ausgebaut, abgesehen von einigen wenigen Abschnitten mit unangenehm rauem Asphalt. Tipp: 28er-Reifen aufziehen; die rollen gut und schonen Nerven und Handgelenke.

Auch der Verkehr ist meist überschaubar. Aber: Für schlüssige Runden sind verkehrsreiche Transitstrecken unvermeidbar. Die Einheimischen überholen in aller Regel respektvoll, viele Touristen leider nicht; diese verursachen auch im ansonsten einsamen Bergland während der Hauptsaison (Winter) stärkeren Ausflugsverkehr.

Beste Reisezeit und Klima

Dank des ganzjährig milden Klimas um die 25 Grad kann man nahezu immer kurz-kurz fahren - nicht umsonst tragen die Kanarischen Inseln den Beinamen „Inseln des ewigen Frühlings“.

Fuerteventuras Klima ist wüstenartig trocken mit durchschnittlich nur acht Regentagen pro Jahr. Meist halten Passatwinde die heißen Luftmassen aus der Sahara fern. Falls einmal nicht, weht ein Ostwind namens Calima mit Temperaturen ­von bis zu 34 Grad.

Radfahren auf Fuerteventura?! Der Trend hin zum Aktiv-Urlaub ist ungebrochen und so sieht man auch auf Fuerteventura immer öfters Radfahrer, einzeln oder in Gruppen, die die verkehrsarmen Nebenstraßen für ihr Training oder eben nur zum Spaß nutzen.

Fuerteventura ist mit 1722 qkm die zweitgrößte Insel des Kanarischen Archipels und zugleich die am dünnsten besiedelte. Dieser Umstand macht „Fuerte” für Radfahrer interessant, da die gut ausgebauten Nebenstraßen wenig Verkehr aufweisen.

Die Insel misst 100 km an ihrer längsten und 31 km an ihrer breitesten Stelle. Viele bizarre Vulkankegel, kleine verstreute Dörfer, einsame Berglandschaften und wenige lebhafte Ferienorte kennzeichnen die Insel.

Die kargen, wüstenähnlichen Landschaften schockieren so manchen Besucher beim ersten Anblick. Doch da, wo scheinbar nichts ist, eröffnet sich ihm im Sonnenlicht eine Sinfonie von Farben, Licht und Schatten.

Die Hauptattraktionen sind die kilometerlangen Sandstrände, an denen man zu jeder Zeit sein eigenes ruhiges Plätzchen finden kann.

Durch die Nähe zum afrikanischen Kontinent bietet Fuerteventura mit über 300 Sonnentagen und dem stetig wehendem Passatwind das ganze Jahr über ein ausgeglichenes Klima, das als das Beste der Kanarischen Inseln gilt.

Wer bei und neben seinem Sport, fernab von Trubel und Hektik, Ruhe und Erholung sucht, für den ist Fuerteventura und speziell die Gegend um La Pared und Costa Calma die richtige Wahl.

Radtouren auf Fuerteventura

Radfahren auf gut ausgebauten Straßen - sowohl per MTB als auch mit dem Rennrad Radtouren:Hinweis:Die beschriebenen Touren sind Ganztagesetappen, die eine gute Kondition voraussetzen. Einsteiger können die Touren auch in kleineren Etappen abfahren.

La Pared - Ajuy und zurück

Diese Etappe führt von La Pared aus, über die Passhöhe von La Taplada (ca. 650 m) nach Ajuy. Der Anstieg wischt sogleich den Eindruck beiseite, dass Fuerte eine flache Insel ist. Die Abfahrt nach Ajuy entschädigt jedoch für die schweißtreibenden Kilometer bergauf.

Im „Jaule de Oro” in Ajuy bietet sich eine Rast an (Tipp: frischer Ziegenkäse mit Tomaten!), bevor es wieder zurück nach La Pared geht.

Streckenlänge: 60 km

Morro Jable - Degollada de Cofete und zurück

Diese Tour ist etwas für Offroad-Freaks, da der Weg über eine Schotterpiste mit unzähligen Bodenwellen und Schlaglöchern führt. Der Einstieg ist am Hafen des Fischerdorfes Morro Jable.

Nach gut 2 Stunden und jeder Menge Staub ist die Degollada mit Blick auf die menschenleere Westküste von Cofete mit der geheimnisvollen Villa Winter erreicht. Wer über gute Kondition verfügt kann noch bis zu den verstreut gelegenen Häusern von Cofete fahren, eine Einkehrmöglichkeit ist das dortige kleine Restaurant.

Streckenlänge: 35 km

Pajara - Betancuria - Antigua - Tuineje - Pajara

Ausgangspunkt dieser Radtour ist Pajara, die Hauptstadt der südlichsten Gemeinde von „Fuerte”. Von dort führt die „Königsetappe” mit vier Anstiegen über Betancuria, Antigua und Tuineje zurück nach Pajara.

Nach kilometerlangen Anstiegen kann man herrliche Ausblicke auf Berge und Barrancos, das Farbenspiel der Sonne und die fühlbare Stille, die nur hin und wieder durch Motorengeräusche unterbrochen wird, genießen.

In Vega de Rio Palmas bietet sich eine Rast an, um vor der Kirche Nuestra Senora de la Pena einen herrlichen Cortado (Espresso mit Milch) zu schlürfen, der für die Weiterfahrt den nötigen „Antrieb” verschaffen sollte.

Betancuria, die alte Inselhauptstadt, ist danach schnell erreicht. Die weißen Häuser dieses sehr schön gelegenen Dorfes erinnern an die weißen Dörfer Andalusiens.

Neben der historischen Kirche in der Ortsmitte gibt es noch weitere Sehenswürdigkeiten, wie z. B. Ruinen eines Franziskanerklosters oder zwei kleinere Museen.

Der Anstieg zum Aussichtspunkt Morro Velosa ist zwar nochmals sehr schweißtreibend, doch entschädigt ein grandioser Ausblick denjenigen, der diesen Berg erklommen hat. Über die Ebenen von Antigua und Tuineje geht's nun zurück nach Pajara.

Streckenlänge: 75 km

Tipps und Hinweise

Aufgrund des milden bis sommerlichen Klimas kann Fuerteventura ganzjährig zum Radfahren genutzt werden. Die beste Reisezeit sind die Monate Februar bis Mai und Oktober/November.

Die verkehrsarmen, gut ausgebauten Nebenstraßen können durchwegs gut mit MTBs, Trekking- und auch Rennrädern benutzt werden und stellen mit dem profilierten Gelände gute Trainingsbedingungen dar.

Im Norden findet man in der Umgebung von La Oliva und Corralejo leichte bis mittlere Radtouren. Wer als Ausgangspunkt den Süden, z. B. La Pared wählt, kann sich zwischen schweren und mittleren Radtouren entscheiden.

Für die Touren über den El Cardon oder die Bergketten um Pajara und Betancuria ist eine gute Kondition von Nöten, da auf diesen Passagen längere Bergfahrten mit zum Teil „giftigen” Anstiegen unumgänglich sind.

Radtouren vom Schwierigkeitsgrad mittel/leicht finden sich im Inselinneren im Bereich um Tuineje und Antigua.

Als Gegner ist fast immer, besonders stark im Sommer, der Passatwind mit in die Tourenplanungen einzubeziehen und nicht zu unterschätzen.

Offroad-Freaks und solche, die es werden möchten, finden abseits der asphaltierten Straßen vielseitige Möglichkeiten vor, ihr Fahrverhalten zu verbessern. Hierbei sollte jedoch der Umweltschutz nicht aus den Augen verloren werden.

Eine hohe Verletzungsgefahr stellt das scharfkantige Vulkangestein bei Stürzen dar. Flickzeug ist in ausreichendem Maße mitzunehmen, da die Infrastruktur für Rad-Touristen noch nicht gut ausgebaut ist.

Unterkünfte für Radfahrer

Radfahrer sollten eine Unterkunft in der verträumten Urbanisation La Pared (private Ferienhäuser) oder Hotels an der Costa Calma wählen, da von hier eine direkte Anbindung an das Netz der Nebenstrassen gegeben ist.

Fuerteventura ist mittlerweile auch für Rennradfreunde ein besonderer Tipp. Heutzutage trifft man in allen Gebieten der Insel zahlreiche Rennradler. Die Insel bietet jede Menge schöner Touren. Dabei lernt man das Straßennetz innerhalb einer Woche Radurlaubs fast komplett kennen.

Meiden sollte man den Großraum Puerto del Rosario und die Hauptstraßen an der Ostküste, obwohl diese z.T. mit Extra-Radwegen oder breitem Seitenstreifen durchaus auch „fahrbar“ sind. Sonst ist der Autoverkehr gering, und die Einheimischen verhalten sich Radlern gegenüber sehr rücksichtsvoll.

Der interessanteste (und bergigste) Teil der Insel ist der Südwesten zwischen Antigua und La Pared. Hier gibt es mehrere Passhöhen, doch auch im weniger bergigen Inselnorden ist es nirgendwo topfeben.

Wer halbwegs fleißig ist, kommt in einer Woche locker auf 500 Kilometer mit 7000 Höhenmetern.

Die Stichstraßen zur Küste, wie die nach El Cotillo (bis zum Leuchtturm Faro del Tostón), zum Puertito de los Molinos, nach Pozo Negro und nach Ajuy (Bademöglichkeit am Schwarzen Strand) sind vor allem für das Auge erholsam, das nach vielen Kilometern Lavabraun erfreut das Blau des Meeres mit der manchmal tosenden Brandung aufsaugt.

Richtig steil ist es auf der Insel nur selten und die Straßen sind gut bis sehr gut, abgesehen von ein paar raspeligen Kilometern. Auch Profiteams (z.B. Saxo-Bank) haben auf der Insel schon wiederholt ihr Trainingslager aufgeschlagen.

Fuerteventura heißt starker Wind und der bläst immer, und darauf muss man sich mental einstellen! Bei Gegenwind bietet kein Wald Windschatten, das Landschaftsprofil auch nicht.

Tipps zum Radverleih

Für alle, welche die mittlerweile ziemlich happigen Preise für das Mitnehmen des eigenen Rades im Flieger scheuen, gibt es mehrere Verleihstationen, wo man hochwertige Rennräder ausleihen kann: in Corralejo, Caleta del Fuste, Gran Tarajal, Las Playitas und Costa Calma.

Anbieter und nähere Infos lassen sich mit ein paar Mausclicks schnell herausfinden. Ein Mietauto ist für eine abwechslungreiche Tourengestaltung mit wechselnden Startorten sowie für eine Inselerkundung am Ruhetag zu empfehlen.

Fuerteventura für Radfahrer: Eine Insel voller Möglichkeiten

Fuerteventura ist die flächenmäßig zweitgrößte Kanareninsel. Die Insel entstand als erste der Kanarischen Inseln vor ca. 20 bis 22 Millionen Jahren durch Plattentektonik und Vulkanismus und hat sein Gesicht seitdem nur wenig verändert.

Durch Erosion abgerundete Vulkankegel und schroffe Bergspitzen beherrschen das Landschaftsbild. Höchste Erhebung ist mit 812 Metern der Jandía (oder auch Pico de la Zarza) im schmalen Südwest-Appendix der Insel.

Die Berge erreichen 300 bis 700 Meter Höhe. Dazwischen liegen ausgedehnte Lavafelder. Darüber hinaus gibt es Sanddünen (z.B. bei Corralejo) und endlose Geröllflächen.

Die Ortschaften, in deren Umgebung man hin und wieder ein paar landwirtschaftliche Flächen mit zartem Grün sieht, beleben mit ihren weißgetünchten Häusern dieses Bild.

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