Fully E-Bike mit Gepäckträger Test: Welches Modell meistert Alltag und Abenteuer?

Die Suche nach dem perfekten Allrounder unter den E-Bikes, der sowohl den Alltag als auch abenteuerliche Wochenendausflüge meistert, ist eine Herausforderung. SUV E-Bikes versprechen, diese Lücke zu füllen, indem sie Komfort, Tourentauglichkeit und Geländegängigkeit vereinen. Doch welche Modelle halten wirklich, was sie versprechen?

Was macht ein gutes SUV E-Bike aus?

Ein SUV E-Bike soll vieles können: komfortabel wie ein City-Bike sein, tourentauglich wie ein Trekkingrad und trailtauglich wie ein E-MTB. Dazu gehört eine Vollausstattung mit Gepäckträger, Lichtanlage und smarten Features. Doch nicht jedes Modell erfüllt diese Anforderungen gleichermaßen. Daher ist es wichtig, vor dem Kauf die eigenen Bedürfnisse und Prioritäten zu klären.

Die wichtigsten Kriterien im Überblick:

  • Motor und Antrieb: Ein leistungsstarker Motor ist essenziell, besonders für anspruchsvolle Anstiege. Der Bosch Performance Line CX Gen5 ist im SUV E-Bike-Segment weit verbreitet und bietet durch ein Software-Update zusätzliche Leistung. Alternativ bietet die Pinion MGU eine vollständig im Motor integrierte 12-Gang-Getriebeschaltung, die wartungsarm und zuverlässig ist.
  • Akkukonzept: Die Wahl zwischen einem entnehmbaren oder fest verbauten Akku hängt von den individuellen Gegebenheiten ab. Ein entnehmbarer Akku ist besonders praktisch, wenn keine Steckdose in der Nähe des Stellplatzes vorhanden ist. Die Kapazität variiert je nach Hersteller, von der 250-Wh-PowerMore von Bosch bis zum 535-Wh-Akku beim KETTLER PINNIATO FS Sport.
  • Sicherheit: ABS-Systeme können besonders in hektischen Alltagssituationen und auf rutschigem Untergrund wertvolle Unterstützung bieten. GPS-Tracking, Alarmanlagen und Motor-Sperren sind weitere Features, die das E-Bike vor Diebstahl schützen können.
  • Zulässiges Gesamtgewicht (zGG): Das zGG gibt an, wie viel Gewicht das E-Bike inklusive Fahrer, Gepäck und eventuellem Anhänger maximal tragen darf. Dies sollte bei der Anschaffung unbedingt berücksichtigt werden, besonders wenn man plant, Kinder oder Hunde mit Anhänger zu transportieren.
  • Automatikschaltung: Systeme wie Auto.Shift von Pinion übernehmen das Schalten automatisch und bieten so zusätzlichen Komfort, besonders im Stadtverkehr oder beim Anfahren an der Ampel.
  • Komfort und Ergonomie: Die Sitzposition, die Reifenbreite und die verbauten Komponenten (Sattel, Griffe) spielen eine große Rolle für den Fahrkomfort. Eine absenkbare Sattelstütze (Dropper Post) erleichtert das Auf- und Absteigen und bietet zusätzliche Sicherheit auf unbefestigten Wegen.
  • Ausstattung: Schutzbleche und ein stabiler Ständer sind im Alltag unverzichtbar. Auch die Gepäckträgerbefestigung sollte gut durchdacht sein, um verschiedene Taschen- und Korbsysteme nutzen zu können.

Die Rolle der Laufräder und Federung

Entgegen dem Trend zu 28″-Laufrädern setzen moderne SUV E-Bikes auf breitere Reifen mit 27,5″ oder 29″ Durchmesser, die aus dem E-MTB-Bereich stammen. Diese sorgen für mehr Fahrkomfort und Traktion bei allen Fahrbedingungen. Vollfederung ist ein weiteres wichtiges Merkmal, das den Fahrkomfort auf langen Strecken und unbefestigten Wegen deutlich verbessert.

Testkriterien und Testumgebung

Um die Leistungsfähigkeit der SUV E-Bikes realistisch zu beurteilen, wurden sie nicht im Labor, sondern unter realen Bedingungen getestet: auf einer klar definierten Teststrecke, mit und ohne Beladung und im direkten Vergleich.

Ausgewählte Modelle im Vergleich

Einige der im Testfeld genannten Modelle sollen hier kurz vorgestellt werden:

Cube Stereo Hybrid 140 HPC SLX 750 2024

Ein leistungsstarkes E-Fully mit Bosch Performance Line CX Motor (85 Nm) und 750 Wh Batterie. Geeignet für lange Touren und anspruchsvolle Anstiege. Ausgestattet mit Fox 34 Float Rhythm Gabel und Fox Float DPS Performance Dämpfer.

Fischer Montis 6.0i Fully

Ein solides E-Fully für preisbewusste Fahrer. Der Brose Drive S Mittelmotor liefert 90 Nm Drehmoment. Ausgestattet mit RockShox RECON RL Federgabel und Fox Float DPS Performance Dämpfer.

Giant Stance E+ 0 Pro 2023

Ein leistungsstarkes und ausdauerndes E-Fully mit SyncDrive Pro Motor (85 Nm) und 625 Wh Akku. Der ALUXX SL-Rahmen besteht aus Aluminium und ist mit einer FlexPoint Hinterradfederung ausgestattet.

Bulls Sonic EVO AM 2

Ein vielseitiges E-Fully mit Bosch Performance Line CX Motor (85 Nm) und vollgefedertem Fahrwerk mit 150 mm Federweg. Der Carbonrahmen ist leicht und steif.

Scott Patron eRide 900 Carbon

Ein beeindruckendes, aber kostspieliges E-Fully mit Bosch Performance Line CX Motor und 750 Wh Akku. Die Federung besteht aus einer FOX 38 Performance Elite Federgabel und einem FOX Nude T eRIDE EVOL Dämpfer.

E-Bike Fully Empfehlungen und Preisklassen

Für ein gutes, sicheres E-Bike Fully, das auch in den Bergen zuverlässig funktioniert, sollten Sie zwischen 3.000 und 4.500 Euro einplanen. In dieser Preisklasse finden Sie Modelle mit hochwertigen Komponenten, wie leistungsstarken Motoren und langlebigen Batterien.

Wenn Sie bereit sind, mehr zu investieren, können Sie auch Modelle jenseits von 4.500 Euro in Betracht ziehen. Diese bieten oft noch bessere Ausstattung, wie leichtere Rahmen aus Aluminium oder Carbon, sehr gute Bedienelemente, sowie fortschrittliche Federungssysteme. Solche E-Fullys sind ideal für intensive Nutzung in bergigem Gelände und bieten höchsten Komfort und Sicherheit.

Worauf Sie beim Kauf achten sollten

Beim Kauf eines Fully-E-Bikes, also eines vollgefederten E-Mountainbikes, gibt’s einige zentrale Punkte, auf die Sie achten sollten - je nachdem, ob Sie eher Touren, Trails oder alpines Gelände fahren.

  • Motorleistung: In der Regel 250 W - wichtig ist vor allem das Drehmoment (ab 75 Nm ideal für Berge und Trails).
  • Motorhersteller: Bosch, Shimano, Brose und Yamaha sind gängig.
  • Akku-Kapazität: 625-750 Wh sind heute Standard für Touren. Für lange Strecken oder viele Höhenmeter besser 750 Wh oder DualBattery (bis 1.250 Wh).
  • Federweg passend zum Einsatzgebiet wählen.
  • Schaltung: 11- oder 12-fach ist Standard. Shimano XT oder SRAM GX sind robust und präzise.
  • Bremsen: Vierkolben-Scheibenbremsen mit großen Scheiben (200 mm) sind bei E-MTBs Pflicht, gerade bergab mit Gewicht + Tempo.
  • Reifen & Laufräder: Breite, griffige Reifen (2,4"-2,6") mit gutem Pannenschutz. Tubeless ist ein Plus.
  • Dropper Post: Versenkbare Sattelstütze erleichtert technische Abfahrten - heute fast immer serienmäßig.

E-Bike Kategorien und Einsatzzwecke

Die E-Bike-Modelle eignen sich je nach Bauform für die verschiedenen Einsatzzwecke unterschiedlich gut.

  • Trekking-E-BikeDie Trekking-E-Bikes sind die beliebtesten Modelle, denn sie versprechen erholsame Fahrrad-Touren in der Natur. Hier kommt es auf Komfort und Reichweite an, sowie den Transport von Ausrüstung auf dem Gepäckträger.
  • E-MountainbikeDas E-Mountainbike muss dieselben Anforderungen erfüllen wie ein herkömmliches Modell, bietet jedoch zusätzlich die Unterstützung eines Motors.
  • City-E-BikeDas City-E-Bike ist, wie der Name schon sagt, für die Stadt gedacht. Dort gilt es normalerweise keine großen Hindernisse zu bewältigen und eine große Reichweite ist nicht der Fokus.
  • SUV/Allroad-E-BikeDa sich die wenigsten Radfahrer mehrere E-Bikes für verschiedene Zwecke leisten wollen, sollen die SUV- oder Allroad-Bikes die Vorzüge aller Typen vereinen: die Federung und Sportlichkeit der E-MTBs, die Ausdauer der Trekking-Bikes und den Komfort der City-Bikes.
  • Crossover-E-BikeGrundsätzlich stellen die Crossover-E-Bikes eine Mischung aus Trekking- und Mountainbike dar. Sie tendieren jedoch meist mehr in Richtung E-MTB und haben daher keine straßenverkehrstaugliche Ausstattung, es fehlen also Schutzbleche und Licht.

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