Sie interessieren sich für eine neue Fahrrad Schaltgruppe, sind aber vom großen Angebot überwältigt? Die Schaltgruppe hat die Aufgabe, das Fahrradfahren so angenehm wie möglich zu gestalten. Eine Fahrrad Schaltgruppe besteht aus mehreren Bauteilen. Die meisten Radfahrer wollen weder mit zu viel Anstrengung in die Pedale treten, noch wie verrückt strampeln. Gleichzeitig soll das Fahrrad mit einer gewissen Geschwindigkeit vorwärts kommen.
Ein Wechsel zwischen den Gängen erfolgt meist durch Schalthebel am Lenker oder sogenannte Drehgriffe. Sie sorgt dafür, dass die Drehzahlen des Hinterrads in den Drehzahlbereich der Pedale umgesetzt werden. Das spielt vor allem bei Radrennen eine Rolle, um dort mit möglichst wenig Anstrengung die größtmögliche Geschwindigkeit zu erreichen. Daher verfügt eine Rennrad Schaltgruppe auch über sehr viele Gänge. Dazu wird die Gangschaltung entsprechend eingestellt. Geht es bergauf, ist mehr Kraft beim Treten nötig, also schalten wir nach unten.
Der Antrieb deines Bikes hilft dir deine Muskelkraft in Vortrieb zu verwandeln. Wenn du in einen bestimmten Gang schaltest, entscheidest du dich im Prinzip für die Kraft, die du für eine Pedalumdrehung aufbringen musst. Wer die Gangschaltung und seine eigene Kraft richtig einsetzt, kann weiter und schneller fahren - und dabei noch mehr Spaß haben. Dafür ist es auch wichtig zu wissen, wie die Schaltung funktioniert.
Der Antrieb sorgt dafür, dass du mit deinem Bike überhaupt vorwärts kommst. Er umfasst alle Teile, mit denen du das Fahrrad in Fahrt versetzen und beschleunigen kannst.
- Kurbel: Die Kurbel ist die Komponente, an der die Pedale befestigt sind. Die Kurbel besteht aus mehreren Teilen, die Kettenblätter (Zahnräder) sind eine Schlüsselkomponente beim Schalten. Fahrräder haben ein, zwei oder drei Kettenblätter.
- Kassette: Die Kassette bezeichnet die Gesamtheit aller Zahnkränze, die auf der rechten Seite des Hinterrads angebracht sind.
- Kette: Die Kette verbindet die vorderen Kettenblätter mit den hinteren Zahnrädern (Ritzeln). Dadurch drehen sich nicht nur Kurbel und Blätter, wenn du in die Pedale trittst, sondern auch das Hinterrad rotiert.
- Schalthebel: Über die Schalthebel am Lenker steuerst du den Umwerfer und das Schaltwerk. Dadurch wechselt die Kette zwischen den einzelnen Zahnrädern hin und her.
Trittst du in die Pedale, dreht sich die Kurbel samt Kettenblättern. Der eingelegte Gang und die Übersetzung entscheiden darüber, wie schwer das Treten ist. Gleitet die Kette z. B. Je höher der Gang, desto mehr Kraft benötigst du, um die Kurbel rotieren zu lassen. Das Kettenblatt ist größer als das Ritzel hinten und verfügt über mehr Zähne. Die meisten Fahrräder sind mit zwei oder drei Kettenblättern ausgestattet. Schaltest du vorne einen Gang höher, wandert die Kette auf ein größeres Blatt. Damit dauert eine Umrundung länger bzw. Die meisten Fahrräder verfügen über neun bis zwölf Ritzel. Schaltest du hinten einen Gang höher, wandert die Kette auf ein kleineres Ritzel. Der Reifen überträgt durch die Haftreibung die Kraft auf die Straße.
Die Übersetzung zeigt, wie viele Umdrehungen das Hinterrad mit einer einzigen Pedalumdrehung macht. Sie bestimmt, wie leicht oder schwer du in die Pedale treten musst. Nehmen wir an, du fährst ein Rennrad mit zwei Kettenblättern (53 | 39). Das kleinere Blatt hat 39 Zähne, das größere 53 Zähne. Hinten gibt es Zahnkränze mit 11 bis 27 Zähnen (11 | 27). Am leichtesten fällt dir der Tritt in die Pedale, wenn die Kette vorne auf einem kleinem Blatt und hinten auf einem großen Zahnkranz liegt.
Berücksichtige die möglichen Gangkombinationen und die minimale und maximale Übersetzung, wenn du dich für ein Fahrrad entscheidest. Bist du oft in Bergen unterwegs, kann eine Kompaktkurbel mit kleinerem Kettenblatt vorne und größerem Ritzel hinten (z. B.
Verschiedene Arten von Gangschaltungen
Um das Übersetzungsverhältnis zu ändern, gibt es mehrere Möglichkeiten. Alle drei Varianten haben gemeinsam, dass sie aus einem Tretkurbel-Antrieb, dem am Hinterrad befindlichen Schaltgetriebe und den Bedienelementen am Lenker bestehen.
Kettenschaltung
Zuerst stellen wir den Klassiker unter den Schaltgruppen vor. Die Kettenschaltung kommt an Fahrrädern bis heute am häufigsten zum Einsatz. Am häufigsten verbaut werden Kettenschaltungen. In den 1970er-Jahren setzte sich die vielgängige Kettenschaltung zunehmend gegen die bis dahin übliche Nabenschaltung mit meist nur drei Gängen durch. Eine Kettenschaltung besteht aus mehreren Zahnrädern am Vor- und Hinterrad.
Für die Funktionsweise der Kettenschaltung ist die Anzahl der einzelnen Zähne an einem Zahnkranz entscheidend. Hat das gewählte Ritzel am Vorderrad viele Zähne, das hintere jedoch nur wenige, liegt eine hohe Übersetzung vor. Das Treten ist bei so einer Einstellung anstrengend, allerdings reicht eine Umdrehung der Pedale aus, um eine ziemlich große Strecke zurückzulegen. Eine Betätigung der Gangschaltung ändert das Übersetzungsverhältnis.
Am Vorderrad erfolgt die Anpassung durch den Umwerfer, am Hinterrad ist dafür das Schaltwerk verantwortlich. Mit dem linken Schalthebel bewegst du die Kette zwischen den vorderen Kettenblättern hin und her. Wenn du vorne drei Kettenblätter hast, solltest du deine Fahrt mit der Kette auf dem mittleren Blatt beginnen und bei Bedarf große Anpassungen nach oben oder unten vornehmen, wenn du im Rollen bist. Schaltest du einen Gang herunter, bewegst du die Kette zum kleinsten Blatt, wodurch du leichter in die Pedale treten kannst. Willst du das Treten erschweren, etwa weil du leicht bergab fährst und dennoch einen Zahn zulegen willst, schaltest du stattdessen einen Gang höher. Mit dem rechten Schalthebel lässt du die Kette auf der Kassette auf einen anderen Zahnkranz übersetzen. So nimmst du feine Abstufungen vor, um den perfekten Gang zu finden.
Auch beim Mountainbike gilt: Bei einer Kettenschaltung wechselst du den Gang, wenn du mit leichtem Druck in die Pedale trittst. Wenn du mit deinem Mountainbike im Gelände unterwegs bist, solltest du im Idealfall nicht bei starken Unebenheiten schalten, damit die Kette nicht abspringt. Ist ein Berg in Sicht, solltest du bereits vor dem Anstieg auf ein kleineres Kettenblatt wechseln.
Beim Rennrad ist der Schalthebel in den Bremshebel integriert. Drückst du den Bremshebel nach innen, kannst du zwischen den Gängen hin und her wechseln. So kannst du das Fahrrad so schnell beschleunigen, dass du Zeit hast, ein paar Umdrehungen sanfter zu pedalieren und den Gangwechsel unter leichtem Pedaldruck durchzuführen - ohne Geschwindigkeitsverlust.
Gangwechsel: Bei einer Kettenschaltung musst du in die Pedale treten, um den Gang wechseln zu können. Der richtige Start: Denk daran, vor dem Anhalten wieder in einen niedrigeren Gang zu schalten. Das erleichtert dir den Start, zum Beispiel an Ampeln.
Nabenschaltung
Bei einer Nabenschaltung ist die Gangschaltung in die Hinterradnabe eingebaut. Die Funktion einer Nabenschaltung ist demgegenüber schon etwas komplexer. Hierbei handelt es sich um ein mechanisches Getriebe, das in die Hinterradnabe eingebaut wurde. Eine Fahrrad Schaltgruppe mit Nabenschaltung arbeitet ausschließlich mit sogenannten Planetengetrieben.
Dieser Name verrät auf sehr anschauliche Weise die Funktion. Um ein zentrales Rad laufen weitere Zahnräder auf einer Achse. Diese Ritzel umkreisen das mittlere, also ähnlich wie Planeten um die Sonne. Wer sich für eine Nabenschaltung entscheidet, kann aus bis zu 14 Gängen wählen. Um das zu realisieren, sind häufig mehrere Planetengetriebe in einer Nabe verbaut. Aufgrund des begrenzten Platzes können jedoch nicht noch mehr Gänge erreicht werden.
Heute werden immer mehr Nabenschaltungen eingesetzt, wodurch Umwerfer, Kassetten und mehrere Kettenblätter überflüssig werden. Während das Spektrum der Gänge bei der Nabenschaltung im Vergleich zur Kettenschaltung begrenzt ist, bieten sie den Vorteil, dass sie weniger anfällig für Schäden sind. Mehr darüber, welche Schaltungen es gibt und wie du das Schaltwerk optimal einstellst, erfährst du in unserem Ratgeber „Schaltung einstellen“.
Geschaltet wird mit einem einzigen Schalthebel, denn es werden nicht wie bei einer Kettenschaltung der Zahnkranz vorne und hinten gewechselt. Und man kann die Gänge auch im Stand verändern. Es reicht also, beim Warten an der roten Ampel gemächlich in den ersten Gang fürs Losfahren herunterzuschalten. Dafür können die Gänge nicht unter Volllast gewechselt werden. Das bedeutet, dass man zum Schalten mit dem Treten kurz innehalten muss - nichts für Biker, die Wert auf maximale Performance legen.
Wer ein Fahrrad mit Nabenschaltung kauft, hat zudem die Wahl, zwischen einem Rad mit freilaufender Hinterachse oder einer Rücktrittbremse. Bei Letzterer bremst das Hinterrad, sobald man rückwärts in die Pedale tritt.
Tretlagerschaltung
Diese Fahrrad Schaltgruppe unterscheidet sich in einem ganz wesentlichen Punkt von den bisher vorgestellten Varianten. Bei der Tretlagerschaltung deutet der Name auch bereits die Funktionsweise an. Hier sitzt das Getriebe zusammen mit der Tretkurbel-Achse in einem Gehäuse am Tretlager. Es wird also direkt von der Kurbelachse angetrieben. Allerdings ist die Tretlagerschaltung nur wenig verbreitet. Gründe dafür sind vor allem ihr enormes Gewicht, aber auch die spezielle Bauform.
Als weitere Variante einer Fahrradschaltung sei noch die Tretlagerschaltung erwähnt. Sie ist im Vergleich zur Ketten- und Nabenschaltung weit weniger verbreitet. Auch, weil sie sehr teuer in der Anschaffung ist. Am bekanntesten dürfte das Pinion-Getriebe des gleichnamigen Herstellers sein. Fahrräder mit diesem Bauteil haben Einstiegspreise ab 2500 Euro.
Vor allem, wenn man ein Fahrrad aus dem hochpreisigen Segment besitzt, bei dem man für die Reduktion von Gewicht bezahlt. Noch eine Besonderheit ist, dass sich die meisten Tretlagergehäuse aufgrund ihrer Bauart nicht am Standardrahmen montieren, also nicht nachrüsten lassen. Doch diese Schaltung hat auch Vorteile: Das Getriebe ist geschützt im Gehäuse am Fahrradrahmen oder an der Tretkurbel untergebracht. Durch ihre robuste Bauweise ist sie nahezu wartungsfrei und sehr unempfindlich. Da die Konstruktion sehr komplex und hochwertig ist, ist dieser Schalttyp bei Kennern und Tüftlern beliebt. Entwickelt wurde sie vor allem für Fahrräder, die sehr hohen Belastungen ausgesetzt sind. Auch werden Tretlagerschaltungen geschätzt für ihren geschmeidigen Schaltkomfort und ihre aufgeräumte Optik.
Vor- und Nachteile der verschiedenen Schaltungen
Gegenüber der Tretlagerschaltung haben die Kettenschaltung sowie die Nabenschaltung gravierende Vorteile. Doch auch diese beiden Arten unterscheiden sich untereinander.
Nabenschaltung vs. Kettenschaltung
Vielfahrende und Pendelnde, die zum Beispiel das Fahrrad täglich für den Weg zum Arbeitsplatz nutzen, sollten sich die Nabenschaltung näher ansehen. Ihr geringer Verschleiß und ihre hohe Widerstandsfähigkeit sind im Alltag ein echter Gewinn. Aber auch Personen, die vor allem unkompliziert und sorglos radeln wollen, sind mit der Nabenschaltung gut beraten.
Dass es auch E-Bikes mit Nabenschaltung gibt, hat einen besonderen Reiz: Hier werden die Nachteile von höherem Gewicht und geringerer Effizienz durch das höhere Gesamtgewicht des E-Bikes und die kräftigen E-Motoren relativiert - elektrisch zu fahren, wird damit noch entspannter.
Das gilt auch für alle, die gerne Mountainbike oder Gravelbike fahren oder überhaupt in bergigen Regionen unterwegs sind: Aufgrund der größeren Spreizung der Gänge und der vielen möglichen Übersetzungsverhältnisse ist hier die Kettenschaltung die erste Wahl.
Vorteile einer Nabenschaltung:
- Abgesehen von den fahrerischen Vorzügen einer Nabenschaltung punktet sie vor allem mit ihrem geringen Wartungs- und Pflegebedarf.
- Durch ihre geschützte Lage in der Nabe des Hinterrads ist sie nicht nur vor äußeren mechanischen Einflüssen gut abgeschirmt, sondern verschmutzt auch nicht.
- Bisweilen wird das Schaltsystem als wartungsfrei bezeichnet, wartungsarm ist es auf jeden Fall.
- Denn wer hin und wieder das Öl der Schaltnabe wechselt, darf von extrem geringem Verschleiß ausgehen.
- Auf jeden Fall stehen der geringe Wartungsaufwand in keinem Verhältnis zur großen Aufmerksamkeit, die man der Kettenschaltung widmen muss.
Weitere Tipps zum richtigen Schalten und Treten
Übung macht den Meister: Mit der Zeit entwickelst du ein Muskelgedächtnis.
Das Schalten hat einen erheblichen Einfluss auf den Energieverbrauch beim Radfahren, da es ermöglicht, die Kraftübertragung vom Fahrer auf das Rad zu optimieren. Bei langen Strecken oder in bergigem Terrain ist es wichtig, den richtigen Gang zu wählen, um die Muskelkraft effizient zu nutzen und Ermüdung zu vermeiden. In flachem Gelände ermöglicht ein höherer Gang, dass mit weniger Pedalumdrehungen eine höhere Geschwindigkeit erreicht wird, was die Effizienz steigert und den Energieaufwand reduziert. In bergigen Gebieten hingegen hilft ein niedrigerer Gang, die notwendige Kraft zu verringern, die für das Treten gegen die Steigung erforderlich ist, und ermöglicht so eine gleichmäßigere Energieverteilung über die Dauer der Fahrt.
Ja, es gibt optimale Zeitpunkte zum Schalten, die dazu beitragen können, den Verschleiß der Kette und anderer Antriebskomponenten zu minimieren. Generell sollte der Gangwechsel erfolgen, während die Belastung auf dem Antriebssystem relativ gering ist, um einen sanften Übergang zwischen den Gängen zu ermöglichen und die mechanische Belastung zu reduzieren. Das bedeutet, dass es ideal ist, vor Beginn einer Steigung in einen niedrigeren Gang zu schalten und vor einer Abfahrt oder einem flachen Abschnitt in einen höheren Gang. Durch das Antizipieren der Geländeänderungen und das frühzeitige Schalten wird vermieden, dass unter hoher Last geschaltet wird, was die Kette und die Ritzel stark strapazieren kann.
Die Anpassung der Schaltung und des Antriebs an unterschiedliche Fahrer und deren Stärken erfordert eine individuelle Betrachtung von mehreren Faktoren, einschließlich der physischen Kondition des Fahrers, des bevorzugten Fahrstils sowie der typischen Fahrumgebung. Für Fahrer mit starker Beinkraft und einer Vorliebe für schnelles Fahren auf flachen Strecken könnte eine Schaltung mit einem breiten Bereich an hohen Gängen ideal sein, während Fahrer, die häufig in hügeligem Terrain unterwegs sind oder eine geringere Kraftübertragung bevorzugen, von einem Antrieb mit einer größeren Auswahl an niedrigen Gängen profitieren würden.
Die Auswahl der Kettenblätter und Kassette sollte auf die spezifischen Bedürfnisse des Fahrers abgestimmt sein, um eine optimale Übersetzung für die bevorzugten Strecken zu gewährleisten. Zudem kann die Kurbellänge angepasst werden, um die Hebelwirkung und damit die Kraftübertragung zu optimieren, was besonders bei Fahrern mit kürzeren oder längeren Beinen relevant sein kann.
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