Fahrrad Gangschaltung Reparaturanleitung

Das Schaltwerk ist das zentrale Element einer Fahrrad-Gangschaltung. Es ist ein relativ empfindliches Bauteil und durch die Nähe zum Boden auch noch erhöhten Belastungen wie Schmutz und Dreck, gerade bei Offroad-Touren, ausgesetzt. Nachfolgend erklären wir Ihnen, wie Sie das Schaltwerk an Ihrem Bike montieren und einstellen können.

Montage des Schaltwerks

Die Auflagefläche für das Schaltauge sollte absolut gerade und frei von jeglichen Verunreinigungen sein. Zur Montage setzen Sie das Schaltwerk in die Aussparung des Schaltauges ein und verschrauben es, zunächst noch nicht allzu fest. Öffnen Sie die Fahrradkette und führen Sie diese durch die Führungsröllchen.

Im Anschluss können Sie, falls gewünscht, den neuen Schalthebel an Ihrem Lenker anbringen. Um das Schaltwerk einzustellen, stellen Sie den Schalthebel zunächst auf den ersten Gang, die Kette wird auf das größte Ritzel gelegt. Der Schaltzug kann nun in das Schaltwerk eingespannt werden.

Am Schaltwerk befinden sich zwei Einstellschrauben. Mithilfe dieser Schrauben positionieren Sie das obere Leitröllchen exakt unter das größte Ritzel. Der Abstand zwischen den beiden Zahnrädern sollte etwa 1,5 Kettenglieder betragen. Wiederholen Sie nun den Ablauf: Legen Sie die Kette auf das unterste Ritzel und stellen Sie den Schaltgriff auf den höchsten Gang.

Die Montage und die grobe Einstellung Ihres Schaltwerks ist nun beendet.

Unser Tipp: Wenn Sie bei Reparaturarbeiten an Ihrem Bike noch unerfahren sind, machen Sie sich vor jeder Demontage ein Foto vom ursprünglichen Aufbau. Legen Sie die Einzelteile, ggf. mit Beschriftung, getrennt voneinander und sicher weg.

Einstellen des Schaltwerks

Das Einstellen des Schaltwerks einer Kettenschaltung am Fahrrad ist nicht schwer. Wir gehen bei dieser Beschreibung davon aus, dass die Schaltung schon am Fahrrad verbaut ist und die Schaltzüge und Außenhüllen unbeschädigt sind. Sind die Außenhüllen beschädigt oder von innen verrostet, kann sich der Schaltzug nicht richtig in der Hülle bewegen und das Einstellen des Schaltwerks bringt nichts.

Die richtige Einstellung des Schaltwerks wird durch drei Schrauben gewährleistet. Am Schaltwerk selbst, können drei Dinge eingestellt werden, oberer Anschlag, unterer Anschlag und die Umschlingung. Über die Anschläge stellen Sie die Maximalauslenkung der Schaltung ein.

Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Einstellen der Schaltung

Dass die Kette beim Fahrradfahren manchmal kurz knackt, ist normal. Doch wenn aus dem gelegentlichen Knacken ein dauerhaftes Rattern oder Schleifen wird, sollte man der Ursache auf den Grund gehen. Die gute Nachricht: Oft ist nur eine falsch eingestellte Kettenschaltung schuld daran.

Auch wenn die Kette beim Schalten nur schwer auf das nächste Ritzel springt, kann man das meist mit einfachen Mitteln selbst beheben. Und so einfach geht es.

  1. Fahrrad am Montageständer fixieren

    Am besten spannen Sie das Fahrrad dazu in einen Montageständer ein, sodass Kurbel und Räder sich frei bewegen können. Einfache Fahrrad-Montageständer für den gelegentlichen Gebrauch gibt es auch regelmäßig beim Discounter. Zur Not kann aber auch eine zweite Person helfen, die das Fahrrad bei Bedarf anhebt bzw.

  2. Einstellen der oberen Begrenzung

    Dazu blicken Sie von hinten auf das Schaltwerk. Wenn Sie in den kleinsten oder größten Gang geschaltet haben, sollte die Kette exakt gerade vom jeweiligen Ritzel nach unten auf das anschließende Leitröllchen gespannt sein. Um die obere Begrenzung einzustellen, müssen Sie mit dem Schraubendreher die H-Schraube (H für high) drehen. Meist reicht hier nur wenig Drehung im oder gegen den Uhrzeigersinn, um das Leitröllchen nach rechts oder links zu bewegen. Wenn Leitröllchen und kleinstes Ritzel genau in einer Linie sind und die Kette gerade durchläuft, geht es weiter mit der unteren Begrenzung.

  3. Einstellen des unteren Anschlags

    Hierfür schalten Sie zunächst in den kleinsten Gang (größtes Ritzel), vorne an der Kurbel schalten Sie (wenn vorhanden) auf das kleine Kettenblatt. Nun soll die obere Leitrolle exakt unter das große Ritzel des Hinterrads: Dafür drehen Sie diesmal die L-Schraube (L für low) mit dem Kreuzschlitzschraubendreher bzw. Inbusschlüssel.

  4. Zugspannung erhöhen oder senken

    Mit der Einstellschraube am Schalthebel lässt sich die Zugspannung der Schaltung erhöhen oder senken. Das ist nötig, wenn sich die Kette nur schwer in den jeweils höheren oder niedrigeren Gang schalten lässt. Auch hier reicht in der Regel wenig Drehung nach vorne (Spannung erhöhen) oder hinten (Spannung senken): Springt die Kette nur schwer vom kleineren auf das größere Ritzel, sollte die Spannung erhöht werden.

  5. Einstellen der Umschlingung

    In wenigen Fällen kann sich der Abstand aber auch später noch verstellen. Dann muss er erneut eingestellt werden. Dazu dreht man mit dem Schraubenzieher oder Inbusschlüssel die B-Schraube.

    Wie groß der Abstand sein soll, ist von Modell zu Modell unterschiedlich: Shimano gibt für den idealen Abstand je nach Schaltgruppe verschiedene Maße an: 5 bis 6 Millimeter, 10 Millimeter oder "gerade so, dass keine Berührung erfolgt".

Überprüfung und Richten des Schaltauges

Bereits leichte Verbiegungen können dazu führen, dass die Schaltung nicht mehr präzise arbeitet. Ursachen für ein verbogenes Schaltauge sind häufig Stürze, Umfaller oder der Kontakt mit Fremdkörpern. Für die Überprüfung und das Richten sind spezielle Werkzeuge erforderlich. Bei Unsicherheiten ist es ratsam, einen Fachmann zu konsultieren.

Um festzustellen, ob das Schaltauge verbogen ist, kann eine Sichtprüfung von hinten auf das Schaltwerk hilfreich sein. Dabei sollte die Leitrolle des Schaltwerks in einer Linie mit den Ritzeln stehen. Für eine präzisere Diagnose empfiehlt sich die Verwendung einer Schaltauge-Kontrolllehre oder eines Richtwerkzeugs, mit dem die genaue Ausrichtung überprüft werden kann.

Ist das Schaltauge nur leicht verbogen, kann es mit einem speziellen Richtwerkzeug vorsichtig zurückgebogen werden. Achtung: Das Material kann brechen, insbesondere wenn es bereits vorgeschädigt ist.

In vielen Fällen ist es jedoch empfehlenswert, das Schaltauge auszutauschen. Ersatz-Schaltaugen sind modellabhängig und können bei Fachhändlern oder online bezogen werden. Der Austausch erfordert in der Regel das Entfernen des Schaltwerks und eine präzise Montage des neuen Schaltauges.

Wartung und Pflege

Da der gesamte Mechanismus von Kettenschaltungen offen liegt und der Witterung ausgesetzt ist, sind diese nicht so verschleiß- und wartungsarm wie Nabenschaltungen. Mit einer guten Pflege läßt sich jedoch der Verschleiß in Grenzen halten. Daher soll die Kette regelmäßig gereinigt und neu geschmiert werden.

Bedingt durch den schrägen Lauf der Kette ist diese je nach Pflege nach 2.000 bis 3.000 km verschlissen und muß ausgetauscht werden. Hier hilft der Fachmann oder die Literatur weiter. Einen groben Anhaltspunkt für den Zeitpunkt des fälligen Kettenwechsels erhalten Sie, wenn Sie die Kette prüfen.

Schaltzug justieren

Bei Kettenschaltungen muß nicht nur die Länge des Schaltzuges genau eingestellt werden. Wichtig für eine sichere Funktion ist auch die Einstellung des Schwenkbereiches des Schaltwerkes und des Umwerfers, um ein Abspringen der Kette über die Ritzel oder Kettenblätter hinaus zu verhindern. Diese Einstellung erfolgt an den Einstellschrauben am Umwerfer und Schaltwerk, die normalerweise mit H und L gekennzeichnet sind.

Kette auf kleinstes Kettenblatt und kleinstes Ritzel schalten. Ritzel nicht erreicht wird, am Schaltwerk H-Schraube herausdrehen bzw. Ist dadurch keine Verbesserung zu erzielen, muß kontolliert werden, ob das Schaltseil zu kurz ist.

Zur Kontrolle wird die Kette auf das größte Kettenblatt und das zweitkleinste Ritzel geschaltet. Kette auf größtes Kettenblatt und größtes Ritzel schalten. Ist dies nicht möglich, am Schaltwerk L-Schraube bzw. Beim Zurückschalten auf das größte Ritzel darf die Kette nicht in die Speichen rutschen.

Kette auf kleinstes Kettenblatt und größtes Ritzel setzen. Die Kette darf nun nicht am inneren Blech des Umwerferkäfigs schleifen. auf das kleinste Kettenblatt versuchen. Kette auf größtes Kettenblatt und kleinstes Ritzel schalten. Die Kette darf nicht am äußeren Blech des Umwerferkäfigs schleifen. Kontrolle: Auf größtes Ritzel schalten und vorn den Wechsel vom zweitgrößten auf das größte Kettenblatt testen.

Werkzeug und Hilfsmittel

Um Wartungsarbeiten selbst durchführen und kleinere Schäden selbst beheben zu können, brauchst du das passende Werkzeug. Du brauchst dir aber nicht gleich eine professionell ausgestattete Fahrradwerkstatt im Keller oder in der Garage einzurichten. Schon mit einer soliden Grundausstattung kannst du viele kleinere Arbeiten selbst erledigen.

Viele Arbeiten am Fahrrad kannst du mit einem passenden Inbusschlüssel erledigen. Auch die Fahrradpumpe darf nicht fehlen. So kannst du den Reifendruck regelmäßig überprüfen und die Fahrt kann nach einem Reifenwechsel schnell weitergehen. Ideal geeignet ist auch ein sogenanntes Multitool.

Obwohl man heute für jedes Anliegen geeignete Online-Anleitungen und Videos findet, kann sich die Investition in ein Buch zur Fahrradreparatur lohnen. Ein gutes Fahrradreparaturbuch bietet dir anschauliche Schritt-für-Schritt-Reparaturanleitungen samt Fotos.

Wartungsintervalle

Die Häufigkeit von Wartungsarbeiten am Fahrrad hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie der Intensität der Nutzung, den Fahrbedingungen und dem Fahrradtyp. Generell wird empfohlen, das Fahrrad mindestens einmal jährlich einer gründlichen Inspektion zu unterziehen, bei häufiger Nutzung oder Fahrten unter anspruchsvollen Bedingungen sind jedoch häufigere Checks sinnvoll.

Zu den regelmäßigen Wartungsarbeiten gehören das Überprüfen und Einstellen der Bremsen, das Schmieren der Kette, das Überprüfen der Reifen auf Abnutzung und den richtigen Luftdruck sowie das Einstellen der Schaltung.

Nach jeder Fahrt im Regen oder durch Schlamm sollte das Fahrrad gereinigt und die Kette erneut geschmiert werden, um Rost und vorzeitigen Verschleiß zu vermeiden. Vor jeder Fahrt ist es wichtig, einige grundlegende Sicherheitsprüfungen durchzuführen, um sicherzustellen, dass das Fahrrad in einem guten und sicheren Zustand ist.

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