Garmin bietet eine breite Palette an Herzfrequenz-Sensoren an. Dieser Test konzentriert sich auf die Basisvariante, den Garmin HRM-Dual Brustgurt, und beleuchtet, für wen dieser Sensor geeignet ist. Das Spitzenmodell Garmin HRM-Pro wurde bereits im Praxistest vorgestellt.
Was kostet der Garmin HRM-Dual?
Die Preisempfehlung von Garmin für den HRM-Dual liegt bei 69,99 Euro, im Handel ist er jedoch bereits für etwa 55 Euro erhältlich. Das Testgerät wurde vom Hersteller kostenlos und ohne Auflagen zur Verfügung gestellt.
Technische Details und Komfort
Der Pod und der Gurt wiegen zusammen 55 Gramm. Der Pod wird über eine CR2032 Knopfzelle mit Strom versorgt, die selbst gewechselt werden kann. Der Gurt wird über einen stabilen Metallhaken geschlossen, der mit einem kleinen Stoffstück geschützt ist, um Reibung auf der Haut zu vermeiden. Die Elektroden sind in den Gurt eingelassen, und der Pod wird über Druckknöpfe befestigt, sodass er zum Waschen abgenommen werden kann. Der HRM-Dual ist der Basis Brustgurt von Garmin.
Der Name DUAL deutet darauf hin, dass der Garmin Basis-Brustgurt jetzt neben ANT+ auch Bluetooth unterstützt. Bluetooth LE (BLE) erhöht die Flexibilität und ermöglicht die Verbindung mit nahezu jedem Fitnessgerät. Lediglich ältere Fitnessstudio Geräte mit 5 GHz Übertragung bleiben außen vor.
Der Bedienkomfort spielt eine entscheidende Rolle bei der Wahl eines Brustgurtes. Wichtige Fragen sind: Wie einfach lässt sich der Sensor Pod am Gurt befestigen? Kann die Batterie leicht selbst gewechselt werden? Wie simpel und stabil funktioniert der Verschluss? Fühlt sich der Gurt angenehm auf der Haut an? Wie lang ist der Gurt? Beim HRM-Dual wurden etwa 99 cm bei maximaler Längenverstellung gemessen. Durch Dehnen beim Anlegen kommen noch ein paar cm hinzu.
Insgesamt konnte der Garmin HRM-Dual Brustgurt im Test in puncto Komfort überzeugen. Eine absolute Messung ist schwierig, daher wurde der Garmin im Vergleich mit Fitness Uhren, optischen Armbändern und anderen Brustgurten getestet.
Funktionen und Konnektivität
Der Garmin HRM-Dual Puls-Brustgurt liefert EKG-genaue Daten. Mit einem Garmin Edge lässt sich der HRM-Dual über den Sensor Pool koppeln. Dort können Name, ANT-ID und Batteriestand angepasst werden. Es gibt zwar einen Menüpunkt „Software-Update“, jedoch wurde bisher noch nie ein Update angeboten oder bemerkt.
Der Garmin HRM-Dual kann in Verbindung mit passenden Garmin Geräten zur HRV-Messung (Herz-Raten-Variabilität) genutzt werden.
Alternativen zum Garmin HRM-Dual
Der Garmin HRM-Dual ist auch im Testfeld eines großen Basis-Brustgurt Vergleichs vertreten. Hier einige Alternativen:
- Wahoo TICKR Gen2: Bietet bis zu 3 gleichzeitige Bluetooth Verbindungen.
- Sigma R1 Duo: Ebenbürtig in Genauigkeit und Komfort, unterstützt jedoch nur eine Bluetooth Verbindung. Der Preis ist sehr attraktiv.
- Polar H9: Bietet nur eine BTLE Verbindung, ist aber bei Komfort, Genauigkeit und Preis ebenbürtig.
Vorab: Übertragungstechnik
Grundsätzlich kommen bei Sportgadgets und Zubehör 2 Technologien zum Einsatz: Ant+ und Bluetooth (Eigentlich Bluetooth low energy, aber das soll hier keinen Unterschied machen).
Ant+ ist die ältere Technologie auf dem Markt. Vorteil ist, dass ein Sensor (Zum Beispiel dein Brustgurt) seine Daten an mehrere Empfänger schicken kann. Dafür ist die Bandbreite für Daten überschaubar. Für Puls, Trittfrequenz und solche Sachen reicht das aber dicke.
In letzter Zeit kamen aber viele neue Lösungen auf den Markt, die nicht mehr über eine eigene Hardware verfügen. Laufen wird jetzt per App über das Handy getrackt, Rad wird am Fernseher gefahren und auch sonst kommen jedes Jahr neue Spieler auf den Markt.
Daher die Idee für Bluetooth Low Energy. Hierbei wird dein normales Bluetooth-Gerät zu einem stromsparenden Empfänger für Sport-Accessoires. Der Vorteil liegt klar auf der Hand: Hardware ist sowieso eingebaut, Lizenzen sind bezahlt und der Hersteller hat keine weitere Aufwände. Außerdem ist die Bandbreite höher (Es können also mehr Daten pro Sekunde übertragen werden) und die Reichweite ist größer.
Wenn du nur klassisch mit deiner Uhr oder deinem Fahrradcomputer trainierst und dort verschiedene Sensoren anbinden möchtest, dann kann es dir egal sein. Ant+ können alle aktuellen Brustgurte. Neu ist, dass du zwischen unverschlüsselter und verschlüsselter Datenübertragung wählen kannst.
Weitere Garmin Brustgurte im Überblick
Garmin bietet mittlerweile viele verschiedene Brustgurte an. Hier ein Überblick über einige Modelle:
HRM-200
Die Batterie lässt sich beim HRM-200 ohne Werkzeug wechseln. Der Verschluss des Gurtes dient als Öffner und ist damit komfortabeler als zum Beispiel der HRM Run.
Neu ist auch eine LED-Anzeig auf der Vorderseite. Damit bekommst du angezeigt, ob du verschlüsselt oder unverschlüsselt übertragst, welche Modus der Gurt gerade hat (Verbunden, Pairing, Update, Werkseinestellungen). Außerdem bekommst du einen Hinweis zum Akku-Zustand.
Fortgeschrittene Technik wie Running dynamics oder Offline-Speicherung deiner Aktivitäten fehlen.
HRM-Swim
Er speichert die Herzfrequenzdaten während der Trainingseinheit, da Ant+ und Bluetooth nicht im Wasser funktionieren. Wenn du die Einheit beendest, lädt deine Uhr die Daten vom Gurt runter.
Dafür ist der HRM-Swim gegen Chemikalien im Wasser geschützt. Außerdem sitzt er fester am Körper, damit er nicht verrutscht, wenn du dich vom Beckenrand abstößt.
Da er nur für Schwimmen gemacht ist, unterstützt er natürlich keine Laufmetriken.
HRM-Pro Plus
Große Änderungen zum HRM-Pro gibt es nicht wirklich. Bei einem Auto würde man es eher ein Facelift nennen.
Neu ist die Übertragung von Pace und Distanz z.b. an ein Laufband. Diese Funktion bekommen aber die HRM-Pro per Software-Update auch spendiert.
Zusätlich kannst du jetzt die Batterie ohne Werkzeug wechseln. Bisher waren dazu 4 Schrauben zu lösen. Beim HRM-Pro wird der Deckel jetzt gedreht und kann dann entnommen werden.
Die letzte Änderung ist, dass das Gehäuse jetzt weiß statt gelb ist.
Zusätzlich erlaubt der Gurt jetzt das Aufzeichnen von Aktivitäten ohne eine Uhr. Das war bisher gerade für Schwimmen genutzt worden, erlaubt jetzt aber auch das Tracken von Sportarten, die keine Uhr erlauben.
Neu ist auch die Metrik „Geschwindigkeitsverlust bei Bodenkontakt“ (Step Speed Loss), die misst wie stark das Aufsetzen des Fußes deinen Lauf abbremst.
Wie beim HRM 200 auch, gibt es jetzt eine LED-Statusanzeige für Verbindungsstatus und Akkustand. Außerdem folgt auch dieser Gurt den neuen EU-Regularien und erlaubt verschlüsselte Bluetooth-Verbindungen.
HRM 600
Ansonsten ist er technisch ein HRM-Pro Plus.
HRM-Fit
Und genau das macht ihn besonders: Statt den Gurt um den ganzen Körper zu schlingen und hinten zu schließen, wird dieser an der Unterseite des Sport-BHs befestigt.
Jetzt kann ich bei Sport-BHs nicht mitreden, aber Carina meint der Gurt bringt ihr keine Vorteile gegenüber einem klassischen Brustgurt und die Anbringungen wird umständlicher als bei den anderen Gurten.
Alternativen von anderen Herstellern
Coros Herzfrequenz-Monitor
Den Coros Herzfrequenz-Monitor sieht man zunehmend häufig an den Oberarmen von Eliteläufern. Kilian Jornet, der vermeintlich beste Trail- und Ultraläufer aller Zeiten, sowie Eliud Kipchoge, der vermeintlich beste Marathonläufer aller Zeiten, setzen auf ihn. Wir haben uns unser Urteil unabhängig von diesen großen Namen gebildet, sind aber auch zu dem Schluss gekommen, dass er der beste Pulsgurt für die meisten Sportler ist. Aber die Konkurrenz war bärenstark, weshalb schließlich ein Fotofinish über seinen Sieg entscheiden musste. In seiner Kernkompetenz konnte uns der Coros Herzfrequenz-Monitor vollends überzeugen. Die Verbindung war schnell hergestellt und blieb über alle Trainingseinheiten stabil bestehen. Auch die gemessenen Werte bildeten einen realistischen Verlauf unserer Herzfrequenz ab, auf Anstiege des Pulses, etwa beim Intervalltraining, reagierte der Sensor schnell und schlüssig.
Was uns neben der guten Datenqualität an dem Gurt besonders gefallen hat, war die exzellente Ergonomie. Das Gehäuse des Sensors ist flach, schlank und ohne große Übergänge in den Armgurt eingefügt. Das trägt sich nicht nur super, es sorgt auch dafür, dass der Sensor kompakt aufliegt, nicht wackelt und kein zusätzliches Licht hereinlässt. Das Band selbst ist angenehm weich und bringt viel Stretch mit.
Die Akkulaufzeit wird vom Hersteller mit über 38 Stunden angegeben, unserem Eindruck nach schafft der Gurt mit einer Ladung durchaus 40 Stunden. Auch wenn der Gurt leer ist, erhält man mit wenigen Minuten Ladezeit genug Saft für eine Trainingseinheit. Neben der Herzfrequenz misst der Coros Herzfrequenz-Monitor auch die Herzfrequenzvariabilität, falls die gekoppelte Devise in der Lage ist, diese anzuzeigen bzw. Außerdem praktisch: Der Sensor schaltet sich automatisch ab, wenn er keinen Hautkontakt mehr hat.
Möchte man nach Defiziten suchen, könnte man ansprechen, dass der Gurt nicht über eine ANT+-Verbindung verfügt, was für uns aber im Test keinerlei funktionelle Einschränkung darstellte, da alle Geräte, mit denen wir ihn koppeln wollten, über Bluetooth verfügten. Kritisch könnte man auch anmerken, dass der Gurt »nur« bis drei Meter Tiefe wasserdicht ist, für das Schwimmtraining ist das allerdings kein Problem.
Polar Verity Sense
Der Polar Verity Sense ist unserem Testsieger ganz dicht auf den Fersen. Zwischen dem Polar Verity Sense und dem Coros Herzfrequenz-Monitor war es für uns ein ganz knappes Rennen um den Testsieg. Was Verbindungsqualität und Messwerte anbelangt, konnten wir keinen nennenswerten Unterschied feststellen, hier liefern beide Gurte auf einem sehr hohen Niveau ab. Der Polar-Gurt ist dabei super leicht und trägt sich komfortabel am Arm, auch wenn er sich ergonomisch nicht ganz so kompakt anpasst wie der Coros Herzfrequenz-Monitor. Was uns beim Verity Sense sehr gut gefallen hat, ist der interne Speicher, denn bei manchen Workouts im Fitnessstudio oder beim Schwimmen kann eine Uhr am Handgelenk durchaus stören. Ebenfalls ein Plus: Der Sensor lässt sich aus dem Gurt herausnehmen.
Der Akku liefert Strom für bis zu 30 Trainingsstunden, was durchaus ordentlich ist, vor allem, da sich der Gurt auch schnell wieder laden lässt. Ergonomie, Tragekomfort und Akkulaufzeit liegen etwas unterhalb des Coros Herzfrequenz-Monitor, im Funktionsumfang steht Polar aber sogar ein kleines bisschen besser da.
Garmin HRM Pro Plus
Der Garmin HRM Pro Plus ist der beste Brustgurt und der Pulsmesser mit den meisten Features im Test. Unter den Brustgurten sucht der Garmin HRM Pro Plus seinesgleichen. Wir selbst fühlten uns im täglichen Training mit einem Armgurt deutlich wohler und weniger eingeschnürt, wen das jedoch nicht stört oder wer es anders empfindet, der könnte durchaus in Garmin den Testsieger sehen. Was die Messwerte angeht, ist auf den HRM Pro Plus zu hundert Prozent Verlass. Bei Intervallen reagierte der Gurt prompt und gab uns ein hohes Vertrauen in die Daten. Was den Tragekomfort betrifft, muss man natürlich sagen, dass es Menschen gibt, die mit Brustgurten ihre Probleme haben. Sei es, weil man sich eingeengt fühlt (was bei einigen sogar zu einem höheren Puls führt, obwohl der Gurt elastisch genug ist, um physiologisch nicht einzuschnüren) oder weil sich der Gurt beispielsweise mit einem Sport-BH stört. Dazu kommt, dass der Sensor von der Brust absteht. Das haben wir beim Fitnesstraining oder Stretching, wenn wir mit der Brust auflagen, als äußerst störend empfunden.
Was den Funktionsumfang angeht, kann dem Garmin HRM Pro Plus kein Pulsgurt im Test das Wasser reichen. Ob die Aufzeichnung von Trainingseinheiten im internen Speicher oder die Daten zu Indoor-Läufen bzw. zur Laufeffizienz - alles hilft bei der Auswertung des Trainings. Die Genauigkeit der Werte zu Distanz und Pace bei Indoor-Läufen sind natürlich nicht zu hundert Prozent korrekt, kommen aber schon sehr nahe an die tatsächliche Leistung heran. Für uns war das ein Segen, denn auf dem Laufband variierten wir gerne auch mal das Tempo.
Sigma R1 Duo
Wer keine Unsummen ausgeben will, liegt beim Sigma R1 Duo richtig. Der Sigma R1 Duo liefert für einen guten Preis genau das ab, was man sich im Grunde erwartet: eine genaue Messung der Herzfrequenz und eine stabile Datenübertragung. Darüber hinaus hat der Gurt nichts weiter zu bieten, aber wer eine günstige Alternative sucht, die rundum verlässlich ist, der findet genau das in diesem Pulsgurt. Der Sensor lässt sich einfach über Bluetooth oder ANT+ verbinden. Leider macht Sigma keine Angaben zur Batterielaufzeit, sie sollte sich aber im Bereich von ca. Wenn es etwas zu kritisieren gibt, dann, dass man minimale Abstriche im Tragekomfort machen muss. Während bei anderen Herstellern nur die Fläche über den Elektroden mit einem glatten, plastikartigen Laminat versehen ist, zieht sich diese beim Sigma R1 Duo über die gesamte Brust, wodurch sich auch die Kanten hier etwas fester anfühlen.
Tabellarische Übersicht der Garmin Herzfrequenz-Brustgurte
| Modell | Technologie | Besonderheiten |
|---|---|---|
| HRM-Dual | ANT+, Bluetooth | Basismodell, Duale Übertragung |
| HRM-200 | ANT+, Bluetooth | Batteriewechsel ohne Werkzeug, LED-Anzeige |
| HRM-Swim | ANT+ | Für Schwimmer, chemikalienbeständig, rutschfest |
| HRM-Pro Plus | ANT+, Bluetooth | Erweiterte Laufmetriken, Batteriewechsel ohne Werkzeug |
| HRM 600 | ANT+, Bluetooth | Wiederaufladbarer Akku, erweiterte Laufmetriken, Aktivitätsaufzeichnung ohne Uhr |
| HRM-Fit | ANT+, Bluetooth | Speziell für Frauen, Clip-On-Design für Sport-BHs |
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