In dem aktuellen Test schaue ich mir den Garmin Geschwindigkeitssensor 2 und den Trittfrequenzsensor 2 näher an. Radsportler auf der Suche nach einem Geschwindigkeits- bzw. Trittfrequenzsensor sollten die neuen Garmin Sensoren v2 unbedingt in die engere Wahl nehmen!
Technische Details und Konnektivität
Jeder der nach IPX7 wasserdichten Sensoren verfügt über eine rote bzw. grüne Status-LED für das Pairing mit einem Gerät. Über ANT+ und Bluetooth LE lassen sich mehrere Geräte gleichzeitig mit den Sensoren verbinden - auch wenn dies wenig praxisrelevant ist. Dank ANT+ bzw. Bluetooth LE Multi-Konnektivität eignen sie sich nicht nur für GPS-Geräte von Garmin.
So habe ich simultan einen Edge Explore und einen Tahuna ONE 4* per Bluetooth (* nur Trittfrequenz) sowie einen Edge 1030 Plus und einen Edge 130 per ANT+ gekoppelt. Unter dem Punkt "Sensorinformationen" lassen sich z.B. Verbindungsinfos abfragen (ob per ANT+ oder Bluetooth LE Protokoll gekoppelt).
Installation und Einrichtung
Der Verbindungsaufbau - beispielsweise mit einem Garmin Edge Explore - erfolgt in wenigen Schritten via "Sensoren-Menü" (zum Erkennen der Sensoren am besten ein paar Meter fahren). In dem Sensoren-Menü lassen sich individuelle Namen vergeben, die Sensoren de-/aktivieren bzw. auch wieder entfernen. Beim Verbinden ist zu beachten, dass jeder Sensor separat - als "Geschwindigkeit" bzw. Beim automatischen Kalibrieren gilt es mit aktiviertem GPS eine kurze Strecke zu fahren bis ein entsprechende Meldung am Display auftaucht ("Sensor kalibriert").
Während des Pairings lässt sich in der App der Radumfang definieren: Am einfachsten durch Eingeben der auf dem Fahrradmantel aufgedruckten Größe, z.B. 54-559 (= 2100 mm). Ist der Edge mit dem Sensor verbunden lautet die Regel: "Sensordaten haben Priorität vor GPS-Daten". Der Sensor ist somit bei Tunneldurchfahrten aber auch bei schlechten GPS-Empfangsbedingungen hilfreich.
Zum Smartphone-Pairing per Bluetooth ist noch zu sagen: Es klappt oder klappt nicht.
Funktionen und Besonderheiten
Der Geschwindigkeitssensor 2 kann aber noch mehr - er verfügt über einen Speicher, mit dem er bis zu 300 Stunden an Aktivitäten aufzeichnen kann! Wenn der Sensor mit keinem GPS-Gerät gekoppelt ist - also "solo" benutzt wird - zeichnet er die Zeit und die Fahrtstrecke auf.
Das folgende Beispiel zeigt die Zeit-, Strecken- bzw. Geschwindigkeitswerte von einer kürzeren Teststrecke. Einen Nachteil gibt’s: Der Sensor zeichnet jede noch so kleine Aktion auf, die anschliessend in Connect (mühselig) gelöscht werden sollte!
Für die Übertragung der aufgezeichneten Strecken und für Firmware Updates ist die Verbindung zu Garmin Connect Mobile auf dem Smartphone notwendig. Beginne die Kopplung in der Garmin Connect App, nicht im Bereich Bluetooth deines Telefons. Über die App kannst du auch Firmware Updates einspielen. Für eine korrekte Geschwindigkeit musst du den Radumfang eingeben.
Das wirklich Neue ist die Möglichkeit, Fahrstrecken auch ohne GPS Radcomputer oder Fitness Uhr zu speichern. Die Strecke wird nur gespeichert, wenn der Speed Sensor nicht mit einem Garmin Radcomputer verbunden ist. Ist der Speed Sensor mit Wahoo, Sigma und Co verbunden, landet die Aufzeichnung trotzdem in Garmin Connect und es kommt zu doppelten Strecken.
Die Aufzeichnung läuft bis der Sensor etwa 5 Minuten Stillstand erkennt. Dann wird die Strecke abgeschlossen und bei nächster Gelegenheit vom Smartphone ausgelesen und an Garmin Connect übertragen. Nachdem der Sensor nicht wissen kann, ob du schon mit der Tour fertig bist oder nur eine längere Pause machst, beendet er jede Aufzeichnung nach etwa 5 Minuten Stillstand. So kann eine Radtour auch schnell mal aus vielen Etappen bestehen.
Häufig gestellte Fragen
- Welche Daten speichert der Garmin Speed Sensor 2 intern? Das ist in erster Linie die Geschwindigkeit. Dann noch die Zeit und daraus kann die Strecke berechnet werden.
- Kann ich die interne Aufzeichnung ausschalten? Nicht direkt. Du müsstest den Sensor aus der Garmin Connect App entfernen. Dann bleibt ein normaler Speed Sensor ohne dass Daten ans Garmin Connect Portal übertragen werden.
- Wie viele Verbindungen kann der Speed Sensor 2 gleichzeitig? Du kannst die Geschwindigkeit gleichzeitig an beliebig viele ANT+ Empfänger schicken und 2 Bluetooth Empfänger koppeln.
Alternativen
Neben Garmin gibt es auch andere Hersteller, wie zum Beispiel Wahoo. Hier sind die Sensoren jedoch ähnlich teuer. Es gibt jedoch noch auch andere günstigere Marken, mit denen sich ein paar Euro sparen lassen.
Garmin Edge 530: Eine Ergänzung für umfassende Daten
Garmin bietet mit dem Edge 530 einen Fahrradcomputer an, der mehr als nur Trainingsdaten aufzeichnen kann. Anders, als beim Garmin Edge 130, ist das 530-er Modell in der Lage, eine Navigation auf einer Kartenansicht durchzuführen. Es können Sensoren wie ein Herzfrequenzsensor oder ein Trittfrequenzsensor mit dem Garmin Edge 530 verbunden werden.
Wer in der Sonne trainiert, möchte seine Daten genauso gut ablesen können, wie jemand der am Abend oder in der Dunkelheit unterwegs ist. Mit einem Lichtsensor regelt der Garmin Edge 530 GPS Fahrradcomputer die Helligkeit des Displays.
Um tiefere Daten wie den FTP Wert und Belastungsgrenzen erheben zu können, müssen zusätzliche Sensoren (z.B. der Herzfrequenzsensor) mit dem Garmin Edge 530 gekoppelt werden.
Streckenplanung und Navigation
Strecken und Trainings können auf verschiedene Arten erstellt werden. Schauen wir uns die Strecken an, dazu haben wir die Möglichkeit, eine Maps-Karte innerhalb der Garmin Connect App aufzurufen und hier Wegpunkt für Wegpunkt auf der Karte zu markieren. Bei Garmin auf der Webseite eingeloggt, kann hier ebenfalls eine Karte geöffnet und eine Strecke angelegt werden. Hier ist die Navigation mit der Mouse etwas einfacher.
Für uns war das Einstellen der Strecken am PC einfacher als über die App am Smartphone. Es können auch fertige GPX-Dateien über den Garmin Connect Account importiert werden.
Hat man zum Beispiel eine Strecke am Computer erstellt und diese auf das Gerät geladen, kann diese über den Menüpunkt „Strecken“ ausgewählt und gestartet werden. Befindet man sich abseits der Strecke, fragt einen der Garmin Edge 530 PGS Trainingscomputer, ob dieser einen zum Startpunkt der Strecke navigieren soll. Am Startpunkt angekommen, wechselt die Navigation nahtlos in die Streckennavigation.
Smartphone-Verbindung und Alarme
Bei der Einrichtung der Smartphone-Verbindung kann ausgewählt werden, ob der Garmin Edge 530 auf die Kontakte und Anruflisten und andere Daten des Handys zugreifen darf. Erlaubt man dies, kann das Gerät einem eingehende Anrufe und Nachrichten anzeigen.
Garmin stellt sich den Fahrradalarm wie eine Art Alarmanlage für das Fahrrad vor. Die Idee hinter dem Alarm ist gut, dafür müsste sich unserer Meinung nach der Garmin Edge 530 jedoch fest und nicht einfach abnehmbar am Fahrrad befinden.
Fazit zum Garmin Edge 530
Die Verarbeitung ist sehr hochwertig, die Verbindung mit dem Smartphone war recht einfach und auch das Erstellen einer Strecke ging am PC gut von der Hand. Das Display ist für uns hell genug und auch die verschiedenen Einstellmöglichkeiten für die Helligkeit und Farbe sagen uns zu. Die Montage der Halterung und das Starten eines Trainings ist sehr leicht. Der Garmin Edge GPS Fahrradcomputer ist sehr umfangreich ausgestattet und bietet auch ohne zusätzliche Sensoren bereits ein breites Angebot an Möglichkeiten. Dennoch ist er nicht nur ausschließlich für Radfahrer geeignet, die trainieren oder mit dem Fahrradfahren abnehmen wollen.
Garmin Sensoren: Magnetlos für mehr Komfort
Mit der Einführung des Garmin Edge 1000 Fahrrad Computers brachte Garmin auch neue Sensoren für Geschwindigkeit und Trittfrequenz auf den Markt, die ohne Magneten auskommen und stattdessen mit Beschleunigungs-Sensoren arbeiten. Im Vergleich zu dem schon ewig erhältlichen Garmin GSC-10, bei dem beide Sensoren in einem Gerät kombiniert wurden, sind beide Sensoren nun getrennt erhältlich.
Besonders in Unterführungen, dichten Wäldern, Indoor auf der Rolle oder an anderen Stellen, an dem der „Sichtkontakt“ zu Satelliten eingeschränkt ist, kommt keine verlässliche Geschwindigkeits-Messung mehr zu Stande. Aber auch auf freier Strecke schwankt die Anzeige der Geschwindigkeit auf dem GPS-Computer immer um +/- 1 km/h. Die Verwendung des Sensors führt hingegen zu einer durchgängig konstanteren Anzeige der Geschwindigkeit.
Anbringung und Pairing
Das Pairing des Sensors mit dem Rad-Computer funktioniert auf meinem Garmin Edge 810 absolut problemlos. Nach erstmaliger erfolgreicher Verbindung wird der Sensor zuverlässig immer wieder gefunden nachdem man die Kurbel 1-2 Mal gedreht hat. Das Pairing des Speed-Sensors funktioniert genauso gut wie bei dem Trittfrequenz-Sensor.
Batterie
In beiden Sensoren sind auswechselbare CR-2032 Knopfzellen verbaut, welche laut Garmin bei täglich 1h Benutzung - 12 Monate durchhalten sollen. Ein niedriger Batteriestand wird direkt an den Sensoren durch eine rot leuchtende LED angezeigt.
ANT+ Technologie
ANT+ (Ant Plus) ist eine drahtlose Methode, die speziell für die Verwendung in der Fitness-, Gesundheits- und Sportbranche entwickelt wurde. Mithilfe des Kommunikationsprotokolls lassen sich Daten zwischen verschiedenen Geräten, wie z.B.
Einrichtung des Edge 530
Um das Edge 530 einzurichten, stehen Ihnen bis zu drei Möglichkeiten zur Verfügen. Am Schnellsten richtet man das Gerät mithilfe der Connect-App von Garmin per Smartphone ein. Anschließend lässt sich das passende Aktivitätsprofil auswählen, dass Sie auch direkt individualisieren können. Die entsprechende Auswahl der gewünschten Anzeigen ist fast grenzenlos und beschränkt sich nicht nur auf Karten, Kompass, Höhenlinien, Geschwindigkeit oder beispielsweise auch Zeit bis zum Ziel.
Der Edge 530 Fahrradcomputer ist ein technisch anspruchsvolles Gerät mit vielen Funktionen und Möglichkeiten. Um alle Funktionen vollständig nutzen zu können, musste ich mich etwas ausführlicher mit der Bedienungsanleitung befassen. Über die Knöpfe an den Seiten lässt sich das Gerät sehr einfach und unkompliziert bedienen. Die Auswahl der Anzeigen während der Einrichtung erlaubt es nicht bezüglich der Übersichtlichkeit zu schimpfen.
Navigation und Datenübertragung
Bereits vorinstalliert befindet sich die Garmin Fahrradkarte auf dem Gerät, womit nur eingeschränkt Routenplanung ermöglicht wird. Ich empfehle die Planung Ihrer Route am Computer oder Smartphone mithilfe der Connect-App durchzuführen und diese anschließend per WLAN oder Bluetooth auf den Edge 530 zu übertragen. Alternativ verwenden Sie das beigelegte USB-Kabel und übertragen die Route vom Computer. Hierzu melden Sie sich bei Komoot an und begeben sich in die Einstellungen. Klicken Sie nun auf "Verbindungen" und anschließend auf "Mit Garmin verbinden"... Vorinstalliert ist bereits ein Europa-Kartenpaket.
Abschließende Gedanken
Das Garmin Edge 530 ist nach unserer Meinung ein sehr hochwertiges Fahrradcomputer und bietet neben allen notwendigen Grundfunktionen auch die Möglichkeit jegliche Leistungsmesser ins System zu integrieren. Die ANT+ Anbindung ermöglicht einen reibungslosen Datenaustausch. Damit das höchstmögliche Potenzial erreicht werden kann, sollten Sie etwas Geduld haben und möglichst vorerst mit der Bedienungsanleitung anfangen. Sie können zwar auch Wanderrouten auf das Fahrradcomputer laden. Die Spezialisierungen für das Fahrrad sind aber sehr stark ausgeprägt.
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