Ein Wattmesser für das Rennrad misst, wie viel Druck Radler auf die Pedale bringen. Lange waren sogenannte Powermeter oder Wattmesser Radsport-Profis vorenthalten, was an den sehr hohen Kosten für die Geräte lag. Inzwischen sind sie erschwinglicher geworden, weshalb sich auch ambitionierte Hobby-Radsportler:innen für die Powermeter interessieren.
Was ist ein Powermeter und wie funktioniert er?
Ein Powermeter oder Wattmesser errechnet, wie viel Leistung Radler:innen aufbringen, wenn sie in die Pedale treten. Um die Leistung des Radlers zu bestimmen, misst ein Powermeter die Materialverformung in Pedal, Kurbelarm oder Kurbel und setzt sie ins Verhältnis zur Trittfrequenz. Sie alle funktionieren im Kern gleich und unterscheiden sich schlicht darin, wo genau die Materialverformung gemessen wird. Powermeter messen also Daten und leiten diese weiter.
Warum ein Powermeter?
Das ist natürlich schön und gut, nützt aber nichts, wenn diese Daten nicht ausgewertet werden. Möglichkeiten datenbasiert zu trainieren, gibt es mehrere. Sie können die Durchschnittsgeschwindigkeiten ihrer Trainingseinheiten protokollieren. Oder Sie können Ihre Zeit für die gleiche Strecke stoppen oder Ihren Puls mit einem Herzfrequenzsensor aufzeichnen und daraus Rückschlüsse auf Ihren Trainingsfortschritt ziehen. Weil die Daten des Powermeters unabhängig von äußeren Faktoren sind. Ihre Geschwindigkeit auf dem Rad ist beispielsweise stark von Rücken- oder Gegenwind abhängig und auch unser Puls wird mindestens zum Teil von wenig beeinflussbaren Parametern wie dem Wetter gedrückt oder in die Höhe getrieben. Zudem reagieren Herzfrequenzmesser immer verzögert auf Belastungsänderungen. In der Regel dauert es nach einer Tempoverschärfung oder dem Einstieg in einen Berg einige Sekunden bis der höhere Puls angezeigt wird.
Verschiedene Arten von Powermetern
Kurbelarm-Powermeter
Beginnen wir mit dem Kurbelarm-Powermeter, weil es mit dem Pedal-Powermeter der einfachste und günstigste Einstieg in die Welt der Wattmesser für das Rennrad ist. Kurbelarmsysteme messen in der Regel nur einseitig, also nur den Druck eines Beins, der dann mit dem Faktor zwei multipliziert wird. Die angesprochenen Schwankungen zwischen rechtem und linkem Bein liegen bei den meisten Menschen zwischen 4 und 6 Prozent. Für Hobbysportler sind die daraus resultierenden Messungenauigkeiten verkraftbar, vor allem, wenn man bedenkt, dass die Kurbelarm-Powermeter in der Regel günstiger sind als Pedalsysteme. Ein empfehlenswerter Einstieg in die Wattmesser für das Rennrad ist der Shimano 4iii Precision 3. Neben der Wattstärke von Null bis 4.000 Watt misst der Powermeter auch die Trittfrequenz des Radlers und zwar von 30 bis 170 Tritten pro Minute. Per Bluetooth kommuniziert der 4iii Precision mit dem Fahrradcomputer oder dem Handy.
Pedal-Powermeter
Bei Powermetern im Pedal müssen Sie in der Regel die Länge des Kurbelarms einmalig einspeichern, weil ein längerer Kurbelarm in einem längeren Kreisumfang resultiert, den Radler:innen beim Tritt in die Pedale zurücklegen. Geben Sie dort die falsche Länge ein, verfälscht sich das Ergebnis. Außerdem sollten Sie bei Pedalsystemen die Einschraubtiefe der Pedalachse beachten. Logisch: Je kleiner die ist, desto geringer ist die Materialverformung und je länger sie ist, desto größer fällt die Materialverformung aus. Noch dazu ist die Pedale eines der exponiertesten Bauteile am Fahrrad. Ein unglücklicher Sturz und der teure Powermeter ist hin. Pedal-Powermeter bieten gegenüber dem einseitigen Kurbelarm einen praktischen Vorteil: Die Montage gelingt noch einfacher. Das dürfte vor allem für Besitzer mehrerer Räder interessant sein, die keine Lust haben, mehrere Wattmesser zu kaufen und die ein Interesse daran hegen, die Powermeter schnell zu wechseln. Was die Messung betrifft, arbeiten auch die meisten Pedalsysteme einseitig. Die einseitigen Pedal-Powermeter bewegen sich preislich auf dem Niveau der Kurbelarmsysteme.
Sieht erst einmal kryptisch aus, ist aber einfach. Die 100 beziehungsweise 200 klären uns darüber auf, ob sich der Powermeter in einem oder in zwei Pedalen befindet. Logisch: 100 steht für einfach und 200 für zweifach. XC, RS und RK geben über das Klicksystem der Pedale Auskunft. Schön: Wer sowohl Mountainbike als auch Rennrad fährt, freut sich darüber, den Powermeter in den verschiedenen Pedalen unterzubekommen, weil sich das Messinstrument in der Pedalachse befindet. Und diese Pedalachse können Sie in die unterschiedlichen Garmin-Pedalen montieren. Ansonsten versteht sich der Garmin-Powermeter sehr gut mit den hauseigenen Fahrradcomputern. Aber auch die Zusammenarbeit mit anderen Fahrradcomputern ist möglich. Die integrierte Batterie hält laut Hersteller bis zu 120 Stunden durch, ist aber durchaus besonders. Es handelt sich dabei um eine CR1/3N beziehungsweise LR44/SR44.
Kettenblatt-Powermeter
Powermeter, die sich am Kettenblatt befinden, messen in der Regel die Kraft des linken und rechten Beins. Das bedeutet dann auch, einmal die alte Kurbelachse, die Kurbelarme und das Kettenblatt aus- und dann die neuen Gerätschaften mit Powermeter einzubauen. Für Anfänger oder unerfahrene Schrauber kann das ein mühseliges Unterfangen sein. Marktführer der Kettenblatt-Powermeter sind die Wattmesser von Quarq in Verbindung mit den Kettenblättern von SRAM. Mit einem Preis von 1120 Euro gehört er zu den teuersten Powermetern im Vergleich, was auch daran liegt, dass das Paket eine Kurbelgarnitur enthält.
Der FTP-Wert
Um den Trainingsfortschritt zu erkennen, nutzen Sportler gern den sogenannten FTP-Wert. Dieser lässt sich mit Powermetern besonders gut ermitteln, weil ihre Daten unabhängig von äußeren Faktoren sind. FTP steht für "Functional Threshhold Power", was wörtlich übersetzt "funktionelle Schwellenleistung" bedeutet. Bei 100 Prozent des FTP-Werts können wir also genau eine Stunde Fahrrad fahren. Radeln wird 80 Prozent unseres FTP-Werts können wir länger fahren. Und fahren wir über unseren Verhältnissen (bei beispielsweise 150 Prozent), lässt sich die Geschwindigkeit nur kurzzeitig aufrecht erhalten. Beginnen wir unser Training mit dem Powermeter, ergibt es also Sinn, erst einmal den FTP-Wert zu ermitteln, dann zu trainieren und in einem Monat später den gleichen Test noch einmal zu wiederholen.
Den FTP-Wert zu ermitteln, ist in der Theorie relativ leicht. Entweder, Sie fahren 20 Minuten so schnell wie Sie können, berechnen den Durchschnitt des Messwerts des Powermeters und multiplizieren das Ergebnis mit 0,95. Oder Sie radeln einfach 60 Minuten mit Ihrer Höchstleistung und errechnen aus den Daten des Powermeters den Durchschnitt.
Garmin Rally: Datenmeister
Garmins Power-Pedal der vierten Generation arbeitet genau und bietet mit seinem Strauß von Cycling-Dynamics-Kennzahlen einen Mehrwert. Die Stromversorgung erfolgt über CR1/3N-Knopfzellen (rund 120 Stunden). Montage mit 15er-Schlüssel. 322 Gramm, 1100/650 Euro, beid-/einseitig
Garmin Rally im Detail
Garmin präsentiert unter der Bezeichnung Garmin Rally drei neue Wattmess-Pedalsysteme. Diese Leistungsmess-Pedale lösen die Vector-Serie ab. Eine Besonderheit: Neben den beiden Versionen für die Rennrad-Pedalsysteme Shimano SPD-SL und Look Keo bietet Garmin auch einen Pedalkörper an, der mit dem Offroad-Pedalsystem Shimano SPD kompatibel ist. Dadurch können ambitionierte Radsportler die Pedal-Powermeter-Funktionen auch am Mountainbike, am Gravelbike oder dem Cyclocrosser mit den Zwei-Schrauben-Pedalplatten und Offroad-Radschuhen nutzen. Die Version Garmin Rally RK ist mit dem KEO-Klicksystem des französischen Herstellers Look kompatibel - wie zuvor die Pedale der Vector-Serie. Im RennRad-Test waren die Garmin-Rally-RS200-Pedale. Die Zahl 200 bezeichnet die beidseitig messende Version. Mit der Version Rally RS100 bietet Garmin auch eine einseitig messende Variante. Derartige auf einer Seite messende Powermeter-Varianten errechnen die erbrachte Gesamtleistung, indem sie die auf einer Seite gemessenen Werte verdoppeln. Einseitige Rally-Wattmess-Pedalsysteme können über Upgrade-Kits zu zweiseitigen Systemen ergänzt werden. Pro Pedal liegt das Gewicht der Garmin-Pedale bei lediglich 159 Gramm.
Die Bauhöhe des Rally RS200 ist dabei mit 13,7 Millimetern um 1,5 Millimeter höher als jene der Shimano-Pedale. Das Batteriefach wurde im Vergleich zum Vector 3 wesentlich überarbeitet. Der Kontakt soll dadurch dauerhaft besonders stabil sein. Im Test gab es keine Aussetzer bei der Energieversorgung oder bei der Messung. Das Gewinde am Deckel des Batteriefachs soll besonders robust und dauerhaft haltbar sein. Auch die neuentwickelten und überarbeiteten Komponenten der Messtechnik verbessern die Stabilität und die Einsatzzeit. Die Akkulaufzeit beträgt laut Garmin rund 120 Stunden. Die Pedale können per Smartphone über die Garmin-Connect-App verbunden und aktiviert werden - dies ist jedoch nicht unbedingt erforderlich. Nach der Installation koppelt man die Pedale wahlweise über die Protokolle ANT+ oder Bluetooth Smart BLE mit dem Radcomputer und kalibriert sie entsprechend den Anweisungen.
Insbesondere die garmin-spezifischen Daten zu den „Cycling Dynamics“ wurden im Test via ANT+ besonders stabil übertragen. Diese umfassen, neben der Trittfrequenz, die LinksRechts-Kraftverteilung sowie weitere Messwerte und deren Analyse. Auf Basis dieser Daten lässt sich das Training mit den Garmin Rally besonders individuell an die spezifischen Stärken und Schwächen anpassen. Die sogenannte Power-Phase zeigt an, wann im Tretzyklus die Antriebskraft beginnt und wann sie endet. Diese Werte können bei der Analyse von Trainingseinheiten und Rennen helfen - und aufzeigen, welches Effizienz-Potenzial noch besteht und welche Trainingsschwerpunkte für eine Leistungssteigerung gesetzt werden können.
Für diesen ersten Langzeit-Test wurden die Rally-Pedale über mehrere Wochen hinweg genutzt. Rund 70 Stunden waren die Rally-RS200-Pedale dabei im Einsatz - auf der Straße und auf dem Rollentrainer. Schlaglöcher, ruppiges Kopfsteinpflaster und hohe Belastungsspitzen bei explosiven Sprints führten in keinem Fall zu Aussetzern oder Ungenauigkeiten der Messung. Auch lässt sich der Auslösemechanismus vergleichsweise hart einstellen. Das Ergebnis der Vergleichswerte der Leistungsmessung hinsichtlich der Messtoleranzen: Die Abweichungen lagen im Bereich von rund einem Prozent, was der angegebenen Messgenauigkeit entspricht und auf dem Niveau moderner Top-Powermeter liegt. Mit geringem Aufwand kann man die Pedalkörper für die Verwendung eines anderen Rally-Pedalsystems selbst umrüsten oder zwischen verschiedenen Systemen wechseln, was im Test einfach gelang.
Die Preise der Systeme für die einseitige Messung liegen bei 649,99 Euro für die Rally RS100 und Rally RK100. Die Preise der neuen Pedalsysteme mit beidseitiger Messung: Rally RS200 und Rally RK200: 1099,99 Euro. Mit der neuen Rally-Serie bietet Garmin ein pedalbasiertes Powermeter-System, das für die meisten Radsportler mit ihren jeweiligen Systemen kompatibel ist.
Flexibilität durch austauschbare Pedalkörper
Mit der Rally-Powermeter-Serie bringt Garmin nicht nur einen Nachfolger des Vektor 3-Systems auf den Markt, sondern gleich sechs und sorgt damit bei allen Interessierten für reichlich Verwirrung. Zur Erklärung: Bei den Rally RS Powermeter handelt es sich um Pedale, die kompatibel sind mit Shimano SPD-SL-Cleats, die Rally RK funktionieren hingegen mit dem LOOK KEO-Standard. Unsere getesteten Rally XC-Pedale sind nun erstmals mit dem Shimano SPD-System kompatibel, wodurch man auf eine Vielzahl an passenden Schuhen zurückgreifen kann. Die Rally XC-Variante soll sich besonders für den Offroad-Einsatz eignen und ist auch zum Mountainbiken freigegeben, sofern man die Fahrergewichtsfreigabe von 105 kg einhält. Die 200 in der Produktbezeichnung steht für eine beidseitige Leistungsmessung, bei den 100er-Modellen wird nur in der linken Pedalachse die Leistung gemessen und die Gesamtleistung entsprechend hochgerechnet.
Die Garmin Rally XC100-Pedale gibt es für 700 €, unsere getesteten Rally XC200-Pedale kosten 1.200 €. Das erscheint auf den ersten Blick etwas hochgegriffen, doch der Clou an der Rally-Serie ist: Die ganze Sensorik befindet sich in der Pedalachse, die über alle Modelle hinweg identisch ist. Dadurch lassen sich die Pedale auf die jeweils anderen Pedalkörper in nur knapp 5 Minuten umbauen. Garmin bietet dazu Conversion-Kits mit SPD-SL und LOOK KEO-Pedalkörpern für jeweils 200 € an, die SPD-Pedalkörper kosten euch 250 €. Sogar die Achse aus den Vektor-3-Vorgängern ist kompatibel mit den neuen Pedalkörpern.
Der Umbau ist nicht kompliziert, benötigt aber unter anderem ein PH00-Schraubenzieher und ein 12er Steckschlüssel, die nicht zum gewöhnlichen Werkzeugumfang an einem Multitool gehören.
Technische Details der Garmin Rally XC
Die Garmin Rally-Serie wird mit SPD, SPD-SL und LOOK KEO-System angeboten. Die Garmin Rally XC Powermeter sind solide und hochwertig verarbeitet, was sich auch im hohen Gewicht bemerkbar macht: Ein Paar bringt 441 g auf die Waage. Der Pedalkörper ist nach IPX7 wasserdicht und besteht aus Alu. Die Cleat-Aufnahmen sind aus Stahl und auch die Trittflächen sind mit Stahlplatten versehen, um den Verschleiß zu minimieren. Mit einer Standhöhe von 13,5 mm, von der Pedalachse aus gemessen, fallen sie etwas dicker als gewöhnliche SPD-Pedale aus. Wer mit Pedalaufsetzern zu kämpfen hat, sollte mit den Garmin-Pedalen besonders umsichtig fahren, um nicht an Wurzeln und Steinen hängen zu bleiben. Sie lassen sich zudem nur mit einem 15 mm Pedalschlüssel montieren, da am innenliegenden Ende der Pedalachse der Innensechskant-Schraubkopf für einen 6er oder 8er Inbus fehlt. Hier verbirgt sich bei den Garmin Rally-Pedalen die farbige Status-LED. Sie verrät, ob sich das Pedal gerade koppelt, ein Software-Update von einem Smartphone oder einem Garmin Edge-Bikecomputer zieht oder ob die CR1/3N-Knopfzelle zur Neige geht.
Im Vergleich zu manchen Konkurrenten, wie z. B. Favero, vertraut Garmin auf nicht wiederaufladbare Batterien, was sowohl Vorteile als auch Nachteile mit sich bringt: Die Batterie hat mit 120 Fahrstunden (laut Hersteller) eine hohe Laufzeit und kommt ohne eine zusätzliche Ladebuchse im ohnehin schon mit Technik vollgestopften Pedalkörper aus. Geht der Strom unterwegs doch aus, lässt sie sich leicht durch eine Ersatzbatterie tauschen. Dazu wird die Batterieabdeckung auf der Außenseite der Pedalachse mit einem 4er Inbus geöffnet. Der Nachteil ist, dass man stets den Batteriestand im Auge behalten muss und nicht einfach das Pedal kurz vor der Fahrt an die Steckdose hängen kann.
Nach der Erstmontage müssen die Pedale einmalig entweder per Bike-Computer oder per Garmin Connect-App eingerichtet werden. Dazu beherrschen die Rally-Pedale neben ANT+ auch die Verbindung über Bluetooth. Besitzt der verbundene Fahrradcomputer keine Möglichkeit, die Kurbellänge anzugeben, muss das über die Garmin Connect-App auf dem Smartphone geschehen. Danach erfolgt eine kurze Kalibrierung, für die man von den Pedalen absteigen muss. Garmin empfiehlt, nach der Erstmontage mehrere Sprints zu absolvieren und die Kalibrierung danach sowie vor jeder Fahrt durchzuführen, um das bestmögliche Messergebnis zu erzielen.
Besteht eine große Temperaturdifferenz zwischen eurem Abstellplatz und draußen, solltet ihr den Pedalen Zeit geben, um sich zu akklimatisieren, bevor ihr die Kalibrierung startet. Die Pedale funktionieren mit vielen kompatiblen Fahrradcomputern, wie von Wettbewerber Wahoo oder der Zwift-App auf dem Smartphone. Den vollen Leistungsumfang und das angenehmste Benutzererlebnis hat man jedoch mit einem Garmin Edge-Computer. Nur über die ANT+ Verbindung werden alle Informationen übertragen, die in der „Cycling Dynamics“-Seite auf einem Garmin Edge-Bikecomputer dargestellt werden können. Neben Standardwerten wie Leistung und Trittfrequenz erhält man so Infos zur Dysbalance zwischen linkem und rechtem Bein, der Fußstellung auf dem Pedal als Abweichung vom Zentrum, und Infos zu den Leistungsphasen während der Kurbelrotation - ein friendly Reminder daran, dass man auch schön rund tritt und nicht nach der Powerphase die Füße faul auf den Pedalen ablegt. In der Auswertung auf einem Garmin Edge, eurer Garmin Connect-App oder im Garmin-Online-Portal wird zudem noch die Zeit im Stehen von der Zeit im Sattel getrennt dargestellt und alle Daten grafisch aufbereitet. Die Cycling Dynamics-Daten sind jedoch nur für die 200er-Rally-Modelle mit beidseitiger Leistungsmessung verfügbar.
Testergebnisse der Garmin Rally XC
Wir haben die Garmin Rally XC Powermeter auf unterschiedlichen Gravel- und Mountainbikes getestet und mit einem weiteren Leistungsmesser aus einem Gravel-E-Bikemotor verglichen, dessen Werte von Vibrationen durch Fahrbahnunebenheiten nur wenig beeinflusst werden. Im Vergleich liefern die Garmin Rally XC Powermeter leicht erhöhte Wattzahlen, was wenig verwunderlich ist, da sie näher am Ort der Krafteinwirkung messen und Leistungsverluste, wie z. B. durch eine flexende Kurbel, nicht einkalkulieren müssen. Aussagekräftig wird das Messergebnis der Garmin-Powermeter durch die besonders homogene Erfassung der Leistungsdaten: Sie liefern über jede Fahrt hinweg kontinuierlich plausible Werte, ohne nach oben oder unten hin abzudriften, Leistungsspitzen und Messaussetzer zu erzeugen oder von Fahrbahnunebenheiten irritiert zu werden.
Absolute Leistungswerte aus unterschiedlichen Powermetern sind ohnehin nur bedingt vergleichbar. Relevant sind im Endeffekt die relativen Leistungsunterschiede über mehrere Fahrten hinweg, um die eigene Progression zu beurteilen, und hier kann die Garmin Rally XC-Serie glänzen. Sie eignet sich besonders für Biker, die die Powermeter über mehrere Räder vielseitig einsetzen wollen und auch auf unebenen Pfaden unterwegs sind. Ihr Klickmechanismus funktioniert selbst für unerfahrene Biker intuitiv und die Trittfläche vermittelt einen sicheren Stand. Die vielen Messwerte durch die Cycling Dynamics-Funktion sind ein nettes Extra, liefern aber für die breite Masse an Bikern keinen nennenswerten Erkenntnisgewinn. Der etwas dicke Pedalkörper und das hohe Gewicht der Pedale könnte leistungsorientierte Biker abschrecken. Auch für die Live-Messung von kurzen Sprinteinlagen über die nächste Kuppe eignen sich die Rally XC weniger: Bevor der Leistungsanstieg auf dem Garmin Edge registriert wird, vergehen gut und gerne bis zu 3 Sekunden.
Vergleich von Powermeter-Pedalen
Die folgende Tabelle vergleicht verschiedene auf dem Markt erhältliche Powermeter-Pedale:
| Modell | Bauart | Optionen | Gewicht (pro Pedal ohne Cleats) | Preis (ungefähr) | Besonderheiten |
|---|---|---|---|---|---|
| SRM X-Power Road | Pedal-Powermeter, beidseitig | Einseitige Messung | 277 Gramm | 999/1.699 Euro (ein-/beidseitig) | Kompatibel mit Shimano SPD-SL, Metallbauweise, Magnetstecker zum Laden |
| Favero Assioma Pro MX | Pedal-Powermeter, beidseitig | Einseitige Messung | 382 Gramm | 438/730 Euro (ein-/beidseitig) | Kompatibel mit Shimano SPD, Integrierter Akku, PCO-Wert Anzeige |
| Favero Assioma | Pedal-Powermeter | Einseitig/Beidseitig | 304 Gramm | 695/445 Euro beid-/einseitig | Look Kéo Cleats, vergossene Elektronik |
| Look Kéo Power | Pedal-Powermeter | Einseitig/Beidseitig | 268 Gramm | 999/659 Euro beid-/einseitig | Unsichtbare Powermessung, Carbonfederplatte |
| Garmin Rally | Pedal-Powermeter | Einseitig/Beidseitig | 322 Gramm | 1100/650 Euro, beid-/einseitig | Cycling-Dynamics-Kennzahlen, CR1/3N-Knopfzellen |
| Wahoo Powrlink | Pedal-Powermeter | Einseitig/Beidseitig | 277 Gramm (427 Gramm mit Platte und 3-Loch-Adapter) | 999/650 Euro, beid-/einseitig | Speedplay-Lollies, einstellbare Drehfreiheit, präzise Führung |
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