Motorrad-Navis müssen robust sein, und das Display muss bei direkter Sonneneinstrahlung noch gut erkennbar sein. Außerdem sollte die Bedienung leicht mit einer Hand zu handeln sein.
Garmin Zumo 660LM: Ein Überblick
Das Garmin Zumo 660 ist schon länger auf dem Markt, seine Hardware ist nicht mehr taufrisch. Deshalb reagiert es deutlich träger als die jüngeren Konkurrenten von Garmin und TomTom. Aber bei der Routenplanung spielt das bestens ausgestattete Navi seine Stärken aus: Routen lassen sich gut mit der Garmin-Software Basecamp (gratis, nicht mitgeliefert) planen, verfeinern und aufs Navi überspielen. Und das 660 übersetzt importierte Tracks völlig unverändert in Routen.
Nervig ist, dass die USB-Buchse zum Überspielen unterm Akku-Deckel steckt. Nicht gerade hilfreich ist der Kreuzungszoom vor Autobahnausfahrten: Er verdeckt die Karte komplett.
Testnote: gut (1,95)
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Alternativen im Test
Im Vergleich dazu wurden auch andere Geräte getestet:
- Garmin Zumo 350LM: Kostet weniger, ist schneller startklar und hat ein helleres Display, bietet aber weniger Funktionen.
- TomTom Rider: Einfache Routenübertragung, aber die Intelligenz des Navis optimierte manche schöne Etappenpunkte weg.
- NavGear Tourmate SLX-350: Halter passt nicht an dickere Lenker, und die Anleitung ist mangelhaft.
So testet „Computer Bild“
Motorrad-Navis müssen einiges aushalten. Im Test verließ sich „Computer Bild“ nicht auf Herstellerangaben und fühlte den Navis mit Tauchbecken, Vibrationstisch und Klimakammer auf den Zahn.
Wasserdicht?
Beide Garmin-Navis und das TomTom Rider mussten zum Test halbstündige Tauchgänge in einem Meter Wassertiefe aushalten. Das Navgear-Navi ist nur gegen allseitiges Spritzwasser geschützt. Es wurde in einer Spritzwasserkammer einem Dauerregen von allen Seiten ausgesetzt.
Schüttelfest?
Auf einem Rütteltisch wurden die Geräte an einem Metallrohr befestigt und mit bis zum Sechsfachen der Erdbeschleunigung (6 g) malträtiert. Kein Problem für die Geräte - nichts wackelte stark oder fiel gar auseinander. Lediglich das Navgear-Navi wackelte ein wenig, blieb aber benutzbar.
Hitzefest?
In einem Klimaschrank mussten die Geräte zeigen, ob sie auch bei kalten (bis minus 20 Grad) oder sehr heißen Temperaturen (bis 60 Grad) noch funktionieren. Außerdem prüften die Ingenieure, ob die Geräte normgerecht bei 45 Grad das Laden des eingebauten Akkus stoppen.
Taucht das was?
Tester sind neugierig. Nach der bestandenen IPX-7-Feuchtigkeitsprüfung tauchten sie die Navis ins Salzwasser-Aquarium. Kein Problem. Aber wenn das Navi so eine Tortur aushalten muss, sollte sich der Fahrer eher Sorgen um sein Motorrad machen.
Nutzererfahrungen und Meinungen
Georg Klinge, Redakteur „Computer Bild“, sagt: „Auf der Goldwing toure ich nur noch mit Navi: Das Zumo 660 versorgt mich mit guter Führung und toller Musik.“
Einige Nutzer bemängeln, dass die Bedienung komplexer ist als bei TomTom, man aber mehr Spielmöglichkeiten hat. Regelmäßige Garmin-Softwareupdates sind aber angeraten.
Firmware-Updates und Verbesserungen
Derzeit reift der Zumo 660 also noch. Inzwischen ist der Zumo bei Firmware Version 4.0 angekommen. Das betrifft allerdings nur Komplettgeräte, die wegen des Wechsels des Display-Lieferanten eine andere Version benötigen. Aktueller Stand für den Webupdater ist noch 3.9.
Die Firmwareversion 3.3 ist nun verfügbar. MR hatte die Gelegenheit das Gerät noch einmal zu testen. Dabei gewinnt das Gerät langsam an Performance und nähert sich dem Status des Zumo 550 an.
Auffallen tun bei Autobahnfahrt die Abbiegebild-Einblendungen, die Anzeige der Alternativrouten bei der Routenberechnung (auch 'kürzeste Zeit ohne Autobahnen) oder die verbesserte Kartenanzeige mit Ortsnamen (besser: im Verschiebemodus). Auch die Halterung hat sich beim Pistenfahren auf einer BMW XChallenge bewährt. Als das Gerät doch einmal auf der Straße landete fuhr gleich ein Auto darüber, doch außer ein paar Kratzern ist nichts passiert.
Details und Funktionen
Festzustellen ist, dass der (Beta-) Zumo 660 noch nicht in allen Features die Reife des parallel angebotenen Zumo 550 erreicht hat. Zwar wuchs die Bildschirmgröße auf 9,7 x 5,7 cm (4,3 Zoll Widescreen) bei einer Pixelauflösung von 480 x 272, doch wurden dem Zumo auch die parallelen Bedienknöpfe auf der linken Seiten genommen.
Das ist erst mal schade, weil sie den in Handschuhen gehüllten Fingern immer einen Druckpunkt vermittelt hatten und letztlich auch ein zusätzliches Navigationsinstrument waren: Man konnte schneller zwischen den einzelnen Bildschirmseiten hin und her zappen. Der neue, mit dem Zumo 660 (fast?) baugleiche Navigator IV von BMW hat diese Knöpfe per Adapter implantiert bekommen.
Auf dem hellen 4,3 Zoll Widescreen ist nun mehr Platz für die Landkarte und die Datenfelder sind programmierbar, sprich austauschbar geworden, leider aber noch nicht halbtransparent, wie bei den Oregons. In der Navigationsansicht kann nun der Sonnenuntergang oder die Meereshöhe als Datenfeld angezeigt werden, ebenso wie die Restkilometer zum Ziel.
Beim Zumo 550 war hier u.a. ein Tacho wie in Stein gemeißelt einprogrammiert - ein verschenktes Datenfeld. Sprechen kann der Zumo jetzt auch und das nun auch alles in Bluetooth-Stereo (noch nicht getestet). Programmierbar sind auch Einstellungsprofile für Motorrad, Auto oder Wandern. Ein Höhenprofil ist - etwas versteckt - unter ‚aktuelle Reiseaufzeichnung‘ abrufbar.
Neu ist auch der Menüpunkt ‚Aktuelle Position‘, der einem die nächstgelegenen Adresse, Tankstellen, Polizei, Krankenhaus und Servicestellen verrät. Ein Fahrspurassistent gibt nun wie bei den Nüvis Hinweise, wo man sich einzuordnen hat. Beim Anzeigen von mehreren geladenen Karten gibt es in der bisher vorliegenden Betasoftware noch Darstellungsprobleme.
Im Routingmodus werden anstatt Orts- und Städtenamen nur Straßennamen oder in größeren Zoomstufen einfach nur mehr oder weniger beschriftete Straßen angezeigt. Erst im Verschiebemodus (Bildschirm berühren) kommen ab dem Maßstab 1,2 km ein paar Ortsnamen zum Vorschein. Für die Orientierung ist das Problem mit den fehlenden Ortsnamen sehr kontraproduktiv und sollte schnellstmöglich gelöst werden. Von Garmin ist zu hören, dass man daran arbeitet.
Vor- und Nachteile
Vorteile:
- Großes, helles Display
- Funktionsvielfalt
- Kompletter Lieferumfang
- Gute PC-Anbindung
- Solide Ram-Mount-Halterung
- Absolut wasserdicht
- Fahrspurassistent
- Erweiterbarer Speicher
- Bluetooth
- Flaches Gehäuse
Nachteile:
- Die Anwahl von wichtigen Zielen während der Fahrt kann umständlich sein
Technische Daten
| Eigenschaft | Details |
|---|---|
| Abmessungen | 13,5 x 8,4 x 2,3 cm |
| Display | 10,9 cm diagonal, 480 x 272 Pixel, WQVGA TFT-Farbdisplay |
| Gewicht | 270 g |
| Batterie | Austauschbarer Li-Ion-Akku, ca. 5-6 Stunden Betriebsdauer |
| Wasserdichtigkeit | Ja, gemäß IPX7 Standard |
| Speicher | Interner Speicher, erweiterbar über microSD |
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