Geführte Radtour durch das Alte Land zur Obstblüte

Das Alte Land ist ein einzigartiger Landstrich, der sich von den Toren Hamburgs über 30 km südlich der Elbe bis hin zur Hansestadt Stade erstreckt. Der Obstanbau und die Schifffahrt, die Nähe zur Elbe und zur Großstadt Hamburg prägen das Alte Land seit Jahrhunderten. Ob im Frühling zur Kirschblüte oder im Sommer und Herbst zur Erntezeit - Besucher können hier vielerlei Attraktionen entdecken, allen voran die bezaubernde Landschaft sowie kulturelle Events und Sehenswürdigkeiten vom Leuchtturm bis zur Arp-Schnitger-Orgel.

Das Alte Land: Ein Obstparadies

Mit einer Anbaufläche von rund 10.500 Hektar gehört das Alte Land zu den größten Obstanbaugebieten Europas. Hier wachsen rund 10 Millionen Obstbäume. 90% davon sind Äpfel, 6% Kirschen, 4% machen Birnen, Pflaumen, Zwetschgen und Beerenfrüchte aus. Obst wird auf dem fruchtbaren Marschboden seit über 700 Jahren angebaut. Hamburg und viele Teile Norddeutschlands werden so ganzjährig mit frischem Obst aus dem Alten Land versorgt.

Die Nebenflüsse der Elbe - die Schwinge, die Lühe und die Este - gliedern das Alte Land in drei Abschnitte und zwar in die erste, zweite und dritte Meile von Westen nach Osten. Das Gebiet umfasst die Gemeinde Jork, die Samtgemeinde Lühe und den Neu Wulmstorfer Ortsteil Rübke in Niedersachsen sowie die Hamburger Stadtteile Neuenfelde, Cranz und Francop.

Die Obstblüte im Alten Land

Die Obstblüte im Frühling ist nicht nur für die Obstbauern sehr wichtig, sondern auch ein wunderschönes Naturschauspiel, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Der natürliche Zyklus der vielen Früchte bestimmt das Jahr im Alten Land. Wenn tausende Obstbäume in Blüte stehen und einen lieblichen Duft versprühen, wird im Frühjahr das traditionelle Blütenfest gefeiert. Die Blütenkönigin wird gekrönt, die das Alte Land für ein Jahr im In- und Ausland repräsentiert. Es gibt einen bunten Festumzug im Jorker Ortskern. Mit Musik, Altländer Spezialitäten und Trachtentänzen werden Altländer Traditionen gelebt.

An mehreren Wochenenden im Frühling können sich Besucher die Blütenpracht auch auf der Altländer Blütentour vom roten Doppeldeckerbus ansehen. Gästeführer erläutern Sehenswürdigkeiten und erzählen von der Bedeutung des Obstanbaus im Alten Land. Über den aktuellen Stand der Kirsch- und Apfelblüte informiert das Blütenbarometer.

Tabelle: Obstsorten im Alten Land

Obstsorte Anteil
Äpfel 90%
Kirschen 6%
Birnen, Pflaumen, Zwetschgen, Beerenfrüchte 4%

Radtouren durch das Alte Land

Am schönsten lässt sich das Alte Land auf dem Fahrrad oder zu Fuß entdecken. Über 100 Kilometer Haupt- und Nebenflussdeiche ziehen sich durch das Alte Land und laden zur Radtour auf dem Deich ein. Das Radwandernetz im gesamten Alten Land umfasst insgesamt wohl rund 1.000 Kilometer. Am Wegesrand finden sich alte Fachwerkhäuser, Hofläden und Cafés, die mit Altländer Spezialitäten zur Rast einladen. Der bekannte Elberadweg und der Nordseeküstenradweg führen als Radfernwege ebenso durch das Alte Land. Die Fahrradrouten sind allseits gut ausgeschildert.

Wer zur Blüte- oder Erntezeit und auch gern etwas länger unterwegs ist, kann auch die Obstroute wählen. Die Strecke führt in zwei Abschnitten auf einer Länge von 36 und 37 km an der Elbe, den Obstplantagen und an der Hansestadt Stade und der Märchenstadt Buxtehude vorbei. Spannend sind aber auch die Waldroute, auf der es unter anderem Hügelgräber zu sehen gibt, oder die Elbinsel-Route entlang der Elbinsel Krautsand.

Der Elbe-Radwanderbus

Von Ende April bis Anfang September verkehrt der Elbe-Radwanderbus auf zwei Linien durch das Alte Land und steuert dabei viele Haltestellen an. Wem bei einer langen Fahrradtour die Puste ausgeht, kann so problemlos ein paar Stationen mit dem Bus fahren, das Fahrrad auf den Anhänger laden und schließlich an einer anderen Stelle weiterfahren.

Maritime Seite des Alten Landes

Neben dem Obstanbau ist seit jeher die Schifffahrt ein wichtiges Standbein für die Altländer. Die maritime Seite des Alten Landes kann man unter anderem bei einem entspannten Spaziergang auf dem Deich mit Blick auf die Elbe erleben. Die Elbe sorgte mit ihren fruchtbaren Marschböden nicht nur für den erfolgreichen Obstanbau, sondern war gleichzeitig die wichtigste Wasserstraße des Alten Landes. Leuchttürme weisen den großen Pötten noch heute den Weg, früher brachten Händler und Schiffe das hier angebaute Obst über die heimischen Häfen nach Hamburg. Und in Cranz an der Este-Mündung hat die große Pella Sietas-Werft ihr Zuhause.

Sehenswürdigkeiten im Alten Land

Zwar sind die besonderen Anlaufpunkte der Region vor allem die schönen Obstplantagen, es gibt jedoch auch Museen und ein Schloss zu entdecken. Der Blick der Besucher des Alten Landes bleibt immer wieder an den Fachwerkhäusern mit ihren Brauttüren und Prunkpforten hängen. An dem vorbildlichen Erhalt dieser Kunstwerke ist gut zu erkennen, wie Traditionen im Alten Land gepflegt werden. Das Alte Land zählt insgesamt über 400 Baudenkmäler, zu denen neben Fachwerkhäusern, Leuchttürmen, Kirchen und Museen auch Windmühlen gehören.
  • Museum Altes Land in Jork
  • Museum Schwedenspeicher in Stade
  • Schloss Agathenburg bei Stade
  • Twielenflether Leuchtturm
  • Arp Schnitger-Orgeln in den Altländer Kirchen

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