Argumente gegen Motorradfahrverbote in Deutschland

Motorradfahrer sind derzeit alarmiert, da seitens der Bundesregierung Einschränkungen und sogar ein Motorradfahrverbot an Sonn- und Feiertagen drohen. Grund für ein Motorradfahrverbot ist der von Motorrädern vielfach verursachte Lärm, wenn Motorräder hochtourig oder mit erhöhter Geschwindigkeit gefahren oder gar getunt werden.

Die Problematik des Motorradlärms

Es ist weitgehend anerkannt, dass Lärm die Menschen krank macht. Motorradfahrer schränken das Wohn- und Lebensgefühl vieler Menschen ein, vor allem im ländlichen Raum. Erholungssuchende Touristen in Urlaubsregionen fühlen sich durch den Lärm beeinträchtigt, und gleichermaßen fühlen sich Anwohner belästigt. Der Lärm von Motorradfahrern fällt insbesondere am Wochenende sowie an Sonn- und Feiertagen ins Gewicht. Der Lärm von Motorrädern fällt dort auf, wo viele Motorradfahrer gleichzeitig in Erscheinung treten, so dass sich der vielleicht durchaus erträgliche Lärm eines einzelnen Motorrads durch das Zusammentreffen vieler Fahrzeuge potenziert und die zumutbaren Schallgrenzen schnell übersteigt. Auffällig ist auch, dass einige Motorradfahrer gerne Vollgas geben, wenn die rote Ampel auf Grün springt und den auf Touren gebrachten Motor mit scheinbarer Gewalt abbremsen, weil die nächste Ampel wieder auf Rot steht.

Positionen und Reaktionen

In der Diskussion prallen gegensätzliche Interessen aufeinander, typische Reflexe, je nachdem, ob man sich als Motorradfahrer oder als vom Motorradlärm betroffener Anwohner oder Tourist an der Diskussion beteiligt. Ziel jeglicher Diskussion muss sein, zwischen diesen beiden Positionen eine angemessene und vernünftige Lösung zu suchen, die den Interessen aller Beteiligten gerecht wird. In der Prämisse sollte zumindest vorab klar sein, dass Lärm das Wohn- und Lebensgefühl beeinträchtigt und Motorradfahren Spaß macht.

Motorradfahrer wehren sich gegen den Vorwurf, weil der besagte Lärm vorwiegend von Einzelpersonen verursacht werde, die sich nicht an Geschwindigkeitsbeschränkungen und sonstige gesetzliche Vorgaben halten. Auch der ADAC hält die Forderung nach Motorradfahrverboten an Sonn- und Feiertagen für eine nicht angemessene Kollektivstrafe. Die überwiegende Mehrheit der Motorradfahrer verhalte sich ordnungsgemäß. Nur wegen einzelner Ausfälle gleich Kollektivstrafen zu verhängen, sei nicht angemessen.

Bestehende Lärmschutzbestimmungen

In der Diskussion sollten die bereits ohnehin bestehenden Lärmschutzbestimmungen (TA Lärm) einbezogen werden. Die TA Lärm schreibt Grenzwerte vor, an denen sich Geräuschemissionen orientieren müssen. So dürfen beispielsweise Volksfeste und ähnliche Veranstaltungen in Wohngebieten an Sonn- und Feiertagen allgemein nur bis zu 55 dB erreichen. Nur im Karneval darf es auch lauter sein. Insoweit sollte also klar sein, dass Motorradfahrer in die Diskussion um Lärm einbezogen werden.

Vorschläge des Bundesrates

Der Bundesrat hat am 15.5.2020 Maßnahmen gegen Lärm durch Motorräder beschlossen. Der Beschluss ist der Bundesregierung vorgelegt worden, die entscheiden muss, ob, wie und wann sie die Anregung des Bundesrats in Gesetzesform umsetzen will. Irgendwelche Fristen, in der eine Entscheidung getroffen werden muss, gibt es allerdings nicht. Insoweit ist derzeit alles im Fluss.

Der Bundesrat schlägt vor, dass Motorräder künftig einen Lärmpegel bis maximal 80 dB verursachen dürfen. Die Grenze soll nur für neue Fahrzeuge gelten. 80 dB entsprechen der Lautstärke eines vorbeifahrenden LKWs oder eines Benzinrasenmähers. Bei „gravierenden Lärmüberschreitungen“ soll die Polizei die Möglichkeit haben, das Motorrad sofort sicherzustellen. Auch soll das Sounddesign verboten werden, bei dem der Fahrer die Geräuschkulisse selber einstellen kann.

Alternativen zu Fahrverboten

Es sollten an den Straßen Lärmdisplays angebracht werden, die den Motorradfahrern anzeigen, welchen Lärmpegel sie gerade verursachen. Nicht zuletzt könne ein Appell an alle Motorradfahrer dazu beitragen, eine besonnene Fahrweise einzuhalten und die Höchstgeschwindigkeiten zu respektieren. Es gibt genug andere Möglichkeiten wie Geschwindigkeitsbegrenzungen, Lärmdisplays u. ä., es müsste nur mehr kontrolliert und sanktioniert werden. Dann würde sich auch ein Erfolg einstellen.

Argumente gegen Fahrverbote

Es soll in Deutschland vier Millionen Motorradfahrer geben. Für Motorräder an Sonn- und Feiertagen“ gestartet, die bis Anfang Juni 141.000 Unterzeichner auf den Plan brachte. Das Thema Lärm werde einseitig auf die Motorräder fokussiert. Damit würden Millionen von Motorradfahrern diskriminiert. Allem handele es sich nur um eine kleine Gruppe, die für den als Belästigung empfundenen Lärm von Motorrädern verantwortlich sei.

Einseitige Motorradfahrverbote stellen eine unzulässige Benachteiligung einer einzelnen Personengruppe dar. Gleichzeitig wird der große Anteil anderer Verkehrsteilnehmer an der Lärmbelästigung ignoriert. Solange es der StVZO entspricht, würde das Verbot einer Diskriminierung von normalen Bürgern gleichkommen, die Ihrem Hobby nachgeben oder ggf. wirklich nur von "A nach B" fahren. Eine solche "Rechtsgrundlage" war mit keinem höherrangigen Recht zu vereinbaren.

Die Nutzungsdauer eines Motorrades übersteigt in der Regel bei weitem die eines PKW, was umwelttechnisch nicht unterschätzt werden sollte. Auch bilden sich durch Motorräder keine Staus. Der benötigte Parkraum ist ebenfalls wesentlich kleiner. Alles in allem wäre es Sippenhaft, wenn alle Motorradfahrer wegen Vergehen einiger weniger bestraft werden sollen.

Es gibt 4,51 Millionen Motorräder in Deutschland, mit diesen Massnahmen werden 4,51 Millionen Kradfahrer DISKRIMINIERT. Warum werden PKW mit Klappenauspuff weiterhin geduldet, wenn es bei Motorrädern verboten werden soll. Im Sinne des Gesetzes sind BEIDE Auspuffanlagen heute schon ilegal ! Es gibt bisher bereits keine ausreichende Rechtsgrundlage für das Verbot. Ein Motorrad ist ein KFZ wie jedes andere auch.

Das Motorradfahren schult die Wahrnehmung im Straßenverkehr und sensibilisiert gegenüber Kleinkrafträdern bzw Fahrradfahrern. Seitdem ich regelmäßig das Motorrad zum Pendeln nutze, habe ich meinen Spritverbrauch monatlich um 55% reduziert. Auch mein Verhalten im Verkehr ist wesentlich Defensiver und konzentrierter geworden.

Es ist davon auszugehen, dass es immer mehr Beschränkungen für Bürger gibt, die Kfz-Steuer zahlen. Irgendwann wird man nur noch fahren dürfen, wenn man einen guten Grund dafür nachweisen kann. Es gibt bereits jetzt immer mehr Tempolimits, Durchfahrtverbote usw. Es fängt bei Motorradfahrern an und bei den Autofahrern wird es weitergehen.

Motorradfahren dient zum Ausgleich und macht vielen Motorradfahrern Freude, da sie dies mit Gleichgesinnten teilen können. Es finden Motorradtreffs und Urlaubsfahrten statt. Dies dient zum Ausgleich und Erholung, genauso wie bei Fans von Oldtimer- und Youngtimer-Autos. Diese würden von dem Verbot nicht betroffen, was ein Verstoß gegen den Gleichheitsgrundsatz darstellt.

Die Leute die sich aufregen, regen sich ohnehin auch über legal lärmende Motorräder auf. Wenn ein 1000er Supersportler mit gefühlt 90 DB an denen vorbeifährt, schütteln die trotzdem den Kopf. Sowas muss man auch einfach mal ignorieren.

Des Weiteren zahlen die Biker eine Mehrwertsteuer beim Kauf des Bikes sowie jährlich KFZ-Steuern. Bei eingeschränkter Nutzung müssten diese entsprechend zurückerstattet werden. Ferienflieger lärmen und verpesten, Kreuzfahrtschiffe sind die größten Dreckschleudern, aber den Bikern geht es an den Kragen. Motorradfahrer bezahlen auch Kfz-Steuern und müssen somit berechtigt sein, jede Straße immer nutzen zu können. So ein Verbot ist weder maßvoll, noch gerecht!

Es gibt keine Sippenhaft für KFZ Halter / Fahrer, wieso soll es eine Sippenhaft für Krad Halter /-fahrer geben ? Die hier aufgezeigte und vom Bundesrat an den Bundestag weitergegebene Gesetzesnovelle zielt darauf ab 4,51 Millionen Steuerzahlende Verkehrsteilnehmer und Wähler zu diskreditieren.

Wenn man ein Gesetz verabschieden möchte, dann bitte an alle Lärmbelästiger! Auch Oldtimer, Tracktoren, Sportwagen, Cabrios, Trucks, Poserfahrzeuge und die nicht aufgezählten. Wir sollten uns gegen eine generelle Verurteilung und gegen ein generelles Fahrverbot stemmen.

Durch das Verbot verlieren Fahrer/innen und zukünftige Fahrer/innen den Spaß und die Leidenschaft für das Motorrad fahren. Wenn ein Motorrad unter 80 dB laut sein soll, müsste man es auch an Sonn- und Feiertagen verbieten, den Rasen mähen zu dürfen! Außerdem dürfte es dann auch keine Fahrzeuge mehr geben (Auto/Sportwagen/Motorrad) die Serie schon lauter sind als „ein Kleinwagen“.

ES KANN JA NICHT SEIN das ich ca. 50 Sonntage NICHT Motorrad fahren darf und muss aber für 50 Sonntage KFZ-Steuer bezahlen! Dann MUSS das ja GERECHTER WEISE heraus gerechnet und ZURÜCK ERSTATTET erstattet werden. Ebenso verhält sich das mit der Versicherung!

Laut Grundgesetz sind alle gleich. Bei einem solchem Gesetz wäre das nicht der Fall. Hier würde man Motorradfahrer eindeutig gegenüber Autofahrern benachteiligen, nein sogar noch betrügen. Motorradfahrer zahlen genauso Steuern und Versicherung wie Autofahrer und müssen dann für 52 Sonntage plus Feiertage bezahlen die sie nicht nutzen dürfen. Außerdem werden hier auch wieder Arbeitsplätze drunter leiden müssen, ganz vorne weg mal wieder die Gastro aber auch Werkstätten und Handel, wie der Verkauf von Motorräder und Motorradbekleidung.

Es reicht langsam mit der Bevormundung durch den Staat. Wie sind erwachsene Steuerzahler keine Kleinkinder. Ihr seid für uns da, nicht wir für euch. Wir wählen euch nicht ihr uns. Motorradfahren heißt Freiheit. Ich werde es mir niemals nehmen lassen Motorrad zu fahren.

Gegenseitige Rücksicht ist da sicher angebracht. Aber Verbote für eine bestimmte Gruppe? Für alle durch Motorrad Lärm Geschädigten... konsequenterweise dürften Sie dann natürlich auch nicht mehr in den Urlaub fliegen, bitte denkt doch an die Anwohner in der Nähe eines Flughafens. Dort sind 120dB(A) durch den Triebstrahllärm ganz normal.

Hier geht es um Fahrverbote, die absolut legale Fahrzeuge betreffen, ohne Umbauten, die den Lärm erhöhen. Also ist das kein Argument. Neue Fahrzeuge sollen geringere DB Werte einhalten. Auch dies befürwortet wohl die überwiegende Mehrheit der Pro Fraktion, hat aber auch argumentativ nichts mit der Petition zu tun.

Die Aufregung ist groß, aber es wird in dem Bundesratsvorschlag 'gebeten' Fahrverbote räumlich und zeitlich zu ermöglichen. Das bedeutet a) nicht an jedem Wochenende/Feiertag und b) nicht überall. Da bereits viele Strecken für Motorräder gesperrt sind, ist das Ansinnen des Bundesrates bereitsseit Jahren Fakt.

Die Grundwerte unseres Zusammenlebens sind in Gefahr. Hobbies und Freizeitbeschäftigung sind in D unerwünscht. Selbstbestimmung, Selbstverwirklichung und eigenes Denken soll den Bürgern scheinbar abtrainiert werden.

Mal abgesehen das man massiv beschnitten wird provoziert man auch noch einen wirtschaftlichen schaden, wie das ausgeht lässt sich schon jetzt erahnen. Warum sollte man ein Motorrad haben wollen wenn man nicht fahren darf ? Der plan das sich jeder ein E-Bike kauft wird unter Garantie zur Luftnummer. Das sieht man bei den E-Autos.

Warum fahren wir Motorräder? Ja, weil wir uns jung, frei, uns von der allgemeinen biederen Bevölkerung absetzen wollen und auch ein bisschen wild sein wollen. Dazu gehört auch eben ein gewisser Lifestyle und auch Fahrstil. Niemand muss heute mehr mit 200 durchs Dorf fahren oder die Krawalltüte dranschrauben. Aber zum Motorradfahren gehört schon immer Wind um die Nase und ja auch ein gewisser Ton. Motorradfahren ist in gewisser Weise ein Sport und hält jung. Neid auf dieses Leben ist wohl ein nicht unerheblicher Grund für diese Belästigungsdiskussion.

Einseitige Diskriminierung und Fingerpointing auf eine Gruppe geht in unserem freien Land garnicht!

Initiativen und Forderungen zur Reduzierung von Motorradlärm

Die Diskussion um Motorradlärm nimmt immer mehr an Fahrt auf. Nun hat sich der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) in einem offenen Brief an die Motorradhersteller gewandt. Eindeutige Worte richtet der Bundesverband der Motorradfahrer (BVDM) an die Motorradhersteller sowie den Industrieverband Motorrad (IVM). Der Verband wendet sich klar gegen das Argument vieler Hersteller, die Mehrheit der Motorradfahrer würde nach lauten Maschinen verlangen.

Das Thema Motorradlärm wird seit Jahren kritisch in der Öffentlichkeit diskutiert. Anlass der Kritik ist die kontinuierliche Zunahme der Lärmemissionen in diesem Bereich. Die Ursachen hierfür liegen zum Teil in illegal modifizierten Auspuffanlagen und/oder unangemessener Fahrweise begründet. Etliche aktuelle Motorräder sind aber ab Werk laut. Viele Hersteller nutzen die aktuellen Zulassungs- und Messverfahren dahingehend aus, dass sie durch geeignete technische Maßnahmen (z.B. elektronisch gesteuerte Klappen im Auspuffsystem) den Lärmpegel der Maschinen außerhalb des Messbereichs erhöhen. Das seitens der Hersteller vorgebrachte Argument, dass die Kunden laute Maschinen fordern, haben wir bei unseren Gesprächen mit Motorradfahrern nicht feststellen können, im Gegenteil. Der gute Klang einer Maschine ist ihnen wichtig, dieser wird aber nicht besser, wenn er laut ist. Vielen Kunden bleibt daher derzeit nur die Wahl, die hohe Lautstärke in Kauf zu nehmen - oder auf den Kauf zu verzichten. Diese zusätzlichen Lärmemissionen reduzieren die gesellschaftliche Akzeptanz des Motorradfahrens.

Anwohner attraktiver Motorradstrecken wenden sich vermehrt an die Politik und fordern Streckensperrungen und drastisch verschärfte gesetzliche Regelungen gegen Motorradlärm. Die Hersteller sollten jetzt signalisieren, dass sie die Zeichen der Zeit verstanden haben und zeigen, was technisch in Sachen geringer Lautstärke machbar ist. Leisere Maschinen sind nicht nur im Interesse von Anwohnern und Motorradfahrern, sondern auch im längerfristigen Eigeninteresse der Industrie. Leisten Sie einen wichtigen Beitrag dazu, dass Motorradfahren weiter Spaß macht und ohne schlechtes Gewissen möglich ist! Warten Sie nicht, bis 2024 eine verschärfte UNECE-Vorschrift zur Lärmemission kommt, die möglicherweise von den Motorradherstellern nur mit sehr hohem Aufwand umgesetzt werden kann.

Soll es für sehr laute Motorräder für bestimmte lärmbelastete Strecken ein Fahrverbot an Sonn- und Feiertagen geben? Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann (Grüne) schließt aus Lärmschutzgründen als Ultima Ratio zeitlich und örtlich beschränkte Fahrverbote für Motorräder nicht aus.

Die Forderungen nach einer wirksamen Reduzierung von Motorradlärm und die konsequente Sanktionierung von Regelverstößen finden parteiübergreifend immer mehr Befürworter. Laut einer Onlineumfrage des Umweltbundesamts fühlen sich rund 40 Prozent der Befragten durch Motorradlärm belästigt - obwohl der Anteil der motorisierten Zweiräder an den Fahrleistungen in Deutschland bei unter zwei Prozent liegt. Mehr als 100 Kommunen in Baden-Württemberg sind inzwischen Teil einer Initiative gegen Motorradlärm.

Manche Motorräder sind unangenehm laut. Dadurch stechen sie aus dem Verkehrslärm heraus und stören extrem. Im Gegensatz zu anderen Fahrzeugen sind Motorräder in den letzten Jahren im Realbetrieb immer lauter geworden. Dieser Trend muss umgekehrt werden. Technisch ist es möglich, leisere Motorräder herzustellen. Biker können und sollten gezielt leise Motorräder kaufen.

Wie laut ein Motorrad sein darf, ist auf europäisch-internationaler Ebene geregelt und wird im normierten Messzyklus überprüft. Im realen Fahrbetrieb können jedoch viel höhere Geräuschemissionen auftreten. Wir brauchen deshalb eine Obergrenze, die in allen Fahrzuständen gilt.

Durch Manipulation und rücksichtsloses hochtouriges Fahren verursacht ein Teil der Motorradfahrer unerträglichen Krach. Vorsätzlich erzeugter Lärm muss mit höheren Bußgeldern bestraft werden. Und die Polizei muss das kontrollieren. In besonderen Konfliktfällen müssen Geschwindigkeitsbeschränkungen aus Lärmschutzgründen möglich werden. Als Ultima Ratio sollten die Kommunen die Möglichkeit für zeitlich und örtlich beschränkte Fahrverbote erhalten, um Anwohner entlang hochfrequentierter Motorradstrecken zu schützen. Den Behörden fehlt derzeit die Handlungsgrundlage zum Einschreiten.

Wenn man über Fahrverbote aufgrund von Lärm diskutiert, muss man das für alle Kraftfahrzeuge tun, also nicht nur für Motorräder, sondern für Pkw, Quads, Lkw und Landmaschinen. Zudem muss definiert werden, was denn überhaupt zu laute Fahrzeuge sind. Wenn ich ein legal für den Straßenverkehr zugelassenes Fahrzeug legal bewege, egal ob Auto oder Motorrad, kann es nicht sein, dass ich plötzlich von der Nutzung bestimmter Strecken ausgeschlossen werde. Streckensperrungen sind der falsche Weg, sie lösen das Problem nicht, sie verlagern es nur.

Doch genauso, wie die Motorradfahrer ein Recht darauf haben, mit ihren den Zulassungsbestimmungen entsprechenden Maschinen straßenverkehrskonform zu fahren, haben die Anwohner ein Recht auf Schutz vor übermäßigem Lärm. Wir fordern seit Langem eine Senkung des Verkehrslärms. Der vom Bundesrat beschlossene Forderungskatalog benachteiligt Motorradfahrer und ist fachlich in einigen Punkten nicht haltbar. Das gilt sowohl für die Grenze von 80 dB (A) in allen Fahrzeugzuständen als auch für die Forderung nach Halterhaftung. Zahlreiche andere Forderungen, etwa die Stilllegung von Fahrzeugen, könnten schon heute durchgeführt werden, dazu bedarf es kein neues Gesetz.

Um den Verkehrslärm zu senken, fordern wir, dass diejenigen, die vorsätzlich Lärm verursachen, durch gezielte Kontrollen entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden, dass das Messverfahren für die Zulassung so geändert wird, dass technische Einrichtungen, die zu einer unnötigen Erhöhung der Lautstärke führen, verboten werden und es eine absolute Lärmobergrenze gibt. Die Hersteller sollten bereits jetzt freiwillig leisere Motorräder anbieten und die Motorradfahrer mehr Rücksicht auf die Anwohner nehmen. Jeder Motorradfahrer hat es selber in der Hand, wie laut seine Maschine ist.

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