Gemütliches Motorrad für 2: Der ultimative Test und Ratgeber

Die Suche nach dem idealen Motorrad, das sowohl für entspannte Fahrten zu zweit als auch für den Alltag geeignet ist, kann eine Herausforderung sein. Dabei spielen Zuverlässigkeit, Komfort und ein guter Kundenservice eine entscheidende Rolle. Dieser Artikel bietet einen umfassenden Überblick über verschiedene Modelle und Aspekte, die bei der Auswahl eines gemütlichen Motorrads für zwei Personen berücksichtigt werden sollten.

Was macht ein Motorrad gemütlich für zwei?

Bei der Auswahl eines Motorrads für entspannte Fahrten mit Sozius spielen mehrere Faktoren eine wichtige Rolle:

  • Soziustauglichkeit: Eine bequeme Sitzposition für den Beifahrer ist entscheidend.
  • Zuladung: Ausreichend maximale Zuladung, um zwei Personen und Gepäck sicher zu transportieren.
  • Handlichkeit: Ein leichtes und wendiges Motorrad erleichtert das Fahren in der Stadt und auf kurvigen Strecken.

Cruiser: Die Definition von Gemütlichkeit

Der Begriff "Cruiser" leitet sich vom englischen Verb "to cruise" ab, was eine gemütliche Fahrweise beschreibt. Cruiser sind in der Regel schwere, flachgestreckte Motorräder mit einer tiefen Sitzposition. Weitere typische Eigenschaften sind breite Lenker, viel Chrom und üppig dimensionierte Schutzbleche. Stilistisch orientieren sich moderne Cruiser oft an den großen Komfortmodellen der 1930er-Jahre aus amerikanischer Produktion. Wie Chopper werden auch viele Cruiser von langhubigen V2-Motoren angetrieben. Die Motoren eignen sich vor allem zum entspannten und zugleich kraftvollen Dahingleiten. Im Gegensatz zum Chopper bietet der Cruiser in der Regel einen besseren Langstreckenkomfort. Neben typischen V2-Modellen wurden von Triumph oder Honda auch Cruiser mit Drei- sowie Sechszylindermotoren gebaut.

Top Motorrad-Empfehlungen für entspanntes Fahren zu zweit

Basierend auf den Bedürfnissen und Vorlieben vieler Motorradfahrer, gibt es eine Vielzahl von Modellen, die sich für entspannte Fahrten zu zweit eignen. Hier sind einige Empfehlungen:

Triumph Thruxton 1200R

Die Triumph Thruxton 1200R vereint britischen Flair mit hoher Leistung. Ihr High-Performance-Motor leistet 97 PS und 112 Nm Drehmoment. Im Vergleich zur BMW R nineT bietet sie ein harmonischeres Fahrverhalten und lässt sich mit niedrigeren Drehzahlen geschmeidiger fahren. Für Sparfüchse sei jedoch gesagt, dass der Aufpreis zur Thruxton R sich lohnt, da das Fahrwerk von Öhlins und verstärkte Bremsen sie deutlich sportlicher machen. Die normale Thruxton ist eher für gemütliches Fahren gedacht.

BMW R nineT

Die BMW R nineT hat den Markt im Sturm erobert. Auf Basis historischer Motorräder wurde ein neues Universum im Modellprogramm der Bayern geschaffen. Dabei wurde das perfekte Gleichgewicht zwischen moderner Technik und Emotion gefunden. Die R nineT gilt schon heute als Legende, unter anderem dank ihrem bildhübschen Boxermotor, der noch immer auf Luftkühlung setzt. Eine weitere Rezeptur für ihren Erfolg sind die unendlichen Customizing Möglichkeiten. Alleine von BMW gibt es neben der normalen R nineT vier Versionen Pure, Scrambler, Racer und Urban GS.

Yamaha XSR 900

Die Yamaha XSR 900 basiert auf der MT-09 und hat ihr 115 PS starkes Aggregat übernommen. Der Dreizylinder reißt mächtig an der Kette, bleibt in der XSR aber leichter kontrollierbar. Die beiden Fahrmodi sind besser abgestimmt, womit die Kraft noch da ist, nur weniger radikal. Traktionskontrolle ist ebenfalls mit an Bord, einstellbar in zwei Stufen. Auf Seiten des Fahrwerks hat Yamaha die XSR 900 noch straffer abgestimmt, vielleicht schon etwas zu sportlich. Abgesehen vom Dreizylinder ist die XSR 900 auch optisch ein Kracher. Vom runden Scheinwerfer, über die gerade Sitzbank, bis hin zum runden Rücklicht ist der Gesamteindruck einfach stimmig. Auch das Gewicht lässt sich mit unter 200 kg trocken sehen. Somit bleibt die Yamaha XSR 900 immer noch leicht zu bewegen.

Ducati XDiavel 1200 S

Die Ducati XDiavel 1200 S ist fahrtechnisch unvergleichlich. Sie lenkt auf den Pirellis richtig gut ein. Richtig gut ist auch der Motor: Testastretta-Power aus dem Ducati Superbike. Mit 156 PS leistet er zwar ein paar PS weniger, die Drehmomentkurve ist auf mehr Druck von unten ausgelegt. Dazu kommt ein umfangreiches Elektronikpaket mit verschiedenen Fahrmodi und Launch Control, um die Leistung auf den Asphalt zu bringen. Entscheidet man sich trotzdem für sie, sollte man wie bei der Triumph Thruxton R zur besten Ausstattung greifen - also zur S-Version. Diese kommt unter anderem auch mit Bremsen der wunderschönen Panigale.

Yamaha XSR 700

Nachdem die Yamaha MT-07 den Motorradmarkt auf den Kopf gestellt hat, mussten die Japaner noch etwas nachliefern. Hier kommt die Yamaha XSR 700 ins Spiel. Sie übernimmt den phänomenalen Motor der MT-07, der auch im Retro-Kleid noch 75 PS leistet. Fahrdynamisch wurde die XSR aber etwas zurückgeschraubt. Das Fahrwerk genießt eine sanfte Abstimmung, wodurch die Yamaha eher zum flotten Cruiser wird. Ästhetisch gewinnt sie aber gegenüber der MT-07, vor dem Eissalon geht es in der Preisklasse kaum cooler. Wie auch schon die XSR 900, verfügt die 700er über runde Leuchten an Front und Heck, geteilt von einer geraden Sitzbank. Mit Preisen ab 7.000 Euro ist die Yamaha XSR 700 auch das deutlich günstigste Bike dieser Liste.

Muscle-Bikes: Kraft und Komfort vereint

Muscle-Bikes von Ducati, Harley und Indian bieten Charakter, Kurven-Cruising und viel Leistung. Die neue Harley-Davidson Sportster S stellt sich dem Duell mit Indian FTR S und Ducati XDiavel Dark. Dieses Trio Infernal wirbelt reichlich Staub auf und repräsentiert nackte Gewalt auf Rädern. Sie brechen mit Konventionen und regen sowohl an als auch auf. Charakter trifft Power, Flanier-Verhalten auf relaxte Rasanz.

Ducati XDiavel Dark

Die Ducati XDiavel Dark erschien bereits 2016. Ihre Insignien: vorverlegte Fußrasten, tieferer Sitz und breiterer Lenker als die in ihren Grundzügen fünf Jahre ältere Diavel. Es ist ein erhabenes Gefühl, die 90 Zentimeter breite Lenkstange zu greifen. Deine Arme sind über dem langen, breiten 18-Liter-Tank durchgestreckt. Dafür fläzt sich dein Allerwertester in einem luxuriös-fetten Sattel von einer Sitzmulde. Die Füße ruhen weit vorn auf vorverlegten Fußrasten, die sich in drei Positionen arretieren lassen. Mit rund 77 Zentimetern lichter Sitzhöhe empfiehlt sich die Duc genau wie die Harley für Niedereinsteiger. In der zweiten Reihe herrscht pure Angst! Für Mitfahrer heißt es bloß "gut festhalten". In 3,2 Sekunden hechtet diese monochrom mattschwarze Flunder aus dem Stand auf Tempo 100, ist in nur 10,5 Sekunden von null auf 200. Erst kurz vor der 10.000er-Marke erreicht die XDiavel ihren Leistungszenit, drückt volle 157 PS. Volltönend prustet und posaunt der V2 Lebensfreude heraus. Die drei Fahrmodi Sport, Touring und Urban koppeln die Gasannahme von ultra-direkt bis sanft mit den Eingriffsschwellen der achtstufig arbeitenden Traktionskontrolle und des in drei Leveln einstellbaren Kurven-ABS. Dazu bremst die XDiavel wie der Teufel. Unfassbar für diese Klasse, wie locker-fluffig die Mega-Duc einlenkt (breiter Lenker = großer Hebelarm), wie harmonisch sie sich auf den Punkt fahren lässt.

Harley-Davidson Sportster S

Die Harley-Davidson Sportster S wiegt zarte 230 Kilogramm. Ihr Design koppelt sportiv-verwegen mit mächtig und opulent. Dieses Motorrad wirkt noch martialischer als Ducatis XDiavel. Mit den von 1957 bis ins Jahr 2020 gebauten, luftgekühlten Sportstern hat sie nun wahrlich nichts gemeinsam. Sie erbte stattdessen den auf 122 PS gezähmten V2 des US-Adventure-Bikes Pan America. Eigen ist die Sitzposition: Die Füße parken weit vorn, die Hände strecken sich zum niedrigsten der drei Lenker. Leichtgängig lässt sich die Seilzugkupplung ziehen. Und ist doch schwer zu dosieren. Harley-Davidson hat nun begriffen, dass der Kick beim Motorradfahren nicht nur gemütliches Flanieren bedeutet, sondern eben auch echte Fahrdynamik. Der gleichmäßigste Drehmomentverlauf gipfelt in 120 Newtonmetern. Auf der Bahn rennt die Sportster S laut Tacho 230. Wo wartet die nächste Viertelmeile, der nächste Drag-Strip? Eine Sechs-Achsen-IMU ist als elektronischer Rettungsanker mit an Bord, inklusive Anti-Wheelie- und Anti-Stoppiefunktion. Zudem gefällt das Ami-Bike mit der geschmeidigsten Laufkultur. Spartanische 51 Millimeter Federweg hinten am wenig sensiblen Federbein sind einfach zu wenig, deren 92 vorn auch nicht gerade üppig. Am Griff der vorderen Brembo-Einzelscheibenbremse musst du heftig ziehen. In diesem Trio war die Harley am sparsamsten, begnügte sich StVO-konform bewegt mit 4,6 Litern Super auf 100 Kilometern.

Indian FTR S

Zur Saison 2021 erhielten alle FTR-Modelle 17-Zoll-Räder bei leicht gekappten Federwegen. Weniger Flat-Tracker-Attitüde, mehr Alltagstauglichkeit durch viel mehr Auswahl moderner Straßenreifen lautet das Motto. Hier gilt es einen sechs Zentimeter höheren Sitz zu entern als auf den beiden anderen Powerbikes. Dort angekommen, bettet dich die FTR kompakt-sportiv. Ihre Fußrasten liegen so weit hinten, dass du beim direkten Umstieg erst einmal ins Leere trittst. Gut liegt der konifizierte Alu-Lenker zur Hand. "Vorderradorientiert" und versammelt nennt man solch eine Haltung. So muss ein Motorrad mit V2 klingen: Dumpf, sonor, satt und gleichzeitig unaufdringlich grummelt es aus den edlen Akrapovic-Auspuffen. Motor-Software und Ansaugbrücken aller FTRs präsentieren sich für 2021 geändert. Wie bei der Ducati sorgt je ein Öl- und Wasserkühler für einen gesunden Thermohaushalt.

Weitere Motorrad-Optionen für zwei

Neben den bereits genannten Modellen gibt es noch weitere Optionen, die sich für entspannte Fahrten zu zweit eignen:

  • Honda NC 700: Soll zuverlässig sein.
  • Suzuki Bandit 650 ABS: Könnte ins Budget passen.
  • Moto Guzzi Breva 750: Hat nur 195kg, aber auch nur 49PS.
  • Suzuki SV650: Soziustauglich ist die V allemal.

Vergleichstest Allrounder

Ein Vergleichstest von Allroundern zeigt, dass es viele preisgünstige Motorräder mit mehr oder weniger knapp geschnittener Verkleidung gibt, die sich für kurvenreiche Ausfahrten eignen. Hier einige Modelle im Überblick:

  • Honda CBF 600 S: Ausgestattet mit ABS, höhenverstellbarer Scheibe, unterschiedlichen Positionen für Sitzbank und Lenker, sowie einem Hauptständer.
  • Suzuki Bandit 650 S: Variable Sitzhöhe und verstellbarer Lenker. Im Preis ist ein Antiblockiersystem inbegriffen.
  • Kawasaki ER-6f: Vollverkleidet und erfüllt bereits die Euro-3-Norm. Gegen Aufpreis mit ABS erhältlich.
  • Suzuki SV 650 S: Sportlich anmutender V-Zweizylinder mit Einspritzung. Auf ABS wird verzichtet.

Die Honda CBF 600 bietet vielfältige Ergonomie-Varianten und ein drehfreudiges Triebwerk. Die Suzuki Bandit 650 S überzeugt mit spürbar mehr Drehmoment und einer entspannten Sitzposition. Die Kawasaki ER-6f zeichnet sich durch ihre gefühlte Leichtigkeit und spielerisches Fahrverhalten aus. Die Suzuki SV 650 S ist sportlicher Natur und verlangt einen aktiven Fahrstil.

Bikes mit geringer Sitzhöhe

Für Motorradfahrer und -fahrerinnen, die nicht allzu groß sind, sind Bikes mit geringer Sitzhöhe und wenig Gewicht ideal. Hier sind einige Beispiele:

BMW G 310 R

Die BMW G 310 R entstand aus einer Stunt-Studie. Sie wiegt 160 Kilo, ihr Sitz ist 78,5 Zentimeter flach. Sie betört mit ihrer einfachen, selbsterklärenden Bedienung und antwortet flink und leichtfüßig auf Bewegungen am Lenker. Ihr ABS lässt sie sicher stoppen. BMW gibt die Sitzhöhe für die G 310 R mit 78,5 Zentimetern an. Die kleine BMW darf mit dem A2-Führerschein bewegt werden.

Triumph Street Twin

Die Triumph Street Twin bringt 198 Kilo auf die Waage, die Sitzhöhe gibt Triumph mit 75 Zentimetern an. Ihr Zweizylinder hat 900 Kubikzentimeter Hubraum. Die maximale Leistung von 65 PS liegt bei 5900 Umdrehungen pro Minute an. Ride-by-Wire setzt Triumph in der Bonneville-Baureihe zum ersten Mal an Bord der Speed Twin ein. ABS, eine Traktionskontrolle und eine Anti-Hopping-Kupplung sind dazu im Paket inbegriffen.

A2-Reiseenduros im Offroad-Vergleich 2024

Im größten Offroadtest aller Zeiten messen sich 13 aktuelle Adventurebikes. Besonders interessant sind die A2-Reiseenduros in der 450er-Hubraumklasse. Hier sind drei Modelle im Überblick:

Royal Enfield Himalayan 452

Die Royal Enfield Himalayan 452 ist ein Motorrad mit einem sehr zugänglichen Charakter, das sich vor allem durch seine Gelassenheit und Ruhe im Offroad-Bereich auszeichnet. Sie bietet keine Höchstleistungen in Sachen Geschwindigkeit oder Sportlichkeit, aber genau das ist ihre Stärke. Die Maschine ist zuverlässig, robust und besonders für längere Reisen geeignet, bei denen es mehr auf Beständigkeit als auf Tempo ankommt.

CFMoto 450MT

Die CF Moto 450MT ist eine positive Überraschung aus China, die sich als ernstzunehmendes Offroad-Motorrad präsentiert. Mit 42 PS ist die Leistung des 450er Reihen-Zweizylinders für die meisten Offroad-Einsätze ausreichend und auch das Gewicht hält sich mit 196,5 vollgetankten Kilogramm in Grenzen. Vor allem der im kleinhubigen A2-Segment nahezu einzigartige Zweizylinder-Motor, der mehr Laufruhe und weniger Vibrationen als typische Einzylinder bietet, könnte einige Reiseenduro-Fans abholen.

Kove 450 Rally

Die Kove 450 Rally ist ein echtes Rally-Bike, das sich durch seine kompromisslose Auslegung für den Wettbewerbseinsatz auszeichnet. Die Maschine erfordert präzise und professionelle Kontrolle, da sie kaum Fehler verzeiht. Die Kove 450 Rally ist eher für ambitionierte Hobby-Racer geeignet, die bereit sind, sich den Herausforderungen eines echten Rally-Bikes zu stellen.

Technische Daten im Vergleich

Um einen besseren Überblick über die verschiedenen Modelle zu erhalten, ist es hilfreich, die technischen Daten zu vergleichen. Die folgende Tabelle zeigt die wichtigsten Daten der im Vergleichstest genannten Motorräder:

ModellMotorLeistungGewicht vollgetanktSitzhöheTankinhalt
Honda CBF 600 SVierzylinder-Reihenmotor78 PS229 kg770-800 mm19,0 Liter
Kawasaki ER-6fZweizylinder-Reihenmotor72 PS204 kg795 mm15,5 Liter
Suzuki Bandit 650 SVierzylinder-Reihenmotor78 PS228 kg775-795 mm20,0 Liter
Suzuki SV 650 SZweizylinder-V-Motor72 PS---
BMW G 310 REinzylinder34 PS160 kg785 mm-
Triumph Street TwinZweizylinder65 PS198 kg750 mm-
Royal Enfield Himalayan 452Einzylinder40 PS200,5 kg--
CFMoto 450MTZweizylinder42 PS196,5 kg820 mm-
Kove 450 RallyEinzylinder----

Diese Tabelle bietet eine nützliche Grundlage für den Vergleich der verschiedenen Modelle und hilft bei der Entscheidung für das passende Motorrad für entspannte Fahrten zu zweit.

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