GeoRadweg Altmühltal: Eine Reise durch Erdgeschichte und Natur

Der GeoRadweg Altmühltal ist ein faszinierendes Projekt, das in Zusammenarbeit mit dem UNESCO Global Geopark Ries und den Mitgliedslandkreisen Eichstätt, Donau-Ries, Weißenburg-Gunzenhausen, Kelheim und Neumarkt entstanden ist. Das Großprojekt wurde von insgesamt fünf lokalen Aktionsgruppen (LAG) gefördert, unter der Federführung der LAG Altmühl-Donau.

„Unsere Region wartet nicht nur mit einer, sondern gleich mit einer ganzen Kombination an erdgeschichtlichen Besonderheiten auf, die es so sonst nirgends gibt“, betonte Alexander Anetsberger, erster Vorsitzender des Tourismusverbands Naturpark Altmühltal und Landrat des Landkreises Eichstätt, bei der Eröffnungsfeier. Landrat Stefan Rößle, erster Vorsitzender Geopark Ries e. V., ist stolz auf die besondere Stellung der Stadt Nördlingen als Ziel- bzw. Startpunkt des GeoRadwegs und weist auf die neu entwickelte Infrastruktur hin, die den Gemeinden Deiningen, Alerheim, Polsingen, Otting und Hechlingen zugutekommt.

Heike Burkhardt, Geschäftsführerin Geopark Ries e. V.: „Ich freue mich besonders über die gelungene Kooperation über Landkreis-, Gebiets- und Bezirksgrenzen hinweg. Von der Vernetzung der Regionen profitieren nicht nur Besucherinnen und Besucher, sondern auch Einheimische. Insbesondere der Suevitsteinbruch in Polsingen und die Aufwertung der Gemeinde Deiningen durch einen digital geführten Ortsspaziergang zu aus Suevit errichteten Gebäuden, rücken das Alleinstellungsmerkmal Ries-Einschlag des UNESCO Global Geoparks Ries in den Blickpunkt.“

Streckenverlauf und Besonderheiten

Zwei Tourvarianten, 201 und 182 Kilometer lang, führen von Nördlingen im UNESCO Global Geopark Ries nach Kelheim. Sie lassen sich zu einer großen Runde kombinieren. Für diejenigen, die lieber Tagesausflüge machen, gibt es vier Rundtourenvorschläge des GeoRadwegs. Sie sind zwischen 54 und 87 Kilometer lang. Als Startpunkte wurden die Bahnhöfe Nördlingen, Treuchtlingen, Eichstätt, Kinding (Altmühltal) und Abensberg ausgewählt, um eine nachhaltige Anreise zu ermöglichen. Der GeoRadweg Altmühltal ist in das bereits bestehende Radwegenetz der Region eingebunden, was den Radfahrern noch mehr Flexibilität bei der Tourenplanung ermöglicht.

Route 1: Von Nördlingen nach Kelheim (201 km)

Die Route 1 ist mit rund 201 Kilometern die längere der beiden Hauptrouten am GeoRadweg Altmühltal. Sie beginnt in Nördlingen - mitten im Rieskrater, der vor rund 14,5 Millionen Jahren durch den Einschlag eines Meteoriten entstand. Auf den ersten Kilometern sind die Radler durch den Geopark Ries unterwegs. Die Route führt nach Norden an den Hahnenkammsee, einen der sieben Badeseen des Fränkischen Seenlands, und anschließend in östlicher Richtung durch die Hügellandschaft des Hahnenkamms bei Heidenheim, dessen Kloster einst ein Ausgangspunkt für die Christianisierung Frankens war. Nach diesem bergigen Abschnitt folgt eine ebene Etappe durch das Altmühltal, von der Kurstadt Treuchtlingen über Pappenheim mit seiner Burg nach Solnhofen, wo die bekannten Solnhofener Platten in Steinbrüchen abgebaut werden.

Sie dienen nicht nur als Baumaterial, sondern werden auch in der Kunst für das Steindruckverfahren Lithografie verwendet. Darüber hinaus sind sie reich an Fossilien. Hier wurde das erste Exemplar des „Urvogels“ Archaeopteryx entdeckt. Bei Dollnstein verlassen die Radler das Tal und sind bald darauf durch das Steinbruchgebiet zwischen Schernfeld und Eichstätt unterwegs. Auch hier wurden schon viele Fossilien entdeckt - einige sind im Museum Bergér auf dem Harthof ausgestellt. Im Besuchersteinbruch auf dem Blumenberg können Hobbyforscher selbst ihr Glück versuchen, bevor sie der Route in die Barockstadt Eichstätt hinunter folgen. Das Jura-Museum auf der Willibaldsburg ist ein weiterer Tipp für Fossilienfans. Im Altmühltal radelt man nun zwischen Fluss und Wacholderheiden über Pfünz mit seinem Römerkastell und Walting nach Kipfenberg. Steil führt der Weg zur Burg hinauf. In der Vorburg ist hier das Römer und Bajuwaren Museum untergebracht.

Vorbei am Dinosaurier Museum Altmühtal, einem Freiluftmuseum mit lebensgroßen Dinosaurier-Exponaten, geht es nach Denkendorf und durch ruhige Wälder weiter nach Sandersdorf mit seinem Schloss. Über den Wallfahrtsort Mindelstetten gelangt man nach Pförring, wo die Römer einst ein Kastell errichteten. Nach der Überquerung der Donau radelt man über Neustadt an der Donau nach Bad Gögging. Bei der Weiterfahrt zieht der nach Plänen des Architekten Freidensreich Hundertwasser errichtete Turm der Brauerei Kuchlbauer die Blicke auf sich. Weiter geht es durch ein besonderes Naturschutzgebiet - die Sandharlander Heide. Auf kleinstem Raum liegen hier kalkhaltige und saure Böden beieinander, was zu einer besonderen Artenvielfalt führt. In Stausacker ist wieder das Donauufer erreicht.

Rundtouren für Tagesausflüge

Wer im Urlaub lieber an einem Ort bleibt, statt bei einer mehrtägigen Tour die Unterkunft zu wechseln, hat dank vier Rundtouren dennoch Gelegenheit, einen Teil des GeoRadwegs Altmühltal kennenzulernen. Je nach Urlaubsort sind eine oder mehrere der Touren gut zu erreichen. Mit E-Bikes lassen sie sich gut an einem Tag radeln. Die zwischen 50 und 83 Kilometer langen Runden starten jeweils an Bahnhöfen und bieten sich als Tagestouren für E-Bike-Fahrer an. Lade- und Servicestationen liegen an der Strecke.

Die Maßnahmen in der Geopark-Mitgliedsgemeinde Polsingen umfassten den Ankauf des ehemaligen Steinbruchs mit dem einmaligen Vorkommen des „roten Suevits“ durch die Gemeinde sowie die Erschließung des Steinbruchs als Besucher-Geotop durch Gemeinde und Geopark Ries e. V. Im Gebiet der Gemeinde Deiningen lag das berechnete Einschlagszentrum des Ries-Meteoriten. Im Gebiet des UNESCO Global Geoparks Ries wurden im Zuge des Projekts verschiedene - nicht nur geologische - Sehenswürdigkeiten erschlossen und mit Infotafeln versehen.

Weitere Informationen

Die verschiedenen Tourvarianten, Karten und GPS-Tracks zum Download sind unter www.georadweg-altmuehltal.de zu finden. Wer den GeoRadweg Altmühltal erkunden möchte, findet GPX-Daten, Informationen und Karten zu den Routen unter www.georadweg-altmuehltal.de, www.geopark-ries.de oder über die Outdoor-App „komoot“.

GeoRadweg Altmühltal: Tourenübersicht
Tour Länge Startpunkt Besonderheiten
Route 1 201 km Nördlingen Rieskrater, Fränkisches Seenland, Altmühltal, Fossilienfundstätten
Route 2 182 km Nördlingen Alternative Route mit ähnlichen Highlights
Rundtouren 54-87 km Nördlingen, Treuchtlingen, Eichstätt, Kinding, Abensberg Tagestouren für E-Bike-Fahrer

Hinweise zu Einschränkungen im Bahnverkehr

Aufgrund von Bauarbeiten gibt es am Bahnhof Saal (Donau) Schienenersatzverkehr in folgenden Zeiträumen: 4. bis 31.07. und 29.08. bis 2.09.2025. Die eingesetzten Busse befördern keine Fahrräder. Alternativ können Sie an Samstagen, Sonn- und Feiertagen den Freizeitbus nutzen. Die nächstgelegenen Bahnhöfe sind in Regensburg (von Kelheim weiter entlang auf dem Donau-Radweg) und in Münchsmünster (auf dem Donau-Radweg in Richtung Ingolstadt).

Altmühltal-Radweg Umleitung

Vom 21. Juli bis 14. August 2025 ist der Abschnitt des Altmühltal-Radwegs in Kipfenberg zwischen Regelmannsbrunn und Böhming aufgrund Sanierungsarbeiten gesperrt.

Verwandte Beiträge:

Kommentar schreiben

Kommentare: 0