Das Gewicht von 28-Zoll-Fahrrädern im Durchschnitt

Welches Gewicht ein Fahrrad hat, lässt sich nicht pauschal beantworten. Wir nähern uns der Sache genauer an, indem wir uns die durchschnittlichen Gewichte der beliebtesten Fahrradtypen ansehen. Das Eigengewicht deines Fahrrads hat nicht nur Einfluss auf die Handhabung im Alltag, zum Beispiel beim Tragen in den heimischen Keller oder der Mitnahme in Bus und Bahn.

Auch während der Fahrt spielt es eine Rolle. Das Gewicht deines Fahrrads sollte dir aus zwei Gründen nicht egal sein. Zum einen gibt es Situationen, in denen du das Rad tragen oder hochhieven musst. Etwa, weil es eine Treppe zu überwinden gilt oder du dein Rad auf einem Fahrradträger befestigen möchtest. Hier zahlt es sich aus, wenn dein Rad nicht übermäßig schwer ist und du es allein bewerkstelligen kannst, es anzuheben oder zu tragen. Es gilt hier auch die maximale Dachlast zu beachten, die dein PKW verträgt. Bei einigen Autos sind es nur 50 kg.

Zum anderen wirkt sich das Gewicht deines Fahrrades auch beim Fahren aus. Je schwerer dein Fahrrad ist, desto langsamer kannst du es beschleunigen oder den Berg hoch bewegen. Mit einem leichteren Fahrrad kommst du während der Fahrt nicht nur schneller auf Tempo. Du bist zusätzlich deutlich beweglicher und wendiger.

Durchschnittsgewichte verschiedener Fahrradtypen

  • Citybikes ohne Elektroantrieb: wiegen in einer leichten Variante etwa 11 bis 13 Kilogramm.
  • Trekkingrad: wiegt mit Vollausstattung im Durchschnitt zwischen 16 und 19 Kilogramm.
  • Rennräder: sind in der Regel besonders leicht und starten bei rund sechs Kilogramm Gewicht.
  • E-Bikes: sind die Schwergewichte unter den Fahrrädern. Sie sind selten unter 20 Kilogramm Gewicht zu haben. Meist wiegen sie deutlich mehr. Die schwersten Pedelecs bringen 25 Kilogramm und mehr auf die Waage.

Zusammenfassend kann das Gewicht eines Trekking-Fahrrades mit sechzehn Kilogramm als Durchschnittsgewicht eines Erwachsenenfahrrades angenommen werden. Damit ist man auf der konservativen Seite, solange es sich nicht um ein E-Bike oder Pedelec handelt. Hier sollten mindestens zweiundzwanzig Kilogramm veranschlagt werden, wenn nichts über das E-Bike bekannt ist. Dieses Gewicht sollte erreichbar sein, spätestens mit entferntem Akku.

E-Bike-Gewicht im Detail

E-Bikes wiegen mehr als herkömmliche Fahrräder. Das Gewicht bei einem Elektrofahrrad liegt bei 20-25 kg, wobei klassische Räder wie z.B. im MTB-Bereich im Durchschnitt ca. 15 kg wiegen. Für dieses Mehrgewicht sind vor allem Akku und Motor verantwortlich.

Für die meisten Pedelec-Fahrer spielt das Gewicht Ihres E-Bikes übrigens keine größere Rolle. Da die E-Biker ohnehin in der Regel mit Tretunterstützung unterwegs sind, also fallen die zusätzlichen Kilos buchstäblich nicht ins Gewicht. Nur wer sein E-Bike gelegentlich tragen muss oder häufiger ohne Motorunterstützung fahren will, ist mit einem möglichst leichten Fahrrad gut beraten.

Gewicht der elektrischen Komponenten

Die elektrischen Komponenten bringen in der Regel zwischen fünf und zehn Kilogramm Mehrgewicht auf das Fahrrad. Ein kleiner Akku mit einer Leistung von 400 Wattstunden entfallen dabei circa 2,5 kg. Größere Akkus garantieren eine höhere Reichweite, sind jedoch auch deutlich schwerer. Leichtere Modelle bedeuten nicht zwangsläufig weniger Power: Leistungsstarke Mittelmotoren von Herstellern wie Bosch sind nicht einmal 3 Kilogramm schwer.

Der Bosch Active Line Plus wiegt beispielsweise nur 3,2 kg. Der stärkere Sportmotor Bosch Performance Line CX wiegt sogar nur 2.9 kg in der 4. Generation. Bei Shimano wiegt der Leistungsstarke Steps E800 Motor 2,8 kg und der schwächere Shimano Steps E6000 3,2 kg. Der Shimano Steps E8000 ist damit einer der leichtesten E-Bike Motoren auf dem Markt. Im guten Mittelfeld liegen die E-Bike Motoren von Yamaha und Brose mit 3,1 und 3,4 kg.

Auswirkungen des Mehrgewichts in der Praxis

Das hohe Gewicht der E-Bikes spielt beim Fahren keine große Rolle. Die Tretunterstützung gleicht zusätzliche Kilos mehr als aus. Es hat sogar einen positiven Nebeneffekt, durch das höhere Gewicht wird der Schwerpunkt des E-Bikes verlagert und in der Folge liegt das Rad besser auf der Straße oder dem Trail. Als Herausforderung können sich schwere Modelle im Rahmen des Transports erweisen.

Wenn das Fahrrad regelmäßig in Bus und Bahn oder in die Wohnung getragen werden muss, sind leichte Pedelecs wesentlich handlicher. Je öfter das E-Bike gehoben werden muss, desto leichter sollte das ausgewählte Modell sein.

Zulässiges Gesamtgewicht bei E-Bikes

Da E-Bikes selbst schon einige Kilos auf die Waage bringen, stellt sich Käufern auch die Frage nach dem zulässigen Gesamtgewicht. Das Gewicht des Pedelecs plus das Gewicht des Fahrers und gegebenenfalls Gepäck dürfen dieses nicht überschreiten. Bei aktuellen E-Bikes liegt das zulässige Gesamtgewicht oft zwischen 120-130 Kilogramm. Rechnet man nun ein, dass das Pedelec selbst etwa 20-25 Kilogramm wiegt und bei den meisten Fahrten noch Gepäck hinzukommt, kommt ein solches E-Bike für Fahrer mit einem Gewicht über 90 kg kaum in Frage.

Giant E-Bikes hingegen sind für ein Gesamtgewicht von 156-161 kg ausgelegt. Gut zu wissen, wenn man z.B. öfters mit Gepäck oder einem Kindersitz unterwegs sein möchte und sich in Sachen Gewicht dennoch im grünen Bereich bewegen möchte.

Hersteller mit höherem zulässigen Gesamtgewicht

Hier eine kleine Auflistung einiger Hersteller mit verschiedenen Antrieben und einem höheren zulässigen Gesamtgewicht:
Hersteller Zulässiges Gesamtgewicht Motor
Trek E-Bikes 136 kg Bosch Motor
Raymon E-Bikes 130 kg Yamaha
Ghost E-Bikes 140 kg Shimano Motor / Bosch Motor
Giant E-Bikes 156-161 kg Giant SyncDrive Sport/Pro (Kooperation mit Yamaha)
Kalkhoff E-Bikes 140-170 kg Bosch Motor
Carver E-Bikes 140 kg Bosch Motor

Tipps für den Alltag mit schweren E-Bikes

  • Treppe mit der Schiebehilfe überwinden: Falls das E-Bike eine Schiebehilfefunktion hat, kann diese zur Unterstützung genutzt werden. Schiebehilfe starten, den Lenker gut festhalten und das Vorderrad etwas anheben.
  • Tragen, aber richtig: Muss das E-Bike doch einmal Stufen hinaufgetragen werden, auf die richtige Körperhaltung achten. Zum Anheben leicht in die Knie gehen und den Rücken gerade lassen.

Faktoren, die das Fahrradgewicht beeinflussen

Für das Gewicht eines Fahrrads hauptsächlich verantwortlich ist neben der Größe vor allem das Material, aus dem der Rahmen besteht.

  • Material des Rahmens: Eine einfache, aber mitunter kostspielige Möglichkeit, Gewicht an deinem Fahrrad zu sparen, ist deshalb der Austausch von Komponenten.
  • Austausch von Komponenten: Das fängt bei Schaltung und Bremssystem an und geht mit Sattelstütze, Sattel, Vorbau und Lenkerbügel weiter. Ein Wechsel der Laufräder auf höherwertige Modelle ist ebenfalls ein guter Hebel. Hierdurch kannst du je nach Ausgangssituation bis zu einem halben Kilo an Gewicht einsparen.
  • Wasser im Rahmen: Auch Wasser, das während einer Regenfahrt oder bei der letzten Reinigung in den Rahmen gelaufen ist, kann dein Rad schwerer machen als nötig.
  • Eigene Ausrüstung: Nicht zuletzt ist zu bedenken, dass auch du selbst mit deiner Kleidung, der Trinkflasche und vor allem deinem Körpergewicht in die Rechnung eingehst.

Neben dem Eigengewicht des Fahrrads ist es mindestens ebenso entscheidend, wie viel Gewicht die Person auf die Waage bringt, die mit dem Rad unterwegs ist.

Stabilität und Gewicht

Ob ein Fahrrad stabil ist, hängt nicht allein von seinem Gewicht ab. Generell kannst du davon ausgehen, dass ein Rad umso leichter sein kann, ohne Nachteile bei der Stabilität in Kauf nehmen zu müssen, je hochwertiger seine Bauteile sind.

Das richtige Fahrradgewicht finden

Wie viel ein Fahrrad optimalerweise wiegen sollte, ist individuell und hängt von vielen verschiedenen Faktoren ab. Für mehr Fahrspaß kann es sich trotzdem lohnen, dein Fahrrad auf leichtere Bauteile umzurüsten oder beim nächsten Neukauf auf ein leichteres Modell umzusteigen.

Welches Fahrrad für dich und dein Gewicht das richtige ist, musst du im Einzelfall und am besten nach einer oder mehreren Probefahrten entscheiden. Vielmehr solltest du dir überlegen, für welche Fahrten du dein Fahrrad primär nutzt. Wie wichtig ist es dir, besonders schnell von A nach B zu kommen? Wie oft musst du anhalten und erneut aus dem Stand beschleunigen? Wie häufig musst du dein Fahrrad tragen?

Je mehr Gewicht du auf die Waage bringst und je größer du bist, desto wichtiger wird es, auf die Robustheit deines Fahrrads zu achten. Wähle ein Fahrrad mit möglichst stabilem Rahmen. Lass es im Zweifel lieber ein paar Kilogramm schwerer sein, bevor du Abstriche bei der Stabilität und Sicherheit machst.

Spezialfall Kinderfahrrad

Ein Kinderfahrrad nimmt neben dem Rennrad eine Sonderstellung ein. Kinder haben in der Regel ein deutlich geringeres Eigengewicht als Erwachsene. Kinder mit unter 20 Kilogramm Körpergewicht kommen mit einem Rad, das fünf bis sechs Kilogramm wiegt, in der Regel gut zurecht. Wiegen die Kinder über 20 Kilogramm, dürfen es auch schon bis zu acht Kilogramm Fahrradgewicht sein. Nicht zuletzt hat ein leichtes Kinderfahrrad auch für uns Erwachsene Vorteile. Spätestens dann, wenn der Nachwuchs keine Lust mehr hat, damit weiterzufahren und man das Rad selbst einhändig nach Hause tragen darf.

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